Apostelbrief dank Rienecker

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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evah pirazzi
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Apostelbrief dank Rienecker

#1 Beitrag von evah pirazzi » 15.09.2009, 20:58

Im sagenumwobenen Auenland Mitteldeutschland, wo das NAK-Eldorado in Form zusehends schrumpfender Wohlfühlnester anzutreffen ist, gab es jüngst für alle Nesthocker eine Hauspostille, einen Apostelbrief.

Uns allen ist ja die allgegenwärtige Aussage unserer "geistlichen Führer" bekannt:

Wir wissen es nicht....

Zum Glück gab es aber in der Vergangenheit Männer wie Fritz Rienecker, die gläubig einen großen Teil ihrer Lebenszeit mit dem gläubigen Studium der Bibel, bzw. des NT verbrachten und viel zum Verständnis der alten Schriften beitrugen.

Zum Glück auch für unseren progressiven Bap, denn so kann er ohne allzuviel Mühe flugs eine kurze Zusammenfassung zum Thema Abendmahl unter seinen Schäfchen verteilen als sogenannten Apostelbrief - eine prima Sache, wie ich finde.

Die Schäfchen werden dadurch mal zum Einhalten und Überlegen animiert, sie denken mal nach!!

Ja gut, der Bap hätte auch noch kurz zur Geschichte ein paar Zeilen schreiben können - viele wissen doch gar nicht, dass der Opfertod Christi von der Bedeutung her eng mit dem Passahgeschehen verknüpft ist. Steht ja alles ganz präzise drin im Lexikon. Aber sicherlich hätte sich der eine oder andere beschwert: Zu umfangreich, wer will das alles lesen etc. Man kann es schließlich nicht allen recht machen.

Na ja, es hätte vielleicht auch ein kleiner schöner Hinweis auf die Quelle seiner Weisheit im Brief vermerkt sein können, der Ordnung halber, nicht dass noch jemand den Vorwurf der - äh - ach, ich komme jetzt nicht auf das böse Wort - macht. Das hat unser progressiver Bap nämlich wirklich nicht nötig, nee, nee, der nicht!!

:wink:
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

Hannes

#2 Beitrag von Hannes » 15.09.2009, 21:53

Hallo evah,

wenn ich solche Apostel-Sätze lese: "Wenn wir Heiliges Abendmahl feiern, sagen wir "Ja" zu Tod, Auferstehung und Wiederkunft unseres Herrn und bekennen so das uns durch ihn gewordene Heil.", dann fällt mir nichts mehr ein ... obwohl ... doch, jetzt fällt mir doch etwas ein: Tinki Winki Lala Blabla ... Und: selig geworden?

Diese Kirche entwickelt ich immer rasanter Richtung dem Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten ... wie erträgt man eigentlich diese seichten Allgemeinplätze?

Grüsse aus Mittelerde - Hannes

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evah pirazzi
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#3 Beitrag von evah pirazzi » 15.09.2009, 23:19

Exakt beobachtet, Hannes,

die Formulierung: "Wir sagen 'Ja' zu Tod..." ist ziemlich dramatisch, wenn nicht gar melodramatisch, da gebe ich dir Recht. Aber so ist er, unser Baps (Manchmal denke ich, er hat einen Imageberater, der ihm ständig zuflüstert: More drama, baby). Er hätte in einem anderen Leben auch auf den "Brettern, die die Welt bedeuten" Erfolg gehabt, da bin ich mir ziemlich sicher.

Er schrieb diesen Satz ja unter dem Punkt Verkündigungsmahl und Bekenntnismahl und er hat hier versucht, mit eigenen Worten die im Rienecker-Lexikon beschriebe, jeder Abendmahlsfeier innewohnende Verkündigung des Todes Christi durch Kreuzigung wiederzugeben.

Aber so ist es oft, wenn die einzig wahren Bibelausleger und geistlichen Führer unserer Zeit etwas Eigenes formulieren oder zu Papier bringen, das gerät dann gern unfreiwillig merkwürdig bis urkomisch. Ich finde in diesem Zusammenhang darf man sich zu Recht und guten Gewissens darüber erheitern, denn in diese immer wieder peinlich bis lächerlichen Situationen bringen sie sich durch ihr eigenes Anspruchsdenken schlussendlich selbst, das ist ihre ureigenste, selbsgemachte Pein.

(Boah, bin ich wieder melodramatisch, es färbt ab...)

Bild
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

42

#4 Beitrag von 42 » 16.09.2009, 07:22

Eigentlich bedarf es gar keines Rienecker-Lexikons, um bestimmte Aussagen in dem Klingler-Brief als Anlehnung an die in der christlichen Welt bestehenden theologischen Ueberzeugungen zu identifizieren. Mathematiker wuerden das so ausdruecken: Wenn a==b und b==c, dann ist auch a==c (oder wenn NAK==Rienecker und Riennecker==allg. Ueberzeugung, dann NAK==allg. Ueberzeugung).

Noch einmal langsam zum Mitschreiben bitte: worueber sollte ich mich entruesten?

Philippus

#5 Beitrag von Philippus » 16.09.2009, 09:51

42 hat geschrieben: Mathematiker wuerden das so ausdruecken: Wenn a==b und b==c, dann ist auch a==c
Mein alter Mathelehrer sagt dazu: Sind zwei Größen einer Dritten gleich, so sind sie auch untereinander gleich.
*schlaumeiermodus aus* :wink:

LG Frank

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#6 Beitrag von evah pirazzi » 17.09.2009, 21:45

42 hat geschrieben: ... worueber sollte ich mich entruesten?
Lieber Zwoo-und-Voerzisch,

du moechtest dich entruesten? Moeglicherweise koennten zeitgemaesse Szenarien der Kaefighaltung gewuenscht Entruestungsgefuehle befoerdern, hm?

Ümmer sehr gerne hülfsbereit - old fellow.

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(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

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Heidewolf
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#7 Beitrag von Heidewolf » 17.09.2009, 21:57

Vielleicht passt das zum Thema:
In der Hauspostille Uff vom 5. 9. ist auch der Artikel Nr 8 über Paulus enthalten.
Darin ein Bild, welches wohl P. zeigen soll.
Warum trägt er da und zeigt es deutlich, einen Dolch oder Schwert.
Kann darüber jemand Auskunft geben?
Das sind die Weisen,
Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
Das sind die Narren.

Friedrich Rückert

Dieter

#8 Beitrag von Dieter » 18.09.2009, 06:24

Paulus wird in der Kunst meist mit Schwert dargestellt. Es ist dies ein Hinweis auf seine vermutliche Hinrichtung in Rom unter Kaiser Nero.
Siehe auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Paulus_von_Tarsus

autor

#9 Beitrag von autor » 19.09.2009, 11:27

Paulus hat geschrieben:Denn wer in Zungen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht ihn, vielmehr redet er im Geist von Geheimnissen. Wer aber prophetisch redet, der redet den Menschen zur Erbauung und zur Ermahnung und zur Tröstung. (...)

Verhält sich’s doch mit leblosen Dingen, die Töne hervorbringen, es sei eine Flöte oder eine Harfe: wenn sie nicht unterschiedliche Töne von sich geben, wie kann man erkennen, was auf der Flöte oder auf der Harfe gespielt wird? Und wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Kampf rüsten? So auch ihr: wenn ihr in Zungen redet und nicht mit deutlichen Worten, wie kann man wissen, was gemeint ist? Ihr werdet in den Wind reden. (...)

Ich danke Gott, dass ich mehr in Zungen rede als ihr alle. Aber ich will in der Gemeinde lieber fünf Worte reden mit meinem Verstand, damit ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in Zungen.
Paulus’ eindringliche Aussagen könnten auf manch Liebe-Wonne-Wohlfühl-Gläubige schon immer so gewirkt haben, als zücke er zurechtweisend das Schwert des Verstandes. Vielleicht auch deswegen diese Darstellung.

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