Waren die ersten Apostel getauft?

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42

Waren die ersten Apostel getauft?

#1 Beitrag von 42 » 05.08.2009, 09:58

Wenn nein, warum nicht?
Hat Jesus einen Menschen getauft?

Ist die Taufe nicht das grundlegende Sakrament, das nach allgemeiner christlicher Auffassung unabdingbar ist? Wohlgemerkt, dies ist nicht eine Frage, welche alleine die NAK betrifft.

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agape
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#2 Beitrag von agape » 05.08.2009, 10:06

Sakramentaltheologisch liegt die AG ganz vorne.
Das stimmt wirklich . ;)

Sie hatte die Möglichkeit die Erkenntnisse vieler Theologen in ihren neuen Katechismus zu integrieren.
Daraus geht hervor, dass die Sakramente "Zeichen für die Menschen" seien.
In der Taufe beweise ich mir selbst und bezeuge vor der Gemeinde und vor Gott, dass ich Nachfolger oder Jünger Christi sein will.

Das kann natürlich kaum eine Kirche (unternehmerisch gedacht) hinnehmen.
Das Heil, die Sakramente, die Ämter, das Alles wird in den Kirchen über Vollmachten gespendet oder ausgesondert.
Die RKK ist da ganz oben, und sie weiß auch warum. ;)
Dominus Iesus, die Schrift von Ratzinger, hat morgen 9. Geburtstag. ;)
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
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#3 Beitrag von _ » 05.08.2009, 10:40

ich persönlich gehe davon aus, dass die apostel getauft waren, aber die bibel den taufakt als solchen nicht explizit erwähnt -- vielleicht, weil es den ersten christen selbstverständlich erschien?

immerhin: lk.7,29f; mk.10,38f; und auch z.b. joh.3,22; joh.4,1f

ich denke, wenn die jünger selbst nicht getauft worden wären, hätten sie nicht später mit derartigem nachdruck auf diese handlung hingewiesen (z.b. apg.2,38) oder gar selbst getauft.

im übrigen sehe ich die sakramente im sinne der ag als zeichenhaftes nachvollziehen göttlichen handelns an menschen durch menschen.

gruß, _

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agape
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#4 Beitrag von agape » 05.08.2009, 10:57

Die Apostolische Gemeinschaft schreibt:

Grundsätzliches
Es ist sehr interessant herauszufinden, dass Sakramente nicht in der Bibel erwähnt werden, sondern dass einige in der Bibel beschriebene Lebensäußerungen des Glaubens im Laufe der Kirchengeschichte mit diesem Begriff bezeichnet wurden. Sowohl der Begriff ‚Sakrament’ als auch die Zahl der so bezeichneten Handlungen sind ein Ergebnis kirchengeschichtlicher Entwicklung.

Das Wort ‚Sakrament’ stammt aus der lateinischen Sprache. Mit dem lateinischen Wort ‚sacramentum’ wurde das griechische Wort ‚mysterion’ übersetzt. Im biblischen Text wird damit das göttliche Geheimnis in Jesus Christus bezeichnet. Es geht immer um ihn, unseren Herrn Jesus Christus.

Durch die vielen Spaltungen innerhalb der Christenheit hat sich im Laufe der Geschichte in den christlichen Kirchen und Gemeinschaften ein unterschiedliches Verständnis von den Sakramenten entwickelt. Wir müssen also einsehen, dass nicht jeder Christ das gleiche Verständnis von den Sakramenten hat. Die ausführlichen Erklärungen sollen zeigen, wie wir zu unserem Verständnis gefunden haben:

Wir erkennen die Bibel in ihrem Gesamtzeugnis als das offenbarte Wort Gottes. Deshalb haben wir sie allein zum Maßstab unserer Prüfung gemacht.

Gott ist der einzige, der rettet und das Heil schenkt. Er hat sein Heil allen Menschen zugedacht. Kirche und Amt sind wichtige Werkzeuge in seiner Hand, aber sie sind bei weitem nicht so wichtig, wie er selbst.

Jesus Christus ist der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen. Das Heil kommt allein aus dem Glauben an ihn und wirkt nur, wenn wir es gläubig annehmen. Das Handeln Gottes, ohne Glauben empfangen, bewirkt keine Errettung. Ein Sakrament kann den Glauben fördern, ist aber nicht heilsnotwendig.

Weil uns Gott in Jesus Christus sein ganzes, vollkommenes Heil zuspricht, kann man nicht von Bestandteilen des Heils oder Bestandteilen der Wiedergeburt sprechen. Gott teilt sein Heil nicht in verschiedene Schritte auf, sondern bietet sein ganzes Heil an. Wenn immer Menschen es erbitten, setzt er auf diese Weise ein Wachstum, eine Entwicklung in Gang. Im Sakrament wird also immer das ganze und vollkommene Heil zugesprochen.

Das Sakrament ist ein Bündnisakt, der von Gott ausgeht und den einzelnen Menschen meint. Dieses Bündnis feiern wir in einer herausgehobenen und somit heiligen Handlung. Der Einzelne tritt aus der Anonymität, bekennt seinen Glauben und nimmt die Heilszusage Gottes in Anspruch.

Dieses Bündnis, das Gott in Jesus Christus mit uns Menschen macht, steht im Mittelpunkt des Sakraments und wird in einer würdigen Feier begangen.

Für den Begriff „Sakrament“ haben wir folgende Definition gefunden:

Ein Sakrament ist eine heilige Handlung, in welcher wir den Bund Gottes mit uns Menschen feiern. Es ist Nachvollzug und bildhafte Sichtbarmachung des Heilshandelns Gottes in Jesus Christus im Leben eines Menschen und dessen gläubige, bejahende und bekennende Antwort. Es ist ein Zeichen unserer Bundesbeziehung zu Gott.

In der Vereinigung der Apostolischen Gemeinden feiern wir drei Sakramente. Wir feiern Taufe, Abendmahl und Versiegelung, welche die drei Bezeugungen Wasser, Blut und Geist verdeutlichen. Diese drei Bezeugungen stimmen in ihrem Zeugnis überein. Sie bezeugen das göttliche Geheimnis in Jesus Christus, sein Heil, das kein Verstand erfassen kann.



http://www.apostolisch.de/fakten/litera ... amente.pdf
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simpel

#5 Beitrag von simpel » 05.08.2009, 11:04

Also sprach Tertullian:

:arrow: KLICK

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#6 Beitrag von _ » 05.08.2009, 14:38

_ hat geschrieben:im übrigen sehe ich die sakramente im sinne der ag als zeichenhaftes nachvollziehen göttlichen handelns an menschen durch menschen.
Die Apostolische Gemeinschaft hat geschrieben:Ein Sakrament ist eine heilige Handlung, in welcher wir den Bund Gottes mit uns Menschen feiern. Es ist Nachvollzug und bildhafte Sichtbarmachung des Heilshandelns Gottes in Jesus Christus im Leben eines Menschen und dessen gläubige, bejahende und bekennende Antwort. Es ist ein Zeichen unserer Bundesbeziehung zu Gott.
na, da habe ich ja tatsächlich doch fast den wortlaut getroffen -- ohne ihn zu kennen. 8)

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agape
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#7 Beitrag von agape » 05.08.2009, 15:48

_ hat geschrieben:
_ hat geschrieben:
na, da habe ich ja tatsächlich doch fast den wortlaut getroffen -- ohne ihn zu kennen. 8)
Wahrscheinlich auch ein visionärer Mitternachtstraum ;)
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
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42

#8 Beitrag von 42 » 05.08.2009, 19:19

agape hat geschrieben:Wahrscheinlich auch ein visionärer Mitternachtstraum ;)
Was meintest Du mit "auch" ?

filippo

#9 Beitrag von filippo » 05.08.2009, 21:35

Mir stellt sich hier gerade eine ganz andere Frage ... nämlich nicht:
Waren die Apostel getauft?

sondern:

brauchten sie die Taufe überhaupt?

Durch die Taufe wird man Christ und damit in die Nachfolge Christi berufen. Nun war er aber doch damals höchstpersönlich und ganz life und lebendig da und hat selber und persönlich in die Nachfolge gerufen. "Komm und folge mir nach" war sein Ruf. Wenn er doch persönlich zugegen war, wozu hätte es dann noch einer sakramentalen, also einer zeichenhaften Handlung bedurft, die das gegenwärtige Heilshandeln Gottes symbolisch vergegenwärtigt und erfahrbar machen soll, wenn er doch höchstpersönlich da war, und den Menschen in Wort und Tat (Krankenheilung, Totenerweckung etc.) Gottes Gegenwart gebracht hat?

Man mag mir den Vergleich verzeihen, vielleicht hinkt er auch, aber es hat für mich etwas von zwei Menschen die nebeneinander im Bistro sitzen und via Handy kommunizieren ....

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