Ist Gott ein Christ?

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evah pirazzi
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#31 Beitrag von evah pirazzi » 13.08.2009, 15:26

AP hat geschrieben:Gott weiß alles. Wer alles weiß, muss nichts glauben.
Wer also nichts glauben muss, kann kein Christ sein - das klingt einigermaßen logisch.

AP hat geschrieben:Wer nichts glaubt, ist Atheist. Also ist Gott Atheist.
Was natürlich Nonsens ist. Wenn Gott nicht an sich selber glauben würde, dann hätte keine Schöpfung und ebensowenig die Menschwerdung seines Sohnes stattgefunden.

AP hat geschrieben:Wer die eigene Existenz leugnen kann, muss existieren: Gott ist!
Das klingt auch logisch, obwohl Gott seine Existenz niemals leugnen wird, es wäre schließlich eine Lüge und Gott kann nicht lügen, er ist kein Mensch.


Pritzebillys unlogische "Umkehrlogik":
Was aber ist mit denen, die ihre eigene Existenz nicht leugnen können, weil ihnen dazu sowohl die sprachlichen, als auch noch die intellektuellen Mittel fehlen? Die "müssen" dann ja wohl nicht existieren?!

lässt ein weibliches Denkmuster vermuten.
Ist Pritze etwa eine Frau?

:mrgreen:
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

Pritzebilsky

#32 Beitrag von Pritzebilsky » 13.08.2009, 19:10

Ich muss nochmal vom Thema abschweifen, um August Prolle zu antworten, verzeiht, werte Forengemeinde:

Prolle, du Ausätscher, zwar magst du mit deiner Logik nicht den kleinen, süßen, unschuldigen Lämmchen die Existenz absprechen, aber nun – zum Entsetzen aller Gläubigen – stellt deine Erläuterung deines logischen Gottesbeweises….Gott selbst in Frage.

Gott spricht:

Ich bin das A und das O (Offbg. 1;8 )

und Prolle spricht,
scham- und gottlos, von „..der Negation von A…“, nimmt ein ⌐ A an und begibt sich so in gefährliche Gottesleugnernähe. Auch dass irgendein B für A notwendig wäre, Gott also ohne irgendwelche Zusätze „nicht erfüllt sein“ könnte, widerspricht der Souveränität Gottes, ja ist reine Blasphemie. Oh, oh, oh!

Warum Prolle ab sofort für verregnete Tage verantwortlich ist

Wenn einer ’n Gottesbeweis bringt
Das Lied der Aussagenlogik singt
Und dabei dann glatt Gott verneint
Wen wunderts, dass der Himmel weint?


eva piranni zitiert meine „Umkehrlogik“. Seltsamerweise erwähnt sie dabei gerade nicht die herzigen, zuckersüßen, Rabähh-Racker, um die es mir ging und die doch bei den Damen sonst so viel Begeisterung auslösen:
Ist eva etwa ein Mann?

:wink:

Jetze mal ohne Flachs: So ganz ernst war die Umkehrlogik nicht gemeint, aber verkneifen konnt ich sie mir auch nicht. Prolle, solche listigen Gottesbeweise sind schon am Anfang am Ende, wenn, wie hier, das erst zu Beweisende (das Gott existiert) schon als seiend vorausgesetzt wird (Gott weiß alles).

Gaby

Re: JESUS GOTTES SOHN...?

#33 Beitrag von Gaby » 13.08.2009, 21:42

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Maximin hat geschrieben::) Meine liebe Gaby,
Du weißt, wie sehr ich Dich und Deine sachlichen und abgewogenen Beiträge schätze. In dieser Rubrik ging es ja ursprünglich um die Frage ob Gott (ein) Christ ist. Na gut. Wer so fragt, der wird seine Gründe haben. Als Christ habe ich meine Meinungen beigetragen.

In Deinem letzten Beitrag gehst Du nun einen Schritt weiter, wenn Du die Frage aufwirfst, ob Jesus von Nazareth ein oder der Sohn Gottes war. Neues Thema...?

In den amtlichen evangelischen Glaubenswelten polken einige evangelische Theologen, insbesondere aus Baden-Württemberg, schon seit längerer Zeit (wiedermal) an dem Verständnis des Nazareners herum. Da geht es insbesondere um die Frage nach der Notwendigkeit seines Blutopfers aus heutiger Sicht. Wat nu...?

Ich bin um Themen gewiss nicht verlegen. Was ist Dein Rat...?

Liebe Grüße vom Micha :wink: :wink:
Lieber Micha,

nun, ich habe ein zwiegespaltenes Gefühl, was das Thema "Sühneopfer/Blutopfer" betrifft.
Auch ich bin damit aufgewachsen, dass Gott dieses Sühneopfer so bestimmt hat, damit die Menschen mit ihm versöhnt werden.
Ich selbst habe mich allerdings mit zunehmendem Alter auch gefragt, warum Gott so ein Opfer überhaupt brauchte. Sich im Prinzip ja selbst geopfert hat, um sich somit selbst mit den Menschen zu versöhnen.
Nun, ich habe das trotzdem so akzeptiert.
Mittlerweile habe ich aber sehr viel darüber gelesen und habe mir auch viele Gedanken darüber gemacht.
Steht nicht schon im Alten Testament, dass Gott keine Opfer wollte?
(Gruß an Shalom :-) )
>>6Denn ich habe Lust an der Liebe, und nicht am Opfer, und an der Erkenntnis Gottes, und nicht am Brandopfer.<< Hosea 6
>>22Samuel aber sprach: Meinst du, daß der HERR Lust habe am Opfer und Brandopfer gleich wie am Gehorsam gegen die Stimme des HERRN? Siehe, Gehorsam ist besser denn Opfer, und Aufmerken besser denn das Fett von Widdern;<<Samuel 15


Warum sollte nun gerade ER darauf bestehen, dass wir nur durch den Kreuzestod Jesu mit ihm versöhnt werden können?

Im Neuen Testament stammt die erste eindeutige Stellen, die den Kreuzestod als MUSS verstehen lässt von Paulus im Römerbrief.

>>21Jetzt aber hat Gott eingegriffen und uns gezeigt, wie seine Gerechtigkeit aussieht, das heißt wie wir – unabhängig vom Gesetz – vor ihm bestehen können. So bezeugt es die Heilige Schrift. Gott spricht nämlich jeden von seiner Schuld frei und nimmt jeden an, der an Jesus Christus glaubt. Nur diese Gerechtigkeit lässt Gott gelten. Denn darin sind die Menschen gleich: Alle sind Sünder und haben nichts aufzuweisen, was Gott gefallen könnte. Aber was sich keiner verdienen kann, schenkt Gott in seiner Güte: Er nimmt uns an, weil Jesus Christus uns erlöst hat. Um unsere Schuld zu sühnen, hat Gott seinen Sohn am Kreuz für uns verbluten lassen. Das erkennen wir im Glauben, und darin zeigt sich, wie Gottes Gerechtigkeit aussieht.<< Römer 3

>>45 Selbst der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um anderen zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele Menschen hinzugeben.<< Markus 10



Das Markus Evangelium wurde später geschrieben, sowie auch z. Bsp. der Hebräerbrief, der etwa um die gleiche Zeit geschrieben wurde.

>>22Und es wird fast alles mit Blut gereinigt nach dem Gesetz; und ohne Blut vergießen geschieht keine Vergebung.<<

Diese Stelle bezieht sich übrigens auf 3. Mose 17,11 ... also bevor das mit der Barmherzigkeit kam.

Ist es nicht eher so, dass die Menschen dies Blutopfer brauchen um sich besser zu fühlen? Die Menschen haben schon immer ihre Götter versucht mit Opfern zu besänftigen wie uns die Geschichte lehrt.

Interessante Gedanken dazu hat m.E.
Klaus Berger

Und die Predigt von Eberhardt Gottsmann stellte ich ja schon oft ein

klick

fast ganz nach unten scrollen

Christkönigsfest
Thema: Verlangt Gott den Tod Jesu?
Lesg./Ev.: Lk 23, 35-43
gehalten am 22.11.1998
von E. Gottsmann, OStR

Alles in allem glaube ich heute, dass das Sühneopfer kein MUSS war ...
nur da Gott allwissend ist, mußte er schließlich schon vorher wissen, dass es mit dem sündlosen Leben Jesu nicht getan war ... weil wir Menschen halt so sind wie wir sind .... Menschen sind dazu fähig unschuldige Menschen zu töten ....

Liebe Grüße

Gaby

Adler

#34 Beitrag von Adler » 16.08.2009, 11:55

Liebe Fories,

ich habe zu dem Thema dieses Threads meine Sichtweise dargelegt und mit mir ein Teil der anderen User.

Ich glaube, dass die Frage ob Gott ein Christ ist, wohl nicht abschließend zu beantworten ist, auch ich habe keine Antwort auf diese Frage.

Was ich aber mit Sicherheit weiß, ist die Tatsache, dass Gott kein "Segensautomat" ist, wie es von der z.B. NAK, immer wieder gepredigt wird (so erlebt auch heute im NAK-GD).

Wer so etwas predigt, degradiert Gott zu einer Art "Getränke-/Segensautomat". Im übertragenen Sinn würde es, nach dieser Lehre bedeuten, dass ich in den "Segensautomaten" Gott, zunächst ein Opfer (i.d.R. ist hier vom sog "Zehnten" = Geldopfer die Rede) einbringen muss (zum Vergleich: in einen Getränkeautomaten muss ich Geld einwerfen) um dann Segen (zum Vergleich: eine Getränkedose/-flasche) als Gegenleistung zu empfangen.

Gott ist aber in der Vergabe seines Segens autonom! Er segnet wann und wen er will. Wir haben doch keinerlei Möglichkeit ihn in der Vergabe seines Segens zu beeinflussen. Weder mit einem Opfer noch mit sonstigen Gaben. Wir können lediglich durch ein intensives und ernsthaftes Gebet, ihn um seinen Segen bitten.

Das einzige WAHRE Opfer, welches wir Menschen unserem Gott darbringen können, ist m.M. nach, dass wir ihm unser ganzes Herz geben, ihm unser ganzes Leben anvertrauen.

Alle weiteren Gaben sind keine Opfer, welche Gott auch nicht braucht!

Mein Geld brauch nur die Organisation Kirche! Es ist somit kein Opfer, sondern lediglich Mittel zum Zweck - Kirchenbau und -unterhalt, Gehälter der Bezahl-AT etc.

Meine Zeit braucht nur mein Nächster. es ist keine Opfer wenn ich z.B. Kranke besuche usw., sondern die Erfüllung des Gebotes, meinen Nächsten zu lieben.

Einen gesegneten Sonntag

LG Adler

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#35 Beitrag von agape » 16.08.2009, 12:34

Adler hat geschrieben:
Ich glaube, dass die Frage ob Gott ein Christ ist, wohl nicht abschließend zu beantworten ist, auch ich habe keine Antwort auf diese Frage.
Lieber Adler,
ich denke, dies kann man schon beantworten.
Auch wenn man diese Fragestellung auf verschiedenen Ebenen (theologisch, ethisch, anthropologisch, Aussagen-logisch, etc.) rauf und runter diskutiert: "Gott ist kein Christ". Und ich denke, das ist auch sehr gut so und ich würde ganz sachte vermuten wollen, dass Jesus Christus auch ganz froh ist, dass sein "Vater im Himmel" kein Christ ist. ;)

Was ich aber mit Sicherheit weiß, ist die Tatsache, dass Gott kein "Segensautomat" ist, wie es von der z.B. NAK, immer wieder gepredigt wird (so erlebt auch heute im NAK-GD).
Das ist ganz sicher so. Und dem Rest stimme ich Dir gerne zu. ;)

Ebenfalls einen gesegneten Sonntag,
agape :)
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

autor

#36 Beitrag von autor » 16.08.2009, 13:10

Brav gesprochen, werte „agape“!

Natürlich muss ein Christ sagen, dass sein Gott einfach Gott ist, ohne irgendwelche Attribute. Doch wenn du schon das anthropologische Türchen aufschlägst, lass uns doch einmal in die Perspektive der „anderen“ hineindenken. Nehmen wir doch eine Begebenheit aus unserer schönen Heiligen Schrift.

„Baal erhöre uns!“ – bedeutet diese Anrufung nicht ebensoviel wie „Gott erhöre uns!“ Dem spottenden Elias fällt einiges mehr ein, womit er das Bild dieses „Götzen“, dieser fremden Gottheit, ausmalen kann: „Ruft eure Feldgötter! Ruft eure Berggötter!“ und: „Schläft er? Dichtet er? Oder ist er vielleicht über das Feld?“ Die Anrufung Elias’ lautet „Herr Gott Abrahams, Isaaks und Israels“.

Gott mit weitergehenden Bezeichnungen zu versehen, dient dazu, ihn von den anderen Göttern unterscheidbar zu machen. Diesen Aufwand muss ein einfach schlicht gläubiger nicht betreiben, er sagt einfach: „Gott“. Der, der sich da nicht mehr so sicher ist, sagt: „Der Gott der Regenwürmer kann nichts anderes sein als ein großer Regenwurm. Der Gott der Prärieindianer bejagt die ewigen Jagdründe und der Gott der Christen ist einem Christen so ähnlich, dass man beinahe sagen könnte, er sei ein Christ.

Freundliche Grüße,

a.
Zuletzt geändert von autor am 16.08.2009, 14:39, insgesamt 1-mal geändert.

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agape
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#37 Beitrag von agape » 16.08.2009, 14:12

Lieber Br. Autor,

ich setz mal zu Allem noch eins drauf:

Du schreibst (einerseits) ganz zu recht: "Diesen Aufwand muss ein einfach schlicht gläubiger nicht betreiben".

Schon. Andererseits aber ist es gerade der ganz besonders "schlicht Gläubige" , der diesen Aufwand für sich betreiben muss.

Du verstehst, was ich meine. ;)

Egal, welche Webseite oder Zeitung den afrik. Bischof Tutu zitiert hat: "Gott ist kein Christ" - sie alle haben in ihren Redaktionen von bes. christlichen Menschen eine Ohrfeige bekommen.
Das müssen sie sich wohl ab und zu gefallen lassen. ;)
Und es scheint auch so zu sein, dass zZ kein guter Boden für Aufklärung gegeben ist. Es ist "Spitz auf Knopf" - der cristl Fundamentalismus macht sich breit - leider.

Lieben Gruß,
agape
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Nach D.Sölle

Hannes

#38 Beitrag von Hannes » 16.08.2009, 17:37

Adler hat geschrieben: Was ich aber mit Sicherheit weiß, ist die Tatsache, dass Gott kein "Segensautomat" ist, wie es von der z.B. NAK, immer wieder gepredigt wird (so erlebt auch heute im NAK-GD).
Hallo Adler,

vielleicht ist aber Gott auch ein Segensautomat ... vorausgesetzt, man hat zum einen die passenden Münzen - zum anderen denke ich, daß wir keine Ahnung haben, was Segen im Sinne Gottes bedeutet.

Zu den passenden Münzen: das müsste man halt mal ausprobieren, so wie es Christus immer wieder sagt. Vertrauen vorausgesetzt. Das Senfkorn-Beispiel steht ja noch immer im (christlichen) Raum, oder?

Wobei wir beim Segen im göttlichen Sinn sind: Vielleicht sind wir so sehr gesegnet und spüren es nicht mehr, weil wir die Werte verschoben haben bzw. blind und taub wurden für Werte im göttlichen Sinn. Weil sich da soviel Müll darauf abgelagert hat.

Komische Zeit ... :?

LG - Hannes

Anne

#39 Beitrag von Anne » 16.08.2009, 18:15

Hannes hat geschrieben:Wobei wir beim Segen im göttlichen Sinn sind: Vielleicht sind wir so sehr gesegnet und spüren es nicht mehr, weil wir die Werte verschoben haben bzw. blind und taub wurden für Werte im göttlichen Sinn. Weil sich da soviel Müll darauf abgelagert hat.
Hallo Hannes!

Das glaube ich auch. Und ich würde auch ganz vorsichtig meinen, dass es auf ein gewisses Gespür ankommt, worum wir Gott bitten dürfen, können... und das wäre aus meiner Sicht ursprünglicher.

Herzlichst
Anne

Nebenbei: Ich bräuchte mal wieder eine neue Signatur.

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