NAK NRW, Bezirksapostel Brinkmann: Kult-Urhauptstadt 2010 - neuapostolischer Kirchentag in Essen kommentiert von Shalom

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
Nachricht
Autor
Gaby

#31 Beitrag von Gaby » 28.12.2009, 11:48

Brauche ich einen sakralen, geheiligten Raum um Gott nahe sein zu können?
Geht es nicht mehr darum, dass Menschen zusammen sind, füreinander da sind? Erleben wir Gott nicht in unserm Gegenüber? Erleben wir Gott nicht in uns selbst?

Gottes Haus auf Erden ist nicht mit Menschenhänden zu bauen. All unsere Gotteshäuser – und seien sie noch so eindrucksvoll! – sind nur Abbilder des Zeltes, in dem Gott mit den Suchenden mitzieht, den Fragenden nachgeht und den Glaubenden den Weg weist – wie die Krippe, die an jedem Ort dieser Welt stehen kann. Das Wunder der Heiligen Nacht ist, dass Gott unter uns heimisch wird. Dass Gott unter uns wohnt, indem er für uns Wohnung schafft, lässt uns staunen, danken und von seiner Gnade singen. Aus diesem dankbaren Staunen heraus wollen wir sogar selbst für ihn zur Wohnung werden: „Eins aber, hoff ich, wirst du mir, / mein Heiland, nicht versagen: / dass ich dich möge für und für / in, bei und an mir tragen. / So lass mich doch dein Kripplein sein; / komm, komm und lege bei mir ein / dich und all deine Freuden” (EG 37,9).
klick

Wenn jetzt Kinder in einer Kirche im Sand buddeln, schließt das doch nicht aus, dass Gott in diesem Tun anwesend ist, oder?
Wenn in einer Kirche getanzt und gefeiert wird, schließt das doch nicht aus, dass Gott in diesen Momenten bei/in uns ist, oder?

Natürlich sitze ich besonders gern einmal in einer dieser alten katholischen Kirchen, geniesse es, dort einen Moment innehalten zu können ... in vielen eher "nüchtern" gehaltenen Kirchen ... ist dies nicht so reizvoll. Aber spüre ich Gott dort mehr als anderswo???

Anne fragt nun, was hat das dann noch mit Kirche zu tun?

Ist es nicht Sinn der Kirche, des Glaubens, den Menschen dort abzuholen wo er steht?
Hat Kirche nicht die Aufgabe auf die Menschen zuzugehen?
Oder erwartet "die Kirche", dass der Mensch auf sie zugeht?

Ich habe vor Jahren mal in einem Link gelesen, dass sich eine christliche Gemeinschaft auferlegt hatte, sich nur einmal in der Woche zu einem Gottesdienst in ihrer Kirche zu treffen, ansonsten sahen sie ihre Aufgabe darin, in der eigenen Stadt auf die Menschen zuzugehen, diesen zu helfen, für sie dazusein. Sie wollten sich nicht hinter ihren Kirchenmauern verstecken, sondern für andere Menschen dasein, ihnen dadurch das Evangelium vorleben. Diesen Gedankengängen konnte ich gut folgen.
Diese Zeit mit anderen Menschen verbringend würde mich Gott sicherlich mehr spüren lassen, als einer Predigt beizuwohnen, wo ich eventuell heimlich auf die Uhr schaue um zu sehen, ob ein Ende abzusehen ist ;-).
Natürlich gibt es auch Gottesdienste, bei denen man gern hätte, dieser Moment der Gemeinschaft möge nicht so schnell zu Ende gehen, das will ich damit auch gar nicht sagen.
Aber ich persönlich brauche kein sakrales, geheiligtes Gebäude für meinen Glauben an Gott.
Und mir ist eine Kirche, die Kinder im Sand buddeln läßt lieber, als eine Kirche, die in ihrer Liturgie erstickt.
Aber das ist nun einmal meine unkonventionelle Sicht dazu ;-)

Heute werde ich mit meiner family einen etwas größeren Spaziergang in der Winterlandschaft unternehmen, mit anschließend gemütlichem Beisammensein in einer Gaststätte, mit der Möglichkeit eine Wildfütterung zu beobachten. Auch in solchen Momenten wird mir immer sehr bewußt, dass Gott bei/mit uns Menschen ist, ganz gleich wo wir sind.

Hier setzt sich auch jemand mit diesem Thema auseinander:
klick

Schon Calvin schreibt zur Bedeutung der Kirchengebäude: "Dann müssen wir uns aber hüten, sie nicht etwa, wie man das vor einigen Jahrhunderten angefangen hat, für Gottes eigentliche Wohnstätten zu halten, in denen er sein Ohr näher zu uns kommen ließe; auch sollen wir ihnen nicht irgendeine verborgene Heiligkeit andichten, die unser Gebet bei Gott geheiligter machte".

shalom
Beiträge: 4295
Registriert: 11.12.2007, 16:41

#32 Beitrag von shalom » 28.12.2009, 12:25

Heinrich hat geschrieben: Dachten Sie an …..geschnackselt…
Werter Heinrich,

wenn überhaupt dann „baju-na-risch“ schon eher an geschnakselt (Wachstumsbeschleunigungsgeschwätz verängstigter Demografieapostel über ihren DNG) :wink:

Geschnakelt. …Das hat für mich etwas mit dem derzeit dominierend zentralisierten Naktionalismus zu tun. Es erinnert mich zum Teil auch an jene Plagen, welche den Fleischtopfsklaven letztendlich die Freiheit ermöglichten :wink: .

Typisch geschnakelt ist für mich z. B. [=>dies] oder auch [=>das]. Halt na-typische Sticheleien, denen man auch in der Öffentlichkeit kaum entgehen kann.

Welche neubabylonische Zeit auf der Kult-Uhr des Wirtschaftsapostelamtes mittlerweile geschlagen hat, wird an der glaubenskommerziellen Trimmung der NaK-NRW und deren Aktiengesellschaften deutlich. Nach der massiven öffentlichen NaK-NRW-Werbecampagne der Kult-Urapostel zur Dankabstattung via neuapostolischem Dankopferkult scheint der Fokus der Frühjahrsoffensive 2010 des Glaubenswirtschaftsapostels auf die NaK-NRW-KULT-(R)U(H)R gerichtet zu sein:

Die Hoffnung soll mehr werden - Online-Shop mit Produkten zu NAK.2010“ (NaK-NRW 22.12.2009 16:47 Uhr).

Soviel zur neuen sakaralen Kaffeefahrtenkultur zu neuapostolischen Eventkirchen.

Und…hat’s jetzt geschnakelt? :wink:

shalom

Heinrich

#33 Beitrag von Heinrich » 28.12.2009, 12:40

Und…hat’s jetzt geschnakelt?
Jawollja, werter Shalom.

Herr Brinkmann unter dem (Regen-)Schirm des Allerhöchsten – ein köstliches Bild.

Nur mal so am Rande: War das Dach dieser Kirche nicht ganz dicht ?

Schmunzelnde Grüße aus dem zur Zeit sonnigen Süden,
Heinrich

simpel

#34 Beitrag von simpel » 28.12.2009, 13:04

Schon Calvin schreibt zur Bedeutung der Kirchengebäude: "Dann müssen wir uns aber hüten, sie nicht etwa, wie man das vor einigen Jahrhunderten angefangen hat, für Gottes eigentliche Wohnstätten zu halten, in denen er sein Ohr näher zu uns kommen ließe; auch sollen wir ihnen nicht irgendeine verborgene Heiligkeit andichten, die unser Gebet bei Gott geheiligter machte".
Ach so, Calvin…
DER ist ganz sicher nicht mein Mann bezüglich meines Verständnisses von Kirche. Und ob andere Kirche zu was-auch-immer machen, ist mir vollkommen schnurz. Ich halte mich, mit Verlaub, an überlieferte Jesuworte: „Mein Haus soll ein Bethaus heißen; ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht.“ Und in der Konsequenz dessen ist er auch recht eindrücklich (wie sonst nicht) gegen den Zeitgeist vorgegangen.

Gott ist nicht das Kirchengebäude, ER wohnt auch nicht darinnen – SEIN Geist aber, und die Gebete der Gläubigen in diesem Raum über die Jahrhunderte hinweg, sind für mich aber allemal präsent und machen mich ganz still.
Dafür braucht man allerdings auch geeignete Antennen, die die Schwingungen hinter dem Profanen aufnehmen können.

Schon gut… :wink:

Anne

#35 Beitrag von Anne » 28.12.2009, 13:16

... oder Staubtücher und einen Besen ...

und dazu die Aufgabe, das Gebäude zu pflegen und zu erhalten, in Würdigung derer, die es unter einem besonderen Einsatz vor Jahrhunderten gebaut haben.

Und wenn da - während dieser sehr einfachen Beschäftigung - die Wände anfangen zu beben, weil die schweren Glocken läuten, dann spürt man auch etwas vom Sinn und Geist des Ortes.

Mehr später,
ich muss erstmal den Staub abschütteln :wink:,
Anne

simpel

#36 Beitrag von simpel » 28.12.2009, 13:30

... sozusagen wäre dies eine Form sakraler Erdung (oder widerspricht sich das?) :roll:

:wink:

shalom
Beiträge: 4295
Registriert: 11.12.2007, 16:41

#37 Beitrag von shalom » 28.12.2009, 13:43

Hannes hat geschrieben: …ein paar Fragen hätte ich dann doch: wenn Du einen Raum entheiligen kannst, wie heiligst Du, simpel (oder wer?), ihn dann? Wie geht das? Muss dieser Raum in vier Wände eingebettet sein? Dürfen diese Wände aus Sandstein sein? Muss der Sand dann mit einem Bindemittel verbunden sein um ihn Stabilität zu geben? Könnte es auch loser Sand sein (Sandburg)? Oder Eis, das sich auch sichtbar verändert?

Wenn ein (z.B. unsichtbares) Loch in der Wand eines sakralen Raumes wäre, und dieser Raum somit nicht abgeschlossen sondern unendlich groß wäre, würde dann bei einer Heiligung dieses Raumes dieses Loch zugeheiligt werden oder würde der gesamte Raum, sprich ein unendlicher Raum, geheiligt werden?

Ach ja: als Christus seine Feld- oder Bergpredigt gehalten hat, ...
Werter Hannes,

beim Lesen Ihres Postings musste ich u. a. an das Paradies als Ursakralkulturraum, die Vertreibung daraus in andere Kulturräume, an heilige Stätten, Höhlen und Büsche, alttestamentarische Kultstätten, Altäre, Bundesladen, Tempel, Synagogen…und an all die NaK-Kirchenräume (Zentralkirchen, Satellitenkirchen, Mietobjekte, Hotelkirchen, Hotelglaubenskonzilräume, Ämter- und Hinterzimmerkirchen, Gasthaus,- Kino,- Seniorenresidenz, - Openairkirchen und halt auch die vielen Afrikakirchen, die gemäß 5-Jahresplan budgetiert über 5 Jahre ohne Wellblechdächer ihr na-amtlich verordnetes Dasein zu fristen haben) denken :wink: .

Da treibt die NaK-Kultapostel von heute in ihrem Ruhrie-Stammland 2010 ganz andere Sorgen um :mrgreen: .

Die NaC-USA sieht ihr statisches Kult-Heil z. B. in der Werbung für [=>PILLARS], die das Dach der Kirche zu tragen hätten.

Und ich meine bei sakralen Gebäuden (Immobilien) oder Orten ist es ähnlich wie bei Gefäßen, von denen überlieferte Jesulehre die Wichtigkeit der „inneren Reinheit“ anspricht (und damit meine ich nicht die Effizienz des Putzschwestern unter na-amtlichen Kommando beim Reinemachen) :wink: .

Beim Denken an na-amtliche GlaubensKultur betrete ich in NRW einen Raum ohne Dach (dafür mit Schüssel und Emblem), wo ein glaubensgeschäftstüchtiger Wirtschaftsapostel mit aufgespanntem Werbeschirm vor seinem kokelnden F&A-Scheiterhaufen schwadroniert, etwas von den Aussichten der neuapostolischen Werbebranche für 2010 faselt: „Die Hoffnung soll mehr werden - Online-Shop mit Produkten zu NAK.2010“ (NaK-NRW 22.12.2009 16:47 Uhr) und lächelnd die Verspätung seines neuen Image-Glaubens (DNG / DVD) bekannt gibt, was auch die Ökumene nach hinten schiebt… .

Motto: Lebermann und die Brandstifter.

Was ergibt siebenmal sieben? – Feinen Sand :wink: .

shalöm

Benutzeravatar
evah pirazzi
Beiträge: 1076
Registriert: 25.11.2007, 01:01
Wohnort: Niedersachsen

#38 Beitrag von evah pirazzi » 28.12.2009, 17:47

shalom hat geschrieben: ...wo ein glaubensgeschäftstüchtiger Wirtschaftsapostel mit aufgespanntem Werbeschirm vor seinem kokelnden F&A-Scheiterhaufen schwadroniert...

Motto: Lebermann und die Brandstifter.
  • :lol:

    Das wäre doch die richtige Überschrift für ein Theaterstück im Rahmen des Projektes "leere Kirchen für Künstler".

    Natürlich mit unserem im Moment "nichtsovieldenkendemsondernmehrliebendem" Hannesbeuy in der Regie ("Es geht mir um Kunst und (neue) Bilder, die möglicherweise helfen, eine spirituelle Ebene bei den Menschen spürbar werden zu lassen") und shalom als Drehbuchautor.

    :wink:
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

Knodel

#39 Beitrag von Knodel » 28.12.2009, 21:20

Gaby schrieb:
Brauche ich einen sakralen, geheiligten Raum um Gott nahe sein zu können?
Geht es nicht mehr darum, dass Menschen zusammen sind, füreinander da sind? Erleben wir Gott nicht in unserm Gegenüber? Erleben wir Gott nicht in uns selbst?
Diese Frage habe ich mir auch heute gestellt, als ein alter Mann in einem sehr überfüllten Raum zusammenbrach und die Dame neben mir lautstark das wundervoll kustvolle Ambiente des Raumes pries. Da sie das fast 30 Minuten lang tat, war es für mich eine echte Kunst, nicht ausfällig zu werden.
Man möge mir nachsehen, ich habe auch schon vor der Mona Lisa gestanden und fand das Bild abscheulich. Christos habe ich als Spinner bezeichnet und ich schlafe über jedem Gedichtband garantiert ein. Das ist auch Kunst.
:wink:

Verzeihung, aber ich bin einfach von den vorweichnachtlichen Damenkaffekränzchen und diversen Weichnachtsfeiern von Kulturvereinen etwas geschädigt. Zu viel schlechte Gedichte und Kunst......
Das Geld für den Schulverein musste aber bei.

simpel

#40 Beitrag von simpel » 29.12.2009, 10:06

Knodel hat geschrieben:Man möge mir nachsehen, ich habe auch schon vor der Mona Lisa gestanden und fand das Bild abscheulich. Christos habe ich als Spinner bezeichnet und ich schlafe über jedem Gedichtband garantiert ein. Das ist auch Kunst.
:wink:
:lol: Liebliches Knodel,

komm, lass uns doch mal über diesen Satz meditieren: „Ein leeres Zimmer sollte reserviert bleiben für die Spezialisierung und Stabilisierung in der Atmosphäre seines leeren Volumens der immateriellen malerischen Sensibilität.“ (Yves Klein) :wink:

Ja, da guckste, gelle? Und wir können noch ganz anders! Irgendwann wirst du die Mona Lisa lieben. Versprochen! :lol:

Hannes, verzeih bitte... :oops:

Zurück zu „NAK - Neuapostolische Kirche“