Apostel im Wandel (NRW-Worksoap)

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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tergram

#41 Beitrag von tergram » 08.10.2009, 22:04

FuA hat geschrieben:...gemäß vorliegender göttlicher Zeugnisse vom Apostel unter Hinzuziehung verantwortlicher Amtsbrüder zu einem Amt erwählt, ...
Es soll sich immerhin um vorlegbare Zeugnisse handeln - nicht um Wunschdenken, wirre Träume, Erscheinungen aller Art oder sonstige Produkte lebhafter Phantasie.
  • Hat je jemand irgendein vorlegbares göttliches Zeugnis gesehen?
    Wie hätte man sich ein göttliches Zeugnis vorzustellen? (email, Fax...)
Na also: Das Ganze ist Unsinn, fauler Zauber, ein hübscher Taschenspielertrick für's staunende Glaubensvolk.

Dieter hat geschrieben:...Oder bin ich nicht der Einzige gewesen, der sowas geglaubt hat?
Nein, warst du nicht. *tröst* Ich habe mir das göttliche Selektionsverfahren ähnlich vorgestellt. Es wurde ja auch immer ein großes Geheimnis darum gemacht. Auf Nachfrage hörten wir in der Jugendstunde, dass diese göttlichen Erwählungen bedeutsame Ereignisse seien, zu denen nur wenige ATs jemals Zutritt hätten - ähnlich, wie seinerzeit das sogenannte Allerheiligste im Tempel, das nur dem Hohepriester zu besonderen Feiertagen zugänglich war, während das Volk draussen in der Vorhalle wartete.

Gräme dich also nicht. Inzwischen sind wir ja in der Erkenntnis gewachsen und sehen diese Dinge als das, was sie schon immer waren: Personalentscheidungen. Mal gute, mal schlechte.

Dieter

#42 Beitrag von Dieter » 09.10.2009, 08:42

tergram hat geschrieben: Auf Nachfrage hörten wir in der Jugendstunde, dass diese göttlichen Erwählungen bedeutsame Ereignisse seien, zu denen nur wenige ATs jemals Zutritt hätten - ähnlich, wie seinerzeit das sogenannte Allerheiligste im Tempel, das nur dem Hohepriester zu besonderen Feiertagen zugänglich war, während das Volk draussen in der Vorhalle wartete.
Na, da bin ich ja beruhigt. Und ich dachte schon, entweder hätte man nur hier solchen Unfug erzählt oder noch schlimmer, ich hätte die Worte vom Altar gar falsch verstanden. Na ja, wäre auch kein Wunder. Schließlich gab es ja immer nur die rechte Augensalbe. Für die Ohren gab es nie was.
Aber es wird mir auch langsam klarer. Die Augensalbe war für das Aufschauen gedacht. Hätte man Ohrensalbe bekommen, hätte man den Unfug vielleicht schon eher als solchen erkannt...

Brombär
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#43 Beitrag von Brombär » 09.10.2009, 10:26

Dieter schrieb :

Für die Ohren gab es nie was.

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Höchstens was auf die Ohren :lol:
Das ist unsere Berufung, dass einer dem anderen Rast biete, auf dem Weg zum ewigen Haus.

Maximin

NICHT AUFGEPASST...!

#44 Beitrag von Maximin » 09.10.2009, 11:03

:) ... na ja: Hinweise auf die Briefe an die 7 Gemeinde in der hl. Offenbarung gab es schon. Da steht u. a. wiederholt aufgeschrieben: Wer Ohren hat der höre, was der Geist den Gemeinden sagt... Mein lieber Brombär ich schäme mich! :oops: Kannst Du vergeben...?
LG vom Micha :wink:

Dieter

#45 Beitrag von Dieter » 09.10.2009, 11:32

Micha, das fordert dann aber auch dazu auf, das Gehörte zu prüfen. Und hier wurde uns allen - und es ist eben leider kein bedauerlicher Einzelfall - mit mehr oder weniger nachdrücklichen Worten gesagt, alles als aus dem Heiligen Geist kommend zu glauben. Andere Ansichten waren verpönt, Kritik wurde mit der Sünde wider den Heiligen Geist in Verbindung gebracht. Welches Kind, welcher Jugendliche, der in so einem Umfeld aufwächst, traut sich dann noch, eigenständiges Denken zu entwickeln. Zumal ja immer noch das elterliche Umfeld mit zu berücksichtigen war. Ich hätte mir nie getraut zu sagen: Heute bleibe ich daheim anstelle in den Gottesdienst zu gehen. Zum einen wäre es der ständig angedrohte Segensverlust und damit verbunden die Verdammnis gewesen (ein versäumter Gottesdienst kann nicht nachgeholt werden) und zum anderen die erzieherischen Maßnahmen, die wohl nicht ausgeblieben wären.
Und ich erinnere mich in diesem Zusammenhang immer an das Beispiel, daß eine Glaubenschwester einmal Stammapostel Schmidt gefragt haben soll, ob es nicht reiche, sonntags einmal in den Gottesdienst zu gehen. Und seine Antwort war, daß es sicher reiche, um am Tag des Herrn nicht mitgenommen zu werden. Nun ja, vermutlich hat die KL heute die Hoffnung auf ein Angenommenwerden dann seit einigen Jahren begraben. Oder Gott hat mal wieder - für alle unverständlich - seinen Plan geändert. Denn auch Stammapostel Schmidt konnte sich ja nicht geirrt haben.
Mannomannomann. Jetzt brauch ich erst mal wieder eine Auszeit...

Maximin

AM LIEBSTEN WEGRENNEN...!

#46 Beitrag von Maximin » 09.10.2009, 12:12

Mein lieber Dieter,
das ging Dir wohl mächtig unter die Haut! Glaubst Du wirklich, dass es mir in diesen Zeiten wesentlich anders ergangen ist als Dir und vielen anderen, die im GD ihre Augen gesenkt, ihre Ohren am liebsten zugestopft und viele Male am liebsten rausgerannt wären? Hier haben sich m. E. einige gefunden, die mit den Spätfolgen der Indoktrination dieser Sonderkirche bis heute eben noch nicht endgültig fertiggeworden sind. Ich meine, wie wären anderenfalls die in unserem Forum momentan überbordende Nachrichtenschwemme über die aktuellen Entwicklungen in der NAK erklärbar? Da steckt doch häufig nur vordergründig Satire drin... :oops:

Wir haben über dieses Forum die Absicht geschrieben, miteinander in versöhnter Verschiedenheit umgehen zu wollen. Toleranz kann einerseits Nerven kosten. Andererseits sollte sie aber auch nicht überstrapaziert werden. Von keine Seite... :roll:

In Offenbarung 2, 11 steht folgendes: „Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen....“

Weißt Du, Dieter, wer diesen Kirchenbetrieb nicht überwunden hat, der hat keine Ahnung davon was das für eine Kraftanstrengung bedeutet. Wer ihn aber überwunden hat, der weiß, was Freiheit ist und dass sich darin niemand zu fürchten braucht. Mein Erlebnis- und Erkenntnisstand.
LG vom Micha + + +

Dieter

#47 Beitrag von Dieter » 09.10.2009, 12:54

Mein lieber Micha,

zur Zeit kämpfe ich wieder verstärkt darum, daß die NAK aus mir austritt. Nicht, daß ich mich in meiner Entscheidung verunsichert fühlen würde, auf gar keinen Fall. Es ging mir seelisch noch nie besser als heute. Trotzdem lässt sie einen nicht los. Man ist gefangen in einem Netz von Konditionierungen und Beziehungen, die man nicht ablegt und sich neuen Ufern zuwendet. Das kann man dann, wenn einem die ganze Sache nie etwas bedeutet hat.

Auch ich habe diese Ahnung, daß viel hier versprühte Satire aus einer noch nicht ganz bewältigten Vergangenheit herrührt, wiewohl man in sich nicht mehr in dieser aufhält.

Aber sind diese ganze Foren, die es von GuK bis hin zu Quo Vadis gibt, nicht für viele ein Versuch, ihre Vergangenheit zu bewältigen und abzulegen? Ein Versuch, Gleichgesinnte zu finden und sich mit ihnen über die Fragen auszutauschen, die keiner aus der KL, egal welcher Hierarchiestufe, zu beantworten vermag?

Und wenn man dann mal wieder feststellt, um wieviel Lebenszeit man betrogen worden ist, kann dann nicht auch mal Frust hochkommen? Vor kurzem kam eine Sendung über die 70er-Jahre. Und es wurde die Frage gestellt, an was man sich erinnert in dieser Zeit. Weißt Du, an was ich mich erinnere? An beschnittene Freiheiten eines Jugendlichen, an endlose Gottesdienste, an diverse Jugendwanderungen (bei denen Fußballspielen oder harmlose Sketche den Gipfel der Verruchtheit darstellten). Ok, damals war ich entsprechend konditioniert und habe es vielleicht gar nicht so einschränkend empfunden. Aber heute im Zurückschauen, könnte ich manches Mal nur k..... wenn ich daran denke, daß mir im Prinzip die Zeit im Leben gestohlen wurde, die als die Jugendzeit die unbeschwerteste und fröhlichste Zeit sein sollte. Als Ausgleich war ich gefangen in unbeschreiblichen Ängsten und Zwängen. Und habe das, was man Leben nennt, nicht kennengelernt. Da trauert man manchmal schon. Denn auch wenn man heute eine andere Sichtweise hat, die Zeit ist vorüber und lässt sich nicht wiederholen. Und dann hört man dann im Nachhinein von Gebötlein und vom Freigrasen eines Weges und daß doch alles gar nicht so war und nur in der Überinterpretation einiger weniger begründet liege. Schönrednerei ist das. Und eine nochmalige Lüge um die alten zu vertuschen.

Nee, ich schalte jetzt für heute wirklich den Computer ab, denn sonst kommt mir die Galle hoch.
Dieter

Hannes

#48 Beitrag von Hannes » 09.10.2009, 12:58

Dieter hat geschrieben:Micha, das fordert dann aber auch dazu auf, das Gehörte zu prüfen. Und hier wurde uns allen - und es ist eben leider kein bedauerlicher Einzelfall - mit mehr oder weniger nachdrücklichen Worten gesagt, alles als aus dem Heiligen Geist kommend zu glauben. Andere Ansichten waren verpönt, Kritik wurde mit der Sünde wider den Heiligen Geist in Verbindung gebracht. Welches Kind, welcher Jugendliche, der in so einem Umfeld aufwächst, traut sich dann noch, eigenständiges Denken zu entwickeln. Zumal ja immer noch das elterliche Umfeld mit zu berücksichtigen war. Ich hätte mir nie getraut zu sagen: Heute bleibe ich daheim anstelle in den Gottesdienst zu gehen. Zum einen wäre es der ständig angedrohte Segensverlust und damit verbunden die Verdammnis gewesen (ein versäumter Gottesdienst kann nicht nachgeholt werden) und zum anderen die erzieherischen Maßnahmen, die wohl nicht ausgeblieben wären.
Und ich erinnere mich in diesem Zusammenhang immer an das Beispiel, daß eine Glaubenschwester einmal Stammapostel Schmidt gefragt haben soll, ob es nicht reiche, sonntags einmal in den Gottesdienst zu gehen. Und seine Antwort war, daß es sicher reiche, um am Tag des Herrn nicht mitgenommen zu werden. Nun ja, vermutlich hat die KL heute die Hoffnung auf ein Angenommenwerden dann seit einigen Jahren begraben. Oder Gott hat mal wieder - für alle unverständlich - seinen Plan geändert. Denn auch Stammapostel Schmidt konnte sich ja nicht geirrt haben.
Mannomannomann. Jetzt brauch ich erst mal wieder eine Auszeit...

:arrow: :!: ... verstehe und kenne ich gut! Und ich weiss auch um die weiten und mühsamen Wege, die zurückzulegen sind, wenn man sich aus diesen Fängen und Gedankennetzen befreien will ... das ist oft brutal! Und wenn ich dann noch die Erklärungs- und Beschwichtigungsversuche einiger Funktionäre oder Aktiven höre, dann wirds richtig hart ...

Glück auf! Hannes

42

#49 Beitrag von 42 » 09.10.2009, 14:27

Und wenn man dann mal wieder feststellt, um wieviel Lebenszeit man betrogen worden ist, kann dann nicht auch mal Frust hochkommen?
Ja, aber eben nur dann, wenn man das als "Betrug an der Lebenszeit" empfindet. Wenn man gelassener damit umgeht, dann braucht man sich darueber nicht mehr solche Gedanken machen.

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evah pirazzi
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Re: AM LIEBSTEN WEGRENNEN...!

#50 Beitrag von evah pirazzi » 09.10.2009, 15:33

Maximin hat geschrieben:...Ich meine, wie wären anderenfalls die in unserem Forum momentan überbordende Nachrichtenschwemme über die aktuellen Entwicklungen in der NAK erklärbar? Da steckt doch häufig nur vordergründig Satire drin... :oops:

Wir haben über dieses Forum die Absicht geschrieben, miteinander in versöhnter Verschiedenheit umgehen zu wollen. Toleranz kann einerseits Nerven kosten. Andererseits sollte sie aber auch nicht überstrapaziert werden. Von keine Seite... :roll:
Maximin,

was sollen diese augenrollenden Andeutungen? Wer überstrapaziert hier wen? Wenn es sein muss, sag klar (z.B. auch per PN), was du sagen willst, aber mit nebulösen Andeutungen, die versteckte Vorwürfe enthalten, kann ich persönlich gar nichts anfangen.

Und unter uns Pastorenkindern: Nachrichten kann es eigentlich nicht genug geben, wer will schon dumm sterben? Es gibt schließlich die Möglichkeit zu filtern, was einen interessiert und was nicht. Ansonsten ist mir Satire allemal lieber als beispielsweise Humorlosigkeit!

Nix für ungut.

:wink:
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

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