Wo finde ich die "richtige" Kirche?

Für Zweifler und andere gute Christen
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Lukullus

#11 Beitrag von Lukullus » 04.12.2007, 12:32

Mir stellt sich immer die Frage, ob es denn genügt, auf den Namen Jesus Christus getauft zu sein und dann auf den Empfang/Genuss der Sakramente für den Seelenleib verzichten zu können.

Falls ich zu der Überzeugung komme, dass Sakramente für mein seelisches Überleben erforderlich sind, geht kein Weg an der Kirche - welcher auch immer - vorbei.

Vermutet Lukullus

filippo

#12 Beitrag von filippo » 04.12.2007, 12:50

Ich denke auch, das, wenn man sich "für" Kirche entscheidet, die Frage weniger sein sollte, wo finde ich "die richtige" Kirche, sondern die "für mich" richtige Kirche. Welche Kirche bietet mir den für mich richtigen Weg auf meiner spirtituellen Entwicklung und auf meiner persönlichen Gottessuche, wo fühle ich mich dabei richtig ... so nach dem Motto, viele Wege führen nach Rom, aber für einen muß ich mich entscheiden, um irgendwann dort anzukommen ......
Ich sehe es auch so, daß Gott keine Kirche schaffen wollte, sondern uns in seinem Sohn einen Weg zeigen wollte. Ihn gilt es zu sehen und zu suchen.

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Loreley 61
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#13 Beitrag von Loreley 61 » 04.12.2007, 13:07

Hallo tergram und alle anderen,

eigentlich denke ich wie tergram auch. Nicht Jesus hat eine Kirche gegründet, sondern wohl eher Paulus. Aber: In der Bibel steht auch, dass der Glaube aus der Predigt kommt. Des Weiteren steht dort, dass man alles prüfen soll und das Gute (Richtige?) behalten. Stammt das nicht auch von Paulus? Jedenfalls hat der liebe Mann gut reden, woher soll ich denn wissen, was an einer Predigt gut und richtig ist und was eventuell falsch? Ich muß gestehen, ich habe fast 40 Jahre alles unreflektiert geglaubt was gepredigt wurde. Nie habe ich während dieser Zeit auch nur ansatzweise erkannt, dass nicht alles "Gottes Wort" war, was vom Altar gepredigt wurde. Dazu mußte ich erst erkranken. Wo ist die Gebrauchsanweisung für eine Beurteilung von Predigten? Manches kann ich an der Bibel überprüfen, aber längst nicht alles. Wo ist der hl. Geist, der mir mitteilt, welcher Anteil einer Predigt gut und richtig ist und welcher nicht?

Es gäbe noch die Möglichkeit, mir verschiedene Predigten in immer unterschiedlichen Gemeinschaften/Kirchen anzuhören. Vielleicht ein Weg???? Es ist jedenfalls gar nicht so leicht, wenn man es zukünftig besser und richtiger machen will, als in der Vergangenheit. Ich meine das jetzt nur auf mich selbst bezogen.


LG, Lory

Gaby

#14 Beitrag von Gaby » 04.12.2007, 13:21

Hallo Lukullus,

darf man nur zum Abendmahl gehen, wenn man Kirchenmitglied ist?

Zumindest hier in der Lutherischen Kirche wird niemandem die Teilnahme verweigert, wenn er/sie der Gemeinde nicht angehört.

Hier habe ich eine (wie ich finde) sehr gute Auseinandersetzung mit dem Thema Abendmahl und Sündenvergebung gefunden.

Abendmahl

Ich für mich trenne die Sündenvergebung vom Abendmahl und glaube auch nicht, dass es einen irdischen Stellvertreter braucht, der mir im Namen Gottes die Sünden vergibt.

Dies ist eine Sache zwischen mir und Gott, da hat niemand zwischen Platz.

Ein Amtsträger kann mir nach meinem Verständnis nur zusichern, dass Gott mir vergibt, wenn ich ehrlich bereue und das Opfer Jesu für mich in Anspruch annehme.

Liebe Grüße

Gaby

Lukullus

#15 Beitrag von Lukullus » 04.12.2007, 14:03

Hallo Gaby,

mir geht es darum, ob es Abendmahl, Taufe und all die anderen Sakramente überhaupt ohne Kirche gebe - unbesehen von irgend einer Mitgliedschaft.
Ich frage mich, ob ich mir selbst genug sein kann, um Gott erfahren zu können oder ob ich da nicht jemanden brauche, der mir im Sinne Jesu Hilfestellung gibt.
Weitergehend könnte man dann fragen, ob Sakramente überhaupt nötig sind.

Reicht denn nur der Glaube an den dreifältigen Gott?

Ratlos: Lukullus.

tergram

#16 Beitrag von tergram » 04.12.2007, 14:06

Loreley 61 hat geschrieben:Wo ist der hl. Geist, der mir mitteilt, welcher Anteil einer Predigt gut und richtig ist und welcher nicht?


In dir. Wo sonst?

Vertrau dir selbst, deinem Herzen, deiner Seele. Du spürst, wo es für dich richtig ist und was für dich richtig ist. Probier es aus, ganz ohne Zwang und lass dir viel Zeit. Es gibt keinen Grund zur Eile. Irgendwann wirst du ein neues geistliches Zuhause gefunden haben. Und dann ist alles "richtig".

Dieter

#17 Beitrag von Dieter » 04.12.2007, 14:13

Amen!

Obelix

#18 Beitrag von Obelix » 04.12.2007, 15:10

[quote="Gaby"]Hallo Lukullus,
darf man nur zum Abendmahl gehen, wenn man Kirchenmitglied ist?


In der NAK darf man eigentlich erst zum Abendmahl, wenn man in die Gemeinde aufgenommen ist. Ich habe es aber noch nicht erlebt, daß Gästen dies verwehrt worden wäre, im Gegenteil.

Gaby

#19 Beitrag von Gaby » 04.12.2007, 15:21

DER BRIEF DES PAULUS AN DIE RÖMER Kapitel 2

>>11Denn aes ist kein Ansehen der Person vor Gott. 12Alle, die ohne Gesetz gesündigt haben, werden auch ohne Gesetz verlorengehen; und alle, die unter dem Gesetz gesündigt haben, werden durchs Gesetz verurteilt werden. 13Denn vor Gott sind nicht gerecht, die das Gesetz hören, sondern bdie das Gesetz tun, werden gerecht sein. 14Denn wenn Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch cvon Natur tun, was das Gesetz fordert, so sind sie, obwohl sie das Gesetz nicht haben, sich selbst Gesetz. 15Sie beweisen damit, daß in ihr Herz geschrieben ist, was das Gesetz fordert, zumal ihr Gewissen es ihnen bezeugt, dazu auch die Gedanken, die einander anklagen oder auch entschuldigen d- 16an dem Tag, ean dem Gott das Verborgene der Menschen durch Christus Jesus richten wird, wie es mein Evangelium bezeugt. <<

Lieber Lukullus,

ich persönlich halte Kirche nicht für unnötig.
Für viele Menschen ist sie eine Art Gerüst, das ihnen hilft, ihren Glauben zu leben.
Und ob ich ohne die Institution Kirche zum Glauben gefunden hätte?
Nun vielleicht nicht zum christlichen Glauben, aber da ich trotz all meiner Zweifel an den Kircheninstitutionen noch niemals an Gott gezweifelt habe, denke ich doch, dass meine Verbindung zu Gott auch ohne Kirche dagewesen wäre. Siehe obiges Bibelzitat.
Ich bin davon überzeugt, dass in jedem Menschen so eine Art >>Kompass<< ist (oder eben der Heilige Geist ;) ), der den Menschen seinen Weg mit Gott zeigt. Manchmal wird dieser Kompass vielleicht durch etwas was im Leben so passiert >>irritiert<< und man findet den Weg zu Gott nicht mehr so recht. Es ist eine Mauer da.

Und da kommt für mich die Kirche ins Spiel.

Paulus nannte die Aufgabe eines Jüngers/Apostels >>Gehilfe zum Glauben<< zu sein.
Nicht >>Herrscher der Gläubigen<< - da ist in einigen Kirchen wohl seitdem m.E. einiges schief gelaufen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich davon überzeugt bin, dass >>Nicht-Christ sein<< nicht automatisch bedeutet auf ewig verdammt zu sein.

Ich glaube, dass letztlich niemand an Jesus Christus vorbeikommt - aber ob nicht doch noch jeder eine Chance bekommt (auch wenn er/sie nicht christlich getauft ist), sich für GOTT entscheiden zu können, oder auch nicht, kann letztlich niemand 100% sagen, will er nicht in die Souveränität Gottes eingreifen.

Nun, mein Glaube ist wohl etwas unkonventionell und deshalb habe ich halt Probleme mit einigen Aussagen der Kirchen.

Was nicht bedeutet, ich würde mir wünschen es gäbe keine.

Kirche ist für mich lediglich nicht heilsnotwendig.

Liebe Grüße

Gaby

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Loreley 61
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#20 Beitrag von Loreley 61 » 04.12.2007, 17:42

Hallo zusammen,

bevor ich morgen früh wegfahre, wollte ich noch kurz was hierzu schreiben. Ich habe mir eure Antworten hier und im Nachbarforum gut durchgelesen und es ist wohl so: Die "richtige" Kirche gibts nicht. Es war wesentlich einfacher, als ich noch glaubte, es reicht aus, wenn man aus Gnaden erwählt, der "richtigen" Kirche angehört. Das war mehr als die halbe Miete. Sozusagen die Eintrittskarte fürs Himmelreich. Dieser Kirche mußte man nur treu bleiben und nichts konnte einem mehr passieren. So hatte ich es gelernt. Aber ich habe eingesehen, dass es so einfach nicht ist. Ich habe mich für den schwierigeren (?) Weg entschieden, auch wenn ich offiziell evangelisch bin. Keine Konfessionszugehörigkeit bietet eine Garantie. Jeder muß für sich den Weg finden. Auf der anderen Seite ist es ja auch ganz gut, wenn "viele Wege nach Rom führen". Ich werde also nicht nur evangelische GD besuchen und ansonsten bleibt noch der ständige Versuch irgendwie den christl. Glauben zu leben, obwohl wir da wohl sehr oft scheitern und unsere Fehler wiederholen werden.

LG, Lory

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