2. Ökumenischer Kirchentag - 12.-16. Mai 2010 in München

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Andreas Ponto
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Re: 2. Ökumenischer Kirchentag - 12.-16. Mai 2010 in München

#171 Beitrag von Andreas Ponto » 26.05.2010, 15:15

Ich bin überzeugt, dass ein wesentlicher Schritt in der Überwindung von "Bekenntnis"-Grenzen hin zur Einheit der Christen darin liegt, dass die Gläubigen mit den Füssen abstimmen und sich in Gemeinschaftsmahl, Gedächtnismahl, Abendmahl, Eucharistie nicht trennen lassen.

Der Gläubige empfängt, was er glaubt. Auch darin.

Und darum ist es völlig uninteressant, was die Monopol-Deuter welcher couleur auch immer deuten. Es kann höchstens eine Orientierungshilfe für den Suchenden sein, aber niemals eine Beschränkung für den Gläubigen.

Christus hat hier die absolute und ausschliessliche Hoheit zu geben.
Der jeweilige Diener teilt lediglich aus. Und wenn er selbst glaubt, bekommt er sogar auch noch was ab.

Cemper

Re: 2. Ökumenischer Kirchentag - 12.-16. Mai 2010 in München

#172 Beitrag von Cemper » 26.05.2010, 16:55

centaurea -

zu Ihrem ersten Absatz: Ich glaube nicht an eine Abstimmung "mit Füßen". Aber: Es ist egal, was was ich glaube; es ist auch egal, von welcher Entwicklung Sie überzeugt sind. Entscheidend sind hier die empirischen Befunde. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es diese oder jene Entwicklungen geben wird. Die Entwicklungen können durch Bildungspolitik und dadurch ausgelöste Bildungsprozesse - speziell Religionspädagogik - beeinflusst werden. Aber es bleibt wohl unklar, wie groß der tatsächliche Einfluss ist. In der ehemaligen DDR sind nur noch wenige Menschen kirchlich gebunden. Wie wird das in 50 Jahren sein? In Amsterdam sind weniger als fünf Prozent der Einwohner kirchlich gebunden. Welche Entwicklungen wird es dort geben? Wie werden die Entwicklungen in Skandinavien, Frankreich, Italien und Spanien sein? In den Niederlanden? In Belgien? In den Ostkirchen?

Ich bin oft in einer Großstadt und wohne dort in einer Gegend, in der fußläufig erreichbar (15 Minuten von einem Ende zum anderen) ungefähr 12 Kirchen von sechs oder sieben oder gar acht Konfessionen sowie eine Synagoge und eine Moschee sind. Nach meinen Beobachtungen gehen die Kirchgänger in IHRE Kirche. Das ist ihnen auch wichtig. Meine Nachbarn haben einen katholischen Hauskreis. Manchmal bin ich abends in diesem Kreis. Religion und Kirche spielt dann kaum eine Rolle. Die Leute haben schlicht einen geselligen Abend. Keiner käme auf die Idee, einen evangelischen Zeitgenossen komisch anzuschauen. Der Umgang ist "total normal". Nur: Die Leute haben einen katholischen Hauskreis und gehen in ihre katholische Kirche. Und aus meiner evang. Kantorei geht auch keiner - von Ausnahmen abgesehen - in einen kath. Gottesdienst. Mir bekannte Baptisten, Adventisten und Mennoniten oder Menschen aus der Christengemeinde und der NAK gehen alle in IHRE Kirche. Da ist nix mit Abstimmungen der von Ihnen erwähnten Art ...

Ihr Satz "Christus hat hier die absolute und ausschliessliche Hoheit zu geben" ist "schön und gut. Aber was heißt das denn praktisch? Wie gibt Christus die Hoheit? Wie ist dieser Satz theologisch - speziell christologisch (also im Zusammenhang des Fachgebietes Christologie) - zu verstehen?

Die tatsächlichen Entwicklungen werden hier beobachtet:

http://www.sisr.org/
http://www.soziologie.de/index.php?id=346
http://dbs-lin.ruhr-uni-bochum.de/fg-re ... ticle_id=1

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agape
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Re: 2. Ökumenischer Kirchentag - 12.-16. Mai 2010 in München

#173 Beitrag von agape » 26.05.2010, 17:12

Und darum ist es völlig uninteressant, was die Monopol-Deuter welcher couleur auch immer deuten. Es kann höchstens eine Orientierungshilfe für den Suchenden sein, aber niemals eine Beschränkung für den Gläubigen.

Christus hat hier die absolute und ausschliessliche Hoheit zu geben.
Der jeweilige Diener teilt lediglich aus. Und wenn er selbst glaubt, bekommt er sogar auch noch was ab.
:- )




Verhalten gegen sündigende Brüder - Gemeinschaft in Jesu Namen


19Weiter sage ich euch: .....
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da bin ich mitten unter ihnen.
und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.



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Re: 2. Ökumenischer Kirchentag - 12.-16. Mai 2010 in München

#174 Beitrag von evah pirazzi » 26.05.2010, 17:16

Cemper hat geschrieben:...Wie wird das in 50 Jahren sein? ...Welche Entwicklungen wird es dort geben?
Vision 2060

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(Schrumpfsakrament nochmal!)
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

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Re: 2. Ökumenischer Kirchentag - 12.-16. Mai 2010 in München

#175 Beitrag von evah pirazzi » 26.05.2010, 20:32

Wie ich hörte, hat der Älteste i.R. Frank Preusse am 8. Mai einen Vortrag im Rahmen des Tages der offenen Tür in der Gemeinde Wunstorf gehalten, in dem er wohl eine aktuelle Bestandsaufnahme der NAK, speziell der NAK Niedersachsen, vorgenommen haben soll und sich auch ausführlich zur Ökumene und Exklusivität geäußert haben soll. Dieser Vortrag soll in den Bezirksämterkreisen der NAK Niedersachsen nicht nur Begeisterung hervorgerufen haben. :wink:

War jemand dabei oder hat Zugang zum Manuskript? Oder - was noch besser wäre - eine mail-Adresse von Frank Preusse, damit ich um ein Skript ersuchen kann?
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
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Re: 2. Ökumenischer Kirchentag - 12.-16. Mai 2010 in München

#176 Beitrag von Andreas Ponto » 26.05.2010, 20:50

Lieber Cemper,

Ihren Beobachtungen und Einschätzungen stimme ich voll zu. Ich habe die gleiche Ansicht dazu wie Sie.
Danke auch für die von Ihnen fein säuberlich aufgeführten Links. Die sind mir immer sehr wertvoll.

Aber ich habe mich wahrscheinlich missverständlich ausgedrückt. Mit meinem ersten Satz wollte ich nicht ausdrücken, dass das so ist oder wird, also dass das die Leute es so tun werden. Vielmehr wollte ich meiner Überzeugung Ausdruck verleihen, dass dieser Schritt ein notwendiger Schritt ist, wenn es denn etwas werden soll mit dem Rest an Christen.

Sie werden lachen (oder weinen), aber genau mit dieser von Ihnen angeführten Kirchenvielfalt und "jeder rennt in seine Kirche", wenn auch nur noch die letzten 5 Verbliebenen, habe ich mich in der letzten Woche beschäftigt. Es gibt ja diese unseligen (im wahrsten Sinne des Wortes) Kirchenschliessungsprogramme allerorten (Funktionäre nennen dies dann Zusammenlegung für lebenswerte Gemeinden, etc. pp.). Die Leute müssen also, wenn sie denn danach überhaupt noch wollen, x Kilometer weiter fahren, um ihre Kirche zu erreichen.
Ich nenne dies vertikale Zusammenlegung.

Warum gehen die Gläubigen nicht einfach um die Ecke und vollziehen somit eine von mir genannte horizontale Zusammenlegung, quer durch alle christlichen Gemeinden des Ortes?!

Sie tun es nicht. Das haben Sie gut beobachtet.

Aber warum fordern wir nicht dazu auf? Warum beobachten und kommentieren alle nur?
Wie wäre es mit Aufruf, Apell, ...?!?!

Also:
Ich rufe mit meinem von Ihnen kommentierten Satz zur horizontalen Vernetzung und Zusammenlegung der Kirchengemeinden vor Ort auf!

Um dieses möglich und denkbar zu machen sind die "Füsse" der Gläubigen notwendig, damit an den Spitzen der Vertikalen die Erkenntnis eines durch Gläubige geschaffenen Faktums (gemeinsames Abendmahl) im nachhinein, kirchenpolitisch legitimiert werden wird.

Nochmal:
Dazu rufe ich auf!

Cemper

Re: 2. Ökumenischer Kirchentag - 12.-16. Mai 2010 in München

#177 Beitrag von Cemper » 26.05.2010, 21:36

Werter centaurea -

rufen Sie auf! Und erlauben Sie mir die Frage: Wie wollen Sie das denn machen? Wollen Sie Anzeigen in Tageszeitungen oder Wochenzeitungen aufgeben? Wollen Sie Anzeigen in kirchlichen Zeitschriften und in theologischen Fachzeitschriften aufgeben? Wollen Sie in Straßen und auf Plätzen Plakate aufhängen? Wollen Sie sich in Köln oder München, Frankfurt oder Berlin in die Innenstadt oder in irgendwelchen Kleinstädten und Dörfern auf den Marktplatz stellen und per Megaphon Aufrufe unters Volk bringen? Wollen Sie Flugblätter vor Kirchentüren verteilen?

Rechnen Sie mal aus, wie viele Menschen Sie mit Ihren Aufrufen erreichen, wenn Sie sich in der zweiten Hälfte dieses Jahres nur noch darum kümmern. Und schätzen Sie mal, wie groß der Anteil der Menschen ist, die Ihrem Aufruf folgen.

Ich sage Ihnen mal, was Sie erreichen: Nichts.

Gute Nacht
Cemper
Zuletzt geändert von Cemper am 26.05.2010, 21:37, insgesamt 1-mal geändert.

Hannes

Re: 2. Ökumenischer Kirchentag - 12.-16. Mai 2010 in München

#178 Beitrag von Hannes » 26.05.2010, 21:37

evah, wennste ma ne mailadresse per pn schickst, dann kriechste den vortrach gemailt. morgen früh, ok ... nacht!

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Re: 2. Ökumenischer Kirchentag - 12.-16. Mai 2010 in München

#179 Beitrag von Andreas Ponto » 26.05.2010, 21:38

Wer hat gesagt, dass ich etwas erreiche?

Ich bin wieder mit Ihnen einig.

Und trotzdem werde ich das meine tun.

Gute Nacht
centaurea

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Re: 2. Ökumenischer Kirchentag - 12.-16. Mai 2010 in München

#180 Beitrag von August Prolle » 26.05.2010, 21:40

centaurea hat geschrieben:[...] Warum gehen die Gläubigen nicht einfach um die Ecke und vollziehen somit eine von mir genannte horizontale Zusammenlegung [...]

Nochmal:
Dazu rufe ich auf!
Aber Chefe, ich muss doch sehr bitten! :shock:

:mrgreen:

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