NAK in der DDR

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Loreley 61
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NAK in der DDR

#1 Beitrag von Loreley 61 » 11.04.2009, 10:59

In diesem neu erschienenen Buch findet sich auch ein Forschungsbericht von Olaf Wieland:


"In der Stille den Glaubensweg gehen- Die Neuapostolische Kirche in der DDR" ( S. 265-280 ) mit neuen Rechercheergebnissen.

http://quo-vadis-nak.foren-city.de/topi ... html#47953

Frohes Osterfest wünscht Lory

(Anmerkung: Dieser Beitrag wurde aus einem anderen Thread herausgelöst und verschoben. 11.04.2009, tergram)

Steppenwolf

#2 Beitrag von Steppenwolf » 11.04.2009, 19:23

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Zuletzt geändert von Steppenwolf am 21.04.2009, 09:43, insgesamt 1-mal geändert.

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Loreley 61
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#3 Beitrag von Loreley 61 » 11.04.2009, 22:05

hm.............vielleicht hat er sich da nur vertippt??? keine Ahnung - aber ich werde mich mal schlau machen. :wink:

LG, Lory
Unsere Gedanken und Gefühle werden durch unsere Überzeugungen geformt.
Was du tief in dir und oft unbewusst denkst, das zeigt die größte Wirkung in deinem Leben.
Brauche nichts ... wünsche alles ... und wähle, was sich zeigt!
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agape
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#4 Beitrag von agape » 13.04.2009, 20:38

Der Artikel von Olaf Wieland ist der letzte Beitrag im neu erschienenen Buch, der überschrieben ist mit:

"In der Stille den Glaubensweg gehen -
Die Neuapostolische Kirche in der DDR"
Seite 265 - 280.

Olaf Wieland zitiert u.a. Dr. Andreas Fincke, Prof. Obst, Michael Utsch, Reinhard Hempelmann, Reinhard Steinlein, Wolfgang Welsch, uvm.
In seinem Schlusssatz schreibt er:

"Ein für das Jahr 2010 in Aussicht gestellter neuer Katechismus soll eine Relativierung des exclusiven Selbstverständnisses widerspiegeln und eventuell Wege für die Mitarbeit in der Ökumene öffnen. Parallel zu diesen Bestrebungen sind zahlreiche Gemeindeschließungen sowie ein Mitgliederschwund zu verzeichnen.
Die Mitglieder des Hamburger Gesprächskreises "Toleranz im Glauben" wünschen ihrer Kirche Weisheit und die Fähigkeit zur Selbsterneuerung."
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

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August Prolle
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#5 Beitrag von August Prolle » 02.09.2009, 22:50

Vielleicht sollte Bruder Wieland sich nicht nur mit dem Thema "NAK in der DDR", sondern auch mit dem Phänomen "DDR in der NAK" beschäftigen. Rechtzeitig zum 20. Jahrestag des Mauerfalls weiß die mitteldeutsche NAK-Seite dazu Folgendes zu berichten:
Musi(K)ids Plauen - Pioniere des Herrn

(23.08.2009) Plauen. Das Bezirkskinderorchester und der Bezirkskinderchor gaben im voll besetzten Gemeindezentrum Plauen ihr erstes Konzert. Damit nicht immer die langen Bezeichnungen zu nennen sind, so begründete der Beauftragte für die Kinder, Priester Dirk Mörchel, hat man sich einen kindgerechten und einprägsamen Namen gegeben. Voller Stolz präsentierten die 80 kleinen Künstler neben den Ansteckplaketten auch ihre orangefarbenen Halstücher.

Die Halstücher veranlassten den Bezirksältesten Thomas Blank, die voller Vorfreude sprühenden 80 mitwirkenden Kinder als "Pioniere des Herrn" zu bezeichnen. Dabei erinnerte er an vergangene Zeiten, als viele Kinder ein Halstuch trugen.
Die dem Bericht beigefügten Bilder bezeugen korrekt gebundene Pionierknoten. Chapeau! Bestimmt werden die jungen "Pioniere des Herrn" eines Tages ehrenvoll in die "FDJ des Herrn" aufgenommen. Einzelne werden es möglicherweise sogar ins "Politbüro des Herrn" schaffen. Und wenn irgendwann der "Generalsekretär des Zentralkomitees des Herrn" - ausgezeichnet mit dem Orden "Held der NAK" - aus Plauen käme, würde mich das nicht wundern. Das wäre "Plauener Spitze".

:wink:

tergram

#6 Beitrag von tergram » 03.09.2009, 06:31

August Prolle hat geschrieben:...Phänomen "DDR in der NAK"
Die Ähnlichkeiten sind in der Tat verblüffend, was weder neu noch verwunderlich ist: Systeme sind zwangsläufig systemtreu.

Mit der (Er)Kenntnis der eigenen Geschichte hat man`s halt nicht so - was eine weitere Ähnlichkeit darstellt.

Tröstlich ist, dass das System DDR - vom Ende her betrachtet - von Vornherein zum Scheitern verurteilt war. Der Systemerhalt war nur eine Zeitfrage. So wird es auch im Fall der NAK sein - nur Geduld.

dietmar

#7 Beitrag von dietmar » 03.09.2009, 07:54

Gab es in der DDR nicht auch welche, die halsstarrig dem Untergang entgegen gingen und die Realität leugneten?
Ist doch schön wenn man an Traditionen und Gewohnheiten anknüpfen kann.Die Nak erinnert gerne an bessere Zeiten :lol:
Auch einige Gebietskirchen aus Afrika grüßen herzlich
lg

autor

#8 Beitrag von autor » 19.09.2009, 14:48

tergram hat geschrieben:Mit der (Er)Kenntnis der eigenen Geschichte hat man`s halt nicht so ...
Pionierhalstücher sind Folklore. Diese Plauener Aktion ist Abbild des Umgangs mit der eigenen Vergangenheit, für Außenstehende schon recht merkwürdig. Für den Fall, dass sich jemand geneigt fühlt, Plauenern pauschal ein ganz klein wenig dumme Geschichtsvergessenheit zu unterstellen, hier ein paar Worte:

In Plauen fand am 7. Oktober 1989 die erste Großdemonstration gegen die herrschenden Verhältnisse statt, die nicht von bewaffneter Staatsgewalt aufgelöst werden konnte. Wohl 20.000 Menschen beanspruchten in diesem urdemokratischen Aufbruch das Recht auf Freiheit des Denkens und der Meinungsäußerung gegen einen bedrohlichen, totalitären Staat. Dieses mutige Riskieren der Unversehrtheit der eigenen Person für die Sache der Freiheit ist in der Geschichte auf deutschen Straßen ziemlich selten anzutreffen gewesen.

Als derartig eine Stadt durchdringendes Phänomen ist „Plauen am 7.10.1989“ ein einmaliger, demokratischer Gründungsakt. Dessen Bedeutung wird solchen wohl nie aufgehen, die ihr selbstgerechtes Geschichtsverständnis in der Fortentwicklung jenes sozialen Suppentopfes gewonnen haben dürften, den 1949 die Besatzungsmächte mit dem Ansetzten freier Wahlen auf den Herd Europas stellten. Damit ist ihnen möglicher Weise der Blick auf das besondere demokratische Selbstbewusstsein der Plauener verstellt und ungerechter Weise schleichen sich dann überhebliche Gedanken ein, nur, weil man etwas auf Anhieb nicht versteht.


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evah pirazzi
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#9 Beitrag von evah pirazzi » 19.09.2009, 15:52

autörchen,

meinst du wirklich, die "Pionierhalstuchfetischisten" sind die selben Menschen, die vor 20 Jahren so unerschrocken für die Demokratie auf die Straße gegangen sind? Oder sind es nicht vielmehr die selben Ewiggestrigen, die schon damals keine Veränderung wollten?

Ich denke, man kann die Plauener nicht alle über einen Kamm scheren.

Und in der Tat kommt einem diese "folkloristische" Aktion doch sehr merkwürdig an, als wünschte man sich das alte System zurück, weil man da irgendwie noch wusste, wer Freund und wer Feind war. Es war einfacher für diejenigen, die sich gut eingenistet hatten und dazu - so vermute ich jetzt mal ganz keck - zählten wohl auch ein Großteil der lieben Glaubensgeschwister.

(Wo ist der Suppentopf?)

Bild
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

autor

#10 Beitrag von autor » 19.09.2009, 16:04

Gute!

Quod scripsi, scripsi.

Hier lies:
autor hat geschrieben:Für den Fall, dass sich jemand geneigt fühlt, Plauenern pauschal ein ganz klein wenig dumme Geschichtsvergessenheit zu unterstellen, hier ein paar Worte:
und bedenke deine Fragen erneut.

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