Sünde wider den Heiligen Geist

Für Zweifler und andere gute Christen
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Maximin

LAST, TROST UND HOFFNUNG...

#31 Beitrag von Maximin » 29.03.2009, 14:31

:) Mein lieber Bedenkenträger M.,
sehe ich in die Bibel, dann erkenne ich, jedenfalls schatten- oder umrisshaft, einen göttlichen Heils- und Erlösungsplan. Sehe ich um mich herum, dann neige dazu, den jüdischen Vätern zuzustimmen: „ER hat sich von der Welt abgewendet. Wäre es nicht so, dann würden wir SEINE Gegenwart nicht ertragen.“

Nun bin ich aber ein Christ, der durch seinen lebendigen Glauben an Jesus Christus die Last, aber auch den Trost und die Hoffnungen des Geistes Gottes in sich trägt. Soll ich nun Trost und Hoffnung wieder fahren lassen (vgl. u. a. 2. Petrus 2, 20+22 )? Ich denke ja nicht dran...!

Einen brüderlichen Sonntagnachmittagsgruß vom Micha M :wink:

Gaby

#32 Beitrag von Gaby » 29.03.2009, 15:28

In der Zusammenfassung des Links steht:

klick

>>Es gibt heute nicht die Möglichkeit, den Geist zu lästern, da Gott in dieser Zeit des christlichen Niedergangs keine Zeichen mehr bewirkt.<<

Demnach würde es heute gar nicht mehr möglich sein die Sünde wider den Heiligen Geist zu begehen.
Es gäbe es also nur noch Sünden, die vergeben werden können.

>>Wer einmal Sein Kind geworden ist, der von Neuem geboren wurde, der bleibt es auch.<< (nikodemus)

Das würde bedeuten, es wäre nicht mehr möglich sich von Gott abzuwenden.
Wäre das nicht ein Eingriff in die persönliche Freiheit?
Und wie oft hört man, dass jemand sagt er habe seinen Glauben verloren ... warum auch immer ....
Und was ist mit jemandem, der ständig gegen sein Gewissen handelt? Schließlich gibt es genügend Menschen und auch "wiedergeborene Christen", die zwar instinktiv wissen, dass ihr handeln nicht ok ist, aber es trotzdem tun. Sei es, weil sie aus Angst keine andere Möglichkeit sehen oder aber auch um sich selbst Vorteile zu verschaffen, oder einfach auch weil man schwach ist.

Es gibt zudem auch diese Übersetzung:

>>Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.<<

das hört sich ganz anders an als

Joh 3,36 Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.

Welche Übersetzung ist jetzt die richtige?

Je mehr ich mich mit dem christlichen Glauben befasse, desto vorsichtiger werde ich damit zu sagen ... SO hast Du das zu verstehen ...

Ich bin also eine typische Zweiflerin vor dem Herrn .... zumindest was Bibelauslegungen betrifft ... meinen Vertrauen in Gott wurde bislang nicht davon erschüttert ....

Nur manchmal denke ich, wenn jemand im Brustton der Überzeugung sagt so und so MUSST Du glauben, das ist, als wenn man "die Bibel um die Ohren geschlagen bekommt" ... zumindest mein Empfinden. :roll:

Liebe Grüße

Gaby

Maximin

WIE IST ES WIRKLICH...?

#33 Beitrag von Maximin » 29.03.2009, 16:11

:) Grüß Dich liebe Gaby,
dazu nur so viel von mir: Wenn jemand sagt: „So ist es,“ dann stetzt das nachprüfbares Wissen voraus und gegebenenfalls entsprechende Erfahrungen. Wenn aber jemand sagt: „Ich glaube, dass es so und so ist“, dann kann das Wissen dem Glauben möglicherweise folgen, aber diese Erfahrung, die bleibt abzuwarten.

Micha grüßt ins Mittelgebirge :wink:

Bedenkenträger

#34 Beitrag von Bedenkenträger » 29.03.2009, 16:16

@ "Nikodemus"

Lieber "Nikodemus",

zunächst einmal: Die Bibel als Schrift sagt nichts; sie spricht nicht und schon gar nicht klar und deutlich oder sagen wir eindeutig. Sie zeigt uns aber (und dies ist ja immerhin auch schon einiges, wie ich meine), um was es im Leben eigentlich geht, wenn man sein Leben über den Tod hinaus erhalten will. Da kann uns die Bibel durch ihre unterschiedlichen Zeugnisse zeigen, was wir tun können und wo wir - fernab der platten Gottesbilder - den wahren Gott und Sein Heil finden.

Sie mögen dies vielleicht etwas oder auch gar völlig anders sehen, vor allem wenn Sie - wie ich vermute - eine biblizistische Tendenz haben, aber ich sage Ihnen: Die Bibel enthält Widersprüche und Härten, Extrempositionen und extreme Gegenpositionen, denn sie ist ein Spiegel des Lebens. In den neutestamentlichen Schriften finden sich in puncto Kirchlichkeit zum einen Elemente eines Wanderradikalismus und daneben Elemente einer institutionell organisierten, bürgerlichen Kirche. Oder schauen Sie in die alttestamentlichen Schriften: Dort gibt es zum einen den eindeutig heiligen David des chronistischen Geschichtswerks und zum anderen finden wir in der deuteronomistischen Schrift einen ambivalenten problematischen David.

Klären Sie nun mal nur diese Paradoxa auf! (Auf weitere Beispiele will ich hier verzichten ...)

Also, die Bibel ist voller Gegensätzlichkeiten, denn die Wirklichkeit selbst ist polyphon und voller Widersprüche. Damit muß man klar kommen. Aber eigentlich dürfte uns dies keine allzu großen Schwierigkeiten bereiten, wenn wir die Bibel nicht wörtlich, aber ernst nehmen. Der renommierte Exeget Klaus Berger gibt hierzu einen, wie ich finde, sehr guten Ratschlag, wie wir als Christen mit der Heiligen Schrift umgehen sollten:

»Die Bibel ist kein Fundort für Dinge und Erkenntnisse, die zeitlos und noch in Millionen Jahren wahr sein werden. Die Wahrheit der Bibel ist von der Qualität von Wahrheit, wie sie in einer Liebesgeschichte aufscheint. In der Liebesgeschichte sagt man: diese Frau oder keine. Und so geht es in der Bibel um diesen Gott oder keinen. Um diesen Jesus Christus oder keinen. Das Thema der Bibel ist Liebe und Geborgensein. Die Bibel ist kein Florilegium allgemeiner Wahrheiten, wie man sie besser bei Aristoteles und Plato findet. [...] Die Bibel ist ein Entwurf, der sich gar nicht im Sinne allgemeiner Vernunft auffaßt, sondern im Sinne eines ganz besonderen konkreten Blicks auf den Menschen, auf seine Situation, die jeweils neue Antworten erfordert.«

Dann noch ganz kurz zum Tod und zu der Möglichkeit, diesen zu überwinden bzw. vom Tod errettet zu werden. Die Bibel bezeugt durchgängig, daß der Tod, die Sheol, das Reich der Schatten das Normale ist, das uns erwartet, früher oder später, nämlich dann, wenn wir von dieser Erde gehen. Mit dem Evangelium vom Reich Gottes bietet uns Jesus die absolute Ausnahme von diesem Ende an: Gott will uns als seine Kinder bei sich haben, in Ewigkeit. Diese Botschaft vom ewigen Leben hat vorher niemand verkündet. Dies ist wirklich die Ausnahme, etwas Einmaliges. Denn noch einmal: Normal sind wir alle Sünder und bleiben es auch, selbst wenn wir Seinen Geist in uns wirken lassen. Aber es besteht die berechtigte Hoffnung, daß wenn der Tod uns eines Tages ereilt, wir errettet werden, weil wir an das Evangelium des Herrn geglaubt haben bzw. weil wir dieses Evangelium in unserem Herzen hatten und entsprechend gehandelt hatten.

Und diese Hoffnung gibt uns der Herr.

Aaaber diese Hoffnung kann man über Bord werfen, verlieren, man kann diese Hoffnung als Irrsinn ablehnen, und man kann seinen Geist auch behindern, ja auslöschen, denn nicht umsonst warnt uns die Schrift vor solchem Tun (vgl. 1Thes 5,19).

Dies alles sollte man für sich ein wenig bedenken und man sollte dabei immer wieder sein Herz befragen. Meinen Sie nicht auch?

Gott zum Gruß!

Bedenkenträger

Re: LAST, TROST UND HOFFNUNG...

#35 Beitrag von Bedenkenträger » 29.03.2009, 18:30

Maximin hat geschrieben:[...]

Soll ich nun Trost und Hoffnung wieder fahren lassen [...] Ich denke ja nicht dran...!

Einen brüderlichen Sonntagnachmittagsgruß vom Micha M :wink:
Lieber Micha,

man sollte hoffen, bis zuletzt.

Einen brüderlichen Sonntagabendgruß! :wink:

Maximin

DAS ABER WEISS ICH GEWISS...!

#36 Beitrag von Maximin » 29.03.2009, 19:19

:) ... darauf antworte ich Dir, lieber alter Freund, mit einem Wort des Schmerzensmannes Hiob: Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt;“ (Hiob 19, 25)

Gaby

Re: WIE IST ES WIRKLICH...?

#37 Beitrag von Gaby » 30.03.2009, 07:51

Maximin hat geschrieben::) Grüß Dich liebe Gaby,
dazu nur so viel von mir: Wenn jemand sagt: „So ist es,“ dann stetzt das nachprüfbares Wissen voraus und gegebenenfalls entsprechende Erfahrungen. Wenn aber jemand sagt: „Ich glaube, dass es so und so ist“, dann kann das Wissen dem Glauben möglicherweise folgen, aber diese Erfahrung, die bleibt abzuwarten.

Micha grüßt ins Mittelgebirge :wink:


Lieber Micha,

Grüße zurück ;-)

Nun, wenn Niko sinngemäß schreibt >>da bleibt nicht viel Spielraum für andere Interpretationen<< (wenn auch nicht an mich gerichtet) dann kommt das für mich so rüber wie "Du liegst falsch mit deinen Überlegungen"

und das hört sich halt anders an als

>>ICH glaube, dass es so und so ist<<

Deine Aussage läßt zu, dass man sich seine eigenen Gedanken machen kann und läßt die Möglichkeit offen, auch wenn Du es so glaubst, dass dieser Glaube nicht unbedingt das non plus ultra sein muss. Es ist halt Deine Überzeugung.

Nun, wie Du weißt reagiere ich etwas allergisch auf folgendes ;-)

Herr, ich danke dir,
dass ich biblischer bin als jene!
"Das ist bei mir die Hauptsache: Bibelfest, bibeltreu, wenn es sein muss auch bibelhart, einfach biblisch. Nicht so wie bei den meisten anderen, zum Beispiel den...

Liberalen

bei denen man von vornherein davon ausgehen kann, dass sie die Bibel nicht so gut kennen wie ich. Und wenn sie sie kennen, dann doch meist nur einseitig und nur bestimmte Stellen. Wir aber, ich und mein Haus, sind bibeltreu.

Damit das auch jeder weiß und merkt, habe ich mich seit längerem dafür entschieden, radikal und ohne Rücksichten überall meine Stimme warnend zu erheben, wo die Gefahr erkennbar wird, dass die wahre biblische Sicht in den Hintergrund gedrängt wird.


Zitat aus Geschichte zum Nachdenken

http://www.glaubeundkirche.de/viewtopic ... 69&start=0

Niko ich möchte Dich mit meinem Posting nicht "angreifen", sondern nur aufzeigen, wie es für mich rüberkommt, wenn man so schreibt wie Du es getan hast.

Ich habe kurze Zeit in einem charismatischen und auch in einem evangelikalem Forum geschrieben und eben erlebt, wie es ist, wenn obiges Zitat aus Geschichten zum Nachdenken zum tragen kommt.

Und aus dem Grund bin ich froh, dass Dieter dieses Forum zur Verfügung stellt, wo jeder das schreiben kann was er denkt und man locker damit umgeht wenn andere anders glauben als man selbst.
Ich schreibe im Forum, weil ich es interessant finde, was für Gedanken sich dieser oder jener macht. Es regt mich selbst zum Nachdenken an, läßt mich manches mal auch meine eigene Sicht hinterfragen. Eben weil ich weiß, dass auch ICH glaube, dass es so und so ist ... ich kann es nicht beweisen ... so wie es wohl niemand beweisen kann, welche Bibelauslegung nun die richtige ist und welche nicht ....
Mein unkonventioneller "Patchworkglaube" trägt mich ... und nur das zählt für mich ...

Liebe Grüße

Gaby

tergram

#38 Beitrag von tergram » 30.03.2009, 10:31

Ja, Gaby, dem kann ich mich gern anschliessen.

Und den "Ach was bin ich doch für ein toller Christ"-Hardlinern *) stelle ich die Frage, wie bibelhart Jesus war und wieviel Bibelhärte er von seinen Jüngern verlangte...

Soweit ich Jesus verstanden habe, gibt es für einen Christen nur wenige Aufgaben: Gott zu lieben und zu ehren, mich selbst zu lieben und meinem Nächsten wohlzutun. Etwa in dieser Reihenfolge.

Alles andere dürfen wir getrost Gottes Weisheit und Gnade überlassen - vor allem das Urteil über Andere.

*) Das sind die mit der Grundhaltung: Herr, ich danke dir, dass ich nicht so schlecht wie die anderen bin.

Hannes

Re: WIE IST ES WIRKLICH...?

#39 Beitrag von Hannes » 30.03.2009, 10:37

Gaby hat geschrieben: Mein unkonventioneller "Patchworkglaube" trägt mich ... und nur das zählt für mich ...
Patchworkglaube ... ist das herrlich!
*Lass Dich bloss nicht von Kirchens erwischen!*

Hannes :wink:

Steppenwolf

#40 Beitrag von Steppenwolf » 30.03.2009, 10:51

Bild
Zuletzt geändert von Steppenwolf am 21.04.2009, 10:19, insgesamt 1-mal geändert.

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