Neue Rollen für na-Frauen?

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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tergram

#91 Beitrag von tergram » 04.06.2009, 06:50

Shalom, sie Hoffnungsträger!

Glauben sie ernsthaft, dass die NAK in D im Jahr 2050 noch existiert? Wenn ich in meiner Ex-Heimatgemeinde aus der letzten Reihe über die Köpfe der Anwesenden schaue, ist die Einheitsfarbe ein silbriges Weissgrau...

Aus der Gruppe der Unter-40-jährigen lassen sich 2 Bankreihen füllen, aber keine Kirche.

Da rettet auch die FO nix mehr.

Wir sollten gemeinsam ein Gläschen nehmen:

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tosamasi
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#92 Beitrag von tosamasi » 04.06.2009, 09:05

tergram hat geschrieben: Wenn ich in meiner Ex-Heimatgemeinde aus der letzten Reihe über die Köpfe der Anwesenden schaue, ist die Einheitsfarbe ein silbriges Weissgrau...
Tergram, du solltest dort mal auf die Möglichkeiten der Schönfärberei aufmerksam machen. :lol:
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
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Brombär
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#93 Beitrag von Brombär » 04.06.2009, 09:19

tosamasi hat geschrieben:
tergram hat geschrieben: Wenn ich in meiner Ex-Heimatgemeinde aus der letzten Reihe über die Köpfe der Anwesenden schaue, ist die Einheitsfarbe ein silbriges Weissgrau...
Tergram, du solltest dort mal auf die Möglichkeiten der Schönfärberei aufmerksam machen. :lol:

. . . in Bezug auf das Problem " Demographischer Wandel " ? ;-)
Das ist unsere Berufung, dass einer dem anderen Rast biete, auf dem Weg zum ewigen Haus.

tergram

#94 Beitrag von tergram » 04.06.2009, 09:44

tosamasi hat geschrieben:
tergram hat geschrieben: Einheitsfarbe ein silbriges Weissgrau...
Tergram, du solltest dort mal auf die Möglichkeiten der Schönfärberei aufmerksam machen.
Ich gehe als rotleuchtendes Beispiel voran. :wink: Für den demographischen Wandel erkläre ich mich nicht zuständig und für die Abwendung nicht hinreichend legitimiert. Auch nicht 'vom Ende her'. :lol:

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evah pirazzi
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#95 Beitrag von evah pirazzi » 04.06.2009, 21:51

Der Frauen Los
im NAKI-Troß
ist frauenlos -
wie kommt das bloß?

Ganz zweifellos
will apropos
Gott den Mythos
des Amts-Machos?

Ich geb’ kein Moos,
schaff’ Embargos
dem "Wirtschaftsboss"
im Kirchenschloss.

Trink’ Calvados
am Bosporus
und pfeif’ auf "Los-
Politbüros"

Bild
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

shalom
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#96 Beitrag von shalom » 05.06.2009, 19:52

...mit Frauen kann auch etwas "los" sein... :wink:

Seit 10 Jahren Bischöfin

1999 erfolgte die Wahl Margot Käßmann zur Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, sie ist die erste Frau in diesem Amt (Wikipedia). Sogar eine Scheidung führte nicht zu einer freiwilligen Zwangsbeurlaubung / Amtsenthebung, wie es in der neuapostolischen Richtlinienkirche unter Aposteln Tradition ist. Jetzt ist 2009. Danke und Glückwunsch.

Der VFB berichtet, dass Bezirksapostel Koberstein dem Bischof Ackermann in christlicher Verbundenheit herzliche Glück- und Segenswünsche zur Ordination übermittelt hat. Bap. Koberstein gratulierte dem katholischen Oberhirten zu seinem hohen geistlichen Amt und schrieb ihm unter anderem: »Mit besonderer Wertschätzung begegnen wir neuapostolischen Christen allen, die an Christus glauben und ihn bekennen…“ ([->VFB-NEWS]).

Jesus Christus steht nämlich auch für neuapostolische Apostel in der Mitte deren Glaubens und Lebens bzw. sie sagen, dass er ihre Zukunft wäre ("Jesus - meine Zukunft") und von dort aus, sie heute schon legitimiert hätte. Einerseits stellt Koberstein die christliche Nähe der Apostel heraus, andererseits lässt sein Chef (Stp. Dr. Leber) via VFB publizieren, dass der Islam und andere Religionen großen Einfluss auf die Entscheidungen der Apostel z. B. bezgl. der generell-globalen Verwendungsfähigkeit von Frauen in Ämtern habe.

Ich persönlich finde es einen guten Stil, wenn Apostel über die von ihnen errichteten Barrikaden hinweg, langsam beginnen in den wertschätzenden Dialog mit anderen Religionen zu treten. Die nächste deutsche Bischöfin wird sicherlich auch ein herzliches Glück- und Segenswunschschreiben eines Bezirksapostels erhalten, worin ein neuapostolischer Bezirksapostel der evangelischen Bischöfin zu ihrem hohen Amt gratuliert :mrgreen: .

Im Deutschland mit seinen erzkonservativen Aposteln scheint sich deren Wertschätzung leider nur auf Christen zu beschränken. Angesichts der religiösen Wurzeln der Christen und auch im Sinne einer echten Glaubenskultur kann ich mir recht gut vorstellen, dass außerhalb der deutschen Apostelscheuklappen in anderen Kontinenten Apostel all den anderen geistlichen WürdenträgerInnen (Rabbiner, Imame, Erleuchtete…) auch aufrichtige Glück- und Segenswünsche ihres Gottes übermitteln (z. B. in [-> in „muslimischen Staaten“]). Gerade Apostel und Bezirksapostel in Kombination mit ihren unternehmerischen Aktivitäten (Halbe Stelle) wissen sich im entsprechenden gesellschaftlichen Umfeld ausgesprochen gut zu benehmen.

Das stammapostolische [-> Wort zum Monat] mit seiner Botschaft von all den geistlich Kranken (ohne Apostel) – auch Koberstein hat sich davon nicht distanziert -, ist in der Lage, das unterschiedliche Verständnis von Glaubenskultur aufzuzeigen. Der Eklat um den [-> Hessischen Kulturpreis] hat mich an Nathan den Weisen erinnert. Dass sich Christen wie Bernd Koberstein, Peter Steinacker und Karl Lehmann untereinander „mit besonderer Wertschätzung begegnen“ ist allerdings nur die eine Seite der Medaille, insbesondere für eine Gebietskirche auf PR-Tour deren Tochterunternehmungen (Kolonien) weit in den „muslimischen Raum“ hineinragen… :wink: .

Salem aleikum :wink: und shalom

shalom
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#97 Beitrag von shalom » 10.06.2009, 05:15

Ein nicht uninteressanter Podcast auf HRII: [ -> „Das Ende der Schonzeit – Alpha-Frauen an die Macht“ (Gertrud Höhler) ]

Guten Morgen

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agape
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Geliebt werden wollen statt bewundert

#98 Beitrag von agape » 10.06.2009, 09:16

shalom hat geschrieben:Ein nicht uninteressanter Podcast auf HRII: [ -> „Das Ende der Schonzeit – Alpha-Frauen an die Macht“ (Gertrud Höhler) ]

Guten Morgen
Guten Morgen und Danke für die neuerlich männlich-intuitive Unterstützung ;)


Geliebt werden wollen statt bewundert


"Die derzeitige Krise hat die Zockerhandschrift von Männern, die sich selbst wegsprengen.

Alphafrauen sind deswegen so erfolgreich, weil sie sich nicht auf männliche Protektion verlassen."



Sehr interesssanter, fast schon lebensnotwendiger Beitrag von Fr Prof Gertrud Höhler, die einst mit Prof. Peter Sloterdijk diskutierte, der aber zuletzt doch etwas enttäuschte...


Bon jour et a bientot
agape :)
Zuletzt geändert von agape am 10.06.2009, 09:22, insgesamt 1-mal geändert.
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

Cerebron

#99 Beitrag von Cerebron » 10.06.2009, 09:20

shalom hat geschrieben:...mit Frauen kann auch etwas "los" sein... :wink:

Seit 10 Jahren Bischöfin

1999 erfolgte die Wahl Margot Käßmann zur Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, sie ist die erste Frau in diesem Amt (Wikipedia). Sogar eine Scheidung führte nicht zu einer freiwilligen Zwangsbeurlaubung / Amtsenthebung, wie es in der neuapostolischen Richtlinienkirche unter Aposteln Tradition ist. Jetzt ist 2009. Danke und Glückwunsch.
Glückwunsch auch dazu, dass über die Suspendierung von Oberkirchenrat Führer (und deren anschließende Aufhebung durch ein Kirchengericht) mittlerweile Gras gewachen ist. Hatte sich dieser Aufsässige doch erdreistet, der Frau Bischöfin den Rücktritt angesichts ihrer Scheidung zu empfehlen.

Übrigens gilt auch in der ELK Sachsen die Regelversetzung geschiedener Pastoren. Ganz unabhängig von neuapostolischen Richtlinien. Aber das nur nebenbei.

C.E.

shalom
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#100 Beitrag von shalom » 16.06.2009, 16:45

Werte DiskursteilnehmerInnen,

angeregt durch die NaKi-Stellenanzeige für einen CFO und der nicht unwesentlichen Frage was bei NaKi überhaupt „Kirche“ ist (Trennung zwischen Geistlichem und Profanem), fiel mir ein älterer glaubenskultureller Entwurf in die Glaubenshände. Ich stelle ihn hier in GF24 einfach noch einmal ein, weil der glaubenskulturellen Migration doch so einiges zum Opfer gefallen sein könnte.

Es geht um Ordination, also um neuapostolisches Kirchesein, wo sicher auch das Frauenordinationsverbot des temporär amtierdenden Apostelamtskörpers dazu gehört. Schon im römischen Staat hatten verbeamtete [->Auguren] nach verschiedenen signa („Zeichen“) zu forschen. Deren gab es zwei Hauptklassen, die auguria impetrativa („erbetenen Zeichen“) und die auguria oblativa („ungünstige Zeichen“). Die Übertragung des Amts von einem Auguren auf seinen Nachfolger nannte man inauguratio; auch heute noch ist das Wort Inauguration für eine feierliche Amtseinführung in Gebrauch.

Im Zeitalter neuer neuapostolischen Romantik der Apostel mit ihrem ungefestigten Kulti-Multi-Kirchenbild fühle ich mich mitunter an romantische Hieromantie der "Eingeweihten" erinnert ("Eingeweihtenbeschauer" :wink:).

Doch nun endlich zur NaKi und der ordentlichen Ordination:

Wie die in Zürich beschlossene Neuregelung zum Unterdiakonenamt vom 15.08.2001 deutlich macht, gibt es Fälle wo Ämter nicht aufgehoben, sondern nur temporär, bzw. endgültig nicht mehr neu besetzt werden („Gott will es und sein Stammapostel bestimmt es“). Auch wenn jemand bereit wäre für eine Amtsempfängnis ("mir geschehe wie Du gesagt hast") kann es passieren, dass gerade ein regionaler Einstellungsstopp für diese Amtsstufe beschlossene Sache ist. Sogar die Stelle des Stammapostelamtes war jahrhundertelang vakant. Ämter verlieren ihre Wirksamkeit also nicht nur allein an Gebietskirchengrenzen, sondern auch durch zeitliche Grenzen, bzw. durch kirchenrechtliche Amtsrücknahmeverfahren mit dem Anschein einer Amtsrückgabe.

Dabei kamen bei den Post-Urchristen überhaupt erst ungefähr im dritten Jahrhundert, zur Zeit des römischen Kaisers Cyprian „Ordinationen" und entsprechende Ämterkarrieren so langsam in Mode (lt. Meinung der Apostel also lange nach der Urkirche).

Ein Großteil heute gängiger NaKi-Amtsvergabepraxis ist also nicht im Evangelium und auch nicht im Urchristentum direkt begründet.

Mir ist nicht bekannt, dass Jesus zum Urchristentum konvertierte, um dann ordentlich nur Männer zu „ordinieren“, noch dass er „Hausregeln“ und „Richtlinienbücher“ verfasst hätte. Auch mussten die Urapostel sicher auch nicht irgendwelche Vereinsstatuten in einem fremden Land unterschreiben. Petrus war sicherlich auch nicht gezwungen, sich vom Unterdiakon zum Stammapostel hochdienen zu müssen. Wie bereits gesagt, Amtsaufstieg (Karriere), Ordinationen waren erst im dritten Jahrhundert in Amtsmode gekommen.

Erst da fand eine massive Wende innerhalb kirchlicher Strukturen statt. Zum einen wurden damals alle Funktionäre der Aufsicht und Kontrolle der Bischöfe anvertraut. Zum anderen gab es fortan die Möglichkeit des Aufstiegs von einem niederen Amt, das bis dahin ein bleibendes war, etwa dem des Lektors, zum Presbyter, wenn nicht gar zum Bischof (Karriere). Die vorläufige Zuweisung in eine untere Dienstlaufbahn konnte verschiedene Gründe haben: Jugendliches Alter Probezeit, finanzielle Entschädigung.

Von einem besonders aufschlussreichen Beispiel eines solchen Aufstiegs berichtet Cyprian in einem Brief an seinen Mitbruder Cornelius: "Was nämlich unseren teuersten Cornelius bei Gott und Christus und seiner Kirche sowie allen Mitpriestern lobend und rühmend empfiehlt: er ist nicht plötzlich zur bischöflichen Würde gelangt", sondern erst, nachdem er alle kirchlichen Ämter {officia} durchlaufen und sich im göttlichen Dienst oft genug Verdienste erworben hatte, ist er über sämtliche Stufen zum Episkopat gelangt.“

Man hat den Eindruck, Kirche wandelte sich in jener Zeit zu einer pseudostaatlichen Organisation. Wie stark sich die Kirche in ihren Strukturen den römischen Verfassungsformen anglich, zeigt Elisabeth Herrmann („Die Entwicklung der Kirche von pseudstaatlicher zu staatlich inkororierter Existenz, Frankfurt a. M./ Bern 1980“) beeindruckend. Dies betrifft auch die Terminologie. Beispiel: „ Ordinare ist der Terminus technicus für die feste Anstellung im kaiserlichen Dienst". Dasselbe gilt aber auch für Cyprian bezüglich der kirchlichen Hierarchie.

„Wenn der Bischof - oder sein Presbyter - die Kirche betritt, hat das Volk sich zu erheben“ (von Campenhausen, „Kirchliches Amt“).

In den Pseudo-Klementinen, einem frühchristlichen Roman - dem ersten christlichen Roman überhaupt - aus der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts wird die Kirche mit einem Schiff verglichen, dessen Steuermann Christus ist. Der Bischof ist der Untersteuermann, die Presbyter die Matrosen, die Diakone die Rudermeister, die Katecheten die Zahlmeister. Die "Menge der Brüder", das heißt die Gläubigen, das sind die Passagiere. Sie fahren nicht, sie werden gefahren, sie sind auf Gedeih und Verderb dem Können oder Nicht-Können der Schiffsmannschaft ausgeliefert: das Bild einer Kleruskirche, wie es sich durch die Jahrhunderte bis in unsere Tage durchgehalten hat. Das Bild wird vervollständigt durch die anschließende Anweisung: "Die Seereisenden sollen ruhig und fest auf ihren Plätzen sitzen, damit sie nicht durch unordentliches Benehmen gefährliche Schiffsbewegungen und Schlagseiten verursachen."

Ach wie hab ich noch unseren hochverehrten Stp. Fehr im Ohr, wenn an seinem Kirchenschiffskiel Lob und Tadel hoch aufspritzten :wink: .

Soviel zu na-amtlichen Visionen einer „vollendungsorientierte Verwaltung“ für optimierte „verwaltungsorientierten Vollendung“ der Versiegelten.

Die Apostel habens gegeben, die Apostel habens genommen, der Name der Apostelämter sei gelobt - shalom
_________________
Keine Sorge. Die NaKi versucht nur, den höchsten Stand der Vollendung bis zum Ziel durchzuhalten. Alles wird wieder gut bleiben.

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