Neue Rollen für na-Frauen?

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Adler

#71 Beitrag von Adler » 02.06.2009, 17:32

Ich denke schon, dass es aus "männermangel" geschah, es war die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Leider kann ich sie nicht mehr dazu befragen.

LG Adler

tergram

#72 Beitrag von tergram » 02.06.2009, 17:36

Männermangel aufgrund des 1. Weltkrieges - so berichtete meine Oma.

Die Diakonissen sind wohl verstärkt in der Familienfürsorge eingesetzt worden. Beispielsweise, wenn eine Frau (=Mutter vieler Kinder) krankheitshalber ausfiel. Die Diakonisse hatte in diesem Fall die Aufgabe, die Kinder auf andere Familien in der Gemeinde zu verteilen und deren gute Unterbringung dort zu prüfen. Auch bei sonstigen problematischen Familienverhältnissen war sie gefragt. Das hatte eher mit (notwendiger und nützlicher) Sozialarbeit als mit Seelsorge oder gar Predigtdienst zu tun.

Cerebron

#73 Beitrag von Cerebron » 02.06.2009, 17:38

shalom hat geschrieben:Da wird berichtet, dass Bezirksaposteln der Gedanke an AmtsträgerInnen fremd wäre (die haben wohl noch nie was von Apostelin Junia gehört).
@shalom:

Kennen vielleicht schon, mögen aber nicht. Ehrlich gesagt wäre mir die Datengrundlage des Röm. 16, 7 auch zu wenig belastbar, um davon ausgehend für die Frauenordination zu plädieren.

Gruß,
C.E.

Adler

#74 Beitrag von Adler » 02.06.2009, 17:41

tergram hat geschrieben:Männermangel aufgrund des 1. Weltkrieges - so berichtete meine Oma.

Die Diakonissen sind wohl verstärkt in der Familienfürsorge eingesetzt worden. Beispielsweise, wenn eine Frau (=Mutter vieler Kinder) krankheitshalber ausfiel. Die Diakonisse hatte in diesem Fall die Aufgabe, die Kinder auf andere Familien in der Gemeinde zu verteilen und deren gute Unterbringung dort zu prüfen. Auch bei sonstigen problematischen Familienverhältnissen war sie gefragt. Das hatte eher mit (notwendiger und nützlicher) Sozialarbeit als mit Seelsorge oder gar Predigtdienst zu tun.
Von meiner Tante weiß ich definitiv, dass sie erst nach dem zweiten Krieg beauftragt wurde und dann als Sonntagschullehrerin eingesetzt war.

LG Adler

Adler

#75 Beitrag von Adler » 02.06.2009, 17:46

Cerebron hat geschrieben:
shalom hat geschrieben:Da wird berichtet, dass Bezirksaposteln der Gedanke an AmtsträgerInnen fremd wäre (die haben wohl noch nie was von Apostelin Junia gehört).
@shalom:

Kennen vielleicht schon, mögen aber nicht. Ehrlich gesagt wäre mir die Datengrundlage des Röm. 16, 7 auch zu wenig belastbar, um davon ausgehend für die Frauenordination zu plädieren.

Gruß,
C.E.

Im Text der überarbeiteten Lutherübersetzung von 1984 ist allerdings von "Junias" die Rede, was m.M. nach nicht unbedingt auf eine weibliche Person schließen lässt.

7 Grüßt Andronikus und Junias, meine Stammverwandten und Mitgefangenen, die berühmt sind unter den Aposteln und schon vor mir in Christus gewesen sind.

Röm 16,7 (Luth. 1984)

LG Adler

42

#76 Beitrag von 42 » 02.06.2009, 20:21

Diese Bibelstelle wurde zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich interpretiert (das ist nichts Neues). Warum dieser maennliche Junias ueberhaupt in relativ spaeten Uebersetzungen der Bibel (13. Jh.) eingefuehrt worden ist, kann man nur spekulieren. Der griechische Text gibt ueber die Frage maennlich/weiblich Aufschluss, wenn man den Akzent ueber dem iota bzw. dem alpha betrachtet. Heute ist man international zu der Ansicht gekommen, dass es sich um eine Frau handelte (Nestle-Aland 27. Auflage; Nestle-Aland ist der Herausgeber des international verwendeten Neuen Testaments auf Griechisch. Internationale Wissenschaftler betreiben die dazu noetige Quellenforschung. Die von Ihnen zitierte deutsche Uebersetzung beruhte noch nicht auf dieser Quellenlage, die der 27ten Auflage zugrunde liegt.

http://www.kirchenlexikon.de/j/junia.shtml

Bei keiner solchen Frage, auch nicht bei Junia, wird man mit letzter Sicherheit zu einer Aussage kommen koennen, wie es im Original geschrieben gewesen sein mag, aber man kann ein Ergebnis ableiten, das am wahrscheinlichsten dem nicht mehr vorhandenen Original dieser Schrift entspricht. Kein einziges der Buecher im NT ist uns als Original ueberliefert, alle alten Quellen sind ihrerseits Abschriften oder Uebersetzungen. Wir koennen deswegen auch nicht ausschliessen, dass eine spaetere Beurteilung, ggf. mit weiteren Quellen, wieder zu einem anderen Ergebnis kommt.

Bei dieser speziellen Frage kann man auch die antiken Schriftsteller heranziehen, von denen keiner den Namen "Junias" verwendete. Solche "circumstantial evidence" aus historischen Quellen hilft gegebenenfalls zusaetzlich, zu einer Entscheidung zu kommen.

Dies ist ein Beispiel fuer die Methoden der historisch-kritischen Textanalyse. Damit kann man auch spaetere Einfuegungen, Veraenderungen, vom Verfasser beabsichte Auslegungen in einem bestimmten theologischen Sinn, etc. identifizieren. Manches faellt einem schon auf, wenn man die Evangelien nebeneinander legt. "Some people are doing this for a living" (Bart Ehrmann):
Part 1 http://www.youtube.com/watch?v=7cK3Ry_i ... re=channel
Part 2 http://www.youtube.com/watch?v=kUfSunin ... re=channel
Part 3 http://www.youtube.com/watch?v=x6m07nmL ... re=related
Part 4 http://www.youtube.com/watch?v=BkZnIJoY ... re=channel
Part 5 http://www.youtube.com/watch?v=ZDjZK8SM ... re=channel
Part 6 http://www.youtube.com/watch?v=ogG38VaS ... re=channel
Part 7 http://www.youtube.com/watch?v=5YKMsJvB ... re=channel
Part 8 http://www.youtube.com/watch?v=7QSmdtge ... re=channel
Part 9 http://www.youtube.com/watch?v=hWJdq7My ... re=channel
Part 10 http://www.youtube.com/watch?v=8TffAToy ... re=channel

Quelle der englischen Verweise: NACboard

tergram

#77 Beitrag von tergram » 02.06.2009, 21:11

Ach, wenn doch die NAK immer soooo bibeltreu wäre, wie im Fall der Frauenfrage...

Beispielweise bei so unbiblischen Amtsbezeichnungen wie "Bezirksapostelhelfer" oder beim unbiblischen Entschlafenenwesen nebst gepredigter allegorischer Bilderfülle.

In den ihr genehmen Fällen legitimiert sie ihre eigene Bibelauslegung durch selbstzugeschriebenes Amtsvermögen. In anderen Fällen klebt sie am Buchstaben.

Spätestens, wenn Herr Dr. Leber wieder mal erklärt, er könnte leider nicht für die FO votieren, weil in vielen arabischen Staaten dies auf völliges Unverständnis stiesse, sollte unter den Schafen brüllendes Gelächter ausbrechen...

*flöt*

shalom
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#78 Beitrag von shalom » 02.06.2009, 21:47

Cerebron hat geschrieben:…Kennen vielleicht schon, mögen aber nicht. Ehrlich gesagt wäre mir die Datengrundlage des Röm. 16, 7 auch zu wenig belastbar, um davon ausgehend für die Frauenordination zu plädieren.
Werter Cerebron,

ehrich gesagt, wäre mir die gesicherte Datenlage sogar zu wenig belastbar, um davon ausgehend die neuapostolische selbstbildgerechte Männerordination abzuleiten :wink: .

shalom

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#79 Beitrag von shalom » 02.06.2009, 22:22

tergram hat geschrieben:
…Spätestens, wenn Herr Dr. Leber wieder mal erklärt, er könnte leider nicht für die FO votieren, weil in vielen arabischen Staaten dies auf völliges Unverständnis stiesse, sollte unter den Schafen brüllendes Gelächter ausbrechen...
Werte DiskursteilnehmerInnen,

in einem Zeitalter wo die Queen in Personalunion Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland und Staatsoberhaupt folgender weiterer Commonwealth Realms: Antigua und Barbuda, Australien, Bahamas, Barbados, Belize, Grenada, Jamaika, Kanada, Neuseeland, Papua-Neuguinea, Salomonen, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen und Tuvalu ist (Wikipedia), fällt es mir als eigenverantwortlicher Christ schwer, dem unt(heo)logisch schlüssigen Lavieren Stp. Dr. Wilhelms I. in seinem Selbstverständnis von traditionellen Frauenrollen in anderen Kulturen Glauben zu schenken. Zudem hat Stp. Dr. Leber sein Statement mit: „Ich denke“ und nicht mit „ich glaube“ eingeläutet (sein aktueller Glaube schmort derzeit nämlich auf dem Scheiterhaufen der Apostel und der Stammapostel muss im Dunkeln tappen, weil er die Lieferung des neuen neuapostolischen Glaubens immer noch erhalten hat). Kaum zu glauben und doch leider wahr.

Wenn er beim Heimspiel auf dem Apostelkongress (EJT-2009) bei der FO in die Trickkiste greift und als global operierender Kulti-Multi die Regionen gegeneinander auszuspielen versucht, dann mag das bei seinen Fans und NachläuferInnen noch Wohlgefühl für die Gemeinden (Wohlfühlgemeinden) hervorgerufen haben und die Berichte über Begeisterungsstürme sprechen ihre eigene neuapostolische Sprache. Im erwähnten Kontext zum Islam sagen mir hingegen Namen wie Indira Gandhi (Indien) oder Benazir Bhutto (Pakistan) schon noch etwas. Wir haben derzeit eine Bundeskanzlerin und mir ist nicht zu Ohren gekommen, dass Deutsche im Ausland deswegen diskriminiert werden würden oder dass die Bundeskanzlerin mit einem Einreiseverbot für Afrika belegt wäre. Was denken sich Stp. Dr. Leber und seine Fans, wenn sie auf einer Messe- und Werbeveranstaltung globaler Uniformität das Wort reden rsp. dazu applaudieren? Ich habe den Eindruck, dass die Stammapostel nicht nur in der Vergangenheit Fehler gemacht haben und noch viele vor sich haben, wenn sie so weitermachen.

Was von rein „spekulativen“ Botschaften von Stammaposteln zu halten ist, hat das Gottesurteil im Fall der stammapostolischen Fehlspekulation gnadenlos vor Augen geführt, auch wenn viele heute amtierende Apostel das immer noch nicht glauben können und lieber ihrem alten Glauben anhangen. Einmal mehr wird hier die Kluft im neuapostolischen Kirchenselbstverständnis zwischen „Dem neuen Glauben“ (DNG) versus „Dem alten Glauben“ (DAG) des normierenden Stammapostels deutlich. Stp. Bischoff konnte die Nachfolgefrage locker beeinflussen, indem er glaubhaft und überzeugend predigte, dass Gott ihm noch kein Nachfolger gezeigt hätte. Sein Geisteskind Stp. Dr. Leber kann nicht für Frauenordination sein, weil Gott ihm noch kein dazu würdiges Weib gezeigt hat (er würde doch – ganz wie sein geistlicher Ziehvater – es doch nicht wagen, sich dem Willen Gottes zu widersetzen :wink:) .

Wenn der Stammapostel ein Gottesbildnis skizziert, wonach Gott in der Auswahl neuapostolischer Segensträger von der arabischen Welt abhängig wäre (oder gar von der Popularität gewisser Personengruppen), dann stellt sich schon die Frage, wes Geistes Kind er in seiner Kirchenpolitik ist.

Stp. Dr. Wilhelm I hat meines Erachtens ein ganz massives neubabylonisches Glaubwürdigkeits- und Kommunikationsproblem, wie auch die PR um seine EJT-Messe einmal mehr deutlich macht, wo seine innerkirchliche Kommunikation (Sprachrohr VFB) eben nicht alle einbezieht und Stp. Dr. Leber so im erklärten Widerspruch zu sich selber steht.

Unter [-> CID / Kontinuität und Wandel der neuapostolischen Apostel] zitiert CID Ap. Kühnle vom Ev. Kirchentag wie folgt (21.5.2009): „Wir fühlen uns vielleicht eher protestantisch, aber von der Lehre her, sind wir an der RKK näher dran“. Mit der Überschrift: „NaK verfolgt Doppeltes“ werden meines Erachtens die viel- und einfältigen synkretischen Elemente in der Praxis der neuapostolischen Apostel gut auf den Punkt gebracht (in Bezug auf das Heil, auf den „Heiligen Geist“ und auch in Bezug auf das „Kirchesein“).

Diese na-amtlichen „Double-Binds“ diese präzisen Doppeldeutigkeiten (Doppelbödig- und Doppelbötigkeiten) sind es, wo es aufzupassen gilt, ob der Stammapostel in guter schriftgelehrter Tradition gerade mal seine Gedanken im Singular oder im Plural äußert und wie lange er noch brav abzuwarten hat, bis er von seinen Projektgruppenaposteln endlich seinen neuen Glauben zugeteilt bekommen wird (abgesegnet von der BaVi)….

shalom

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#80 Beitrag von evah pirazzi » 02.06.2009, 22:33

Die Männer sind also die Ordinaten der NAK. Wahrscheinlich kommt das aus der Mathematik. Die Ordinate ist die vertikale (y) Achse - aufrecht, gerade, nach oben weisend. Da bleibt für uns Frauen, geht man von einem zweidimensionalen System aus (mehr ist glaube ich nicht drin :wink: ) nur die x-Achse übrig, die horizontale Abzisse. Also ehrlich gesagt, eine Abzisse möchte ich nicht sein, das klingt krank, wie Abzess - *schüttel*

Hätte die NAK mehr Format, wäre sie dreidimensionaler beispielsweise, dann hätten wir Frauen Raum, die z-Achsenfunktion (Applikate) zu übernehmen und könnten die Höhe und Weite des Raumes vorgeben (aber das machen wir ja eh längst - jedenfalls gedanklich...).

:wink:
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

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