Wer tut den Willen des Vaters im Himmel ?

Für Zweifler und andere gute Christen
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Pinguin

Wer tut den Willen des Vaters im Himmel ?

#1 Beitrag von Pinguin » 10.02.2009, 13:03

Hallo zusammen,

in letzter Zeit stellte sich mir die Frage : "Wer tut den Willen des Vaters im Himmel ?"
Oder besser formuliert: "Wie tu ich den Willen meines Vaters im Himmel?"

Mt 7,21 "Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel."

Mt 25, 35 "Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. 36 Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen. 37 Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? 38 Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet? 39 Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? 40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan."

Wenn nun jemand dieses tut (Mt 25,35..) aber nicht Christ ist, kommt er dann doch ins Himmelreich, oder muss er noch ein Bekenntnis ablegen ?

Liebe Grüße Michael

Lobo

Re: Wer tut den Willen des Vaters im Himmel ?

#2 Beitrag von Lobo » 10.02.2009, 13:41

Pinguin hat geschrieben:...Wenn nun jemand dieses tut (Mt 25,35..) aber nicht Christ ist, kommt er dann doch ins Himmelreich, oder muss er noch ein Bekenntnis ablegen...
Hallo Pinguin,

spontan legt sich mir ein Wort aus Apostelgeschichte 10, 34... auf den Geist :D
...Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; 35 sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm...
Es hat wohl sehr viel mit der persönlichen Herzenseinstellung zu tun.
Römer 10,10...Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet...
...12 Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen. 13 Denn »wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden« (Joel 3,5)...
Selbst beim Schächer am Kreuze reichte zum Schluß die Herzenseinstellung aus.
Lukas 23,40...Da wies ihn der andere zurecht und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? 41 Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsre Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. 42 Und er sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! 43 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein...
Gruß
Lobo

Pinguin

#3 Beitrag von Pinguin » 10.02.2009, 15:42

Hallo Lobo,

Joh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Viele Leute legen das Wort Jesus so aus, dass wer nicht an ihn glaubt nicht zu Gott kommt.
Vielleicht hat Jesus dieses Wort ja etwas anders verstanden, als wir:
Wer den Weg der Wahrheit und des Lebens geht, geht meinen Weg den ich gelegt habe, und nur dieser kommt zum Vater. Ob dieser sich nun bewußt ist oder nicht, dass der Weg den er geht, Jesus ist.

Liebe Grüße Michael

nikodemus

#4 Beitrag von nikodemus » 11.02.2009, 19:15

Hallo Pingu :D

Ich kann mich den Gedanken von Lobo eigentlich nur anschliessen

Was Jesus von uns erwartet, ist in Mt. 22, 37 - 40 zusammengefaßt
Du sollst Gott, deinen Herrn lieben,von ganzem Herzen und von ganzem Gemüte und du sollst deinenNächsten lieben, wie dich selbst.
Kannst du das immer? Oder überhaupt?

Ich tue mich da sehr schwer. Und nun? Was jetzt?

Menschen sind, laut der Bibel, in erster Linie Sklaven Satans. Er ist und bleibt ein Wesen das nur aus Eigennutz handelt. Der Eine mehr, der Andere weniger. Hier ist überhaupt keine Nächstenliebe vorhanden, denn wahre Nächstenliebe zeigt sich in der Bibel, als eine aufopfernde Liebe, nämlich ständig zu Helfen und zu Lieben, OHNE etwas im Leben dafür zu erwarten. Noch nicht mal ein Danke von dem Nächsten.
Aufopfernde Liebe ist die, die nur Gott geben kann, nämlich das Er Seinen eingeborenen Sohn zur Opferung hingab, damit alle Menschen nur durch den Glauben an Jesus Opfertod, von der Sklaverei Satans befreit werden können. joh.3,16; Apg. 26,18; Römer 6,16-20

Wenn ein Mensch aus der eigenen Kraft, ohne Jesus, das Gebot der Nächstenliebe ( der aufopfernden Liebe) ständig, ohne Einschränkung halten könnte, dann wäre er für das Himmelreich gerettet. Er würde somit genauso sündlos leben wie Jesus.

Gott wusste aber, das das kein Mensch schafft, und daher mußte das Opfer her, damit der Mensch, wenn er an das Opfer glaubt, gerecht gesprochen werden kann.

Röm 3,28
So kommen wir nun zu dem Schluß, daß der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird, ohne Werke des Gesetzes.

Der Mensch soll das Opfer Jesus nicht nur für wahr halten, sondern er muß Christus in Demut begegnen, indem er aufrichtig seine ganzen Sünden bereut, und einsieht, dass Jesus die Herrschaft über das Leben nehmen muß.
Der Mensch muß also Christus als persönlichen Herr und Heiland in sein Herz aufnehmen. Christus klopft immer an, und wer IHM aufmacht, der kehrt bei demjenigen ein, und hält mit ihm das Mahl. Offenb. 3,20

Nun ist solch ein Mensch vor Gott also Gerecht gemacht worden, und somit ein "Kanidat" für das Himmelreich.
D.h. auch wiederrum, dass dieser Mensch, also vor Gottes Augen, jemand ist, der in vollkommener Weise Mt. 22, 37 - 40 erfüllt.
Klingt zwar überheblich, aber es ist so wie Christus es andeutet.

Hier ist eine Position die der Gläubige nun "bekleidet" ( das weisse Kleid der Gerechtigkeit)
aber der Zustand wird anders beschrieben, nämlich, der entspricht dem ganzen allemale nicht.

Da der Gläubige aber nun den hlg. Geist besitzt, ist er durch diesen "Antriebsmotor" aber angehalten, ständig die Tugenden Christi wenigstens anzustreben.

Der Gläubige tut die Werke Gottes nicht, weil er gerettet werden will, sondern....weil er gerettet wurde, nämlich am Tag seiner Bekehrung, als er durch echte Demut durch die enge Pforte ( Jesus ist die Tür) durchdrang. Nun begibt er sich auf dem schmalen weg, der sicherlich ein oft schwiedreiger Weg ist, aber auch voller Spannungen. Das Leben eines Christen ist garantiert nicht langweilig. Ich zumindest kann dafür garantieren. :)

Es gibt Menschen, die sich auch zu Gott bekennen, vielleicht auch an den Sohn glauben, zumindest für wahr halten und auch sehr eifrig in einer Kirche tätig sind, sowie die in Mt 7, 21 erwähnt werden
Herr, Herr! haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan?
Hier sieht man aber, dass Jesus nicht sagt: "Ich habe euch zwar gekannt, kenne euch aber jetzt nicht mehr", sondern Er urteilt über diese Art von Christen : "Ich habe euch niemals gekannt!"
Diese Menschen haben also nie zu den Seinen gehört! D.h. sie kamen nie mit eine demutsvollen Herzen zu Christus, um einzusehen, dass auch sie verlorene Sünder sind. Sie dachten vielleicht bei sich, dass sie ja nichts übles im Leben taten,und schliesslich tut man ja reichlich für Gott usw. oder das ja sowieso nur Mörder und Kinderschänder in die Hölle kommen....

Man muss also den Willen des Vaters tun. Also, Jesus aufnehmen, oder an anderer Stelle, ....von Neuem geboren werden.

Noch eine weiter Stelle in der Bibel zeigt eine Begegnung mit Christus und den Pharisäern. Sie fragen :
"Was sollen wir tun, damit wir die Werke Gottes wirken?",
Und Jesus antwortete:
"Dies ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat"
Joh. 6,28-29.

Soweit dazu
In IHM
der Niko

Pinguin

#5 Beitrag von Pinguin » 12.02.2009, 10:14

Hallo Nikodemus,

mir fällt das tun des Gebotes nicht nur schwer, es schein mir unmöglich.
Da brauch ich die Gnade.

Wenn ich nichts von Jesus weiß, ist mir vermutlich auch nicht bewußt wieviel Schuld ich trage.

DANKE für diesen Satz :
Der Gläubige tut die Werke Gottes nicht, weil er gerettet werden will, sondern....weil er gerettet wurde, ... (Hinzufügung von mir: aus Liebe zu Gott und dem in jeden Menschen hineingelegten guten Teil)

Danke

Liebe Grüße Michael

Römer 10, 14 Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger?

nikodemus

#6 Beitrag von nikodemus » 12.02.2009, 12:05

Liebe Grüße zurück.

Und ein fettes Amen zu deinem Geschriebenen

In IHM
der Niko

Pinguin

#7 Beitrag von Pinguin » 13.02.2009, 07:40

Hallo zusammen,

auf Jesus.de hat mir E.pic eine Antwort auf meine Frage geschrieben:

Den Willen Gottes tut, wer das Gebot seiner Liebe hält:
| Du sollst den Herrn Deinen Gott lieben aus Deinem ganzen Herzen, aus
Deiner ganzen Seele, und mit allen Deinen Kräften |

Unseren Nächsten zu lieben geht aber immer einher mit dem ersten:
wir lieben Gott dann, wenn wir unsere Mitmenschen selbstlos, ohne Bedingung, lieben.

Nun gibt es Menschen, die - aus welchem Grund auch immer - von der Liebe Gottes noch nie etwas gehört haben, aber alles geben
um ihren Mitmenschen die in Not sind zu helfen, immer für sie da sind, sich aufopfern für sie. Kurz: alles das sind und tun, was Jesus
uns in dem zweiten Gebot der Nächstenliebe nahe legt.

*Sie* kommen zwar vor den Richterstuhl; aber der Richter, Jesus, wird sie freisprechen weil sie sein Gebot der Liebe gehalten haben.

Liebe Grüße

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#8 Beitrag von Loreley 61 » 13.02.2009, 09:10

Apropos Aufopfern.......

hier mal ein Zitat eines großen Dichters und Denkers:

“Wenn du damit beginnst, dich denen aufzuopfern, die du liebst, wirst du damit enden, die zu hassen, denen du dich aufgeopfert hast.” (Bernhard Shaw)

Das ist sehr oft das Problem in der Religion. Man vergißt sich selbst - man vergißt die Eigenliebe oder Selbstliebe. (Nicht zu verwechseln mit Egoismus) Man muß auch an sich selbst denken - bei aller Liebe zu den anderen. Sonst lebt man nicht mehr sein eigenes Leben und verbiegt sich ohne Ende. Frustration und seelische Erkrankungen sind oft die Folge. Eine Religion, die zur bloßen Unterwürfigkeit und Aufopferung auffordert, ist in meinen Augen menschenverachtend. Das Individuum bleibt auf der Strecke.

LG, Lory
Unsere Gedanken und Gefühle werden durch unsere Überzeugungen geformt.
Was du tief in dir und oft unbewusst denkst, das zeigt die größte Wirkung in deinem Leben.
Brauche nichts ... wünsche alles ... und wähle, was sich zeigt!
______
Namaste

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#9 Beitrag von tosamasi » 13.02.2009, 10:01

Shaw hat Recht. Das gilt für alle Bereiche des Lebens.
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

Pinguin

#10 Beitrag von Pinguin » 13.02.2009, 10:12

Hallo Lory,

genau, das sehe ich auch so, es heißt ja: "... liebe deinen Nächsten wie dich selbst.." und ich glaube das stellt eine vernünftige Grenze zwischen "Dienen" und "ausgenutzt werden" dar.

In einer Vesperkirche sah ich viele Leute die sehr dankbar waren für das was sie dort bekommen hatten, aber es gab auch die, bei denen man sich vorkam wie gehetztes Bedienpersonal.

Wenn ich mir von jemand helfen lasse, so versuche ich immer daran zu denken, diesen netten Menschen nicht überzustrapazieren. Das Maß dazu liegt in mir selbst.

Wir kommen schnell an unsere Grenzen, wenn es darum geht unsere Feinde zu lieben. Hier hört der Humanismus vermutlich auf und fängt Jesus Lehre an. Und genau hier wird es mit dem "ausnutzen" auch wirklich schwierig. Denn der Nächste ist nicht nur der, welchem ich Seelenverwandt bin, sondern dem welchem ich begegne und der meine Hilfe braucht.

Jetzt neige ich leicht dazu zu sagen, der der meine Hilfe wirklich braucht, der wird mir auch dankbar sein, aber Jesus selbst sagte einmal:
"Lk 14, 13 Sondern wenn du ein Mahl machst, so lade Arme, Verkrüppelte, Lahme und Blinde ein,14 dann wirst du selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten; es wird dir aber vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten."

Lk 17,17 Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die zehn rein geworden? Wo sind aber die neun?

Wenn Jesus so ausgenutzt wurde und wird ... und wir ihm nachfolgen.. ???

Liebe Grüße Michael

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