Diskussion zur aktuellen Entscheidung des Vatikan

Neues aus dem katholischen Bereich
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Lobo

#21 Beitrag von Lobo » 29.01.2009, 18:20

Steppenwolf hat geschrieben:...Man kann zum arrogant wirkenden Gehabe eines Friedmann stehen wie man will - ich halte diesen Menschen aus im Bewusstsein der Sünden unserer Väter, die nicht verjähren. Auch wenn´s nervt und schmerzt...
Wie weit geht unsere Solidarität mit Israel?

Ruhrgebiet

#22 Beitrag von Ruhrgebiet » 29.01.2009, 18:21

Habe ich gesehen. Da beschimpft Friedmann Herrn Blüm als Faschist. Unfassbar!

Maximin

KIRCHENOBERHAUPT ODER DIPLOMAT...?

#23 Beitrag von Maximin » 30.01.2009, 13:21

Die Aufhebung der Exkommunikation führender Anhänger des früheren Kardinals Joseph-Charles Lefèbvre (siehe :arrow: hier) hat weltweit Aufsehen erregt. In der internationalen Presse bemängeln heute einige Kommentatoren, dass dem gegenwärtigen Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche, Papst Benedikt, diplomatische Geschick abgeht und er von einem Fettnapf in den anderen tappt.

In der Süddeutschen Zeitung von heute ist folgendes zu lesen (Auszüge anbei).

Ungeachtet jüdischer Proteste hat Papst Benedikt XVI. einen ehemaligen Bischof rehabilitiert, der den Holocaust leugnet. Wie der Vatikan am Samstag mitteilte, hob der Papst mit einem Dekret die Exkommunizierung von vier katholischen Bischöfen aus dem Jahr 1988 auf, die ohne Zustimmung des Vatikans geweiht worden waren. Unter ihnen ist auch der Brite Richard Williamson, der wiederholt das volle Ausmaß des Völkermords an den Juden während des Nationalsozialismus leugnete.
[...]
Damit droht den katholisch-jüdischen Beziehungen einer der schwersten Schäden seit 50 Jahren. Roms Chefrabbiner befürchtete, die Rehabilitation Williamsons werde "eine tiefe Wunde" aufreißen. Die Dachorganisation der jüdischen Organisationen in Frankreich nannte Williamson einen "abscheulichen Lügner, dessen einziges Ziel es ist, den jahrhundertealten Hass gegen Juden zu schüren."
[...]
In Israel war vor knapp zwei Wochen der Vergleich des Gazastreifens mit einem Konzentrationslager durch einen hochrangigen Papst-Berater auf scharfe Kritik gestoßen.
[...]
Ein Sprecher des Außenministeriums in Jerusalem erklärte daraufhin, das Vokabular Martinos sei schockierend und gleiche der Propaganda der radikal-islamischen Hamas.


Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/282/455954/text/

Katharina

#24 Beitrag von Katharina » 30.01.2009, 13:42


tergram

#25 Beitrag von tergram » 31.01.2009, 08:52

Holocaust-Diskussion: Williamson ohne Reue – Bischöfe mit Papst-Kritik

30. Januar 2009, 16:32 Uhr

Der Papst erntet wegen der Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen weiter scharfe Kritik. Das Vorgehen schade dem Amt und erschwere die Ökumene. Die Entschuldigung Williamsons hat die Lage auch nicht entspannt. Denn der Holocaust-Leugner nahm inhaltlich nichts zurück.

Bitte weiterlesen unter: http://www.welt.de/politik/article31201 ... ritik.html

Brombär
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#26 Beitrag von Brombär » 31.01.2009, 11:40

Ruhrgebiet hat geschrieben:Habe ich gesehen. Da beschimpft Friedmann Herrn Blüm als Faschist. Unfassbar!
Kaum jemand verschaffe Deutschlands Antisemiten mehr Zulauf »als Herr Friedman mit seiner untoleranten, gehässigen, überheblichen Art«.

Quelle :
http://www.stern.de/?id=231206

Auch wenn dies nichts mit der Katholischen Kirche zu tun hat, es musste noch raus.

tergram

"Werft mich ins Meer" ...

#27 Beitrag von tergram » 31.01.2009, 12:18

Man mag es kaum lesen... aber man sollte es gelesen haben...

Herr Williams und der Holocaust: http://www.n-tv.de/1094591.html

Das Lachen der Mörder wird durch geistige Brandstifter erst möglich: http://www.n-tv.de/922255.html Herr, vergib ihnen nicht. Denn sie wissen, was sie tun.

42

#28 Beitrag von 42 » 31.01.2009, 13:55

http://www.kath-theol.uni-tuebingen.de/ ... eErkl.html

http://egora.uni-muenster.de/fb2/sp_auto_62383.shtml

http://www.theol.uni-freiburg.de/aktuel ... 21-01.2009
http://www.stimme.de/suedwesten/nachric ... 70,1449285

Manchmal melden sich Kirchenfuehrer zu Wort, wenn sie der Meinung sind, ihre Kirchenleitung beschaedige die Kirche. Manchmal geben Kirchenfuehrer nicht nur einfach eine Ergebenheitsadresse in Richtung der Kirchenleitung ab, was gleichzeitig auch ihre eigene Autoritaet beschaedigt, wenn die Kirchenleitung sich vergallopiert. Hoert, hoert. Wir koennen in dieser Hinsicht von anderen Kirchen viel lernen. Aber nicht unbedingt alles:
Sie befürchten einen „Wendepunkt der Kirchengeschichte“. Die Entscheidung von Papst Benedikt XVI. vertiefe die „Gräben zu den Kirchen der Reformation“ und laufe dem Einsatz von Christen für freiheitliche Grundrechte zuwider, heißt es in der Erklärung von zwölf Freiburger Professoren. (..) Die Traditionalisten ignorierten oder verneinten zentrale Konzilsaussagen zur Religionsfreiheit, zur Würde des individuellen Gewissens, zum universalen Heilswillen Gottes, zum gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen und zur besonderen heilsgeschichtlichen Rolle der Juden.
Die 15 Tübinger Theologen kritisierten den Beschluss des Papstes als „Ärgernis und schwere Belastung unserer Arbeit“: „Wer sich auf dem Boden des II. Vatikanischen Konzils um eine Kirche und eine Theologie bemüht, die im offenen Dialog mit der Welt und den Religionen, insbesondere dem Judentum, stehen, fühlt sich vor den Kopf gestoßen. (...) Wir befürchten, dass die Aufhebung der Exkommunikation dieser Bischöfe einen Wendepunkt in der nachkonziliaren Kirchengeschichte markiert.“
Wie beschrieb Michael Koch einmal die Reaktion eines neuapostolischen Amtstraegers nach der Amtsuebernahme von Dr. Leber? "Wir werden auf dem eingeschlagenen Weg bleiben" wurde uns gesagt. Nicht gesagt wurde, dass wir ihn wieder zurueck gehen wuerden. Manchmal wuenscht man sich auch nicht, dass man die Empfindung von Aehnlichkeiten zwischen den Kirchen hat und dass Wendepunkte so nicht stattgefunden haetten.

Lobo

#29 Beitrag von Lobo » 01.02.2009, 17:41

Hardliner-Kurs auf dem Vatikan

Die Karawane zieht weiter... :shock:

42

#30 Beitrag von 42 » 02.02.2009, 10:57

Für Benedikt XVI. sei diese Vermischung in der öffentlichen Wahrnehmung ein Unglück: "Der Papst tut mir leid“, sagte der Kardinal am Rande eines Empfangs zum 1000-jährigen Bestehen des Mainzer Doms.
Kommentar in der heutigen Zeitung: Fuer einen, der die Kirche fuehren soll, kann es nicht viel Schlimmeres als Mitleid geben.

Anmerkung: Das trifft auf Fuehrungs"persoenlichkeiten" ganz allgemein zu. Ich bin versucht festzuhalten, dass ich der Letzte bin, der etwas gegen die katholische Kirche hat, aber Beteuerungen in solcher Form haben seit einiger Zeit in NAK-Foren einen ganz faden Beigeschmack.

Die Haltung von Bischof Fuerst kommentiert die selbe Zeitung heute wie folgt:
So etwas passiert nur selten: Ein katholischer Bischof in Deutschland geht ofen auf Distanz zu Rom. Gebhard Fürst hat sich mit all denen solidarisiert, die in der Rehabilitierung von vier Traditionalistenbischöfen ein falsches Signal zum Rückzug aus der Moderne sehen. Der Oberhirte des Schwabenbistums Rottenburg-Stuttgart macht in seiner am Samstag veröffentlichten Erklärung deutlich: Es geht nicht nur um die Frage, ob vier Exkommunizierte wieder zur Kirche gehören. Auch nicht darum, ob einer von ihnen ungestraft den Holocaust leugnen darf. Es geht um Fundamente des Glaubens.

Akzeptiert die Kirche die Religions- und Gewissensfreiheit? Sucht sie die Annäherung zu anderen Kirchen, den Dialog mit anderen Religionen? Hält sie an der Liturgiereform fest oder kehrt sie zur lateinischen Messe zurück? Hört die Kirche auf die Stimme des Volkes? (..)
Der Artikel beschaeftigt sich noch mit der Ernennung des ultrakonservativen Priesters Gerhard Wagner zum Weihbischof von Linz in Oesterreich und endet mit den Worten
Dies sei der "letzte Tropfen, der das Fass zum Ueberlaufen bringen wird", meint die Reformbewegung Wir sich Kirche.

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