Mit, oder ohne Vermittler?

Für Zweifler und andere gute Christen
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Katze

Mit, oder ohne Vermittler?

#1 Beitrag von Katze » 17.01.2009, 22:44

:wink:
Zuletzt geändert von Katze am 10.02.2009, 07:48, insgesamt 1-mal geändert.

Brombär
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Registriert: 28.11.2007, 00:15

Re: Mit, oder ohne Vermittler?

#2 Beitrag von Brombär » 17.01.2009, 23:40

Katze hat geschrieben:Hi,
ich mache mir seit einiger Zeit viele Gedanken...

Da gibt es noch offene Fragen zur Bibel und usw. Dabei bleibe ich sehr oft an der Aussage Jesu hängen: Niemand kommt zum Vater, denn durch mich.

Es ist eigentlich eine klare Aussage... Jesu ist unser Vermittler zu Gott, an Jesu kommt man nicht vorbei, wer Jesu nicht anerkennt, keine Beziehung zu ihm aufbaut kommt nicht zu Gott.

Nur... an anderer Stelle sagte Jesu: Wen ihr auf Erden bindet soll auch im Himmel gebunden sein.
Und, wem ihr die Sünden erlasset denen sind sie erlassen.

Ist das nicht ein gewisser Widerspruch...
Denn einmal wird durch Jesu ausgesagt: Nur durch mich geht es.
Und ein anderes mal sagt Jesu aus: Es gibt Welche, die als Mittler zwischen euch und mir stehen.

Die Katholische Kirche und die Neuapostolische Kirche z.B. haben sich letzteres zu Eigen gemacht. Denn in der Katholischen Kirche können die Gläubigen beichten und bekommen von ihrem Piester die Absolution erteilt(falls ich hier falsch informiert bin kann mir ja vielleicht fillipo, oder ruhrgebiet weiterhelfen). Und in der Neuapostolischen Kirche bekommen die Geschwister durch die Apostel als Mittler die Sündenvergebung.

Trotzdem, warum diese beiden Aussagen von Jesu: Einmal, ich bin es alleine und ein andermal doch nicht alleine, sondern mit Vermittler.
Was nun...?(mir fehlt an Bibelverständnis einiges...:oops:)

Fragende Grüße
Katze

Liebe Katze,

ich stelle mir vor, Sie sind in neuapostolischen Verhältnissen aufgewachsen und haben somit gelernt, an die wörtlichen Reden der Heiligen Schrift (mit denen die NAK übrigens viel legitimieren will ) zu glauben.

Wenn dem so ist, wovon ich ausgehe, verstehe ich auch, dass Sie mit dem biblisch erwähnten Sendungsauftrag so Ihre Probleme haben.

Ist Ihnen, liebe Katze, schon einmal aufgefallen, dass Jesus seine Jünger so gut wie nie als Apostel bezeichnet hat ?

Mit Paulus, einem Schriftgelehrten, hat sich dies geändert.

Nach den heutigen Erkenntnissen der Exegese können wir davon ausgehen, dass die vielen wörtlichen Reden der Bibel, so nicht stattgefunden haben, da sich die Aufzeichnungen erst Jahrzehnte später ergeben haben. Dies soll nun kein Grund sein, wesentliche Lehre Jesu anzuzweifeln. Allerdings gibt es schon zu denken, wenn in vier unterschiedlichen Evangelien unterschiedliche Wortlaute zu Stellungnahmen Jesu vermeldet werden.

Es wird, nachdem sich die Schar der Jünger als - man würde heute sagen - kirchenleitendes Amt verstanden hat, verständlich, dass sich die Worte Jesu zunächst einmal an seine Jünger richteten, jedoch mit dem ausdrücklichen Wunsch Jesu, diese, seine frohe Botschaft in alle Ecken der Erde zu tragen. Die wörtliche Übersetzung des Sendungsauftrages, wie sie im 28. Kapitel des Matthäus-Evangeliums geschrieben ist, heißt : " Darum machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des dreieinigen Gottes.

Es ist gut und unerlässlich, dass sich gläubige Menschen entschlossen, diesen Auftrag, sozusagen hauptamtlich und lebensfüllend in die Menschheit zu tragen. Was weniger gut ist, ist der Umstand, dass sich etliche als Gefolgsleute mit einer Machtfülle ausgestattet sehen, die weit in die persönliche Lebensführung der Menschen hineinragt.

Es liegt an jedem einzelnen, in wie weit er einer von Menschen angeeigneten Herrschaft unseres Heilandes Jesu vertraut.

Wenn Jesus sagte : " Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden, so ist diese Gewalt - aus meiner Sicht - weder an die RKK noch an die Repräsentanten der NAK übergegangen.

Soviel für heute.


Brombär

Maximin

MITTLERROLLE...?

#3 Beitrag von Maximin » 18.01.2009, 15:32

Katze schrieb am 17.01.2009 u. a.: „Ich mache mir seit einiger Zeit viele Gedanken... Da gibt es noch offene Fragen zur Bibel usw. Dabei bleibe ich sehr oft an der Aussage Jesu hängen: Niemand kommt zum Vater, denn durch mich.“

:) „Mietze,“ diese Fragen und die scheinbaren Widersprüche treiben schon sehr sehr lange ernsthafte Christenmenschen um. Leute, deren Vertrauen in einem allein seligmachenden Kirchenbetrieb wackelt und dort abzusaufen droht. Solchen „Wackelkadidaten“ wird dann meist mit der Frage entgegengetreten: „Wo ist Dein Glaube?“ Wer sich dann mit Einwendungen und nachdenklichen Vorbehalten wehrt, der wird mit einem weiteren Bibelzitat endgültig niedergemacht: „Der Zweifler empfängt nichts.“

Wer als christlicher Seelsorger so angreiferisch vorgeht, der unterscheidet m. E. nicht zwischen dem Glaube einerseits und dem Vertrauen andererseits. Hier wird mein fester Glaube an den Herrn Jesus mit meinem angebrannten Vertrauen an einen bevollmächtigten Kirchenbetrieb unzulässig vermischt, ausgetauscht oder günstigstenfalls verwechselt.

Also, ich glaube und vertraue meinem Heiland unbedingt. Eigentlich uneingeschränkt. Den verschiedenen Kirchenbetrieben glaube ich nicht mehr alles und vertrauen kann ich ihnen auch nicht mehr. Keiner einzigen blindlings, egal was sie an ihren Kirchgebäuden draußen dran schreiben und den Leuten drinnen so alles als heilsnotwendig und deshalb als glaubensverbindlich vortragen.

Bin ich nun deshalb für Gottes Reich verloren? Darüber habe ich noch vor 6 Jahren mindestens so ernsthaft nachgedacht wie Du über Deine offenen Fragen auch. Ich werde aber in meinen nächsten Beiträgen bei Deinen eigentlichen Fragen bleiben:

· Braucht es zwischen Gott und mir noch andere Vermittler als Jesus Christus?
· Sind mir meine Sünden gegen Gott und meinen Mitmenschen durch meinen lebendigen Glauben an unseren Heiland, Jesus Christus, und an seinen Opfertod, vergeben, oder muss mir die Vergebung, so oft wie möglich, von verantwortlichen und dazu beauftragten Kirchenleuten vermittelt und zugesprochen werden?

Nur so vielmal vorab: Was ich Dir antworten werde, das ist mein augenblicklicher Erkenntnisstand. Prüfe Du den Deinen und las uns darüber weiter austauschen.

Herzlichst grüßt Micha :wink:
Zuletzt geändert von Maximin am 18.01.2009, 19:31, insgesamt 1-mal geändert.

Katze

#4 Beitrag von Katze » 18.01.2009, 17:10

:wink:
Zuletzt geändert von Katze am 10.02.2009, 07:47, insgesamt 2-mal geändert.

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#5 Beitrag von tosamasi » 18.01.2009, 17:34

Katze schrieb:
Nur vielleicht ist dieses Sicherheit eine trügerische Sicherheit, weil die persönliche Beziehung zu Jesu zu kurz kommen könnte...
Wie darf ich mir eine persönliche Beziehung zu Jesus vorstellen????
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

abendstern_
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#6 Beitrag von abendstern_ » 18.01.2009, 17:36

gestern las ich das

Klick

und beim Lesen der vielen Gedanken, die sich Christen so machen, dachte ich, ja, vielleicht ist das wirklich die bessere Alternative.

Oder auch
"Es gibt eventuell einen Gott. Aber hören Sie doch endlich auf, sich Sorgen zu machen und genießen Sie Ihr Leben."

Tatyana

#7 Beitrag von Tatyana » 18.01.2009, 19:01

Katze hat geschrieben: Es ist sicherlich nichts schlechtes alles für die Kirche zu tun, sich überall einzubringen, keinen Gottesdienst zu versäumen. Es gibt Sicherheit etwas für seinen Glauben zu tun, gläubig zu sein.
Was hat "etwas für die Kirche tun"(wie immer das auch aussehen mag: was ist denn "die Kirche"?) mit "gläubig sein" oder "etwas für seinen Glauben tun" zu tun :shock: ?. Und was hat "keinen Gottesdienst versäumen" mit Glauben zu tun???

uhu-uli

#8 Beitrag von uhu-uli » 18.01.2009, 19:50

8)
Zuletzt geändert von uhu-uli am 12.10.2009, 20:11, insgesamt 1-mal geändert.

Katze

#9 Beitrag von Katze » 18.01.2009, 19:53

...
Zuletzt geändert von Katze am 09.02.2009, 22:14, insgesamt 1-mal geändert.

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#10 Beitrag von tosamasi » 18.01.2009, 20:19

Da würde ja ein Zurückziehen aus dem Rennen und der Mitmachgemeinde helfen.
Ich denke aber schon, dass man sowohl Einsatz, als auch Besinnung unter einen Hut bringen kann.

Trotzdem hätte ich gerne den Begriff 'persönliche Jesusbeziehung' geklärt.
Ich kann dankbar an Jesus denken, und versuchen seine Gesinnung zu verinnerlichen, ich kann Gott im Gebet Vater nennen, und in Gottesdiensten den Heiligen Geist zu verspüren meinen.
Meinst du das mit persönlicher Beziehung?
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

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