Adolf Merckle!

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Tom aus Franken

Adolf Merckle!

#1 Beitrag von Tom aus Franken » 07.01.2009, 15:41

So können wir es lesen!
Nach dem Selbstmord von Adolf Merckle ist die schwer angeschlagene Merckle-Gruppe vorerst gerettet.
Ich stelle dieses Thema mal ins Forum. Mich hat es eigentlich "nicht" geschockt, als ich die Nachricht hörte. Ich habe dann mit mir "gehadert" ob ich denn auch ein richtiger Christ sei. Mich soll doch das Leid der Menschen rühren, ich soll doch für gerade diese Gruppe Menschen beten. Ich soll doch .... ach was solls. Ich habe einfach nur über diesen Mann geschimpft. Er hat ein Milliardenimperium geschaffen, setzt Millionen in den Sand, regelt dann per Testament alles und wirft sich vor den Zug. In den USA hat sich heute auch ein Immobilienhai das Leben genommen.

Ich bin auch selbstständig, habe von keiner Bank auch nur einen CENT Kredit bekommen und doch meine kleine Firma mit eigener Kraft aufgebaut. Wenn ich heute ähnliches erleben würde, wäre ein Selbstmord das Letzte, was ich tun würde. Es gibt überall eine Lösung, wenn man sie sucht und diese auch entsprechend umsetzt. Nach dem TOD ist doch plötzlich auch einiges möglich geworden. Warum erst danach?

Fragen über Fragen, wer mag sie beantworten. Ich nicht, ich denke nur manchmal, in einer falschen Welt zu leben.

Tom aus Franken

Dieter

#2 Beitrag von Dieter » 07.01.2009, 16:28

Lieber Tom,

ich habe mich gefragt, wie verzweifelt dieser Mann gewesen sein muß, daß er diesen Schritt getan hat. Zu richten, ob sein Verhalten davor oder der Freitod selbst falsch war, möchte ich nicht.
Tatsache ist, daß er sich in seinem Leben sehr FÜR seine Mitarbeiter eingesetzt hat: http://www.idea.de/index.php?id=355&tx_ ... 74319d34b2

Nachdenkliche Grüße
Dieter

scholli

#3 Beitrag von scholli » 07.01.2009, 16:33

Mich hat die Sache sehr betroffen gemacht , auch weil er ein Arbeitgeber und Mensch war der heute zu suchen ist. Im positiven Sinne !

http://www.nak-guenzburg.de/index.php?t ... ews&id=100

dietmar
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#4 Beitrag von dietmar » 07.01.2009, 16:43

unabhänig von politischen Ansichten,kann man solcher Menschen nur fürbittend gedenken.
Es sind täglich mehrere Menschen die in Deutschland ihr Leben als nicht mehr lebenswert betrachten und es beenden auch Kinder und Jugendliche.

Katze

#5 Beitrag von Katze » 07.01.2009, 16:49

Hi,

ich denke auch, dass mit dem urteilen, oder aburteilen eines Menschen der sich umgebracht hat, man sehr vorsichtig sein sollte.

Meine Oma sagte immer: Jeder Käfer zappelt um sein Leben.

Ein Mensch der sich selbst tötet ist vermutlich in einer vollkommen aussichtslosen Situation, oder genauer gesagt, er empfindet seine Situation vollkommen aussichtslos. Denn, wenn wir mal überlegen....wie, einfach ist es denn sich selbst umzubringen...
Es wird manchmal schnell gesagt, in dieser, oder jener Situation würde ich Schluß machen. Aber es dann wirklich zu tun, ist etwas anderes.

lg Katze

tergram

#6 Beitrag von tergram » 07.01.2009, 17:50

Nach allem, was über diesen Fall bisher in den Medien zu lesen/hören war, gehe ich von einer akuten psychischen Ausnahmesituation aus.

Wer etwa 5-6 Milliarden ( so sieht das aus: 5.000.000.000 - 6.000.000.000) Euro besitzt und davon durch Fehlentscheidungen etwa 1 Milliarde Euro durch den Kamin jagt, der mag sich abends voller Frust eine edle Flasche Rotwein gönnen und darin seinen Ärger ertränken. Und sich ansonsten gelassen zurücklehnen, freudig die verbliebenen unermesslichen Reichtümer betrachten und sich seines Lebens und seiner Gesundheit freuen.

Anders, als mit "psychische Ausnahmesituation" kann ich mir den Suizid bei diesen Rahmenbedingungen nicht erklären. Ein menschlich sehr bedauerlicher Vorfall mit dem bitteren Fazit, dass (auch) in diesem Fall etwas weniger Reichtum wohl mit etwas weniger Gier nach noch mehr Reichtum einhergegangen wäre...

Trotz der aktuellen Überbrückungskredite: Das Imperium wird wohl zerschlagen werden (müssen). Viele werden ihren Arbeitsplatz verlieren. Niemand davon wird sich auf 'verbliebene unermessliche Reichtümer' stützen können, ein Großteil wird unverschuldet Hartz-IV-Empfänger werden.

Der Täter, der gleichzeitig das Opfer ist, hat sich der irdischen Verantwortung und der Konsequenzen für sein Handeln entzogen.

Es gibt in dieser Sache nur Verlierer.
Zuletzt geändert von tergram am 07.01.2009, 17:55, insgesamt 1-mal geändert.

Dieter

#7 Beitrag von Dieter » 07.01.2009, 17:55

tergram hat geschrieben:Viele werden ihren Arbeitsplatz verlieren. Die meisten davon werden sich nicht auf 'verbliebenes Privatvermögen' stützen können.
tergram, vielleicht liegt darin die Ursache für die "psychische Ausnahmesituation" Merckles. Aufgrund seiner sozialen Einstellung halte ich dies durchaus für möglich.

Dieter

tergram

#8 Beitrag von tergram » 07.01.2009, 17:58

Dieter hat geschrieben:
tergram hat geschrieben:Viele werden ihren Arbeitsplatz verlieren. Die meisten davon werden sich nicht auf 'verbliebenes Privatvermögen' stützen können.
tergram, vielleicht liegt darin die Ursache für die "psychische Ausnahmesituation" Merckles. Aufgrund seiner sozialen Einstellung halte ich dies durchaus für möglich.
Dieter
Warte ab, da ist noch nicht alles an der Oberfläche... Geh mal davon aus, dass das Privatvermögen vor dem Kollaps der Firmen gut geschützt wurde. Man hätte - wenn einen denn das Gewissen so arg plagt - aus dem Privatvermögen einen Hilfsfonds für Härtefälle ins Leben rufen können. Hat man aber nicht. Ach nee...

Anne

#9 Beitrag von Anne » 07.01.2009, 20:17

Beim Suizid überwiegen Kurzschlussreaktionen. In 65% der Fälle soll die Zeitspanne zwischen den ersten Suizidgedanken und der Tat weniger als 24h betragen, bei 40% sogar weniger als eine Stunde.

Solche Zahlen werden in der Fachliteratur oder z. B. auf entsprechenden Internetseiten immer wieder korrigiert / angepasst, geben aber einen allgemeinen Eindruck.

:?

scholli

#10 Beitrag von scholli » 08.01.2009, 08:41

Moin Tom,

ich habe nicht genau verstanden was die Kreditvergabe an deine Firma mit dem Freitod von Adolf Merckle zu tun hat.
Vielleicht solltest du dich mal mit Basel 2 sowie mit dem Ratingcode deiner Firma beschäftigen.
Es stimmt aber das es heute wesentlich schwerer ist an Fremdkapital zu kommen wie z. Bsp. vor 10 oder 20 Jahren.
Aber sogar Banker sind in ihrer Borniertheit lernfähig(und das soll schon was heißen) und verfügen inzwischen in ihren Kreditabteilungen über einigermaßen qualifizierte Mitarbeiter.

Moin Tergram,

du solltest aber nicht übersehen das Herr Merckle mit seinem eingegangenen unternehmerischen Risiko erst Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen hat.

Wenn ich das aus der Ferne richtig beurteilen kann war er ein Herzblut- Unternehmer der nicht damit fertig geworden ist das sein Lebenswerk zerstört ist.
Er ist am Ende sozusagen von den Banken enteignet worden die das finanzielle Risiko ursprünglich mit getragen haben.
Mir tut es leid das ein Unternehmer mit solch einem sozialen Engagement gegangen ist.
Klar ist auch das man in solchen finanziellen Größenordnungen seine Berater hat die unter anderen auch in Kreditinstituten sitzen , anscheinend haben auch die total versagt. Die Wirtschaftskrise hat das übrige bewirkt.

Mein aufrichtiges Beileid gehört den Hinterbliebenen und wie Bischoff July sagt sollte man Herrn Merckle im Gebet der „Gnade Gottes anbefehlen“.

LG C.

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