Bibel und Bildung und Philosophie und Überhaupt...

Was sonst nirgends reinpassen würde
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Tatyana

#11 Beitrag von Tatyana » 20.11.2008, 17:43

Man braucht keinen religiösen Übereifer in der Familie, um Kinder seelisch zu verkrüppeln...

Bildung...ach ja. Wenn ich mir die deutsche Bildungslandschaft so ansehe und mir ansehe, mit welchen überalteten Büchern die Kinder teilweise lernen müssen, oder Büchern, in denen Haarsträubendes steht, wundert mich gar nichts mehr. Und wenn ich Eltern sehe, in deren ganzen Wohnung außer den Schulbüchern der Kinder keine Bücher zu finden sind, wundert mich noch viel weniger. Das alles hat aber keine religiösen Ursachen.

Und die Geschichte hat gezeigt, daß Fortschritt immer erst dort möglich wurde, wo Staat und Religion getrennt wurden.

eimi

#12 Beitrag von eimi » 20.11.2008, 19:25

Das Selbe geht auch mir im Herzen rum. Natürlich trifft das nicht nur den religiösen Sektor. Die seelische Verkrüppelung hat in allen Bereichen Methode. Ich rede hier von der allgemeinen, die man kaum spürt, oder erst zu spät, nicht von gezielten physischen und psychischen Misshandlungen. Obwohl sie aus der allgemeinen entstehen.

Die Frage ist doch, warum wird Bildung verhindert? Warum werden die Kinder zu kleinen Erwachsenen erzogen, so dass sie eine homogene Masse bilden, die dem Staat als solchem für dessen Zukunft nicht gefährlich werden.

Mir ging es um den direkten Bezug von den Kirchen aus, denn insgeheim arbeiten sie ja mit dem Staat zusammen, auch wenn dies ganz zufällig unbeabsichtigt sein sollte. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Mit dem Fortschritt hast Du vollkommen Recht. Die Kirche ist die größte Evolutionsbremse, die es gibt.

Und wenn man sieht und hört, wie der Staat versucht das Bildungsproblem in den Griff zu bekommen, dann muß man ihm geredezu
ein nicht wollen unterstellen. Vieleicht ist ja Bildung für alle, auch eine gewisse Gefährlichkeit für die Regierenden.

Tatyana

#13 Beitrag von Tatyana » 20.11.2008, 19:39

Ich liebe Verschwörungstheorien :wink:

Bildung...wer oder was vermittelt denn Bildung?
Zunächst doch einmal die Eltern. Wenn in ganz jungen Jahren kein Grundstein gelegt wird, werden die wenigsten Kinder ein Interesse an Bildung entwickeln. Wenn Neugier konsequent ignoriert oder abgestraft wird, wird sie irgendwann verkümmern oder krankhaft mutieren. Wenn Medien der alleinige Babysitter werden, werden keine Antworten vermittelt und dann irgendwann auch keine Fragen mehr gestellt. Und die, die so aufwachsen, geben es meist direkt an die nächste Generation weiter.

Vernachlässigte Eltern vernachlässigen ihre Kinder oder wissen sich nicht zu helfen, sind selber hilflos.
Die heutige Erwachsenengeneration ist von der Wirtschaftswunderzeit bis zu den konsumfreudigen Neunzigern in immer loseren un d immer bedeutungsloseren Familienverbänden immer einsamer aufgewachsen. Wie sollte sie Werte und Zusammengehörigkeit vermitteln können? Konsum und Essen sind Ersatzbefriedigungen. Alte Werte werden konsequent verachtet und neue nicht gefunden und nicht vermittelt.

Manche Religion, sofern sie nicht in der "wir fordern blinde blökende Schafe" Forderung veraltet haftengeblieben ist, könnte hier sogar helfen und dienlich und förderlich sein, einen Halt geben, wie trügerisch er vielleicht manchmal sein mag. Aber Relexion und innere Einkehr sind zur Untugend geworden...

(ja, seelische Verkrüppelung hat oft Methode. Und ist gerne diesbezüglich blind und überheblich. Im persönlichen Bereich noch mehr als in allen anderen.)

eimi

#14 Beitrag von eimi » 20.11.2008, 20:10

Sach ma hast Du studiert oder so? :wink:

Verschwörungstheorie hin und her, irgend etwas muß ja das Machtgefüge zusammenhalten, oder?

Wer vermittelt Bidung?

Naklar sind es die Eltern in erster Linie. Hier liegt doch der Hase im Pfeffer.
Da stellt sich doch die Frage, wie kann das beseitigt werden?

Ich persönlich habe mir erst Bücher kaufen können, als ich es mir leisten konnte, vorher ab und zu mal ausgeliehen. Der Drang etwas wissen zu wollen hat mir dazu verholfen heute ein gewisses Wissen zu haben, was bei weitem nicht den Anspruch hegt vollkommen zu sein. Ich glaube, in jedem ist dieser Drang. Aber es ist so, wie Du schreibst.

Heutzutage wirst Du als einfacher Arbeiter so auf Trabb gehalten, da kann der Wissensdurst schon auf der Strecke bleiben und bei vielen bleibt er das auch. Und trotzdem wird der Arbeiter seinem Sohn sagen, Kind lerne etwas richtiges, (was immer das sein mag). Ein Akademiker wird als Vater sagen, lerne, lerne,lerne, damit Du später mal gutes Geld verdienst. Wie auch die Motivation ist. Der Sohn des Arbeiters wird meistens Arbeiter.

Tatyana

#15 Beitrag von Tatyana » 20.11.2008, 20:36

Ja, irgend etwas muß das Machtgefüge zusammenhalten. An meinen zynischeren Tagen würde ich sagen, die Dummheit und Bequemlichkeit der großen Masse...

Leider gibt es viel zu viele Menschen, die nur Neugierde entwickeln, wenn es um ihre Nachbarn geht :? . Ich wollte schon im zarten Alter von vier Jahren von meinem Opa wissen, warum die Banane krumm ist :wink:

Ja, der Sohn vom Arbeiter wird meist auch Arbeiter. Und mal ganz nebenbei: nur mit versponnenen Akademikern kann ein Land auch nicht gedeihen :wink: . Manchmal braucht es jemanden, der auch mal anpackt. Deshalb braucht aber doch besagter Arbeiter nicht zwangsläufig ungebildet sein. Okay, nach einem knochenharten Tag noch Abendschule, das schaffen wohl die Wenigsten. Aber ein Buch am Wochenende, eine gut recherchierte Dokumentation im Fernsehen oder Radio, eine manchmal andere Zeitung als die allgemeine Blödzeitung, das sollte doch schaffbar sein? Viele WOLLEN das doch gar nicht. Ja, manch ein hart arbeitender Mensch sagt wohl zu seinem Kind "lern tüchtig, damit du es mal besser hast". Aber es gibt auch die, die ihren Kindern, die aufs Gymnasium wollen oder es sogar geschafft haben, sagen "du willst wohl was besseres sein als wir, hör auf, deine Zeit zu vertrödeln und geh arbeiten und Geld verdienen". Die ganz offen jede Art von Bildung verachten und darauf heruntersehen.
Solange es solche Menschen gibt, darf man ganz getrost sein: Dummheit wird nicht aussterben.

PS: dein Bücherregal würde mich interessieren :wink:
PPS: ganz wenig studiert und ganz viel "oder so" :cry:

eimi

#16 Beitrag von eimi » 20.11.2008, 23:43

Hallo Tatyana.
ich bin fast unschuldig, aber meine Batterie war alle. :oops:

Tatyana

#17 Beitrag von Tatyana » 21.11.2008, 07:23

Schäm dich :wink:

eimi

#18 Beitrag von eimi » 21.11.2008, 11:55

Bin wieder aufgeladen, zum schämen hab ich leider keine Zeit :wink:

Die große Masse: Ist das nicht die, in der sich jeder gerne versteckt, um nichts tun zu müssen. Deswegen, wenden sich die Politiker immer an die breite Masse. Der stumme Hund, der das bellen nie gelernt hat. :lol:

Natürlich muß es auch Leute geben, die anpacken, das ist ja auch die Mehrheit. Es ist aber noch lange kein Grund, sie unter dem Tisch, der übrigens reichlich gedeckt ist, essen zu lassen. Einer der etwas einfacher gestrickt ist und einen Handwerksberuf erlernt, bringt man doch bei, dass er nicht mehr Wissen brauch. Da reicht ein Hauptschulabschluß. Was soll er auch mit dem ganzen Hochleistungswissen anfangen, wenn er eine Mauer hochzieht, oder einen Dachstuhl hinstellt. Es wäre wohl nur hinderlich. Am Ende kommt er noch dahinter, dass er ganz gewaltig beschissen wird. :wink:

Gerade aber in der heutigen Zeit, wäre es nur von Vorteil, wenn ein einfacher Arbeiter mehr Wissen hätte, das könnte ihm vor so manchen Untergang retten. Er müßte sich auch nicht mehr in der Breiten Masse verstecken und stumm um Hilfe schreien.

Ja ,Ja, die Bildungsverachter. Ich schätze, dass dies auch zu einem Teil
trotzreaktionen sind, also purer Egoismuß. Was ich nicht bekommen habe, brauchst auch Du nicht. :evil:

Wenn man es aber richtig betrachtet und sich auch darüber unterhält, kann man feststellen, dass auch der Verächter gerne mehr Wissen hätte, aber die Gelegenheiten nicht gegeben waren und heute sei es zu spät, also konzequente Aufgabe. Der Sinn ergibt sich für denjenigen nicht mehr.
Negativ hinzu kommt, dass einer der nicht so viel Wissen hat, sich sofort unterlegen fühlt, obwohl er eigentlich gar nichts dafür kann. Allein daraus ergibt sich eine gewisse Aggresion und ruft unter Umständen trotzreaktionen hervor.
Vieleicht rufen wir ja eines Tages: Hurra die Dummheit ist tod. Es lebe die Dummheit. :wink:

Zu Bibliothek: Wie Wolf und Schaf liegen sie bei einander ganz friedlich, so ziehmlich alle wichtigen Exkomunizierten Theologen sowie noch geduldete. zwei Hände voll Verschwörungspraktiker verschiedene Lexika.
Ein par Phillosophen. Ein par Pfund Esotherik.(Man muß ja wissen, was der Feind macht). Religionswissenschaftler, Historiker und nicht zu vergessen, die großen deutschen Dichter und denker. Achso 5 verschieden Bibelausgaben sind auch noch da und verschiedene Ausarbeitungen über die großen Kirchenväter, Judentum und Islam. Und die Märchenbücher der NAK. Ich glaub, das ist soweit alles. Zu 90% geistige Literatur, nichts für Praktiker. Es sei denn, man setzt das Wissen in die Praxis um, was auch Sinn machen würde. :wink:

Tatyana

#19 Beitrag von Tatyana » 21.11.2008, 12:20

Hunde brauchen das Bellen nicht lernen, das können sie von selbst, nur manchmal wird es ihnen aberzogen...

Haben wir uns nicht alle schon oft gefragt, wofür dieser ganze Quatsch, den wir in der Schule mal lernen mußten, denn nun gut gewesen sein soll :wink: ? Irgendwie taugt mein ganzes Abiturwissen in der Regel nur dazu, meinen Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen :? . Das meiste habe ich sonst im Leben nie wieder gebraucht. Nix mit "nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir(ich kanns sogar lateinisch: non scholae sed vitae discimus, wahrer wirds dadurch auch nicht). Von daher: laß man den Handwerker in Ruhe, mancher ist ohne Bücher glücklicher, auch, wenn ich mir das für mich persönlich gar nicht vorstellen könnte. (und daß er gewaltig beschissen wird von Vorgesetzten oder vom Leben, das weiß er auch so, dafür brauchts keinen besonderen Schulabschluß :wink: )

Bildungsverachter sind ja durchaus nicht dumm. In der Regel haben sie eine Bauernschläue(nix gegen Bauern), die sie oft lebenstüchtiger macht als so manchen Akademiker. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang immer gerne positiv und leicht lächelnd an meinen Philosophielehrer. Ein gebildeter Mensch, ein guter Denker, auch ein guter Lehrer, aber immer mit dem Kopf in den Wolken. Noch nach zwanzig Jahren Lehrtätigkeit an immer dem gleichen Gymnasium wußte er die immer gleichen Räume nicht zu finden und irrte ziellos umher :)
Zurück zum Thema: nein, Bildungsverachter sind nicht zwangsläufig neidisch auf Bildung. Wenngleich es diese Gruppe sicherlich auch gibt. Manche(r) sieht wirklich keine Notwendigkeit dafür, denkt und sagt deutlich, daß er Bildung für überflüssig hält und jeden, der danach strebt für eingebildet, überheblich und dumm. Ja, dumm!

Zum Glück sagst du, daß die geistige Literatur nur 90% ausmacht-ich hoffe doch, irgendwo versteckt sich auch so eine klitzkleine verschämte Entspannungslektüre :wink: ? Wenn nicht, solltest du dir so etwas vor Weihnachten definitiv noch zulegen, der Winter ist trübe genug...

eimi

#20 Beitrag von eimi » 21.11.2008, 13:10

Oder so:

Womit wir beim Thema wären. Du wirst vollgepumpt mit einem nutzlosen Wissen, das kein Mensch wissen will und auch nicht gebrauchen kann.

Wissen ist eben nicht gleich Wissen.

Sollte man heute lieber lernen, wie werde ich Harz 4 Empfänger? Oder wie bringe ich meinen Chef um?

Was vermittelt der Staat an Wissen? Wissen, so gebrauchsfertiges, meine ich? Das richtige Wissen, wie man mit dem Leben zurechtkommt, alles das was früher die Alten den Jungen beigebracht haben, gibt es heute nicht mehr, was nicht unbedingt ein Vorteil ist. Wo bekommt man nun richtiges nutzbringendes Wissen her? Ist das Wissen auch zur privatsache mutiert?
Oder darf man es nicht öffentlich machen, weil der einfache Bürger damit nicht zurechtkommen würde. Oder weil zu viel Arbeitsplätze auf einmal wegfallen würden, die Gesellschaft dadurch ins Chaos stürtzen würde?

Wenn Du Deinen Kindern bei den Hausaufgaben helfen kannst, hat Dein Wissen ja einen gewissen Nutzen. Die Frage ist, warum Deine Kinder den gleichen nutzlosen "Hatschi" :D lernen müssen wie Du.

Ja, es gibt absolute konzequente Bildungsverächter und sie sind auch nicht unbedingt dumm. Vieleicht sind sie nur die schlaueren und wir sind die dummen.
Kennste den?: sagt der Akademiker im Betrieb zum Arbeiter: Du bist aber dumm.
sagt der Arbeiter zum Akademiker: Und Du bist noch viel dümmer.
Kuckt der Aki. und sagt: wieso? Sagt der Arbi: weil Du glaubst etwas zu wissen. :wink:

Ja mit der Entspannung ist das so eine Sache. Hab da mal eine Reihe Romane geerbt. Geht aber nicht. Immer wenn ich darin mal lese, denke ich, was fürn Sch.... Was hast Du denn so zur Entspannung?

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