Wort zum Monat

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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agape
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#121 Beitrag von agape » 02.03.2010, 14:04

Cerebron hat geschrieben:um Cemper kurz beizuspringen:

StAp Leber schreibt erkennbar mit seelsorgerischer Absicht. Er greift "Unbehagen" und "Unsicherheiten" auf, wie sie bei jedem auftreten können, der mit einer vehement vorgetragenen wörtlichen Bibelauslegung konfrontiert wird oder eine solche Auslegung selbst vertritt.

Diesen Menschen will er nahebringen, dass sie sich einen Nuckel für eine nährende Brust vormachen (lassen). Er will die Aufgabe bewältigen, von einem vermeintlich sicheren, unangreifbaren Glaubensfundament ("was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen") hinzuleiten zu einem belastbareren, in sich stimmigeren Fundament. Und dabei muss er mit der Sorge umgehen, das nichts mehr zu glauben bleibe, wenn nicht einmal die Bibel als in jeder Hinsicht - auch der wörtlichen - richtig gelten könne.

Vor diesem Hintergrund ist die Schlussformulierung zu verstehen: Man muss nicht einen unnötigen Streit suchen. Und im Lichte dieses Hinweises verstehe ich auch den Rest des Textes.

Cemper weist darauf hin, dass das Wort zum Monat nicht den Charakter eines Lehrwerkes habe, und dass es hieße, dem Text und seinen Möglichkeiten Gewalt anzutun, wollte man ihn dazu machen. Dem stimme ich - für diesen Text - zu. StAp Leber versucht hier nicht, apodiktisch irgendwelche Lehrmeinungen wie im unsäglichen Monatswort 03/2009 ("Ich nehme das als Anlass, grundsätzlich etwas dazu zu sagen") in die Welt zu setzen.

Natürlich brennt auch diesmal wieder das Licht im Keller. Seine Aussagen zur "Seelenlosigkeit" von "Vormenschen" sind ja durchaus nicht so stringent, dass sie mit einem "also" eingeleitet werden dürften. Hierüber wird an anderer Stelle noch zu sprechen sein. Aber wer diese Diskussion lostritt, der sollte zunächst eine Definition des Begriffs "Seele" liefern, damit zumindest geklärt ist, worüber diskutiert werden soll.

Gruß,
C.E.
Liebe/r Cerebron,

interessant welche Funktion Du hier im Posting/Forum wahrnimmst. ;)
Eh bien!

Zu Deinem letzten Abschnitt:
"Aber wer diese Diskussion lostritt, der sollte zunächst eine Definition des Begriffs "Seele" liefern,
damit zumindest geklärt ist, worüber diskutiert werden soll."
,

möchte ich zunächst nur folgendes bemerken: Gerade dies wäre dann die Aufgabe von Leber gewesen, nicht die Aufgabe der Diskutanten.

Man kann auch, wie Cemper es gestern darstellte, die ganze Abhandlung Lebers als pos. Versuch betrachten, eine Wende im Bezug auf die Lesart der Bibel im "Glaubensvolk der NAK" herbeizuführen.
Das wäre sicher sehr, sehr, sehr notwendig.
Und der Kenner der NAK weiß auch, welche spezifischen Probleme gerade damit in dieser Sondergemeinschaft verbunden sein dürften.

Um das mal ganz kurz (zu kurz eigentlich) und plakativ anzudeuten:

Die theol. Gebildeten, die "Reformer und Ökumeniker" in der NAK möchten ganz sicher eine sinnvolle "Draufsicht auf die Bibel", weg von den willkürlich gewählten Versatzstücken, die eine Predigt in der NAK ausmachen, um die NAK-Lehre mit ihren pseudo-theologischen "Unsinnigkeiten" zu untermauern.

Die "abgedrehten Kreationisten" und die "Bibel-Wörtlich-Versteher" der NAK befürchten ihrerseits ein Wegkommen von der Schrift, weil dann ihr einfaches wie vermeintlich "sicheres" Gebäude zusammenfällt.

Im Grunde sind beide "Parteien" nie auf ihre Kosten in der NAK gekommen, denn auch die "Bibel-Wörtlich-Versteher" haben Jesus in der Mitte gesehen und nicht das Apostelamt.


Eines ist aber jetzt schon ganz sicher: Leber wird sich nicht der Theologie stellen, und da verweise ich wieder sehr gerne auf das Monatswort 3/09, woraus klar hervorgeht, wer in der NAK die Deutungshohheit hat: Nämlich das Apostelamt.
"Nach neuapostolischem Glaubensverständnis ist es dem Apostelamt gegeben, die Heilige Schrift auszulegen. Das bedeutet nicht, dass die Gläubigen nicht mit Gewinn die Bibel lesen könnten. Aber es ist dem Apostelamt übertragen, die Deutung der Heiligen Schrift vorzunehmen, Dinge klarzulegen und Weisung im Glauben zu geben. Dabei werden die Schriftstellen im Zusammenhang betrachtet, denn die Überbetonung einzelner Aussagen kann zu falschen Schlussfolgerungen führen."
Wenn man pseudo-theologisch hier weiterspinnt, kommt man neuerdings zu gaaanz neuen Erkenntnissen. ;)

Kiefer schreibt ja aktuell in der UF:
"Das Apostelamt war in der apostellosen Zeit zwar nicht besetzt,
doch immer gegenwärtig, da zur Kirche immer das Apostelamt gehört".
Sie wissen ja sicher, was dieser Satz in der Konsequenz bedeutet! ;)
Sowohl, was das für den bisherigen NAK-Gläubigen bedeutet, als auch für die innere "NAK-Logik".

Wer weiß, wann das alle schnallen...

Wohl bekomm´s.


Lieben Gruß an alle, besonders an die Geschwister C und C.E. ;)
agape

PS:
Ratestunde:
Was wohl "Glaubenskultur" zu diesem Beitrag von Leber schreiben wird. :lol:
Zuletzt geändert von agape am 02.03.2010, 14:28, insgesamt 1-mal geändert.
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

shalom
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#122 Beitrag von shalom » 02.03.2010, 14:28

[b][=>Aktuelles Wort zum Monat März 2010:][/b] hat geschrieben:
Ergänzende Ausführungen zu unserem Verständnis der heiligen Schrift

Zu dem Thema „Wie verstehen wir die Heilige Schrift?“ habe ich schon in „Unsere Familie“ Stellung bezogen (vgl. UF 05/09).

…Auch an anderen Beispielen ist zu erkennen, dass die Darstellung in der Heiligen Schrift von dem Verständnis der jeweiligen Zeit geprägt ist… .

Nun, alles spricht für eine allmähliche Entwicklung, eine Evolution. Das steht auch im Einklang mit der Heiligen Schrift, wo von einer stufenweise Entwicklung von den Pflanzen über die Tiere bis zum Menschen berichtet wird.

…Der Zeitpunkt, wann die ersten mit einer Seele ausgestatteten Menschen auftraten, lässt sich wissenschaftlich nicht bestimmen, denn die Seele als das von Gott gegebene unsterbliche Leben ist wissenschaftlicher Forschung nicht zugänglich. Die menschenähnlichen Vorformen, die es zuvor gegeben haben mag, waren also nicht mit einer unsterblichen Seele ausgestattet.

… Noch eine abschließende Bemerkung: Die Fragen, die ich hier angeschnitten habe, sind für die Erreichung unseres Glaubenszieles nicht entscheidend. Aber wir müssen als Kirche einen klaren Standpunkt vertreten. Es ist nicht nötig und auch nicht sinnvoll, uns in Widerspruch zu wissenschaftlichen Ergebnissen zu bringen… .



Werte, in die Ausführungen zu dem Apostelselbstverständnis der Apostel ergänzend Eingeführte, liebe „Umsonstgeborene“,

"Ich sagte den Aposteln vor dem Gottesdienst, dass ich wieder kürzlich von jemandem gehört habe, der sagte: 'Tot ist Tot! Und dann ist alles aus! Und es gibt keinen Schöpfer aller Dinge! Es ist alles entstanden durch die Moleküle und schließlich durch einen Urknall.' Und wie diese Theorien alle heißen. Da habe ich gesagt: das ist genau gleich, wie wenn man behaupten würde, durch eine Explosion in einer Buchdruckerei ist das Brockhauslexikon entstanden. - (...) Liebe Geschwister, wie schön ist's, kindlich glauben zu können!"

In seiner Co-Predigt unterschied Klaus Saur, Präsident der Neuapostolischen Kirchen Baden-Württemberg und Bayern, die Menschheit in "Wiedergeborene", "Fleischgeborene" und "Umsonstgeborene": "Während die Wiedergeborenen (aus Wasser und Heiligem Geist, Anm.d.V.) nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit trachten, trachten die Fleischgeborenen meistens nur nach dem Irdischen. - Was für ein Unterschied zu denen, die den Heiligen Geist tragen und diesen zur Ehre Gottes wirken und schaffen lassen", sagte der Bezirksapostel aus Süddeutschland. Als Kennzeichen der "Umsonstgeborenen" nannte er die Unterlassung, etwas für das ewige Leben zu tun
(„Kraft aus dem Pfingstgeist 2001“ - Gottesdienstbericht auf gk).

2004 machte Wend den Urknall denkbar. Die Apostel im Wandel hatten neue Ansichten zur Evolution ausgearbeitet: „ Gott als Handwerker - so präsentiert die Bibel den Schöpfer in ihren Schöpfungsberichten. An verschieden Tagen schafft er Tag und Nacht, Pflanzen und Tiere. Er knetet Erde und formt daraus den Menschen. Die NAK hat nun Gott als den entdeckt, der sagt: "es werde", der den Rahmen und das Ziel vorgibt und den Rest der Natur überlässt (Wends Urknall auf gk).

Pünktlich zum 11.11.2004 folgte die dann evolutionäre [=>offizielle Verlautoffenbarung]. Apostel gehen seitdem konform mit der Evolution.

2005 informiert das Jugendinfo Bezirk Backnang in seiner Oktobernummer über den neuen Schöpfungsglauben der Apostel und deren Glauben an die Evolutionstheorie („Schöpfungsglauben und Evolutionstheorie“) auf Basis von: „Unsere Familie“, 5. April 2005.

Die Projektgruppe „Wissenschaft und Glaube“ hat sich mit diesem Zwiespalt beschäftigt und - um es vorwegzunehmen - sieht keinen Widerspruch zwischen der wissenschaftlichen Erkenntnis zur Evolution (Fortentwicklung in der Natur) und den Aussagen der Bibel.

Oder mit anderen Worten: Es ist durchaus wahrscheinlich, dass der Mensch vor Tausenden von Jahren nicht auf zwei Beinen, aufgerichtet durch die Gegend rannte, sondern im Laufe der Zeit eine körperliche Evolution durchlebte – und sich in den kommenden Jahrtausenden wieder weiterentwickeln wird.

Und: Gott habe nicht nur etwas geschaffen, sondern lasse auch Weiterentwicklungen und Entfaltungen des Geschaffenen zu - über die Naturgesetze, also die Evolution
“.

Die Evolution in den neuapostolischen Glauben Gottes und seiner Apostel einzuschließen, ist also durchaus möglich; denn damit bekennt der evolutionäre Stammapostel Gott auch als Schöpfer heute, als Erhalter und Vollender der Schöpfung und als zukünftiger Legitimator des temporär zeitgemäß wirkenden Stammapostelamtes.

Fortentwicklungen sind Evolution. Auch die Bezirks- und Stammapostel (Kirche im Wandel) haben sich rasant fortentwickelt. Selbst die Botschaft ist unter ihren Händen immer weiter fortentwickelt und perfektioniert worden. Vom Schriftsetzer zum schlüssig un(theo)logischen Wortkirchenakrobat.

Wann es seelsorgerisch nötig und sinnvoll ist, die Bezirks- Und Stammapostel in Widerspruch zu wissenschaftlichen Ergebnissen zu bringen…und wann „es nicht nötig und auch nicht sinnvoll ist, [die Kirchenpräsidenten] in Widerspruch zu wissenschaftlichen Ergebnissen zu bringen…“ wird wohl von dem wohlfühlsam selbstbildgerechten Selbstbildselbstverständnis des Amtskörpers entschieden.

Und so meint der Amtsinhaber des Stammapostelamtes, dass „die menschenähnlichen Vorformen, die es zuvor gegeben haben mag, also nicht mit einer unsterblichen Seele ausgestattet waren“. Die Zäsur, der Übergang von den sterblichen Seelen zu den unsterblichen Seelen lässt sich vom ersten Gottesknecht nicht auf das Jahr genau angeben. Wichtig ist das ohne hin nur dahingehend, welche Seelen vom Entschlafenenkult des Stammapostelamtes nicht mehr erfasst zu werden brauchen, da sie von ihrem Schöpfer – als „Prototypen“ in erster Näherung - von vornherein noch nicht als unsterblich gemacht worden waren. Noah könnte hingegen allerdings schon ein echter Archetyp gewesen sein, wie evtl. auch seine näheren Vorfahren (Ahnen). Ich ahne da was :wink: .

Noch eine abschließende Bemerkung: Die Fragen und Antworten, die der Amtsinhaber des Stammapostelamtes in seinem Monatwort durch einen klaren Standpunkt vertreten hat, sind für die Erreichung des Glaubensziels nicht entscheidend.

(...) Liebe Geschwister, wie schön ist's, den gesetzten Aposteln kindlich glauben zu können!" :wink: .

shalom

Cerebron

#123 Beitrag von Cerebron » 02.03.2010, 14:34

Werte Agape,

ich habe Sie im Ganzen nicht verstanden.

Was meinen Sie, wenn Sie von meiner "Funktion im Forum und im Posting" sprechen? Was daran ist interessant, und warum?

Sie schreiben, es sei "die Aufgabe von Leber gewesen", eine Definition des Begriffs "Seele" zu geben. Warum eigentlich? Seine Aufgabe wäre es gewesen, sich zur Frage der "Seelenlosigkeit" von "Vormenschen" nicht abschließend zu äußern, jedenfalls nicht in der gewählten Form. Bei ihm fallen Sprache und Gedankenführung auseinander - die Sprache suggeriert durch "also" eine logische Verknüpfung, die gedanklich gar nicht zwingend vorhanden ist. Aber das Ganze ist doch wirklich ein Randthema. Natürlich kann man in soweit wie tergram mit guten Gründen ein "si tacuisses" seufzen, und natürlich hat die neuapostolische Kirche ganz andere (selbst gelegte) Feuersbrünste einzudämmen. Aber diese Probleme strahlen nicht auf den Hauptteil des Monatstextes über.

Ferner: Ich glaube, dass manche Einsichten nur von den Fakten erzwungen und nicht durch fleißiges Studium der Heiligen Schrift - wörtlich ausgelegt oder auch nicht - erzielbar sind. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein galiläischer Zimmermannssohn der Messias ist?

Gruß,
C.E.

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agape
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#124 Beitrag von agape » 02.03.2010, 14:39

tja, shalom,
schön, dass Du daran nochmal erinnert hast,
die Story (Vergleich) mit Urknall und Buchdruckerei habe ich bei Fehr im GD gehört. Danach bin ich dann sofort gegangen, um einem Knall zu entgehen....
Die Priester, die damals hinter mir in der Bank saßen, hätten Fehr gerne in der Luft zerrissen.
:lol:
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

_

#125 Beitrag von _ » 02.03.2010, 15:00

agape hat geschrieben:Kiefer schreibt ja aktuell in der UF:
"Das Apostelamt war in der apostellosen Zeit zwar nicht besetzt,
doch immer gegenwärtig, da zur Kirche immer das Apostelamt gehört".
Sie wissen ja sicher, was dieser Satz in der Konsequenz bedeutet! ;)
Sowohl, was das für den bisherigen NAK-Gläubigen bedeutet, als auch für die innere "NAK-Logik".

Wer weiß, wann das alle schnallen...

Wohl bekomm´s.
ich sehe schon, es war meinem seelenheil äußerst zuträglich, vor geraumer zeit das uf-abo gekündigt zu haben. :)

auch von meiner seite übrigens noch ein buchtipp: der katholische fundamentaltheologe hans kessler (seit 1972 prof. für systematische theologie an der goethe-uni in frankfurt/main, 2003 emeritiert) hat letztes jahr ein nettes kleines werk zu dem thema vorgelegt, "Evolution und Schöpfung in neuer Sicht". bei der faz gibt es dazu auch eine kurze rezension.

mfg, _

Ruhrgebiet

#126 Beitrag von Ruhrgebiet » 02.03.2010, 15:14

Das Buch kann ich nur empfehlen...

holytux
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#127 Beitrag von holytux » 02.03.2010, 16:29

Hallo ihr Lieben, schnell ein paar Anmerkungen:

1. Wenn Leber es nach relativ kurzer Zeit für notwendig erachtet, nochmals zum Thema Schriftverständnis "nachzulegen", zeigt dies doch überdeutlich an, dass seine erste Wortmeldung trotz ihrer machtpolitischen Schlußsequenz zu gewaltiger Unruhe im gemeinen Kirchenvolk geführt hat.
Insofern ist seine jetzige Verlautbarung sehr wohl, wie von Cerebron angemerkt, mit seelsorgerischer Absicht verfasst.

2.
agape schrieb:
Im Grunde sind beide "Parteien" nie auf ihre Kosten in der NAK gekommen, denn auch die "Bibel-Wörtlich-Versteher" haben Jesus in der Mitte gesehen und nicht das Apostelamt.
Wirklich? Also in meinem Umfeld nicht. Tatsache ist doch, dass wir in der NAK über Jahrzehnte mittels einer willkürlich-wörtlichen Bibelauslegung das Apostelamt durchaus begründet haben und auch zum Mittelpunkt erklärten. Wenn Du jetzt die "Neuen" bibeltreuen Christen meinst, hast Du sicherlich recht. Deswegen gibt es diesbezüglich auch hie und da bereits Abwanderungstendenzen zum evangelikalen Spektrum hin.

3. Deshalb denke ich auch, dass die deutliche Absage an die fundamentalistische Bibelauslegung eine machterhaltende Notwendigkeit für das NA-Apostolat ist. Die "Evangelikalen" sind für die amtszentrierte und kirchenbetonende Heilsökonomie der NAK zu "gefährlich".
Ich gebe zu, mir ist das, wenn auch aus anderen Gründen, nicht unrecht. Das Kirchenlogo und das Stammapostelbild aus dem Schrein zu nehmen und dafür ein Buch hineinzulegen, fände ich auch nicht sonderlich spannend. Aber das ist ein Thema für sich.

4.
agape schrieb:
Kiefer schreibt ja aktuell in der UF:
Zitat:
"Das Apostelamt war in der apostellosen Zeit zwar nicht besetzt,
doch immer gegenwärtig, da zur Kirche immer das Apostelamt gehört".

Sie wissen ja sicher, was dieser Satz in der Konsequenz bedeutet!
Sowohl, was das für den bisherigen NAK-Gläubigen bedeutet, als auch für die innere "NAK-Logik.
Wer weiß, wann das alle schnallen...".
Richtig, meine Liebe! Das bedeutet nämlich, dass auf die Gläubigen der NAK eine weitere Zumutung wartet: Nämlich die seit der Urgemeinde OHNE Unterbrechung bestehende Kirche Christi. Das dies offensichtlich wieder mit einem Taschenspielertrick eines irgendwie imaginär durch Raum und Zeit schwebenden "Apostelamtes" verbunden zu sein scheint, ist dabei zunächst einmal nebensächlich.
Insofern ist die Bibelbaustelle der NAK nur ein kleines Ding. Die große Panik kommt erst noch.
Oder auch nicht, weil es keinen interessiert.
Höchste Zeit, mal wieder verzweifelt nach dem Tag des Herrn zu rufen!

Liebe Grüße in die Runde, besonders die mit a., c. , m., und überhaupt

shalom
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#128 Beitrag von shalom » 03.03.2010, 06:20

Werte DiskursteilnehmerInnen,

die „Fragen und Antworten“, die vom Stammapostelamt im Wort zum Monat März 2010 als klarer Standpunkt seiner Wortkirche klar angeschnitten worden sind, sind für die Erreichung des Glaubensziels nicht entscheidend. Gleichwohl dürfte der klare na-amtliche Standpunkt „mit seelsorgerischer Absicht verfasst“ worden sein, da schon der vorhergegangene Stammapostelamtsinhaber sich als Seelsorger fühlte: „Ich bin Seelsorger und kein Manager“ (UF 20.10.1998). Die Seelsorger ohne eine eigene Theologie dürften ohnehin ihr gesamtes selbstbildgerechtes Tun und Lassen einfach als persönliche Seelsorge verstanden haben wollen, selbst wenn es von ihnen im gleichen Atemzug auch schon wieder für die Erreichung des Glaubensziels als total irrelevant deklariert wird. „Leerlauf bis zuletzt – alles andere ist Nachfolge:mrgreen: .

Es hat bei den wiederaufgerichteten Stammapostelamtsinhabern eine lange Tradition, dass sie mit klaren Standpunkten (Botschaften) pauschal auf Strömungen (Briefe, Glaubenserlebnisse, Zeitgeister, Fortentwicklungen) reagieren. Das ist neuapostolische Evolution live. So werden Stammapostelamtsinhaber von Gott geführt und so seelsorgerisch wertvoll führen Stammapostelamtsinhaber als „Geistliche Führer“ ihr neuapostolisches Gottesvolk. „ Geistliche Führer sind im Wesentlichen die Bezirksvorsteher und die Gemeindevorsteher“ ([=>KLICK]).

Bei einem, nach außen als „disponibel“ vertretenen alten neuapostolischen Glauben dürfte es von vielen Konsumenten als tröstlich empfunden werden, das „klare Standpunkte“ des Stammapostelamtsinhabers für die Erreichung des neuapostolischen Glaubensziels nicht entscheidend sind. Die, in zutiefst seelsorgerischer Absicht verfassten Sätze des Stammapostelamtsinhabers haben es in sich. Auch der "neue neuapostolische Glauben" (DNG) wird das Werk der EVOLUTION sein :wink: . Von der Evolution sind manche Sackgassen bekannt, wo etwas ausstarb. Geistlich ist es der neuapostolischen "Botschaft" so ergangen, wie unlängst auch der na-amtliche Wucher der vielen Gebötlein durch das Maul des Amtskörpers freigegrast worden war.

Wie weitsichtig die neuapostolischen Führungskräfte Gottes dabei operieren, macht die („Kraft aus dem Pfingstgeist 2001“ - Gottesdienstbericht auf gk) als Glaubenserlebnis deutlich. Der erfolgreiche Co-Prediger Klaus Saur, Präsident der Neuapostolischen Kirchen Baden-Württemberg und Bayern, hatte damals die Menschheit in "Wiedergeborene", "Fleischgeborene" und "Umsonstgeborene" eingeteilt. Und 2010 meint der Amtsinhaber des Stammapostelamtes, dass „die menschenähnlichen Vorformen, die es zuvor gegeben haben mag, also nicht mit einer unsterblichen Seele ausgestattet waren“ (noch ohne Vollausstattung). Bei jenen menschenähnlichen Vorformen dürfte es sich mit an Glaubenssicherheit grenzender Glaubenswahrscheinlichkeit um jene „Fleischgeborenen“ handeln, die Bezirksapostel Saur schon an Pfingsten 2001 vom Altar aus hat sehen dürfen (Einladung zum Entschlafenengottesdienst überflüssig). Wo allerdings die Grenze zwischen Fleisch- und Umsonstgeborenen verläuft und wann in der na-amtlichen Evolution der vom Schöpfer „vollausgestattete Mensch“ auftaucht, bleibt diffus und scheint seelsorgerisch ohnehin ohne Belang zu sein.

Als Kennzeichen der "Umsonstgeborenen" benannte der Geist am neuapostolischen Altar Gottes durch den lieben pfundigen Saur klar und undzweideutig, „die Unterlassung, etwas für das ewige Leben zu tun“ .

Noch eine abschließende Bemerkung: Die Fragen und Antworten, die der Amtsinhaber des Stammapostelamtes in seinem Monatwort durch einen klaren Standpunkt vertreten hat, sind für die Erreichung des Glaubensziels nicht entscheidend. Sie haben mit dem ewigen Leben nichts zu tun. Aber schön, dass es der Stammapostelamtsinhaber nicht unterlassen hat, in epischer Breite darüber zu schreiben :mrgreen: .

(...) Liebe Geschwister, wie schön ist's, den gesetzten Aposteln kindlich glauben zu können!"

shalom

Anne

#129 Beitrag von Anne » 03.03.2010, 11:02

agape hat geschrieben:Kiefer schreibt ja aktuell in der UF:
Zitat:
"Das Apostelamt war in der apostellosen Zeit zwar nicht besetzt,
doch immer gegenwärtig, da zur Kirche immer das Apostelamt gehört".

Sie wissen ja sicher, was dieser Satz in der Konsequenz bedeutet!
Was bedeutet er denn? Ich würde das gerne verstehen.
holytux (zusammengefasst) hat geschrieben:Das bedeutet ... die seit der Urgemeinde OHNE Unterbrechung bestehende Kirche Christi, die mit einem irgendwie imaginär durch Raum und Zeit schwebendem "Apostelamt" verbunden zu sein scheint.
Hä!? Für etwas Nachhülfe wäre ich sehr dankbar.

Anne grüßt. :wink:

Cemper

#130 Beitrag von Cemper » 03.03.2010, 11:31

Anne hat geschrieben:
agape hat geschrieben:Kiefer schreibt ja aktuell in der UF:
Zitat:
"Das Apostelamt war in der apostellosen Zeit zwar nicht besetzt,
doch immer gegenwärtig, da zur Kirche immer das Apostelamt gehört".
holytux (zusammengefasst) hat geschrieben:Das bedeutet ... die seit der Urgemeinde OHNE Unterbrechung bestehende Kirche Christi, die mit einem irgendwie imaginär durch Raum und Zeit schwebendem "Apostelamt" verbunden zu sein scheint.
Hä!? Für etwas Nachhülfe wäre ich sehr dankbar.

Anne grüßt. :wink:
Anne - vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie Apostelamt durch Telefonzentrale ersetzen. Dann hätten Sie diese Erklärung: "Die Telefonzentrale war in der Zeit der Betriebsferien nicht besetzt, doch immer gegenwärtig, da zu unserer Verwaltung die Telefonzentrale gehört."

Oder so ähnlich. Wissen Sie - der Herr Kiefer ist Lyriker. Aber er versteht auch was von Theologie.

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