Herbst

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tosamasi
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#1 Beitrag von tosamasi » 06.11.2008, 17:28

  • Herbstbild
  • Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
    Die Luft ist still, als atmete man kaum,
    Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
    Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
    O stört sie nicht, die Feier der Natur!
    Dies ist die Lese, die sie selber hält,
    Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
    Was von dem milden Strahl der Sonne fällt
.
  • Friedrich Hebbel
    1813 - 1863
  • Bild
Quelle
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

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tosamasi
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#2 Beitrag von tosamasi » 11.11.2008, 00:21

  • Ich ziehe deshalb den Herbst dem Frühjahr vor,
    weil das Auge im Herbst den Himmel,
    im Frühjahr aber die Erde sucht.
  • Søren Aabye Kierkegaard, (1813 - 1855),
    dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

Maximin

ZEITLOSE FRAGE...

#3 Beitrag von Maximin » 15.11.2008, 07:57

Gesetzt den Fall, der Herbst entschlösse sich
in diesem Jahr, dem lang schon angemahnten
:arrow: Wintereinbruch nicht zu weichen,
der fallbereiten Blätter Farbenspiel
verbliche nicht in grauen Nebelnächten,
um dann an jedem Morgen
in goldnem Glanz der Sonne stets wie neu
geboren mit dem frischen Wind zu spielen;
...
Was sollte das die Knospen scheren?

Oktober 2008

Adler

#4 Beitrag von Adler » 15.09.2009, 17:07


Herbst-Gefühl

Müder Glanz der Sonne!
Blasses Himmelblau!
Von verklungner Wonne
Träumet still die Au.

An der letzten Rose
Löset lebenssatt
Sich der letzte lose,
Bleiche Blumenblatt!

Goldenes Entfärben
Schleicht sich durch den Hain!
Auch Vergehn'n und Sterben
Däucht mir süß zu sein.



Gerok, Karl von (1815-1890)

Laura1

Re: Herbst

#5 Beitrag von Laura1 » 21.09.2012, 13:17

Der Sommer sagt nun: Tschüss
Der Herbst grüßt ganz frisch.

Man braucht sich nur um zuschau'n,
alle Blätter färben sich schon braun.

Manche sind rot und ein bisschen grau,
andere gelb - und welche sind blau.

Erste Nebelschwaden kann man auch schon sehn,
die, wenn die Sonne kommt doch schnell vergehn.

Tja, was will man machen - der Herbst macht solche Sachen. :wink:


LG Laura1

Maximin

Re: Herbst

#6 Beitrag von Maximin » 21.09.2012, 14:22

Was ist ein Jahr und was bin ich dann ich ?

Die Sonne macht sich rar und folgt dem ihr gemäßen Weg.
Ich gehe langsamer, das Atmen fällt mir schwerer.
Das Jahr ist alt geworden, ebenso wie ich.

Was ist in Wahrheit denn ein ganzes Jahr?
Ist´s mehr als nur Papier, doch was bin ich dann ich?
Da liegt ein Stein, gewiss millionen Jahre alt,
im Winter, draußen liegend, ist er eiseskalt.

Doch bald schon wird die Sonne ihn erneut erwärmen,
wär es nicht Dummheit, dem mir zugeteilten Weg zu geh´n?

Micha, 21.09.2012

uhu-uli

Re: Herbst

#7 Beitrag von uhu-uli » 21.09.2012, 23:23

eben begegnete mir ein Text hier> Roses for Children


Leben ist wie Schnee,
Du kannst ihn nicht bewahren.
Trost ist,
dass Du da warst,
Stunden,
Monate,
Jahre.

Herman van Veen
*umarm*
Deine Uli

Maximin

Re: Herbst

#8 Beitrag von Maximin » 22.09.2012, 11:18

:) Meine liebe Uli,
danke, das hat mir gut getan. Begegnung ist wichtig. Berührung alles!
Herzlichst, Dein alter Freund Micha :wink:

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Re: Herbst

#9 Beitrag von Comment » 22.09.2012, 16:36

Herbst

Es wird kalt.
Nachtfrost kommt bald.
Nur noch ab und zu ein Sonnenstrahl
gelangt ins Tal.
Sonst nur Nebel, Regen -
viel Laub gibt's jetzt zu fegen.
Die Bäume sind fast ohne Blätter,
die Strassen werden glätter.
Wir ziehen warme Sachen an
dass Kälte uns nichts machen kann.
Und doch - Schnupfen stellt sich ein,
Husten, Heiserkeit noch obendrein.
Schrecklich: dieses frühe Dunkel,
Nächte ohne Sternengefunkel.
Mehr elektrisch Licht am Tag,
was niemand richtig mag.
Da sei doch eine Reise gemacht,
dorthin, wo täglich noch die Sonne lacht
in einem warmen Land
mit wunderbarem Strand
und himmelblauem Meer,
und an den Herbst kein Denken mehr.

Com.

Maximin

Re: Herbst

#10 Beitrag von Maximin » 22.09.2012, 17:17

:) Meine liebe Uli,
manchmal kommt noch etwas nach. Zum Beispiel dieses hier:

Bescheidenheit im Tun und Handeln

Darf man sich selber auch zitieren?
Man darf! Doch besser ist´s man tut es lieber nicht.
denn Eitelkeiten werden kaum verziehen.
Genau besehen dreh ich schließlich selber nur um mich.

Ein Christ, der immer nur sich selber sieht,
der ist dem Monde gleich, gefangen an die Kraft der Erde.
Die eine Seite hell, die andr´e nicht beleuchtet,
in abgewandter Dunkelheit für unsereins uneinsehbar.

Als Mensch bin ich gewiss kein toter Mond,
lebendig, denkend, fühlend und auch uneinsehbar.
Darüber weiß ich aber einen der mich besser kennt,
der mich durchschaut und alles sieht was ich so treibe.

Wenn´s den nicht gäb, dann wäre meine Einsamkeit,
ein Kreislauf dem ich nicht entkommen kann und will.
Ich würde mich, unendlich, immer nur im Selbst umkreisen,
und käme keinen einz´gen klugen Schritt voran.

Sich selber zu zitieren kann doch aber auch bedeuten,
dass ich beharrlich weiter denken kann und will,
und fleißig lerne was ich selber wirklich tu und denke,

doch was ist dann…?


Micha, 22.09. 2012

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