Lüge-Sünde?

Für Zweifler und andere gute Christen
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eimi

Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen.

#21 Beitrag von eimi » 02.11.2008, 12:32

[quote="Dieter"]Ich glaube nicht, daß mit dem Gebot: "Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider Deinen Nächsten" gemeint ist, daß man ihn/sie mit brutaler Schonungslosigkeit brüskieren soll. Die 10 Gebote hängen, wie Jesus sagte, in den zwei Geboten, nämlich Gott über alles zu lieben und seinen Nächsten wie sich selbst.


Hallo Dieter,

Es ist schon richtig, aber auch nicht.
Das Zeugnisgebot hat seinen Ursprung in der damaligen Rechtsprechung.
Es wurden bei Gerichtsverhandlungen immer zwei Zeugen benötigt, weil einer allein unglaubwürdig war. Um zu vermeiden, dass die zwei sich absprechen und gemeinsame Sache machen gegen einen, gibt es dieses Gebot, denn zwei gegen einen ist feige. Der andere hat keine Chance mehr. Es ist somit ein soziales Gebot, ohne mystischen Hintergrund.

Zum anderen: Die Lüge ist der Weg des geringsten Wiederstandes und hat gar nicht den Anspruch auf ewige Verdeckung. Sie ist ein momentanes, oft auch spontanes Hilfsmittel unserer eigenen Bequemlichkeit um einen Zustand, eine Sache zu überbrücken. Natürlich will man den so lang wie möglich erhalten.

Man muß auch die Frage stellen, warum fragt die Frau, ob sie gut aussieht? Das hat auch seine Wurzeln in der Geschichte. Früher glaubte man, wenn einer hässlich war, er stehe mit Dämonen des Teufels im Bunde und Gott hatt es sichtbar gemacht. Das geht bis heute nicht aus den Köpfen. Man muß schön sein um rein zu sein, oder zu wirken. Um als vollwertig angenommen zu werden. Bei Frauen ist das noch stärker ausgeprägt. Warum, kannste Dir ja denken.

Wo liegt nun die Schuld? Bei dem der fragt oder bei dem der antwortet?

Liebe Grüße eimi

Tatyana

Re: Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen.

#22 Beitrag von Tatyana » 02.11.2008, 12:42

eimi hat geschrieben: Wo liegt nun die Schuld? Bei dem der fragt oder bei dem der antwortet?
Bei ihrer beider Sozialisation...

(Lesetip: Das Bildnis des Dorian Gray :wink: )

eimi

Re: Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen.

#23 Beitrag von eimi » 02.11.2008, 13:28

Tatyana hat geschrieben:
eimi hat geschrieben: Wo liegt nun die Schuld? Bei dem der fragt oder bei dem der antwortet?
Bei ihrer beider Sozialisation...

(Lesetip: Das Bildnis des Dorian Gray :wink: )
Und wo ist die? :D

Danke für den Buchtip.
Hab auch einen für Dich (Hans Küng: Der Anfang aller Dinge)
Gruß eimi

Tatyana

#24 Beitrag von Tatyana » 02.11.2008, 17:56

Von Eltern und Gesellschaft direkt ins Innerste :?

Argh, Hardcover :shock:
Klingt vom Ansatz her sehr nach Stephen Hawking, der kann auch Gottesschöpfung, Zeitund Urknall in einen Topf werfen und es ganz logisch klingen lassen...

eimi

#25 Beitrag von eimi » 02.11.2008, 18:25

vieleicht ist es ja logisch, schon mal drüber nachgedacht? :wink:

Tatyana

#26 Beitrag von Tatyana » 02.11.2008, 19:18

Mich hat Mister Hawking schon lange überzeugt, zumindest soweit, wie ich ihm folgen konnte :wink:

eimi

#27 Beitrag von eimi » 02.11.2008, 20:20

forschet in allem und das Gute behaltet. Er argumentiert sehr gut. Hab schon oft darüber nachgedacht und bin auch der Überzeugung das die Kirchen mehr an Unrecht und Armut in die Welt gebracht haben, als wenn es sie nicht gegeben hätte. Aber jetzt nimm mal den Leuten ihren Gott weg, was dann? Dann muß ein gleichwertiger Ersatz her. Allein mit Ethik und Moral ist das wohl nicht zu bewerkstelligen. Siehe Kommunismus. Und was machen wir dann mit Gott.
Einfach zu sagen Gott exestiert nicht, ich liebe ihn aber trotzdem ist auch keine Lösung, oder?

Da fallen mir ein par gute Autoren aus vom Anfang dieses Jahrhunderts ein
zB. Leonhard Ragaz, Martin Buber, Helmut Gollwitzer, die eine sehr ungewohnte neue Theologie verteidigt haben. Nämlich die: Das Reich Gottes auf dieser Erde. Mußt Du mal lesen.

Tatyana

#28 Beitrag von Tatyana » 02.11.2008, 20:28

eimi hat geschrieben: Und was machen wir dann mit Gott.
Einfach zu sagen Gott exestiert nicht, ich liebe ihn aber trotzdem ist auch keine Lösung, oder?
Aber ein perfekter Ausdruck sowohl der eigenen Hilflosigkeit als auch des eigenen Sehnens nach Sicherheit.

eimi

#29 Beitrag von eimi » 02.11.2008, 20:34

Na gut, dann schaffen wir IHN eben ab. Und jetzt?

Tatyana

#30 Beitrag von Tatyana » 02.11.2008, 20:41

Finden wir für uns etwas anderes, das wir "Gott" nennen können, um uns nicht so hilflos dem Sein ausgeliefert zu fühlen.

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