Heiligenverehrung

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Dieter

Heiligenverehrung

#1 Beitrag von Dieter » 29.11.2007, 14:16

Ich möchte mit diesem Thread eine Frage anstossen, die mich beschäftigt. Die katholische Kirche kennt die Verehrung der Heiligen.

Früher hatte ich die Meinung, die Heiligen würden angebetet. Diese falsche Ansicht konnte ich korrigieren, denn sie werden nach katholischer Lehre nicht angebetet, sondern um ihre Fürsprache gebittet. Trotzdem bleibt für mich ein etwas eigenartiger Beigeschmack erhalten.

Aus welchem Grund kann ein Mensch sich nicht selbst an Gott oder Jesus im Gebet wenden? Warum sollte ihm die Fürsprache eines verstorbenen Menschen gewisser sein als die direkte Bitte? Und wird damit nicht ein Mensch posthum in einen "gottähnlichen" Zustand erhoben?

Ich würde mich über eine sachliche Diskussion zu diesem Thema freuen. Vielleicht kann einer unserer katholischen User einen Beitrag dazu leisten.
(Oder sich ein katholischer Leser animiert finden, sich anzumelden?)

Lieben Gruß
Dieter

filippo

#2 Beitrag von filippo » 29.11.2007, 15:10

gel.
Zuletzt geändert von filippo am 27.09.2009, 17:22, insgesamt 1-mal geändert.

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tosamasi
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#3 Beitrag von tosamasi » 29.11.2007, 15:35

Die Unmittelbarkeit der Anrufung Gottes ist ja immer gegeben. Die Verehrung der Heiligen bezieht sich auf ihr "ausgezeichnetes" Leben. Für viele Gläubige ist es vielleicht tröstlich, sich an einen -wenn auch längst verstorbenen- Menschen wenden zu können, dessen Geschichte und Lebensweg sie kennen, von dem sie ein "Bild" haben.
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

Matula
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#4 Beitrag von Matula » 29.11.2007, 16:17

Eine Verehrung von Heiligen muss nicht unbedingt heißen, dass man sich nur und ausschliesslich an Verstorbene wendet, sondern man kann sich durchaus auch und besonders an Lebende wenden, die einem ein grosses Vorbild im Wandeln und im Handeln sind, die zu bitten, fürbittend bei Gott und seinem Sohn für mich und/oder jemanden eintreten.

Dieter

#5 Beitrag von Dieter » 29.11.2007, 16:19

@filippo:

Danke für die ausführliche Antwort. Im Prinzip kann ich dieses auch nachvollziehen. Sicher geht man lieber zur Mutter, wenn man Angst vor dem Vater hätte. Oder umgekehrt.

Aber wenn ich mal, gesetzt den Fall, vor dem strafenden (Vater)Gott Angst hätte - warum kann ich mich dann nicht an seinen Sohn Jesus wenden, der doch die Liebe in der schönsten Form für die Menschen verkörpert hat?

Ich weiss, dass eine Heiligenverehrung in der RKK nicht "Pflicht" ist. Und trotzdem ist die Verehrung Marias im Rosenkranzgebet ein fundamentaler Bestandteil der katholischen Gläubigkeit.

Ich war schon in etlichen katholischen Gottesdiensten. Die Predigten haben mich eigentlich immer angesprochen. Aber wenn dann ein "Gegrüßet seist Du, Maria" gebetet wird oder auch innerhalb der Liturgie ein Heiliger angerufen wird, so habe ich mich innerlich gegen dieses gewehrt, weil ich es unpassend finde, zu einem Verstorbenen zu beten. Und das hat dann meinen überwiegend positiven Eindruck des Gottesdienstes oder der Messe wieder etwas eingetrübt.

Natürlich ist es schön, wenn man sich in Gedanken mit Verstorbenen beschäftigt. Und wenn man sich ihr Leben zum Vorbild nehmen kann, ist es noch besser. Nur - ich persönlich - kann mir nicht vorstellen, dass sie fürbittend für uns tätig werden können. Denn laut Paulus ist nur ein Mittler vorhanden: Jesus Christus.

Gruß Dieter

Tatyana

#6 Beitrag von Tatyana » 29.11.2007, 16:53

Außerdem: was ist mit Heiligen, die zuerst als Ketzer verurteilt wurden, wie z.B. Jeanne DÁrc? Ist ein heiligmäßiges Leben einem bestimmten Zeitgeschmack unterworfen?

filippo

#7 Beitrag von filippo » 29.11.2007, 16:53

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Zuletzt geändert von filippo am 27.09.2009, 17:23, insgesamt 1-mal geändert.

filippo

#8 Beitrag von filippo » 29.11.2007, 22:30

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filippo

#9 Beitrag von filippo » 29.11.2007, 22:52

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Matula
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#10 Beitrag von Matula » 30.11.2007, 09:47

Dieter hat geschrieben:
....Natürlich ist es schön, wenn man sich in Gedanken mit Verstorbenen beschäftigt. Und wenn man sich ihr Leben zum Vorbild nehmen kann, ist es noch besser. Nur - ich persönlich - kann mir nicht vorstellen, dass sie fürbittend für uns tätig werden können. Denn laut Paulus ist nur ein Mittler vorhanden: Jesus Christus....


Wenn ein Mittler - Jesus Christus - vorhanden ist, weshalb sollte man sich denn nur von einer Seite aus ( hier die Lebenden ) an diesen Mittler wenden können ?

Dieser Jesus Christus ist auch für die Verstorbenen ein Mittler !

Demzufolge kann ich auch durchaus einen Verstorbenen und das muss nicht ein Heiliger sein, bitten, dass er sich für mit an diesen Mittler fürbittend wendet.

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