FASZINATION BUCH...

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42

#11 Beitrag von 42 » 09.09.2008, 23:53

Das Schöne an Büchern ist, dass man sie überallhin mitnehmen kann und sie ohne Kabel oder Batterien funktionieren. Selbst bei einer langen Sitzung im überfüllten Wartezimmer des Zahnarztes kann ich mich unbemerkt in eine andere Zeit und Welt schleichen.
Ja, Lesen ist "Kino im Kopf" (unbekannt). Als Nebenwirkung ist zumindest in Lehrerkreisen bekannt, dass es der Unwissenheit schadet.

Abgesehen davon kann man sogar ein 500 Jahre altes Buch heute aufschlagen und sofort anfangen zu lesen (ohne Kabel, Batterien und Lesegeraet). Das Prinzip "Buch" ist ueber Jahrhunderte bewaehrt, und die Kodierung der Nachricht mit Lettern, die mit Druckerschwaerze auf Papier abgezogen sind, ist - ausser was die Herstellung angeht - praktisch unveraendert geblieben. Aber versuchen wir heute einmal, nur eine 50 Jahre alte Schellackplatte, eine 20 Jahre alte Compact-Kassette, eine 8-Zoll-Diskette oder sogar eine 5.25" Diskette "abzuspielen". Das selbe gilt fuer die alten Festplatten und Baender: es gibt keine Abspielgeraete, keine Adapter und keine Treiber mehr. Unsere Informationsflut heute muss laufend auf neue Medien kopiert werden, damit sie auch in Zukunft zugaenglich bleibt. Es ist eine der grossen Herausforderungen an Archivare. Das handgeschriebene Haushaltsbuch eines Klosters oder das Steuerbuch einer Residenz hingegen legen heute noch Rechenschaft ueber das Wirtschaften damals ab, unveraendert seit es damals abgeschlossen worden ist.

Und dann noch eine kleine Randnotiz: Buchdruck und Buchbinderei sind auch eine Handwerkskunst, deren Produkte der Bibliophile in Haenden halten und sich daran erfreuen kann. Die CD / DVD hat auch ihren aesthetischen Reiz: sie bricht das Licht in allen Regenbogenfarben :mrgreen: und kann als Reflektor am Strassenrand aufgehaengt angeblich Wildwechsel verhindern.

Tatyana

#12 Beitrag von Tatyana » 10.09.2008, 09:17

42 hat geschrieben: Abgesehen davon kann man sogar ein 500 Jahre altes Buch heute aufschlagen und sofort anfangen zu lesen
Falls "man" so etwas Unbezahlbares in die Hände bekommt...dürfte "man" doch spätestens bei einer Handschrift meist mindestens leicht überfordert sein, bei gedruckten Büchern oder noch älteren Exemplaren zusätzlich mit Sprache und Orthographie. Oder mit der Schrift. Kann jemand hier Karolingische Minuskeln auf Anhieb entziffern? Ich nicht...
Dann spielen heute unbekannte oder anders verwendete Redewendungen und (kulturelle) Texthintergründe noch eine Rolle...viele alte Bücher sind nicht mehr entzifferbar, weil die Tinte das Papier zerfressen hat, das Buch an sich beschädigt ist, nur noch in Fragmenten besteht, etc. Pergamente sind wieder ein Kapitel für sich, Urkunden sowieso, zudem in der Regel noch in bösem Kirchenlatein...

Sorry, lieber 42, GANZ so einfach ist es denn doch nicht :wink: (so sehr ich dein Plädoyer für Bücher auch nachempfinden kann)

Steppenwolf

#13 Beitrag von Steppenwolf » 10.09.2008, 10:08

Als Jüngling habe ich auch mal ein Buch gelesen (seitdem gelte ich als Besser -Wisser). :oops:
Das Buch war alt, groß und sauschwer; der Titel war: Deutsche Heldensagen.
Ich erinnere mich gern an eine Geschichte, in welcher ein gewisser Siegfried in dem Blut des von ihm vorher gekillten Drachens gebadet hat und somit unverwundbar wurde. Leider fiel ein Blättchen vom Baum und heftete sich zwischen seine Schulterblätter.
Seine spätere Gemahlin Kriemhild fiel aber leider auf die verschlagene Rede eines gewissen Hagen von Tronje herein und bestickte genau die Stelle seines Gewandes, unter welcher er verwundbar war.
Genau an dieser Stelle fuhr nun beim Wassertrinken an der Quelle der Speer des besagten Hagen in den Leib des sympathischen jungen Helden. Ich war entsetzt! :shock:
Dann kam mir aber die Erkenntnis, dass, hätte H. nicht diese frevelhafte, feige Tat begangen, hätten er und die burgundischen Königsbrüder nicht ihr verheißungsvolles Leben am Hofe des Königs Etzel aushauchen müssen, denn außer Dietrich von Bern und Meister Hildebrandt, dem treuen Waffenmeister, kam niemand davon! :(

Seitdem weiß ich um die Bedeutung eines kausalen Zusamenhanges und "Meine Ehre heißt Treue"! :P

Entschuldigung, ich bin ein wenig redselig geworden... - eigentlich wollte ich nur nachfragen, ob die Damen hier bereit wären, ein wenig ihres wertvollen Blutes für mich zu spenden - möchte gern ein Bad nehmen und somit ein unverwundbarer Held werden.

Liebe Grüße,
Steppenwolf 8)

Maximin

DRACHENBLUTBÄDER...?

#14 Beitrag von Maximin » 10.09.2008, 10:57

:) Ob´s wirklich hilft, Steppi? Aber ich gebe zu: Drachenblut ist nicht mehr im Angebot.
Micha :mrgreen:

Steppenwolf

#15 Beitrag von Steppenwolf » 10.09.2008, 12:18

Drachenblut ist nicht mehr im Angebot.
Micha, ich könnte dir Geschichten erzählen...
Vielleicht später mal - am Kamin. :D

Tatyana

#16 Beitrag von Tatyana » 10.09.2008, 13:21

Steppi, du vergißt ja die ganzen Hintergründe und verzerrst so die Geschichte und die Aussage derselben :cry: . Das Ganze begann nämlich damit:

"Wie die Sage um Gudrun ist auch der Sagenkreis um die Nibelungen ursprünglich ein alter Nordischer Stoff. Entstanden ist er in Island, entwickelt sich von einer Erzählung über die Geschicke der Götter zu einer Erzählung über Menschliches Verhängnis. Später wird daraus ein Mittelalterliches Epos mit Christlichen Anklängen, das jedoch die tiefere Tragik und das Verhängnis, dem alle zwangsläufig zum Opfer fallen werden, nicht verleugnen kann; die Ursprünge der Erzählung, die in einer heidnischeren, barbarischeren Zeit liegen, schimmern immer wieder durch.

Diese Nacherzählung nun wird versuchen, den Bogen zu spannen zwischen den Nordischen Göttern, die die Geschehnisse in Gang setzen, und der Mittelalterlichen Bearbeitung mit ihren Christlichen Anklängen, die das Werk nur Umfangreicher und komplexer machen, die Konflikte nur zahlreicher. Es ist ein weitgespanntes, umfangreiches Werk, das noch zusätzlich in andere Sagenkreise, wie etwa des Dietrich von Bern, übergreift, jedoch bis heute trotz seines Umfangs nichts von seiner Faszination verloren hat.

Wo der Nibelungenschatz herkam

Regin, Otur und Fafnir waren drei Zwerge, Söhne von Hreidmar, einem Bauern und Zauberer.

Einst nun kamen Odin, Loki und Hönir zu Andwaris Wasserfall, in dem Otur in Ottergestalt Fische fing. Da sie ihn nicht kannten, tötete Loki ihn mit einem Stein, sie zogen ihm das Fell ab und brachten es voller Stolz zu Hreidmar, der alsbald mit Grauen seinen toten Sohn erkannte. Als Wiedergutmachung sollten die Asen den Balg mit Gold füllen und ihn auch von Außen mit Gold bedecken.
..." http://www.mythentor.de/nordisch/nibelungen1.htm

Also, selbst, wenn du hier ein Drachenweibchen finden solltest, das bereit ist, dir ihr Herzblut zu spenden, wird das nicht reichen 8)

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#17 Beitrag von tosamasi » 11.09.2008, 18:36

Bei einem meiner etlichen Umzüge bin ich noch nicht mal dazu gekommen, die Bücherkisten auszupacken und einzuräumen.
Mein obiges Zitat möchte ich ergänzen, nicht dass man mich der Faulheit bezichtigt: Es handelt sich um insgesamt 28 m Bücherregal und etwas über 1100 Bücher, und in dieser Wohnung wohnte ich sechs Monate, wobei ich allerdings eine Regalreihe (1m) ausgepackt hatte. :wink:
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

Tatyana

#18 Beitrag von Tatyana » 12.09.2008, 07:36

Tosa, nie würden wir uns trauen...aber schön, daß du das klargestellt hast :wink:

(ich habe übrigens keine Ahnung, wie viele Bücher ich habe(einige Hundert oder so ähnlich). Immer, wenns drauf ankommt, habe ich sowieso ganz viel nichts zu lesen...)

Tatyana

#19 Beitrag von Tatyana » 12.09.2008, 07:44

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42

#20 Beitrag von 42 » 12.09.2008, 09:19

Tatyana hat geschrieben:(ich habe übrigens keine Ahnung, wie viele Bücher ich habe(einige Hundert oder so ähnlich). Immer, wenns drauf ankommt, habe ich sowieso ganz viel nichts zu lesen...)
Ganz einfach: Du musst Deine Buecher katalogisieren. Wozu sonst hast Du einen PC? :mrgreen: Dann findest Du, wenn Du auch nach Sachgebieten suchen kannst, wahrscheinlich etwas fuer Deine jeweilige Gemuetsverfassung :wink:

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