Studien-Fachtagung in Frankfurt am 5./6. September 2008

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tergram

#21 Beitrag von tergram » 25.09.2008, 09:09

Tatyana hat geschrieben:Immerhin bewegt sich doch was, ...
Ja. Sich erstaunt umsehen und dabei im Kreis drehen, ist auch eine Form der Bewegung. *sorry* Der Effekt des "Fremdschämens" kam bei mir auch auf.

Klar ist: Entweder geht man gut vorbereitet und fachlich bestens gesattelt zu einer Tagung und diskutiert mit den Anderen sachlich und auf Augenhöhe oder man geht gleich im Büßerhemd und bekennt offen, Hilfe zu suchen und zu brauchen. In zweiten Fall bliebe man aber besser daheim und machte zunächst seine Hausaufgaben...

Tatyana

#22 Beitrag von Tatyana » 25.09.2008, 12:16

Und wie viele Jahrhunderte haben die großen Landeskirchen Zeit gehabt, ihre Hausaufgaben zu machen, und wie viele die NAK? Und trotzdem liegt auch bei den Großen noch manches im Argen...
Ja, die NAK ist nicht perfekt. Ja, es liegt ganz vieles im Argen. Ja, es muß sich deutlich was tun, sonst wird sie auf Dauer nicht fortbestehen können. Ja, es wäre erfreulich, könnte sie sich für eine Richtung entscheiden-und dabei bleiben. Aber:
Nein. Von heute auf morgen geht das nicht. Trial and Error wird noch lange das Motto bleiben. Und viele werden dabei auf der Strecke bleiben. Mit ihrem Glauben, ihren Hoffnungen, ihrem Optimismus, der sich dann doch nicht erfüllt hat. Aber wie war das? Totgesagte leben länger. Hoffe ich. Noch. Trotzdem.

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tosamasi
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#23 Beitrag von tosamasi » 25.09.2008, 13:31

Tatyana schrieb:
Und viele werden dabei auf der Strecke bleiben.
Und für wen wäre das schlimm? Jeder kann sich jederzeit umorientieren, ohne Schaden an der ewigen Seligkeit zu nehmen. Wenn sich die NAK in Richtung christlicher Kirchen, allgemein (un)verbindlicher Christlichkeit bewegt, werden das viele tun. Wenn die Heilsexklusivität abhanden kommt, muss diese Kirche ein neues Profil, eine neue Gewichtung suchen.
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

42

#24 Beitrag von 42 » 25.09.2008, 16:38

Es habe in der neuapostolische Kirche immer Veränderungen gegeben: So seien „Wandlungsprozesse“ eingeleitet worden, „als die Lehre der theologisch gebildeten englischen Apostel“ über den Ärmelkanal in den kleinbürgerlich-westfälischen Raum kam.
War das auch so ein Wandlungsprozess wie beim Grossen Testimonium, das J.G. Bischoff geaendert hat, damit die Geschwister und die Verkuendenden es besser verstehen?

Bei den theologisch ungebildeten kleinbuergerlichen Westfalen ist es ja nicht geblieben, denn diese gewandelte Lehre hat sich inzwischen ueber Westfalen hinaus ausgebreitet; aber "theologisch Gebildete" sucht man seit damals in der NAK vergeblich.
Der von dort stammende, „wenig eloquente“ Stammapostel Niehaus habe die Lehre stark vereinfacht und gegen andere Kirchen „Schmähschriften“ verfasst. „Gewänder wurden“ unter dem holländischem, reformierten Einfluss „abgeschafft, die Liturgie wurde ärmer und die Kirche wurde stärker wortzentriert.“ Auch dies habe zur Verarmung beigetragen.
Ob "der NAK" bei so einer Darstellung ueberhaupt bewusst wird, wie sie sich da hoechstselbst gegenueber der Kirche positioniert, von der sie sagt, sie habe in ihr ihre Wurzeln?
Zuletzt geändert von 42 am 25.09.2008, 17:30, insgesamt 2-mal geändert.

shalom
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#25 Beitrag von shalom » 25.09.2008, 16:46

...ich hätte nicht gedacht, dass der 4.12.2007 - im Spießrumdrehen aus der Perspektive himmelsbürgerlicher NaK-Aufnahmeraums - noch so getoppt werden kann !

shalom

Hannes

#26 Beitrag von Hannes » 25.09.2008, 17:30

shalom hat geschrieben:...ich hätte nicht gedacht, dass der 4.12.2007 - im Spießrumdrehen aus der Perspektive himmelsbürgerlicher NaK-Aufnahmeraums - noch so getoppt werden kann !

shalom
:lol: ... ich schon! Nimm doch z.B. mal alle Kühnle-Zitate (die öffentlichen, die halb-öffentlichen, die halb-privaten und die privaten) und vergleiche die Inhalte. Und dann sag mir bitte, wie es Dir dann geht. So vom Kopf her ...

Ja ja, die Achterbahnfahrten, besonders die geistig-ewigen! Wir werden noch viel staunen, lachen und wohl auch weinen!

Hannes

42

#27 Beitrag von 42 » 25.09.2008, 22:53

Und bezogen auf die Spaltung der NAK Mitte der fünfziger Jahre: „Die Kirche hat zu Manchem lange geschwiegen, um sich zu sammeln. Das war auch ein Grund weshalb Stammapostel Schmidt 1963 auch die Mitarbeit im ökumenischen Rat abgelehnt hat. Das hat die Abkapselung sicher verstärkt. Aber die Kirche hat daraus auch Kraft gewonnen.“
Beim Vortrag im Fasanenhof handelte es sich noch um eine bedauerliche Fehlentscheidung.

Inzwischen hat die Kirche daraus (!?) Kraft gewonnen.

42

#28 Beitrag von 42 » 25.09.2008, 23:09

Es gelte nach vielen Gesprächen mit Geistlichen anderer Konfessionen festzuhalten: „Es gibt - aus meiner Sicht - viele Gemeinsamkeiten und einige offene Fragen.“
1. Und wie sieht die Bilanz aus der Sicht der Gespraechspartner aus?
2. Die offenen Fragen koennen hinsichtlich einer gegenseitigen Annaeherung unbeachtlich sein, grundlegende Fragen sein, aber auch ein absolutes Hindernis darstellen. Wie gehen die Gespraechspartner und speziell die NAK damit um?
„Die Wiederkunft Christi zur Heimholung seiner Braut, ist“ so Kühnle, „ein Ereignis, dass das Wachrütteln aller Christen“ voraussetze. „Das war schon bei den ersten Aposteln in England so.“ Und nur bis zu diesem Geschehen könne man sagen, sei die NAK als Kirche „temporär exklusiv.“ Das schlösse aber eine Zusammenarbeit mit anderen christlichen Kirchen in pastoralen Fragen nicht aus.
Im ersten Zitat schraenkt Kuehnle noch ein "aus meiner Sicht". Auch wenn dies hier nicht so ausdruecklich steht, moechte ich mir die Frage erlauben: wie sehen die anderen Kirchen eine Zusammenarbeit in pastoralen Fragen? Immerhin stellen sich diese Fragen waehrend genau der Zeit, in der "man" die NAK als "temporaer exklusiv" bezeichnen kann, darf und muss. Dass man den pastoralen Aspekt nicht isoliert sehen darf, hat Dr. Ehmann betont:
Ehmann betonte aber auch: „Es kann nicht heißen: Pastoral ist alles möglich – dogmatisch ist alles umstritten.“ – „Sie werden entdecken, dass ökumenische Fragestellungen immer auch theologische sind.“
Nicht, dass das etwa neu waere. Aber es ist doch ein schoener Hinweis fuer die vielleicht noch nicht Wissenden.
„Wir sprechen Ihnen das Heil nicht ab,“ so Kühnle dann in der Diskussion. „Wir wollen von Ihnen lernen, aber Sie können auch von uns lernen.“Und weiter: „Wir wollen aber nicht mehr das dritte Rad am letzten Wagen sein.“
Wie gut, dass wir darueber einmal gesprochen haben.

shalom
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#29 Beitrag von shalom » 30.09.2008, 09:48

[„Sorgfältige Beobachtung nötig“ (Dieter Schneberger in der Sonntagszeitung)]
Druck von außen, Kritik aus eigenen Reihen
…Volker Kühnle, »Apostel« für den Bezirk Süddeutschland und Vorsitzender der NAK-Projektgruppe »Ökumene «, hob hervor, dass die Gemeinsamkeiten mit den christlichen Gemeinschaften größer seien als die Unterschiede.

Als Hindernisse auf dem Weg in die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland nannte er insbesondere das Apostelamt, die »nahe Wiederkunft Christi als Bräutigam« und die Sakramentsspende für Verstorbene.

Weniger problematisch sei die Frage der Frauenordination….
Werte DiskursteilnehmerInnen,

wie man unschwer erkennen kann, ist die Frage Frauenordination (pro oder kontra) doch bitteschön nicht ein Ko-Kriterium für eine ACK-Mitgliedschaft. Die diesbezüglichen „Glaubenslehren“ und Glaubensänderungen unserer felsenamtsfesten Apostel (Glaubensfelsen) sind allein deren Ding und haben mit der Sache nichts zu tun. Was früher anbefohlener Glauben war, entpuppt sich später mitunter als freizugrasendes Gebötlein kleinbürgerlich na-amtlicher Urheberschaft, überreif für den „Scheiterhaufen“ (NaKi-Amtsträger auf dem Studientag Frankfurt).

Ich bin schon überrascht, was gewisse NaKi-Amtsträger offiziell von sich geben dürfen, ohne Disziplinarrmaßnahmen befürchten zu müssen (selbstverständlich befanden sich die Repräsentanten voll in ihrem zugebilligten Spielraum). Kein Sterbenswörtchen von Amtsrücknahmeverfahren, Anhörung oder Beurlaubung.

Es lebe der kleine Unterschied.

Der Glauben der Apostel an die gottgewollte Frauennichtordination war evtl. nur temporär exklusiv… . Was für eine neue Botschaft :wink: .

shalom
Zuletzt geändert von shalom am 30.09.2008, 10:22, insgesamt 1-mal geändert.

Dieter

#30 Beitrag von Dieter » 30.09.2008, 09:57

Mir ist diese Fachtagung bzw. das darüber berichtete auch sehr bitter aufgestoßen. Aus diesem Grund habe ich heute einen mehrere Seiten langen Brief an Apostel Kühnle gerichtet mit der Bitte um Stellungnahme. Ich hoffe natürlich darauf, daß ich eine Antwort erhalte und nicht ein permanentes "Wir schweigen".

Dieter

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