Dessauer Geisteszuchthaus 2008

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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shalom
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Dessauer Geisteszuchthaus 2008

#1 Beitrag von shalom » 21.08.2008, 19:15

[->Stammapostelamtsheimbesuchung in Dessau]
Zu Beginn seines Dienens tröstete der Stammapostel alle, die Not, Sorge, bittere Verhältnisse durchleben, mit dem Wort Hebräer 12, 11:
"Jede Züchtigung aber, wenn sie da ist, scheint uns nicht Freude, sondern Leid zu sein; danach aber bringt sie als Frucht denen, die dadurch geübt sind, Frieden und Gerechtigkeit."
Züchtigung, so der Stammapostel, meint Prüfung, Anfechtung, einen Erziehungsprozess, in dem die Seele geformt wird nach dem Willen des Herrn. Denen, die die Züchtigung als göttliche Schule begreifen, bringt sie Frieden, das Erleben der Nähe Gottes und schließlich die Vollendung der Seele.
Neuapostolisches aus der Dessauer Geisteszuchtanstalt

Leider ist die Prüfung und Anfechtung, der Erziehungsprozess der Botschaft für die heutigen Apostel der Neuapostolischen Kirchen noch immer nicht bewältigt. Mit Dogmen auf tönernen Füssen wie: „wir schweigen“ und „wie wissen ’s nicht“ scheint sich das Apostolat dumm stellen und dieser Masche offensichtlich auch noch länger treu bleiben zu wollen. Die Züchtigung im Fall (Sturz) der Botschaft wollen Apostel einfach nicht als Lektion göttlicher Schule begreifen. Eher hätte wohl Gott sich selbst untreu werden sollen.

„In seinen Gedanken zum Textwort beleuchtete der Stammapostel zunächst die Treue Gottes: Wie man den Herrn auch betrachtet, immer ist seine Treue, seine Zuverlässigkeit, seine Wahrhaftigkeit zu erkennen. Sie zeigt sich z. B. in den Naturgesetzen und in der Zuwendung Gottes zu den Menschen.“ – auch im Fall der Botschaft, wo letztendlich alle aktiven neuapostolischen Botschafter mit umgefallen waren.

Im Nachhinein hat man den Eindruck, dass das Gottesurteil (die Züchtigung) die neuapostolischen Apostel weniger in Frieden und Gerechtigkeit geübt hat, als vielmehr in Selbstzufriedenheit und Selbstgerechtigkeit. Das Selbstbild der neuapostolischen Apostel strotzt regelrecht von einem derartig satten Selbstbewusstsein, wo vor lauter Treue einfach kein Platz für mehr Reue ist.

Im Glanze Lichtenbergscher Weisheit („nicht Intelligenz“) und Erkenntnisse („nicht Wissen“) (WA-Brinkmann Pfingsten 2008) kann ich als Geschwist der neuapostolischen Wortkirche nur treu der na-amtlichen Botschaft beipflichten: „Dumm darf man sein, man muss sich halt nur zu helfen wissen“ :wink: .

shalom

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#2 Beitrag von shalom » 21.08.2008, 19:42

[->Stammapostelamtsheimbesuchung in Dessau]
Dann lenkte der Stammapostel den Blick auf unsere Treue. Gott erwartet von uns nicht nur äußere Treue, d. h. Bekenntnis zum christlichen Glauben, sondern innere Treue: Treue im Gebet, Treue in der Nachfolge, Treue im Opfer, Treue im Dienen, Treue im Warten auf den Herrn.
[->Kerngedanken aus dem Kernholz des Stammapostelamtes]
Psalm 89,9: "Herr, Gott Zebaoth, wer ist wie du? Mächtig bist du, Herr, und deine Treue ist um dich her."
…Wir sind in der Hand Gottes!
…Treue, die der Herr von uns erwartet, meint nicht nur äußere Treue, d.h. Bekenntnis zum Glauben, sondern vor allem innere Treue…
…Treue im Opfer: "Ehre den Herrn mit deinem Gut" (Sprüche 3,9) - das ist Kern des Opfers. Dem Herrn treu Zeit opfern, den eigenen Willen opfern, finanzielle Opfer bringen, das zieht Segen Gottes nach sich.
…Treue im Dienen: Wir wollen es uns gegenseitig leicht machen und alle treu dem Herrn dienen, dann verteilt sich die Last auf breite Schultern.
…Treue im Warten auf den Herrn: Unser Herr kommt! Er hält seine Zusage.
Wer treu ist, erlebt die göttliche Führung, den lässt der Herr nicht fallen, der erlebt Geborgenheit beim Herrn, die Fülle des Segens, Frieden und Gerechtigkeit.
Lasst uns treu bleiben bis zuletzt!
Werte DiskursteilnehmerInnen,

Überlieferte Jesulehre besagt: Mt 12, 7: „Wenn ihr aber wüsstet, was das sei: "Ich habe Wohlgefallen an der Barmherzigkeit und nicht am Opfer", hättet ihr die Unschuldigen nicht verdammt.“ Kuhlen wurde unbarmherzig amtsenthoben und exkommuniziert (quasi geopfert). Noch heute predigt Stp. Dr. Leber, was der "Herr alles von uns so erwarten" würde. Was für Sprüche über den wahren Opferkern!

Was sind das für Stammapostels, die Treue im Dienen predigen (Lastverteilung auf breite Schultern) und stattdessen Amtsrücknahmeverfahren, Exkommunikationen, Blankenese und sonstige Züchtigungen durchziehen?

Was sind das für Stammapostels, die im Warten auf den Herrn mit Botschaften hausieren gehen, die der Herr später nicht einhalten kann?

Was sind das für Stammapostels, die treue Nachfolge für Botschaften kompromisslos einforderten, denen noch nicht einmal Gott entsprechen konnte?

Falsche Treue (geistliche Veruntreuung) erspart auch keine Reue – bis zuletzt!

shalom

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#3 Beitrag von shalom » 24.08.2008, 14:18

...AGB 567 (4)

"Unter deines Geistes Zucht
reife still die Geistesfrucht!
Jeder müsse an uns sehn
das, was in uns ist geschehn... ."

Was für eine Botschaft heute!

Paul

#4 Beitrag von Paul » 24.08.2008, 16:24

Da StAp. Lebers Predigt in Dessau ja bei GK und hier einigen Staub aufgewirbelt hat, habe ich mich entschlossen, einmal meine Eindrücke zu schildern.

Es war das erste Mal, daß ich Wilhelm Leber live erlebt habe. Und ich war ernüchtert. Denn während man Richard Fehr eine gewisse Ausstrahlung, ja Charisma, nicht absprechen kann, wirkt Leber einfach nur als bleich und farblos, aber nicht willenlos. Fehr war ein Geistlicher, Leber ist ein Technokrat.
Damit ist aber nicht gesagt, daß er emotionslos wäre, im Gegenteil, während der Predigt gestikulierte er ständig mit dem Zeigefinger seiner rechten Hand herum, so daß er mehrfach mit dem Mikrofon kollidierte. Auch sprach er eher mit Donnern und Brausen statt im leisen Säuseln, weshalb die Lautsprecheranlage im Kirchensaal überfordert und während der gesamten Zeit übersteuert war.

Der musikalische Höhepunkt des Tages war das letzte Chorlied vor Beginn des GD: Felix Mendelssohn-Bartholdys "Verleih uns Frieden, gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten. Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten". Was danach kam, war dann nicht mehr besonders friedlich oder friedensstiftend.

Zu Lebers Predigt: Das von ihm zunächst genannte Trostwort wurde in traditioneller NAK-Manier ausgelegt. Züchtigungen und Prüfungen dienen den Formen der Seele. (Ob das jemandem weiterhilft, dem eine schwere OP bevorsteht?)
Auch sonst ging es konventionell weiter. Das einzige aus meiner Sicht noch bemerkenswerte war eine (kirchenpolitische) Aussage zum Thema Treue und Sakramente, wo er - mit finsterem Gesichtsausdruck - sagte, daß die NAK an ihrem Verständnis der Hl. Versiegelung nichts ändern werde.

Co-Predigt Bez.Ap. Thansatikno: Das war eher eine Showeinlage, NAK-retro gewissermaßen. Er sagte, man müsse kein Dr. oder Prof. sein, um treu zu sein. (Hierzulande heißt es dafür, man solle den Verstand an der Garderobe abgeben.) Und auch der NAK-typische Seitenhieb auf die anderen christlichen Konfessionen durfte nicht fehlen. Thansatikno berichtete von einem Gespräch mit einem jungen Bruder, der berichtet hatte, daß seine Freunde nicht freudig auf die Wiederkunft Christi warten würden. Darauf entgegnete der Bez.Ap., daß sie ja auf das Kommen Christi als Richter warten würden - was kein Grund zur Freude sei -, er als NAKi aber auf das Kommen des Bräutigams warten würde, worüber man sich freuen solle.

Am meisten habe ich selbst aus dem Predigtbeitrag des Ap. Loy (BaWü) mitgenommen. Im Gegensatz zu seinen beiden Vorrednern sprach er leise, bedacht und ohne Phrasen - und hat so wirklich die Seelen der Zuhörer berühren können. (Letzteres wurde mir mehrfach bestätigt.) Z.B.: "Wer nicht regelmäßig betet, der betet auch nicht unregelmäßig."
Zu Beginn sagte Loy in einem Anflug von feiner Ironie, heute habe uns der Stammapostel besonders liebevoll und ohne erhobenen Zeigefinger gedient. ( 8) Das Gegenteil war der Fall gewesen. - Ist Loy sonst auch so?)

Dem zuständigen Bez.Ap. Klingler blieb - wie mittlerweile üblich - ein eigener Predigtbeitrag leider verwehrt. So konnte er nur durch einige Gedanken und die Liedauswahl im Rahmen der Abendmahlsfeier ein paar ausgleichende Akzente setzen.

Ansonsten stimmt meine Gesamteinschätzung des GD mit dem auf GK veröffentlichten überein:
Die Botschaft, die er [...] an die neuapostolischen Gläubigen am letzten Sonntag in Dessau richtete, lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Treu sein.“ Augenscheinlich traf er damit jedoch nicht den Nerv und das Empfinden aller Geschwister. Ganz im Gegenteil. In ersten Reaktionen vor Ort nach dem Gottesdienst hieß es beispielsweise: „Ich freue mich am Mittwoch auf den Gottesdienst mit unserem Vorsteher, der ist liebevoll.“ Oder: „Eine Predigt unseres Stammapostels wie aus den 60´er Jahren.“
http://www.glaubenskultur.de/premiumartikel-971.html

Und auch der weiteren Einschätzung von T. Andrä muß ich beipflichten:
Kann man sich in einer Kirche wohlfühlen, wenn einem im Stakkato die Aufforderung erreicht: „Treu sein“? Spricht daraus nicht ein offensichtliches Misstrauen und die Angst der Kirchenleitung, dass die Mitglieder untreu werden? Misstrauen und Angst in einer Gemeinschaft schaffen bekanntlich ein schlechtes Klima und verstärken so sogar eher den Effekt, den man eigentlich abzuwenden versucht.
http://www.glaubenskultur.de/premiumartikel-971.html

So wurden denn die hochgespannten Erwartungen, die hier in der Region an den StAp-Besuch geknüpft worden waren, kaum erfüllt. Einige üben sich zwar pflichtschuldig in Freudensprüngen von der angeblich großen Geisteskraft in Lebers Predigt, aber insgesamt scheint mir das Echo doch eher verhalten zu sein.

Das war ein früher typischer NAK-GD, wie ich ihn heutzutage nicht mehr erwarten würde. Geschwister, es geht zurück! Das wurde mir am 17.08. endgültig klar. Aber vielleicht bin ich auch überkritisch und die meisten Geschwister fühlen sich NAK-typisch "beseligt und beglückt".

Noch ein Gedanke zu dieser Beobachtung Andräs:
Auffällig das gleichzeitig die durch den Krieg zwischen Georgien und Russland erst jüngst in Not geratenen Menschen, unter ihnen auch Mitglieder der NAK, mit keinem Wort der Fürbitte bedacht wurden.
http://www.glaubenskultur.de/premiumartikel-970.html

Das ist hier ja - leider - üblich! Wenn man der in Not geratenen Menschen überhaupt gedenkt, dann beschränkt sich die Fürbitte i.d.R. auf die betroffenen Mitglieder der NAK. Hier hat sich vor ein paar Monaten - zur Zeit der Debatte um die explodierenden Lebensmittelpreise auf den Weltmärkten - ein Priester sogar dazu verstiegen, nur zur Fürbitte für betroffene NAKis aufzufordern, damit diese überleben könnten und so zu einem Zeichen der Wirksamkeit Gottes unter dem Menschen werden. :roll: Im Umkehrschluß heißt das: Alle anderen dürfen ruhig krepieren. :roll:

Im GK-Artikel wird auch die Anwesenheit der pensionierten NAK-Prominenz erwähnt. Die Anlässe hierfür waren der 80. Geburtstag Siegfried Karnicks und die Silberhochzeit der Eheleute Korbien.
Der eigentliche Skandal in diesem Zusammenhang ist ein anderer. Am Samstag fand in der Dessauer Marienkirche ein Konzert von Schulchor und Orchester statt. Allerdings war der Zuhörerkreis sehr begrenzt: die Apostel und Bezirksämter (aktiv und i.R.), Familie Karnick und die Ehepartner der mitwirkenden Musiker. Ansonsten war niemand eingeladen, obwohl die Marienkirche mehr Platz geboten hätte: weder die Geschwister aus dem Bezirk Dessau, die am Sonntag aus Platzgründen zuhause bleiben mußten (dort war Übertragung) noch sonstige, die ggf. auch eine Karte gekauft hätten.
Organisiert hat das Konzert Bischof Petereit, Chefmusiker in Sachsen-Anhalt und seit kurzem auch Öffentlichkeitsbeauftragter für Mitteldeutschland. Überhaupt fand die Planung und Vorbereitung des Konzerts im Geheimen statt, so daß zunehmend Unmut unter den Geschwistern laut wurde. Ich denke, daß war das erste (und hoffentlich einzige) Desaster Petereits im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

Abschließend noch eine Beobachtung. Seit seiner Pensionierung scheint sich um Richard Fehr ein gewisser Starrummel entwickelt zu haben, den er auch ein wenig genießt. Das konnte man auch in Dessau sehen. Er zeigt eine Lockerheit, die man früher bei ihm nie wahrgenommen hat. Gönnen wir ihm den Ruhestand. :wink:

42

#5 Beitrag von 42 » 24.08.2008, 16:35

Danke fuer Deinen Bericht! Aber jetzt draengt es mich :wink:, noch etwas zu bemerken:
Am Samstag fand in der Dessauer Marienkirche ein Konzert von Schulchor und Orchester statt. Allerdings war der Zuhörerkreis sehr begrenzt: die Apostel und Bezirksämter (aktiv und i.R.), Familie Karnick und die Ehepartner der mitwirkenden Musiker. Ansonsten war niemand eingeladen, weder (..) noch sonstige, die ggf. auch eine Karte gekauft hätten.
Ach so, dann darf ich schliessen, die hier erwaehnten (erwaehlten) Teilnehmer haben dafuer eine Karte gekauft. Ich hoffe, wenigstens die mitwirkenden Musiker haben einen ermaessigten Preis gezahlt :mrgreen:

Paul

#6 Beitrag von Paul » 24.08.2008, 16:54

42 hat geschrieben:Ach so, dann darf ich schliessen, die hier erwaehnten (erwaehlten) Teilnehmer haben dafuer eine Karte gekauft. Ich hoffe, wenigstens die mitwirkenden Musiker haben einen ermaessigten Preis gezahlt :mrgreen:
Da irrst Du Dich - aber das weißt Du sicher auch. :mrgreen:
Sponsored by NAK - für einen exklusiven Kreis, zu dem das Fußvolk keinen Zugang hat. (Und möglicherweise hat die Stadtverwaltung dieses Privatvergnügen auch noch unterstützt, indem die Marienkirche [heute ein Veranstaltungssaal] kostengünstig zur Verfügung gestellt wurde.)

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