Zwischen Umziehen und Ausziehen ...

Was sonst nirgends reinpassen würde
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uhu-uli

Zwischen Umziehen und Ausziehen ...

#1 Beitrag von uhu-uli » 30.07.2008, 09:33

8)
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Tatyana

#2 Beitrag von Tatyana » 30.07.2008, 10:07

So neu ein Weg sein oder momentan in der ersten Begeisterung auch erscheinen mag, man ist doch irgendwie dahingelangt. Es ist ein Abzweig eines Weges, den man bereits bis dahin gegangen ist, und auf dem Weg, den man bis dahin zurückgelegt hat, ist man erst dahingelangt. Und so manche neue Abzweigung entpuppt sich dann später als Rundgang...

Es begleiten einen immer und stets die gleichen Altlasten oder wenigstens die Erinnerungen daran, doch ohne sie wäre man nicht der, der man ist.

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#3 Beitrag von tosamasi » 30.07.2008, 10:36

uhu-uli schrieb:
Zum Beispiel die Frage ist mein "Neuer Weg" in Wirklichkeit neu oder lebe und erlebe ich alte Muster und Zwänge nur an einem neuen Ort?
Wenn die Konditionierung im frühesten Kindesalter erfolgte, wird die Überwindung alter und die Hinwendung zu neuen Denkmuster(n) schwierig.
Im Inneren existiert dann eine Art 'Maß aller Dinge.'
Auch eine extreme Abwendung vom 'alten Weg' mit mitunter feindseligen Gefühlen deutet daraufhin, dass der Weg zu neuen Ufern erkämpft werden muss.
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uhu-uli

#4 Beitrag von uhu-uli » 30.07.2008, 11:46

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#5 Beitrag von tosamasi » 30.07.2008, 11:56

uhu-uli schrieb:
Irgendwie erinnern mich alle diese Dinge auch an Prozesse, die mit Scheidungen verbunden sind ... Wieviel altes Wertvolles man in den Neubeginn hinüberretten kann ...
Das ist ein sehr guter Vergleich. Im neuapostolisch sozialen Umfeld ist Behutsamkeit angebracht. Man muss sich stets bewusst machen, dass die eigene andersartige Denke zunächst nicht verstanden wird, und auch rigoros und ohne Hinterfragung abgelehnt werden kann. Das muss auch verstanden werden und ist leichter zu akzeptieren, wenn man sich in die eigene frühere Denkweise versetzt.
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uhu-uli

#6 Beitrag von uhu-uli » 30.07.2008, 12:19

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Dieter

#7 Beitrag von Dieter » 30.07.2008, 12:38

Ich denke, dies alles hängt von den jeweiligen Umständen des Einzelnen ab. Ich bin vor nunmehr einem Jahr aus der NAK ausgetreten. Der Weg zu diesem Entschluß war kein einfacher. Für mich haben aber nie persönliche Gründe eine Rolle gespielt, sondern immer nur theologische. Als ich mir darüber im Klaren war, war mein Austritt eine logische Konsequenz gegenüber der NAK, aber keine Absage an ihre Mitglieder. Dies weis auch jeder, der meinen Austritt mitbekommen hat. Auf diese Art und Weise brauchte sich auch niemand persönlich angegriffen fühlen. Und so kommt es, daß meine Freunde von vorher auch meine Freunde von heute sind. Sie wissen, daß ich mich nicht von ihnen abgewandt habe und ich jedem seinen Glauben lasse.

Wenn jedoch jemand seine Abkehr von einer bestimmten Konfession damit begründet, weil sich A so verhalten hat und B ihm diese und C jene Verletzungen zugefügt habe, so werden nach einem solchen Schritt alle, die sich A, B oder C verbunden fühlen, plötzlich nicht mehr mit einem Kontakt haben wollen. Es ist ja menschlich und sozial verständlich. Bei einer theologischen Meinungsverschiedenheit hingegen fällt es wesentlich einfacher, auch anschliessend menschlich zu harmonieren. Schliesslich hat man sich davor auch nicht jedes Mal über Gott und Theologie unterhalten sondern hat in der Regel gemeinsame andere Interessen. Diese können dann auch weiterhin gepflegt werden.

Und wer im Anderen immer einen Teil Gottes sieht (ich versuche es zumindest so zu handhaben), wird sowieso auf Kommunikation setzen und nicht auf Konfrontation.

Dies, so aus dem Handgelenk geschrieben, ist meine Ansicht dazu.

Dieter

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#8 Beitrag von tosamasi » 30.07.2008, 13:04

Dieter schrieb:
Auf diese Art und Weise brauchte sich auch niemand persönlich angegriffen fühlen. Und so kommt es, daß meine Freunde von vorher auch meine Freunde von heute sind. Sie wissen, daß ich mich nicht von ihnen abgewandt habe und ich jedem seinen Glauben lasse.
Für die nahen neuap. Angehörigen ist dies aber nicht immer so leicht. Es geht da auch um die Sorge um das Seelenheil, wie Uli es schon angesprochen hat.
Für die alte Gemeinde geht es um Abfall, in Gedanken vielleicht assoziiert mit Verrat an der Ideologie.
Ganz abgesehen davon, dass jegliche Kritik am Werk Gottes bei manchen Gläubigen gleichwertig mit der Sünde wider den Heiligen Geist gewertet wird. Man hat Angst vor Infizierung, wie Uli auch schon schrieb:
Diese Andersartigkeit wird auch als Gefahr für das eigene Glaubens- und Selbstverständnis wahrgenommen.
Da greift das schöne Wort: Gift probiert man nicht.
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#9 Beitrag von uhu-uli » 30.07.2008, 13:11

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#10 Beitrag von tosamasi » 30.07.2008, 17:01

Ganz selten ist wohl der Paukenschlag. Früher hat man immer gesagt: Erst sitzen sie im Chor, dann irgendwo in der Geminde, dann in der letzten Bank, und dann sind sie draußen.
Das ist zwar die Politik der kleinen Schritte, aber auch rücksichtsvoll der Familie und den Freunden gegenüber. Mit dem verzögerten Rückzug gibt man allen die Chance zur Gewöhnung und sich selbst auch, vor allem wenn man sehr engagiert und verflochten war.
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