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Gebet, Gottesdienstgestaltung, Liturgie
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Matula
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#41 Beitrag von Matula » 04.07.2008, 07:09

filippo hat geschrieben:Eigentlich möchte ich seit Tagen lieber mein Buch zu Ende lesen, statt hier zu versuchen den katholischen Erklärbär zu spielen, aber ich versuch es trotzdem nochmal, ob ich es mit meinen Worten hinkriege das Thema verständlicher zu machen. :lol:
Und das wo Recht sowieso schon immer was kompliziertes ist, wer sich im normalen Leben schon mal mit Gesetzestexten rumschlagen durfte, weiß wohl um den Unterschied zwischen dem eigenen persönlichen Rechtsempfinden und der Rechtsprechung .... und das ist glaube ich auch im auch Kirchenrecht nicht grad viel anders ... jedenfalls war mein Eindruck bei der Vorlesung zum Eherecht, welche ich während meines Urlaubs als Gasthörer gehört habe, das da durchaus was im Gange ist und man sehr wohl mitbekommt was aktuell Sache ist ...

Erstmal zum Thema Leibfeindlichkeit. Was für ein Wort !

Das Thema ist mittlerweile ebenfalls alter Kaffe und überholt. Auch hier hat sich das Denken geändert. Auch wenn die Kirche in manchen Dingen nach wie vor sehr konservative Ansichten aufrechterhält, das heißt nicht, das sie deswegen fernab von allen Dingen ist, und moderen Entwicklungen, Forschungsergebnisse etc. nicht mitbekommt. In vielen Dingen hat sie ja sogar ihre kircheneigenen Fachleute und Berater, die sich in den Themen auskennen. Und so hat auch die katholische Kirche mittlerweile mitbekommen, das ein ausgefülltes glückliches Sexualleben auch wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen ist.

Ach so ist das, man sorgt sich nur um die Gesundheit der Gläubigen und lehnt deshalb die Ehesegnung eines behinderten Menschen ab.

Dementsprechend heißt es auch heute nicht mehr, das jeglicher Sex, der nicht darauf ausgerichtet ist, Kinder zu zeugen "böse und nicht erlaubt ist". Und sie ist auch nicht gegen Familienplanung im Gegenteil.

Klar ist die kath. Kirche nicht gegen Familienplanung, sondern sie ist eindeutig für die Familienplanung. Und selbstverständlich ist die Führung der kath. Kirche gegen Sex, der nicht darauf ausgerichtet ist, Kinder zu zeugen.

Dabei spricht sie sich aber gegen die künstliche Verhütung aus, und plädiert für die natürliche über den Zyklus.

Das geht eine Kirche überhaupt nichts an, wie und wann und warum ein Ehepaar verhütet.

Und spricht sich dabei speziell gegen Verhütungsmethoden aus, wo bereits befruchtete Eizellen abgetötet werden, und somit aus ihrer Sicht bereits entstandenes Leben getötet wird.


Das ist absolut korrekt und auch richtig.


Nur, wenn die Möglichkeit zum Sexualleben erstmal nicht gegeben ist, was dann? - Wenn ich Mikado spielen möchte, und ich hab aber nur gekochte Spaghetti .... dann gibt das auch nix ....

Was für ein feinfühlender Vergleich, einen Menschen und getauften Christen mit einer lebendigen Seele und einem Gefühlsleben mit einem Mikado Spiel und gekochten Spaghettis zu vergleichen. Dazu fehlen mir die Worte.

Mal gucken, vieleicht ergibt sich am Wochenende die Möglichkeit, da mal mit einem unserer Theologen zu sprechen, vieleicht bringt das ja neue Erkenntnisse in die Sache ....

Die Frage mit der Waffensegnung ist an mir nicht vorbeigegeangen, aber ich hab da bewusst nicht drauf geantwortet, dazu aber dann später mehr ....

Matula
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#42 Beitrag von Matula » 04.07.2008, 07:22

filippo hat geschrieben:So, nun zur Waffensegnung. Ich bin bisher bewußt nicht darauf eingegangen, und das aus zwei Gründen. Zum einen, wenn ich über Thema A diskutiere, möcht ich über Thema A diskutieren, und nicht noch dabei Nebenthema B und C aufmachen, dabei dann später wiederum Nebennebenthema B1, B2, B3, BA1, .... C1, C2 .... bis irgendwann keiner mehr weiss, was Sache ist ...

Lieber Filippo, es handelt sich keinesfalls um ein Nebenthema, sondern Du warst es der im Falle des Behinderten, dem man den Ehesegen verweigerte geschrieben hatte, da wo nichts ist, könne auch nichts gesegnet werden.

Daraufhin habe ich geschrieben, dass man Waffen segnet, wohl deshalb, weil diese ja anscheinend vorhanden sind. Das war im Bezug auf das Brautpaar bewusst von mir überspitzt angeführt.

Hier geht es keinesfalls um verschiedene Themen, sondern um den einen Begriff - Segnen -.



Sowas hat mich früher schon gestört, wenn bei uns Zeugen Jehovas vor der Tür standen, und diskutieren wollten .... die haben sowas par exellence auf hohem Niveau betrieben .... bis man, wenn man nicht aufpasste, irgendwann nicht mehr wusste wo einem der Kopf stand .... geübte Rhetoriker benutzen sowas übrigens auch gern, wenn sie ihren Diskussionpartner vorführen möchten ....

Das hängt auch viel damit zusammen, wenn man auf gestellte Fragen nicht antwortet, aber mir geht es keinesfalls darum, Dich vorführen zu wollen, sondern das sind Themen und Fragen, die mich beschäftigen und wo ich mit manchen Dingen überhaupt nicht einverstanden bin, so wie ich auch mit manchen innerhalb der NAK nicht einverstanden bin und das auch offen mitteile wie Du ja weisst.

ich möchte damit niemand hier etwas unterstellen, aber klarstellen, wie ich gerne weiterdiskutieren möchte ... nämlich ... sich ergebende Anschlußfragen seperat diskutieren ....

Und Grund zwei ... da wird ein Knochen in den Raum geworfen, an dem nicht mal ein Stückchen Fleisch dranhängt, und den soll ich nun aufschnappen? Warum? Worüber wollen wir denn diskutieren, wenn nicht ansatzweise ein konkreter Fall vorliegt den man betrachten und diskutieren kann? .... Das ist nebulöses Rumstochern in warmer Luft ... und meistens sehr uneffektiv ....

Das ist kein nebulöses rumstochern, sondern ich selber habe es im Fernsehen bereits mehrfach gesehen, dass kath. Geistliche Waffen gesegnet haben und ich bin mir beinahe sicher, dass Dir dieses auch bekannt sein dürfte.

entsprechend kann ich hier bestenfalls mutmaßen ..... und da mutmaße ich trotzdem erstmal, dass es, wenn so konkret geschehen und Waffen gesegnet wurden, sich um einen Alleingang einzelner Geistlicher handelt ....

Das widerum kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.

Es gibt im kirchlichen Gebrauch ein Buch, in dem alle Handlungen aufgeführt sind, für die die katholische Kirche eine Segenshandlung vorsieht, mit den entsprechenden Segen. Und da ist meines Wissens nach kein Segen für Waffen vorhanden. Dementsprechend ist im Umkehrschluss im katholischen Glauben ein Segen für Waffen nicht vorgesehen ....
Zum anderen wird im Katechismus die Anwendung von Gewalt, insbesondere von Krieg, abgelehnt.

Aber auf der Grundlage von Mutmaßungen, werd ich das Thema sicher nicht weiterdiskutieren, egal wieviele Knochen und heisse Eisen da noch fliegen 8)

Dann geh ich lieber wieder zu meinem Buch, welches schon seit drei Tagen geduldig auf mich wartet :wink:
Viel Spass beim Lesen !

Wie heisst denn der Titel des Buches ?

Katharina

#43 Beitrag von Katharina » 04.07.2008, 08:12

Matula, wer lesen kann, ist klar im Vorteil :wink:
filippo schrieb:
Ich lese gerade ein sehr interessantes Buch von Otto Hermann Pesch: "Das zweite Vatikanische Konzil Vorgeschichte - Verlauf - Ergebnisse - Nachgeschichte "
s. Seite 1 dieses Threads

Ich denke, es gibt immer kirchenrechtliche Entscheidungen, die wir nicht mittragen können und wollen und die uns gegen den Strich gehen. Ob es nun in der NAK, RKK oder ev. Landeskirche ist. Wenn diese Herren die Entscheidungen mit der aufgeschlagenen Bibel in der Hand vornehmen würden, würde es in den Institutionen Kirche anders aussehen.

Und an der Basis wird es immer sone und solche geben: Pastoren, die sich strikt an das Kirchenrecht halten oder Pastoren, die Gott und den Menschen im Vordergrund sehen und ihre ""Segenshandlungen" danach entscheiden.

Matula
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#44 Beitrag von Matula » 04.07.2008, 08:44

Katharina hat geschrieben:Matula, wer lesen kann, ist klar im Vorteil :wink:
filippo schrieb:
Ich lese gerade ein sehr interessantes Buch von Otto Hermann Pesch: "Das zweite Vatikanische Konzil Vorgeschichte - Verlauf - Ergebnisse - Nachgeschichte "
s. Seite 1 dieses Threads

Ich denke, es gibt immer kirchenrechtliche Entscheidungen, die wir nicht mittragen können und wollen und die uns gegen den Strich gehen. Ob es nun in der NAK, RKK oder ev. Landeskirche ist. Wenn diese Herren die Entscheidungen mit der aufgeschlagenen Bibel in der Hand vornehmen würden, würde es in den Institutionen Kirche anders aussehen.

Und an der Basis wird es immer sone und solche geben: Pastoren, die sich strikt an das Kirchenrecht halten oder Pastoren, die Gott und den Menschen im Vordergrund sehen und ihre ""Segenshandlungen" danach entscheiden.
So ist es !

Wer handelt denn richtig, derjenige, der sich an das strikte Kirchenrecht hält, das in weiten Teilen diskriminierend, ausgrenzend, verletztend, verachtend ist und somit ohne die christliche gelebte Nächstenliebe besteht oder derjenige, der den Menschen, der seine Ehe gerne vor Gott und seinem Sohn gesegnet bekommen haben möchte, nicht einfach vor den Kopf stösst und nach Hause schickt, weil er den Sexualakt mit seiner Ehefrau nicht vollziehen kann !?

Ich denke, die Antwort dürfte eigentlich jedem vernünftig denkenden und fühlendem Menschen klar sein.

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#45 Beitrag von tosamasi » 04.07.2008, 10:01

Katharina hat geschrieben:s. Seite 1 dieses Threads

Ich denke, es gibt immer kirchenrechtliche Entscheidungen, die wir nicht mittragen können und wollen und die uns gegen den Strich gehen. Ob es nun in der NAK, RKK oder ev. Landeskirche ist. Wenn diese Herren die Entscheidungen mit der aufgeschlagenen Bibel in der Hand vornehmen würden, würde es in den Institutionen Kirche anders aussehen.

Und an der Basis wird es immer sone und solche geben: Pastoren, die sich strikt an das Kirchenrecht halten oder Pastoren, die Gott und den Menschen im Vordergrund sehen und ihre ""Segenshandlungen" danach entscheiden.
Liebe Katharina,
d'accord. Wir Menschen lieben die Regelungen. Man kommt auch nicht aus, ohne. Ob allerdings in den einzelnen Konfessionen so vieles reglementiert werden muss, steht dahin. Hier wären mehr Kann-Möglichkeiten angebracht. Der Handlungsrahmen müsste für bestimmte Bedarfsfälle weiter gesteckt sein.
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#46 Beitrag von filippo » 04.07.2008, 13:27

erl.
Zuletzt geändert von filippo am 27.09.2009, 17:59, insgesamt 2-mal geändert.

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#47 Beitrag von tosamasi » 04.07.2008, 13:53

filippo zitierte:
Es trifft jedoch zu, daß einzelne Geistliche aus einem überzogenen patriotischen oder religiös verbrämten Fanatismus heraus solche wie immer gearteten Waffensegnungen vorgenommen haben. Dabei konnten sie sich aber niemals auf amtliche Texte "der Kirche" berufen.
Deshalb muss ich dieses
Der Handlungsrahmen müsste für bestimmte Bedarfsfälle weiter gesteckt sein
relativieren. :wink:
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#48 Beitrag von Matula » 04.07.2008, 16:03

filippo hat geschrieben:So, zum Thema Waffensegnung bin ich dann auf den Seiten der katholischen Glaubensinformation nun fündig geworden:
Von Gegnern unserer Kirche wird immer wieder der Vorwurf erhoben, daß die Kirche Waffen segne. Was ist dazu zu sagen?

Zunächst ist zu sagen, daß weder das "Rituale Romanum", wie es Papst Paul V. im Jahre 1614 promulgiert hat, also das offizielle Buch der Kirche, das alle Segnungen enthält, noch die sorgfältig revidierte Neuausgabe von Papst Pius XI. von 1925 einen Waffensegen kennt. Auch das nach dem Zweiten Vaticanum herausgegebene "Benediktionale" für die katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebiets kennt einen solchen Waffensegen nicht. Somit entbehrt der Vorwurf, "die Kirche" segne Waffen, einer offiziellen Grundlage.

Es trifft jedoch zu, daß einzelne Geistliche aus einem überzogenen patriotischen oder religiös verbrämten Fanatismus heraus solche wie immer gearteten Waffensegnungen vorgenommen haben. Dabei konnten sie sich aber niemals auf amtliche Texte "der Kirche" berufen. Die Kirche lehnt Waffengewalt als Mittel der Konfliktlösung ab. Erinnert sei an die Verlautbarung von Papst Johannes Paul II. zum Weltfriedenstag am 1. Januar 1999. Dort sagt er: "Gewaltanwendung ist kein Mittel zur Lösung politischer und sozialer Probleme. Krieg baut nicht auf, sondern zerstört ... Und doch verzeichnet die Chronik weiterhin Kriege und bewaffnete Konflikte mit zahllosen Opfern. Wie oft haben meine Vorgänger und ich selbst das Ende dieser Schrecken herbeigerufen! Ich werde damit so lange fortfahren, bis man verstehen wird, daß der Krieg den Niedergang jedes wahren Humanismus bedeutet."
Quelle: www.internetseelsorge.de

Zunächst einmal möchte ich feststellen, dass ich mich keinesfalls als Gegner der röm. kath. Kirche bezeichne.

Ich lag also mit meinen Hinweisen, dass Geistliche dieser Kirche Waffen segnen, also doch nicht völlig daneben.

Mir ist es schleierhaft, das Geistliche dieses in aller Öffentlichkeit vor zig hundert und tausend Menschen tun und sich erlauben können und so mutmasse ich einmal, solches ohne jedwede Konsequenzen seitens der Kirchenleitung für sie bleibt.

Das sind aber die Spezies, die dann einem behinderten Menschen den Ehesegen verweigern, nur weil dieser nicht in der Lage ist, den Sexualakt zu praktizieren.

filippo

#49 Beitrag von filippo » 04.07.2008, 18:22

erl.
Zuletzt geändert von filippo am 27.09.2009, 18:03, insgesamt 3-mal geändert.

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#50 Beitrag von tosamasi » 04.07.2008, 18:47

Welchen Segen will man, den Segen Gottes oder den der Kirche? Manchmal frage ich mich, ob man überhaupt einen Segen will, und nicht nur der Tradition genügen.
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