Neues ausprobiert....

Gebet, Gottesdienstgestaltung, Liturgie
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Katze

Neues ausprobiert....

#1 Beitrag von Katze » 30.06.2008, 21:16

Hallo liebe Foris,

gestern habe ich etwas Neues ausprobiert, etwas was mich etwas Überwindung gekostet hat, etwas Selbstüberwindung...

Ich möchte es einmal so sagen, bedingt durch meine Erziehung hatte ich zur Katholischen Kirche keinen Bezug. Sie war mir als Glaubensgemeinschaft ziemlich negativ geprägt, sehr konsevativ, veraltet, leer mit viel Bimborim usw.

Aber, jetzt bin in über meinen Schatten gesprungen und habe einen Katholischen Gottesdienst besucht.

Und war sehr positiv angetan... es war sehr schön.

Die "Leitgedanken" waren Peter und Paul, die Apostel Petrus und Paulus. Der Gottesdienst wurde gemeinsam duch den Priester und die Pastoralreferendarin durchgeführt. Es wurde erklärt, wie unterschiedlich die beiden Apostel waren. Der eine hochgebildet, unverheiratet ein stolzer, kaum kompromissbereiter Mann. Der andere ein Paktiker, verheiratet und kompromissbereit, ein wenig standhafter Mann. Der Priester betonte, dass die beiden sich nicht unbedingt sympatisch waren. Und trotzdem hatte Jesu beide erwählt sein Evangelium zu verkünden. In dem Gottesdienst wurde betont, dass Menschen nie fehlerfrei wären. Jeder wäre anders und trotzdem wäre jeder angenommen, völlig gleichgültig seiner Herkunft und seiner Art.
Es gäbe Kritiker, Zweifler, starke, schwache usw. Doch keiner dürfe ausgegrenzt werden.
Dann bat er noch in einem der Gebete, dass die die durch die Kirche negatives erlebt und erfahren hätten, dies vergeben könnten. Und vielleicht bereit wären einen Neustart zu wagen...
Dies sprach mich sehr an.
Besonders schön fand ich die Abendmahlsfeier.
Alles in allem war es so, in dem Gottesdienst konnte ich eine so ausgelichene Ruhe und Frieden verspüren, dass ich einen zweiten Versuch wagen werde... :wink:

lg Katze

Maximin

IN WAHRHEIT IST ES WÃœRDIG UND RECHT...

#2 Beitrag von Maximin » 30.06.2008, 21:44

:) Liebe Katze,
prüfe getrost weiter und bewahre Dir Deinen gesunden Skeptizismus. Liebe Grüße auch an Deinen Mann...!
Micha :wink:

Dieter

#3 Beitrag von Dieter » 01.07.2008, 08:28

Liebe Katze,

danke für Deinen schönen Beitrag. Ich denke, Du solltest für Dich entscheiden, wo es Dir gefällt und wo Du Dich wohl fühlst. Es wird nicht immer überall eitel Freude und Sonnenschein herrschen, es gibt auch Schatten. Dieser ist aber einfacher zu akzeptieren, wenn die Gemeinschaft keinen exklusiven Anspruch darauf erhebt, das EINZIGE Werk Gottes zu sein.

Liebe Grüße
Dieter

tergram

#4 Beitrag von tergram » 01.07.2008, 09:01

Ich habe auf meiner Wanderung durch die Konfessionen Licht und Schatten erlebt - natürlich immer als meine subjektive Erfahrung.

Es fällt mir aber leichter, "Schatten" ausserhalb der NAK zu akzeptieren. Vielleicht, weil dort nicht unentwegt behauptet wird, man sei das Werk Gottes schlechthin und die Mitglieder seien einzig Gottes Erwählte.

Probier alles aus. Und wähle dann in Ruhe das, womit du dich IHM am nächsten fühlst.

Matula
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#5 Beitrag von Matula » 01.07.2008, 11:53

Liebe Katze,

ich möchte Dein Erleben in der kath. Kirche keinesfalls schlechtreden bzw. schreiben, dennoch viel mir beim Lesen auf, dass auch in der kath. Kirche Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander klaffen.

Du führst an, dass der Pastor/Priester nachstehendes gesagt hat, was dem Grunde nach nur zu unterstreichen ist.


....In dem Gottesdienst wurde betont, dass Menschen nie fehlerfrei wären. Jeder wäre anders und trotzdem wäre jeder angenommen, völlig gleichgültig seiner Herkunft und seiner Art.
Es gäbe Kritiker, Zweifler, starke, schwache usw. Doch keiner dürfe ausgegrenzt werden....


Ich nehme nur einen Aspekt aus Deinem Eintrag ....und seiner Art....heraus und stelle die Frage, weshalb werden denn homosexuelle Menschen innerhalb der kath. Kirche nach wie vor ausgegrenzt !?

LG
Matula

Katze

#6 Beitrag von Katze » 01.07.2008, 18:24

Hi ihr Lieben,

erstmal danke für euer Antworten.
Ihr habt das richtig erkannt... überall ist Licht und Schatten. Und es war schon so, wie Tergram und Dieter geschrieben haben... es tat gut mal nicht exklusiv zu sein...:wink:

Bei mir war es so, ich habe mich bisher nur einmal getraut über den Tellerrand zu blicken, indem ich einen evangelischen Gottesdienst besucht habe. Der mir übrigens auch sehr gut gefallen hat.
Nur in den katholischen Gottesdienst bin ich nicht vorurteilsfrei gegangen, war aber hinterher sehr angenehm überrascht.
Was mich noch zusätzlich beeindruckt hat war, dass in diesem Gottesdienst neun Kleinkinder zugegen waren, obwohl keine Taufe, oder sonstige Feier war. Drei davon waren noch Babys, von denen eines, während des ganzen Gottesdienstes immer wieder seine Stimme erklingen lies... und keinen hat es offensichtlich gestört.
Auf jeden Fall war es ok und Jesus stand auch ganz klar im Mittelpunkt.


Lieber Matula,

zu deiner Frage... ich weiß nicht warum homosexulle Menschen, in der Katholischen Kirche, nach, wie vor ausgegrenzt werden. Vielleicht ist das auch nicht mehr so. Die Frage kann Dir ein katholischer User wahrscheinlich besser beantworten.

Früher waren homosexuelle Menschen auch in der Neuapostolischen Kirche ausgegrenzt, doch heute distanziert man sich von solchem Denken.
Nur, auch das ist nicht in allen Köpfen angekommen... wenn ich an so manchen Kommentar von dem einen, oder andern Glaubensbruder, oder Glaubensschwester denke, da herrscht oft immer noch die Meinung, dass diese Menschen sündhaft und böse wären.

Möglicherweise hat dies nichts mir der Konfession zu tun, sondern allein damit, wie tolerant man andern und andersgearteten Menschen gegenüber eingestellt ist.


Lieber Micha,... Grüßchen habe ich ausgerichtet...:wink:


lg Katze

filippo

#7 Beitrag von filippo » 01.07.2008, 19:55

erl.
Zuletzt geändert von filippo am 27.09.2009, 17:53, insgesamt 1-mal geändert.

Matula
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#8 Beitrag von Matula » 02.07.2008, 06:01

Lieber Filippo,

Du hast geschrieben:

....wir sollten, denke ich, nie ausser Acht lassen, dass "die Kirche" auch WIR sind ... mit dem was WIR in IHR tun oder nicht tun, was WIR sagen oder lassen ....

Das ist richtig, dennoch wird die Kirche nach wie vor von oben nach unten bestimmt und ich denke, Du gibst mir sicherlich recht wenn ich sage und Du weisst dieses aus eigener erlebter Erfahrung in der NAK und in der RKK, wie man sich fühlt und vorkommt, wenn man von oben (herab) die rote Karte gezeigt bekommt, um mal in der Fussballersprache zu bleiben.

Erst kürzlich noch hat sich ein Bischof der röm. kath. Kirche geweigert, einem Paar den Segen zu ihrer Hochzeit zu spenden, weil der Mann ein Behinderter war und durch diese Behinderung nicht mehr zeugungsfähig ist.

Ich muss Dir ehrlich und offen gestehen, bei diesem Gedanken wird es mir übel.

Dieser behinderte Mann wird seitens seiner Kirche nicht nur diskreminiert, sondern auch ausgegrenzt, als hätte er einen ansteckenden Aussatz.

Andererseits hat man Ehen widerum gesegnet und stellt(e) diesen gesegneten Frauen nach dreimaliger Beratung den Persilschein zur Abtreibung aus.

Ein anderes Thema, weshalb lassen sich die hohen kirchlichen Würdenträger eigentlich derart von ihren Gläubigen huldigen ?

Jesus hat die einfachen Worte gesagt und diese in seinem Leben in die Tat umgesetzt:

Der Grösste unter euch soll euer aller Diener sein.

In diesem Sinne

LG
Matula

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tosamasi
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#9 Beitrag von tosamasi » 02.07.2008, 10:08

Matula schrieb:
Erst kürzlich noch hat sich ein Bischof der röm. kath. Kirche geweigert, einem Paar den Segen zu ihrer Hochzeit zu spenden, weil der Mann ein Behinderter war und durch diese Behinderung nicht mehr zeugungsfähig ist.

Ich muss Dir ehrlich und offen gestehen, bei diesem Gedanken wird es mir übel.
Der Stellenwert der Ehe hat in der kath. Kirche den Rang eines Sakramentes.

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Die Ehe ist das Sakrament, das Mann und Frau bis zum Tode eines Partners unauflöslich vereint, wie Jesus Christus und die Kirche, seine Braut, vereint sind, und das ihnen die Gnade gibt, miteinander heilig zu leben und die Kinder christlich zu erziehen.
Man darf deshalb dem Bischof einen Gewissenskonflikt zugute halten.
Dieser behinderte Mann wird seitens seiner Kirche nicht nur diskreminiert, sondern auch ausgegrenzt, als hätte er einen ansteckenden Aussatz.
Es wurde die Spendung eines Sakramentes verweigert, die/das bestimmte Voraussetzungen erfordert, mehr sehe ich da erstmal nicht. Womit ich durchaus nicht sagen will, dass ich diesen Vorgang gut heiße. Aber man muss auch die Dinge jenseits der Emotionalität sehen.
Ein anderes Thema, weshalb lassen sich die hohen kirchlichen Würdenträger eigentlich derart von ihren Gläubigen huldigen ?
Das scheint eine Zwangsläufigkeit der Würde zu sein. :wink:
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

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#10 Beitrag von Matula » 02.07.2008, 13:24

Der Stellenwert der Ehe in der röm. kath. Kirche gibt noch nicht den Dienern dieser Kirche das Recht, einem Behinderten Menschen den Segen Gottes zu verweigern.

Dieses unbarmherzige Verhalten alleine wäre für mich bereits ein triftiger Grund, dieser Kirche nicht beizutreten.

Wie kann man miteinander heilig leben ?

Man kann miteinander würde- und Liebevoll in der Ehe umgehen.

Darüber hinaus sollte es jedem selbst überlassen sein, ob er Kinder möchte oder nicht, also ob er bestimmte Voraussetzungen hierfür schaffen will und/oder schaffen kann.

Die Herren Würdenträger selber wissen doch gar nicht was es heisst, Kinder zu haben und sollten sich nicht anmassen, anderen vorzuschreiben, dass sie Kinder zeugen müssen, andernfalls sexuell enthaltsam zu leben.

Wo steht das in der Bibel eigentlich geschrieben ?

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