Leber, Studer und die Botschaft

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Paul

Leber, Studer und die Botschaft

#1 Beitrag von Paul » 13.06.2008, 10:08

Gestern wurde ich auf das Interview mit Bez.Ap. i.R. Studer aufmerksam gemacht, welches in der UF 11/2008 abgedruckt ist. Dort äußert er sich neben anderem nicht nur zum neuen Katechismus ("Mut zur Lücke" :? ), sondern auch zur Botschaft J. G. Bischoffs:
[...]

Aber die VAC wollte, dass wir die Botschaft als Unwahrheit darstellten. Nein, so weit gehen wir nicht, war meine Antwort. Für mich ist das immer noch eine Botschaft, die haben wir geglaubt, aber ich biete euch an, ich mache alle Kirchenausschlüsse rückgängig.

[...]
Diese Worte Studers stehen m.E. nicht alleine, sondern liegen auf der großen Linie, die St.Ap. Leber vorgibt: Die Botschaft war göttlichen Ursprungs - weil J.G.B. und wir fest daran geglaubt haben -, wir müssen uns nur eine bessere Begründung für ihr Nichteintreffen einfallen lassen.
Dies ist die Quintessenz eines kurzen Briefwechsels, den ich vor kurzem mit Leber darüber geführt habe und den ich nachfolgend auszugsweise widergeben will. (Ich habe damit kein Problem, da in den Texten keinerlei höchstpersönliche Inhalte zu finden sind, die Vertraulichkeit verdienen würden.)

Zunächst meine Anfrage:
[...]

im Zusammenhang mit dem Informationsabend am 4. Dezember 2007 ist erneut die Frage nach der "Botschaft" Johann Gottfried Bischoffs aktuell geworden. Walter Drave schreibt dazu in seinem Papier (S. 53): "Als wesentliche strukturelle Probleme jener Zeit sind zu nennen: [.] mangelnde Einsicht in den Offenbarungscharakter der Botschaft des Stammapostels und die damit verbundene Missachtung der Amtsautorität des Stammapostels; [.]"

Demnach hält Apostel Drave daran fest, die Botschaft sei göttlichen Ursprungs gewesen - mit allen bekannten problematischen Implikationen.

Wie ist nun Ihre Position in dieser Frage? Gehen Sie mit Drave konform? War die Botschaft eine göttliche Offenbarung? Waren ihre Folgen für die NAK gottgewollt? Hat Gott wirklich 1960 aus unerfindlichen Gründen seinen Plan geändert? Ist die Botschaft nicht bis heute der "Pfahl im Fleische" der NAK?

[...]
Hier die Antwort Wilhelm Lebers, übermittelt durch P. Kälin:
[...]

Apostel Drave hat bei der Darstellung der "Botschafts-Thematik" lediglich als Historiker vor dem Hintergrund der damaligen Zeit argumentieren wollen; es ist damit nicht gesagt, wie er persönlich dazu steht.

Nun fragen Sie nach meiner Bewertung der Botschaft. Ich muss zunächst sagen, dass es vonseiten der Kirche noch keine offizielle Stellungnahme gibt, die auf diese Frage eine konkrete Antwort gibt.

[...]

Ich persönlich halte den Offenbarungscharakter der Botschaft für glaubwürdig aufgrund der großen Ernsthaftigkeit, mit der Stammapostel Bischoff diese vertrat. Ich bin mir aber dessen bewusst, dass diese persönliche Sicht nach außen schwer zu vermitteln ist. Wenn jemand die Botschaft als menschlichen Irrtum ansieht, kann ich dem wenig entgegensetzen. Somit komme ich zu dem Schluss, dass die Bewertung der Botschaft offen bleiben sollte; jeder kann sich sein eigenes Urteil bilden.

Es ist allzu menschlich gedacht, wenn die Nichterfüllung der Botschaft damit begründet wird, dass Gott seinen Willen geändert habe. Diese Erklärung ist nicht stichhaltig. Erklärungsansätze könnten bei der Person des "Botschafts-Empfängers" , also bei Stammapostel Bischoff, zu finden sein: Hat er die Offenbarung missverstanden oder überinterpretiert? Gab es Begleitumstände, die Stammapostel Bischoff außer acht gelassen hat? Es gibt auf diese Fragen keine Antwort, da Stammapostel Bischoff meines Wissens nie konkret und umfassend berichtet hat, was ihm wie offenbart worden ist.

[...]
Man darf gespannt sein, wie die schon mehrfach angekündigte offizielle Stellungnahme der NAK zur Botschaft aussehen wird. Eines kann man aber nach den Verlautbarungen der Herren Drave, Leber und Studer jetzt schon sagen: Es wird keine Verurteilung der Botschaft als Irrlehre geben. Das höchste der Gefühle, zu dem sich die NAK imstande sehen wird, dürfte das erwähnte Offenhalten der Bewertung sein. Wer sich insoweit Hoffnungen auf Veränderungen in der NAK gemacht haben sollte, wird wahrscheinlich erneut enttäuscht werden.

Damit ist implizit auch ein weiteres Mal bestätigt worden, daß die Botschaft nach wie vor der Pfahl im Fleisch der NAK ist (wie es ein UF-Redakteur einmal so treffend formuliert hat). Fällt die Botschaft, dann fallen auch die Glaubens-, Herrschafts- und sonstigen Ansprüche der NAK-Apostel, die sich selbst als Hirten an Christi Statt sehen. Und davor haben diese Herren Angst.

Clemens

#2 Beitrag von Clemens » 13.06.2008, 10:41

Vielen Dank, lieber Paul. Das ist hoch interessant!
Der UF-Redakteur war übrigens niemand anderes als R. Kiefer. Leber hatte damals diesen Ausdruck vehement abgelehnt und einmal mehr die (angeblich) positiven Folgen der Botschaft für die allgemeine Gestimmtheit des NAK-Gläubigen der 50er Jahre hervorgehoben.

Dieter

#3 Beitrag von Dieter » 13.06.2008, 14:46

Lieber Paul,

danke für diese Information. Sie gibt zumindest wieder, was an Zugeständnissen zu erwarten ist und was nicht. Würden mehr Zugeständnisse gemacht werden, würde die ganze labile Konstruktion in sich zusammenbrechen.

Dir und allen anderen ein schönes Wochenende!
Dieter

Tom aus Franken

#4 Beitrag von Tom aus Franken » 14.06.2008, 04:43

Das Interview hat mich ebenfalls etwas überrascht, da BAP Studer als ein AP bekannt ist, der seinen eigenen Weg gegangen ist, wie übrigens andere AP auch. Er "reklamierte" im Interview sogar, dass die Veränderungen, die STAP Leber vornimmt, zu schnell gehen (UF 11/Seite 25 Wie beurteilen ....)

Eigene Wege, eigene Lehransätze, mangelnde Einheit in der Schar der Apostel sind alles Zeichen dieser Zeit.

Tom aus Franken

Brombär
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#5 Beitrag von Brombär » 14.06.2008, 09:44

Tom aus Franken schrieb :


Eigene Wege, eigene Lehransätze, mangelnde Einheit in der Schar der Apostel sind alles Zeichen dieser Zeit.


Wenn aber solches geschieht, dann hebet eure Häupter hoch, den eure Erlösung ist nahe.
Wobei wir wieder bei der Endzeiterwartung wären, oder?


Bb.

GG001

#6 Beitrag von GG001 » 14.06.2008, 10:59

Erklärungsansätze könnten bei der Person des "Botschafts-Empfängers" , also bei Stammapostel Bischoff, zu finden sein: Hat er die Offenbarung missverstanden oder überinterpretiert? Gab es Begleitumstände, die Stammapostel Bischoff außer acht gelassen hat? Es gibt auf diese Fragen keine Antwort, da Stammapostel Bischoff meines Wissens nie konkret und umfassend berichtet hat, was ihm wie offenbart worden ist.
Merkwuerdig. Sollte dem Stammapostel voellig entfallen sein, wie sich das damals abgespielt hatte?

Stammapostel Bischoff stand Jesus doch gegenueber, hoerte Seine Stimme und sah Seine Gestalt. Siehe Waechterstimme vom 15. April 1955. Ein Kenner der NAK, Professor Helmut Obst, zitiert diese Stelle in seinem Buch "Apostel und Propheten der Neuzeit" auf Seite 110f: Die "Wächterstimme" schrieb am 15. April 1955, der Stammapostel habe diese Offenbarung "nicht durch einen Traum empfangen, sondern bei einer Begegnung mit dem Sohne Gottes selbst. Der Sohn Gottes stand dem Stammapostel gegenüber, wie er auch dem Saulus damals gegenüber stand; nur mit dem Unterschied, daß der Stammapostel, der größte und treueste Knecht Gottes in unserer Zeit, nicht nur seine Stimme hörte, sondern auch seine Gestalt sah."

2008-06-26:
Ein zweiter Hinweis ist im EZW Materialdienst 146 auf Seite 10 zu finden. Anscheinend ist StAp Leber weder dieser Bezug zu den Geschehnissen damals, noch die Geschehnisse selbst gegenwaertig:

"In der folgenden Zeit hat Bischoff wiederholt unterstrichen, daß ihm diese Erkenntnis in einer Offenbarung Gottes zuteil geworden sei. So schrieb er beispielsweise im Jahre 1955 an Amtsträger im Apostelbezirk Düsseldorf: "Mir ist vom Herrn Jesus eine unmittelbare, persönliche Offenbarung geworden, mit der er mir selbst seine Wiederkunft zu meiner Lebenszeit mitgeteilt hat."

Vielleicht findet Herr Drave diese Veröffentlichung noch in einem der Kirchenarchive und kann zur Klärung der historischen Abläufe einen weiteren wissenschaftlich fundierten Beitrag liefern.
Zuletzt geändert von GG001 am 26.06.2008, 10:51, insgesamt 3-mal geändert.

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tosamasi
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#7 Beitrag von tosamasi » 14.06.2008, 11:01

Tom aus Franken hat geschrieben:Das Interview hat mich ebenfalls etwas überrascht, da BAP Studer als ein AP bekannt ist, der seinen eigenen Weg gegangen ist, wie übrigens andere AP auch. Er "reklamierte" im Interview sogar, dass die Veränderungen, die STAP Leber vornimmt, zu schnell gehen (UF 11/Seite 25 Wie beurteilen ....)

Eigene Wege, eigene Lehransätze, mangelnde Einheit in der Schar der Apostel sind alles Zeichen dieser Zeit.

Tom aus Franken
Diese Zeichen der Zeit gab es schon zu Bischoffs Zeiten, wie wir jetzt ja alle wissen. Und Einheit kann man jederzeit künstlich herstellen. :roll:
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

tergram

#8 Beitrag von tergram » 14.06.2008, 11:05

zum Beitrag von GG001:

Die (gespielte?) Ahnungslosigkeit von Herrn Dr. Leber wird immer wieder deutlich - sowohl im Zusammenhang mit dem Botschafts-Desaster, als auch bei seiner Überraschung zu den Gründen für die Abspaltungen (Kuhlen).

Hat dieser intelligente Mann jahrzehntelang unter einer geistigen Käseglocke gelebt, abgeschirmt von allen Informationen und Veröffentlichungen zu den Themenkomplexen?

Entweder ist er wirklich so ahnungslos - dann ist er als Leiter der NAKI ungeeignet und sollte sich schnellstens Kenntnisse verschaffen oder er ist ein begnadeter Schauspieler. Beides wäre zu fürchten.

shalom
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#9 Beitrag von shalom » 14.06.2008, 15:55

Paul hat geschrieben:Gestern wurde ich auf das Interview mit Bez.Ap. i.R. Studer aufmerksam gemacht, welches in der UF 11/2008 abgedruckt ist. Dort äußert er sich neben anderem nicht nur zum neuen Katechismus ("Mut zur Lücke" :? ), sondern auch zur Botschaft J. G. Bischoffs:
[...]

Aber die VAC wollte, dass wir die Botschaft als Unwahrheit darstellten. Nein, so weit gehen wir nicht, war meine Antwort. Für mich ist das immer noch eine Botschaft, die haben wir geglaubt, aber ich biete euch an, ich mache alle Kirchenausschlüsse rückgängig.

[...]
...dieses Angebot des damals amtierenden Gebietskirchenpräsidenten und Bezirksapostels klingt recht großzügig. Es klingt zudem recht persönlich. Aus "persönlichen Gründen" („…aber ich biete euch an…“). Schon Stp. Bischoff und seine Mitapostel hatten mit ihrer „persönlichen Botschaft“ „den Mut zur Lücke“ in der Gottesfurcht bewiesen. Dieser "lückenhafte Mut" wird sogar heute immer noch von der unverbesserlichen Fraktion der NaKi-Apostel geteilt und mitgeteilt.

Als einen Schweizer Treppenwitz erscheint mir das Angebot: „…ich mache alle Kirchenausschlüsse rückgängig“. Das hört sich gerade so untheologisch an, als könnte ein Bezirksapostel und Gebietskirchenpräsident Kirchenausgeschlossene kraft Amtes flugs kirchenrechtsverbindlich wieder zurückkonvertieren und Gott bräuchte dazu nur „Ja und Amen“ zu sagen. Zudem sind alle Entschlafene lt. Satzung nicht mehr Mitglied ihrer Gebietskirche.

„Wenn pensionierte Apostel unserer Familie erzählen…“ scheint immer mehr einen neuen apostolischen Weg darzustellen, halbamtlich Meinung machen zu können, ohne das amtierende Apostel befürchten müssen, beim Wort genommen werden zu können.

All das ist sicher nicht von ungefähr auf der typischen NaKi-Ebene der „persönlichen Gründe“ und der Senioren angesiedelt :wink: .

shalom

shalom
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#10 Beitrag von shalom » 15.06.2008, 15:34

Paul hat geschrieben:
[...]Wie ist nun Ihre Position in dieser Frage? Gehen Sie mit Drave konform? War die Botschaft eine göttliche Offenbarung? …
Hier die Antwort Wilhelm Lebers, übermittelt durch P. Kälin:
[...]

Apostel Drave hat bei der Darstellung der "Botschafts-Thematik" lediglich als Historiker vor dem Hintergrund der damaligen Zeit argumentieren wollen; es ist damit nicht gesagt, wie er persönlich dazu steht.

Nun fragen Sie nach meiner Bewertung der Botschaft. Ich muss zunächst sagen, dass es vonseiten der Kirche noch keine offizielle Stellungnahme gibt, die auf diese Frage eine konkrete Antwort gibt.

[...]

Ich persönlich halte den Offenbarungscharakter der Botschaft für glaubwürdig aufgrund der großen Ernsthaftigkeit, mit der Stammapostel Bischoff diese vertrat. Ich bin mir aber dessen bewusst, dass diese persönliche Sicht nach außen schwer zu vermitteln ist.

…Erklärungsansätze könnten bei der Person des "Botschafts-Empfängers" , also bei Stammapostel Bischoff, zu finden sein: Hat er die Offenbarung missverstanden oder überinterpretiert? Gab es Begleitumstände, die Stammapostel Bischoff außer Acht gelassen hat? Es gibt auf diese Fragen keine Antwort, da Stammapostel Bischoff meines Wissens nie konkret und umfassend berichtet hat, was ihm wie offenbart worden ist… .
…zunächst Dank für den Auszug aus dem Brief eines lebenden Stammapostels an den Bruder Paul.

Stp. Dr. Leber stellt klar, dass die „Apg.33-55“ nicht von einem Apostel im Auftrag des Herrn, sondern lediglich von einem argumentierenden „Historiker“ verfasst worden ist. Bei diesem epochalen NaKi-Werk (diese Synopse schreibt NaKi-Geschichte) – so der Stp. – ist nicht gesagt, wie der Apostel Drave persönlich dazu steht. Der „persönliche Standpunkt“ (Eigenverantwortung?) hat das Nachsehen bei der Zusammenschau des NaKi-Historikers. Ein amtliches Statement war es offensichtlich auch nicht. Als rein historisches Machwerk wird es halt an Maßstäben von Historikern zu messen sein (die insbesondere für die meisten NaktivistInnen in Bezug zum neuapostolischen Glauben total irrelevant sind).

Stammapostel Dr. Leber unterstreicht den fehlenden na-amtlichen Standpunkt deutlich indem er kompromisslos klarstellt, dass es vonseiten der NaKi noch keine offizielle (amtliche) Stellungnahme gibt.

Stammapostel Dr. Leber verleiht seinen „persönlichen Gründen“ Ausdruck (als Privatier), welche für ihn persönlich die Botschaft – auch weit über das vollstreckt Gottesurteil hinaus – glaubwürdig erscheinen lassen. Aus seiner privater Sicht sicher ein glasklarer Fall von Kirchenjustizirrtum Gottes.

Stp. Dr. Leber berichtet darüber hinaus, das seines Wissens nach Stp. Bischoff nie konkret und umfassend berichtet hätte, welche Botschaft ihm persönlich überhaupt offenbart worden war. Auch hier stehen sofort wieder die rein „persönlichen Gründe“ im Vordergrund. Diese rein „persönlichen Gründe“ – also die „Botschaft“ – waren jedoch ausgerechnet die Substanz, auf welcher der Neoapostolizismus in Deutschland erblühte. Die Lehre der Apostel (die Jesus- und Apostellehre) fußte nicht auf biblischer Theologie, sondern auf „persönlichen Gründen“, welche die Mitläuferapostel unhinterfragt adaptierten und damit Reichsgottesgeschichte schrieben.

Stp. Dr. Leber persönlich verortet mögliche Erklärungsansätze einer ganzen Kirche auf rein persönlicher Ebene in der Person des „Botschafts-Empfängers“. Auch hier wieder sofort die Strategie, wesentliche Elemente der NaKi-Lehre heute immer noch als etwas rein Untheologisch-persönliches verkaufen zu wollen (was all den Knechtesknechten bis einschließlich heute auch kein gutes Zeugnis ausstellt).

Stp. Dr. Leber lässt hierzu also einen gewissen P. Kälin auf der Ebene einer Privatmeinung innerhalb einer sehr persönlich ausgerichteten Privatkirche argumentieren. Ohne eigene Theologie auch kein Wunder. Ohne eigene Theologie geschieht nakintern und unter na-amtlicher Regie nahezu alles aus rein „persönlichen Gründen“. Auch Beurlaubungen / Amtsrücknahmeverfahren / Exkommunizierungen.

Diese permanente Atomisierung seelsorgerischer Verantwortung ins private, in unhinterfragbare Fragmente persönlicher Gründe mag zwar für die BAVi und deren sprechenden Mund, den jeweils amtierenden Stammapostel momentan immer als die einfachere Lösung erscheinen, jedoch dürfte diese Strategieempfehlung aus dem Hause VFB und der Projektgruppe Kirchenfinanzstrategie das Image der NaKi als Kirche der Apostel in immer privatere und immer persönlichere Argumentationen versteigen lassen, wo sich die Gemeinschaft der Gläubigen unter der Leitung von Privataposteln mit ihren Privatmeinungen übers "Nichtwissen" von Kirche zwar exklusiv – aber zunehmend immer mehr unverbindlich auf die Schippe genommen fühlen könnte.

shalom

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