LOSLASSEN...!

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uhu-uli

Gedanken, die wir hätten denken sollen ...

#51 Beitrag von uhu-uli » 30.05.2008, 20:58

Das Lied von der Anderwelt


Es gibt einen See in der Anderwelt,
drin sind alle Tränen vereint,
die irgend jemand hätt‘ weinen sollen
und hat sie nicht geweint.

Es gibt ein Tal in der Anderwelt,
da geh‘n die Gelächter um,
die irgend jemand hätt‘ lachen sollen
und blieb statt dessen stumm.

Es gibt ein Haus in der Anderwelt,
da wohnen wie Kinder beinand‘
Gedanken, die wir hätten denken sollen
und waren’s nicht imstand.

Und Blumen blühn in der Anderwelt,
die sind aus der Liebe gemacht,
die wir uns hätten geben sollen
und haben’s nicht vollbracht.

Und kommen wir einst in die Anderwelt,
viel Dunkles wird sonnenklar,
denn alles wartet dort auf uns,
was hier nicht möglich war.


Michael Ende

Katharina

LOSLASSEN

#52 Beitrag von Katharina » 30.05.2008, 21:14

filippo schrieb folgendes:
es gibt für mich auch einen konkreten Anlass, darüber nochmal nachzudenken. Es ist jetzt fast ein Jahr her, da musste ich den liebsten Menschen meines Lebens abgeben. Loslassen. Eine Person, die mir ganz viel bedeutet hat, die mir ganz viel gegeben hat, die in meinem Leben wichtig war .... der Punkt kam "eigentlich" nicht überraschend ... es war lange vorher abzusehen, sie ist dem Tod mehr als einmal von der Schüppe gesprungen ... und wir wussten zum Schluss alle, das es nun jeden Tag passieren kann und nur noch eine Frage von wenigen Tagen ist.... eigentlich doch vorbereitet, oder?
Und als es dann soweit war, war es doch zu plötzlich, überraschend und viel zu früh .... da kamen mitmal Emotionen und Gefühle durch, Trauer, Schmerz, Verlassenheit, Hilflosigkeit .... und das mit einer imensen Wucht ....
danach gab es immer mal wieder Momente wo der Kopf sagte, nun hast Du es geschafft, verarbeitet .... und dann gab es Momente wo das Herz angesprochen wurde ... ein Bild, ein Satz, ein Lied , Erinnerungen....
da kam dann das Leben in´s Spiel ... mit all seinen bunten Überraschungen, ohne jegliche Vorankündigung ....

loslassen ... eine Frage der Vorbereitung, oder stets und jeden Tag eine neue Herausforderung?
Schade, dass solch ein ernster Beitrag übersehen wird, wenn zwei sich streiten.

Immer wieder sind wir sprachlos, wenn es wirklich ans Abschiednehmen von lieben Menschen geht. Auch wir Christen, die ja doch noch einen Trost in ihrem Glauben finden, stehen stumm da und wissen nicht, was wir solch einem Menschen sagen sollen. Wir machen lieber mit unseren Alltagsdingen weiter.

Aber der Mensch, der zurückbleibt, muss sein Leben allein weiterleben. Mit seinem Schmerz zurechtkommen. Dieser Schmerz, der von keiner Aspirin gelindert wird. Niemand sitzt mehr am Frühstückstisch gegenüber, niemand da, mit dem man sich auch mal auseinander setzen muss. Allein. Das muss man erstmal aushalten.

Lieber Filippo, ich wünsche dir viel Kraft und die spürbare Nähe Gottes an deiner Seite.

"Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit." (Jesaja 41, 10)

Liebe Grüße :wink:
Katharina

uhu-uli

#53 Beitrag von uhu-uli » 30.05.2008, 22:59

Liebe Katharina,

du hast recht ...

es gibt ein Bild, das ich für den Verlust sehr treffend finde ... Ein MOBILE.

Wird ein Teil abgeschnitten gerät alles aus dem Gleichgewicht und alles muss neu geordnet und gewichtet werden. Eine schwierige Aufgabe und nie wird es sein wie vorher ...

Das Thema Trauer rückt in den letzten Jahren deutlicher ins Bewußtsein der Öffentlichkeit, sie darf benanntstatt verschwiegen, versteckt und verleugnet werden.

Aber was ist die Theorie der Phasen gegen das Durchleben der Trauerphasen.

Besonders, wenn der Tod einbricht, wo unsere Lebensentwürfe ganz andere waren. Ein gesundes Kind erwartet und plötzlich bleibt die Wiege leer.

Oder eine Mutter / Vater, welche ihre Kinder nicht in ihr mehr begleiten können, bis sie auf eigenen Beinen stehen und eigene Wege gehen.

Oder plötzlicher Tod, wo viel Ungeklärtes und Unversöhntes nicht mehr geordnet und befriedet werden konnte.

Daneben die große Unsicherheit, wie man den Betroffenen begegnet ein Ausweichen, wo dem Trauernden vielleicht eine Umarmung gut getan hätte. Ein Satz der trösten sollte, aber ehr gegenteilig wirkte.

Ich finde es ganz wichtig sich schon heute zu üben .. hinzufühlen, damit wir Erfahrungen mit dem Abschied sammeln können.

Alles Liebe
Deine Uli


Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und lass mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so, wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr,
Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt - den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muss man leben.

(Mascha Kaleko)

Katharina

In Gottes Händen geborgen

#54 Beitrag von Katharina » 31.05.2008, 10:26

Uhu-Uli schrieb:
Besonders, wenn der Tod einbricht, wo unsere Lebensentwürfe ganz andere waren. Ein gesundes Kind erwartet und plötzlich bleibt die Wiege leer.
Wie gut, wenn man sich dann in Gottes Händen geborgen weiß.

Ich war im 8. Monat schwanger, wir kamen aus dem Krankenhaus mit der Diagnose: "Ihr Kind ist tot. Das Herz schlägt nicht mehr. Kommen Sie morgen früh wieder, dann leiten wir die Geburt ein." --- Das war kaum zu ertragen. --- Zuhause schlugen wir die Bibel auf und vor uns lag Jeremia 20, 17 + 18: "weil er mich nicht getötet hat im Mutterleibe, so dass meine Mutter mein Grab geworden und ihr Leib ewig schwanger geblieben wäre! Warum bin ich doch aus dem Mutterleib hervorgekommen, wenn ich nur Jammer und Herzeleid sehen muss und meine Tage in Schmach zubringe."

Das war im ersten Moment wirklich ein Hammer, uns war gar nicht bewusst, dass so etwas in der Bibel steht. Und das jetzt in dieser Situation zu lesen. Aber für mich war dann nach einiger Zeit klar, dass Gott hier zu uns gesprochen hat: "Macht euch keine Sorge. Ich bin bei euch. Ich habe alles im Griff."

Dann ist alles leichter zu ertragen. Der Schmerz bleibt, aber es ist jemand da, der diesen Schmerz mit trägt und mit der Zeit auch heilt. Wir müssen dann nicht verzweifeln. Gerade in solchen Momenten kann man auch Gottes Nähe am deutlichsten spüren. Manchmal aber auch erst später, weil der Schmerz zu groß ist.

Ich denke auch an die Geschichte: Spuren im Sand. Der Herr sagt: "Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen."

Liebe Grüße
Katharina


Gott will machen, dass die Sachen
gehen wie es heilsam ist.
Lass die Wellen höher schwellen,
wenn nur Jesus in dir ist.

Glaub nur feste, dass das Beste
über dir beschlossen sei.
Wenn dein Wille nur ist stille,
wirst du von dem Kummer frei.

Gottes Hände sind ohn' Ende,
sein Vermögen hat kein Ziel.
Ist's beschwerlich, scheint's gefährlich:
deinem Gott ist's nicht zuviel.

Wenn die Stunden sich gefunden,
bricht die Hilf mit Macht herein,
und dein Grämen zu beschämen,
wird es unversehens sein.

Amen, amen! In dem Namen
meines Jesus halt ich still.
Es geschehe und ergehe
wie und wann und was er will!


Joh. Daniel Herrnschmidt

Tom aus Franken

#55 Beitrag von Tom aus Franken » 31.05.2008, 10:36

*Erschöpftschweißabwisch*
Nachschlag Laughing Tom schrieb:
Zitat:
Obwohl ich dieses Thema moderiere, ich lasse Deine Antwort doch für alle sichtbar stehen.
Wie verstehst Du das? Die Gnade der Gewährung? Verzicht auf Allmacht?
Du hast die Wahl. PUNKT.
Tja, die einen verstehen es und die anderen lassen es so stehen und wiederum andere regen sich auf.

Ich hatte bereits mehrfach mitgeteilt, dass ich den Beitrag, auf dem sich das oben erwähnte Zitat bezieht, als eine "echte" Beleidigung der AT der NAK empfinde. Ich habe niemals von einer Löschung geschrieben, auch wenn ich etwas "sichtbar" stehen lasse. Der Schreiber des Beitrages hat sich aus meiner Sicht selber ins Aus katapultiert. Es ist eine Unterstellung, wieso mein Satz im Zusammenhang mit einer Löschung empfunden wird. Ich habe damit gerade dem Schreiber dieses Beitrages die Möglichkeit der Revidierung gegeben. Das hat er nicht getan, sondern einfach das Weite gesucht. Er war nicht bereit, sich hier öffentlich zu äußern und aus meiner Sicht auch viele andere nicht. Irgendwo habe ich mal gelesen, wir wollen fair miteinander umgehen. Viele haben das öffentlich bewiesen, aber in Form von PN an andere User meine Person diffamiert.

Ich kann damit leben. Ich gehe davon aus, andere auch oder?

Tom aus Franken

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#56 Beitrag von tosamasi » 31.05.2008, 10:58

Das hat er nicht getan, sondern einfach das Weite gesucht. Er war nicht bereit, sich hier öffentlich zu äußern und aus meiner Sicht auch viele andere nicht.
Lieber Tom, hierüber würde ich mal nachdenken. Eine unklare Ausdrucksweise ist der Schlüssel zum Missverständnis, weshalb man sich der Klarheit befleißigen sollte. Manchmal erinnert mich dein Stil an ein bestimmtes Foren-Chamäleon.
Ich habe im übrigen noch nie ein Problem mit Öffentlichkeit gehabt, weshalb ich auch stets öffentlich argumentiere.
Jedenfalls ist ein lebendiges Forum schnell zum Hintümpeln verurteilt, wenn die wirklich interessanten Leute gehen, oder, um in deinem Jargon zu bleiben, das Weite suchen, weil die Admins die Meinungsfreiheit restriktiv beschneiden.
Ich schrieb es schonmal, Ergebnis wäre ein Friede-Freude-Eierkuchen-Sonnenschein-Forum und somit für die meisten reizlos.
Zuletzt geändert von tosamasi am 31.05.2008, 11:02, insgesamt 1-mal geändert.
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tergram

#57 Beitrag von tergram » 31.05.2008, 11:02

Tom,

du darfst eine Meinung bekämpfen, aber niemals das Recht des Anderen, eine Meinung zu haben.

Genau dies hast du verwechselt und genau daran macht sich der verständliche Ärger fest.

Wenn du als Moderator eines Themas explizit darauf hinweist, dass du eine Meinung - die dir nicht passt- stehen lässt, obwohl du als Moderator die Macht hättest, sie eben nicht stehen zu lassen - worüber wunderst du dich dann?

Ob du persönlich den Beitrag des Users als "Beleidigung für der AT der NAK" empfindest oder nicht, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Du hast nicht das Recht, deine Empfindungen auf alle AT der NAK zu übertragen, du hast nicht das Recht, in deren Namen zu handeln.

Du darfst dich mit dem User gern zum Thema hart auseinandersetzen, aber niemals deine Macht als Moderator eines Forums auch nur ansatzweise für die Durchsetzung deiner Interessen missbrauchen - selbst als "Drohgebärde" nicht.

Ich habe mich zu diesem Thema öffentlich geäußert und dir die Gelegenheit geboten, gesichtswahrend aus der Sache rauszukommen. Immerhin hätte es ja sein können, dass wir dich alle missverstanden haben... Diese Gelegenheit hast du leider nicht genutzt. Schade.

Diese Erkenntnis in eigene Konsequenzen umzusetzen, hat auch etwas mit "loslassen" zu tun. Womit wir wieder beim Thema wären.

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#58 Beitrag von tosamasi » 31.05.2008, 11:15

Ich schrieb es schonmal, Ergebnis wäre ein Friede-Freude-Eierkuchen-Sonnenschein-Forum und somit für die meisten reizlos.
Um es zu verdeutlichen: Ich rede hier nicht Krawall und Streitereien das Wort, sondern sehe den Unterschied zwischen Marktplatz und Museum.
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
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Tom aus Franken

#59 Beitrag von Tom aus Franken » 31.05.2008, 11:20

tergram hat geschrieben:Tom,

du darfst eine Meinung bekämpfen, aber niemals das Recht des Anderen, eine Meinung zu haben.

Wann habe ich das getan?

Genau dies hast du verwechselt und genau daran macht sich der verständliche Ärger fest.

Woher nimmst Du das Recht, jetzt über mich zu urteilen?

Wenn du als Moderator eines Themas explizit darauf hinweist, dass du eine Meinung - die dir nicht passt- stehen lässt, obwohl du als Moderator die Macht hättest, sie eben nicht stehen zu lassen - worüber wunderst du dich dann?

Damit bringst auch Du zum Ausdruck, dass Du es nicht verstanden hast!

Ob du persönlich den Beitrag des Users als "Beleidigung für der AT der NAK" empfindest oder nicht, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Du hast nicht das Recht, deine Empfindungen auf alle AT der NAK zu übertragen, du hast nicht das Recht, in deren Namen zu handeln.

Und woher nimmst Du das Recht, solches zu schreiben??

Du darfst dich mit dem User gern zum Thema hart auseinandersetzen, aber niemals deine Macht als Moderator eines Forums auch nur ansatzweise für die Durchsetzung deiner Interessen missbrauchen - selbst als "Drohgebärde" nicht.

Ich habe mich zu diesem Thema öffentlich geäußert und dir die Gelegenheit geboten, gesichtswahrend aus der Sache rauszukommen. Immerhin hätte es ja sein können, dass wir dich alle missverstanden haben... Diese Gelegenheit hast du leider nicht genutzt. Schade.

Es bleibt mir überlassen, wann, wo und wie ich reagiere. Bist Du ein Übermensch?

Diese Erkenntnis in eigene Konsequenzen umzusetzen, hat auch etwas mit "loslassen" zu tun. Womit wir wieder beim Thema wären.

Klingt irgendwie sehr ironisch, aber ich beende das Thema, da ich ja sowieso schuld bin, dass die "Guten" nun weg sind. Ich werde am Dienstag mit Dieter Kontakt aufnehmen und ihn bitten, hier sein Urteil über mich zu sprechen.

Tom aus Franken

Brombär
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#60 Beitrag von Brombär » 31.05.2008, 12:26

Da ich mich nicht des Vorwurfs schuldig machen möchte, einen Moderator zu kritisieren, ohne selbst für diese Funktion zur Verfügung zu stehen, kann ich Tom auch nicht raten, moderatorisch in ein na-freundliches Kuschelforum zu wechseln. Schade eigentlich.

Bb.

Gesperrt

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