Der unbegreifliche Gott

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abendstern_
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Der unbegreifliche Gott

#1 Beitrag von abendstern_ » 15.05.2008, 18:14

Der unbegreifliche Gott
erfülle dein Leben mit seiner Kraft,
dass du entbehren kannst,
ohne hart zu werden,
dass du kritisieren kannst,
ohne zu verletzen,
dass du leiden kannst,
ohne zu zerbrechen,
dass du vergeben kannst,
ohne dich zu verbiegen,
dass du Niederlagen hinnehmen kannst,
ohne dich aufzugeben,
dass du schuldig werden kannst,
ohne dich zu verachten,
dass du mit Unbeantwortbarem leben kannst,
ohne die Hoffnung preiszugeben.

(Sabine Naegeli)

Anne

Re: Der unbegreifliche Gott

#2 Beitrag von Anne » 15.05.2008, 18:22

Der unbegreifliche Gott
erfülle dein Leben mit seiner Kraft,
wenn alles irgendwie ... Bild

Maximin

#3 Beitrag von Maximin » 15.05.2008, 18:32

Bild ...denn ER hat seinen Engeln befohlen über dir, das sie dich behüten...

Engelchen

#4 Beitrag von Engelchen » 15.05.2008, 18:56


steppenwolf

Der unbegreifliche Gott

#5 Beitrag von steppenwolf » 16.05.2008, 09:25

Meister Eckhart sprach, dass wir in dem Wesen der Seele Gott gut sehen und erkennen können. Denn je näher ein Mensch in diesem Leben mit seiner Erkenntnis dem Wesen der Seele kommt, um so näher ist er der Erkenntnis Gottes. Und das geschieht allein dadurch, dass wir die Kreatur ablegen und aus uns selbst herausgehen. Du sollst wissen, obschon ich die Kreatur in Gott liebe, so kann ich doch Gott niemals in der Kreatur so rein lieben wie in mir. Du sollst aus dir selbst gehen und dann wieder in dich selbst: da liegt und wohnt die Wahrheit, die niemand findet, der sie in äussern Dingen sucht. Als Maria Magdalena sich aller Kreatur entschlug und in ihr Herz hineinging, da fand sie unsern Herrn. Gott ist rein und klar: darum kann ich Gott nirgends finden als in einem Reinen. Das innerste meiner Seele aber ist klarer und reiner als jede Kreatur; darum finde ich Gott am allersichersten in meinem Innersten.



Meister Eckhart sprach zu einem armen Menschen: "Gott gebe dir einen guten Morgen, Bruder!" - "Herr, den behaltet für euch selber: ich habe noch nie einen bösen gehabt." Er sagte: "Warum denn, Bruder?" - "Weil ich alles, was mir Gott je zu leiden aufgab, fröhlich um seinetwillen litt und mich seiner unwürdig dünkte, und drum ward ich nie traurig noch betrübt." Er sprach: "Wo fandest du Gott zu allererst?" - "Als ich von allen Kreaturen abließ, da fand ich Gott." Er sprach: "Wo hast du denn Gott gelassen, Bruder?" - "In allen lauteren, reinen Herzen." Er sprach: "Was für ein Mann bist du, Bruder?" - "Ich bin ein König." Er sprach: "Worüber?" - "Über mein Fleisch: denn alles, was mein Geist je von Gott begehrte, das zu wirken und zu erleiden war mein Fleisch noch behender und schneller als mein Geist es aufzunehmen." Er sprach: "Ein König muß ein Königreich haben. Wo ist denn dein Reich, Bruder?" - "In meiner Seele." Er sprach: "Wieso, Bruder?" - "Wenn ich die Pforten meiner fünf Sinne verschlossen habe und ich Gottes mit ganzem Ernst begehre, so finde ich Gott in meiner Seele ebenso strahlend und froh, wie er im ewigen Leben ist." Er sprach: "Du magst wohl heilig sein. Wer hat dich heilig gemacht, Bruder?" - "Das tat mein Stillesitzen und meine hohen Gedanken und meine Vereinigung mit Gott, - das hat mich in den Himmel emporgezogen; denn ich konnte nie bei irgend etwas Ruhe finden, das weniger war als Gott. Nun habe ich ihn gefunden und habe Ruhe und Freude in ihm ewiglich, und das geht in der Zeitlichkeit über alle Königreiche. Kein äußeres Werk ist so vollkommen, daß es die Innerlichkeit nicht hindere."

Hannes

#6 Beitrag von Hannes » 16.05.2008, 11:48

Für Steppenwolf (und alle Interessierten) ein Link, der gut zu dem Meister-Eckhart-Text passt:
Theresa von Avila "Die innere Burg"


Quelle: http://www.lebensstufen.de

steppenwolf

#7 Beitrag von steppenwolf » 16.05.2008, 12:02

Hannes, vielen Dank!- das Wochenende kriegt einen Sinn... :wink:

Liebe Grüße - auch von meiner Favoritenliste -

steppi... :wink:

Pritzebilsky

#8 Beitrag von Pritzebilsky » 18.05.2008, 09:45

Engelchen schrieb:
Ach, Engelchen!
Schöne Bilder, heile Welt, trostreiche Musik.

Empfiehl dieses Video doch mal den Taifunopfern in Birma oder den Erdbebenopfern in China oder..oder..oder...

will sagen: verwechselt doch nicht immer Wunschträume mit der Realität oder Glauben mit Sein

LG
Pritze

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tosamasi
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#9 Beitrag von tosamasi » 18.05.2008, 10:02

Engelchen schrieb:
Gott schläft nicht.
Pritzebilsky schrieb:
will sagen: verwechselt doch nicht immer Wunschträume mit der Realität oder Glauben mit Sein

LG
Pritze
Auch wenn oft der Wunsch der Vater des Gedankens ist, ist der Gedanke doch schön.
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

Pritzebilsky

#10 Beitrag von Pritzebilsky » 18.05.2008, 10:16

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