Päpstliche Enzykliken

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Hannes

#31 Beitrag von Hannes » 12.07.2009, 19:32

evah, bitte! Verschrei es nicht. Am Ende liest hier noch irgendein hochrangiger neuapostolischer Chefintellektueller mit, der dies zum Anlass nimmt, seine eigene Sicht auf diese päpstlich-ethischen Gedankenkonstrukten zu formulieren und unters schrumpfende Volk zu bringen ...

Wobei ich schon das Benedikt-Pamphlet so was von überflüssig finde! Mann sollte sowas wirklich Herrn Sloterdijk und Konsorten überlassen - die haben den nötigen institutionellen Abstand.

Hannes 8)

filippo

#32 Beitrag von filippo » 12.07.2009, 20:38

erl.
Zuletzt geändert von filippo am 27.09.2009, 23:48, insgesamt 2-mal geändert.

Engelchen

#33 Beitrag von Engelchen » 12.07.2009, 20:42

@ Filippo

Ich habe ausgedruckt, gelesen und mit Querverweisen versehen.
Vielen Dank.

Hannes

#34 Beitrag von Hannes » 12.07.2009, 21:22

Hallo filippo,

ja, das hat er (der Ratzinger) sich anzuhören. Das ist sein Job, den Menschen zuzuhören und nicht mit intellektuellem Wahnsinn, den man nur mit einem IQ ab 112 versteht, seinem Klientel die christliche Messlatte noch ein wenig höher zu legen.

Und: die "HEILIGE" römisch-katholische Kirche verlautbart auch so etwas ... "Wenn der Römische Papst in höchster Lehrgewalt (= ex cathedra) spricht, das heißt: wenn er seines Amtes als Hirt und Lehrer aller Christen waltend in höchster apostolischer Amtsgewalt endgültig entscheidet, eine Lehre über Glauben oder Sitten sei von der ganzen Kirche festzuhalten, so besitzt er aufgrund des göttlichen Beistandes, der ihm im heiligen Petrus verheißen ist, jene Unfehlbarkeit, mit der der göttliche Erlöser seine Kirche bei endgültigen Entscheidungen in Glaubens- und Sittenlehren ausgerüstet haben wollte. Diese endgültigen Entscheidungen des Römischen Papstes sind daher aus sich und nicht aufgrund der Zustimmung der Kirche unabänderlich. "

Wenn diese Kirche und seine Führer mir solche Aussagen um die Ohren schlagen, dann werden sie meine Kommentare aushalten müssen. Es sind Kirchen, die sich um die Seele kümmern sollten - um den Geist kümmert sich Sloterdijk bei weitem besser - lies sein neuestes Buch!

Nichts für ungut - Hannes
Zuletzt geändert von Hannes am 13.07.2009, 06:28, insgesamt 1-mal geändert.

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evah pirazzi
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#35 Beitrag von evah pirazzi » 12.07.2009, 23:34

Filippo,

danke für die Antwort im "Nett-Modus", ich hatte schon die Befürchtung, du wärst zu der Sorte "Mensch" mutiert, dessen einzig Positives in ihrem Leben das Ergebnis des Aids Tests ist - sorry - :wink:

Hannes hat geschrieben:...und nicht mit intellektuellem Wahnsinn, den man nur ab einem IQ ab 112 versteht...
Na ja, Hannes,
solange es die Leute am Ende der Notrufleitung verstehen... :lol:

Übrigens, welche These des Herrn Sloterdingens beeindruckt dich denn am meisten? Was sagt er zum weltwirtschaftlichen Desaster? Hat er Lösungen, die auch Leute mit einem IQ von 08-15 verstehen? Und wie könnte er meinem trägen Geiste aufhelfen?

:wink:
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

Maximin

DENKANSTOSS ODER NICHT...?

#36 Beitrag von Maximin » 13.07.2009, 06:35

Lieben Freunde,
wenn sich der Bischof von Rom, Papst Benedikt XVI, in seiner Sozialenzyklika u. a. den Fragen der Globalisierung, der Entwicklung des Menschen in unserer Zeit, der Brüderlichkeit, der Wirtschaftsentwicklung und der Zusammenarbeit der Menschheitsfamilie stellt, dann tut er das als Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche für die Mitglieder seiner Kirche. Als Mitglied dieser Kirche darf man das von seiner obersten religiösen Instanz erwarten, schlimmstenfalls anmahnen oder ggf. auch einfordern.

Wenn ich mich als Nichtkatholik mit den Schlussfolgerungen des Papstes ernsthaft beschäftige, dann darf es mir niemand verwehren, zu eigenen und eventuell auch zu abweichenden Schlussfolgerungen zu kommen. Ernsthaftigkeit setzt aber Sorgfalt voraus. Eine Sorgfalt die mein eigenes Christ sein zu berücksichtigen hat.

Der Papst schreibt in seinen Schlussbemerkungen u. a. „Ohne Gott weiß der Mensch nicht, wohin er gehen soll, und vermag nicht einmal zu begreifen, wer er ist. Angesichts der enormen Probleme der Entwicklung der Völker, die uns fast zur Mutlosigkeit und zum Aufgeben drängen, kommt uns das Wort des Herrn Jesus Christus zu Hilfe, der uns wissen lässt: »Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen« (Joh 15, 5) und uns ermutigt: »Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt« (Mt 28, 20).“

Als lebendiger Christ kann ich gerade diesen Gedanken insbesondere deshalb zustimmen, weil sie auf der ermutigenden Botschaft des Evangeliums fußen. Polemisierend könnte ich allerdings fragen, ob der Papst Jesus Christus meint oder doch nur sich selbst und seine Kirche.

Mein Respekt vor dem religiösen Engagement des Papstes sowie mein Toleranzverständnis verbieten mir an dieser Stelle unangemessene Polemik. Erst recht dann, wenn ich mir eigene Gedanken mache und die Ausführungen des Papstes als Denkanstoss annehme. Wäre das anders, dann sollte ich besser nicht nachdenken und schweigen.

Grüße vom Micha
Zuletzt geändert von Maximin am 13.07.2009, 11:30, insgesamt 2-mal geändert.

Maximin

TEILNEHMEN, NICHT FLÃœCHTEN...

#37 Beitrag von Maximin » 13.07.2009, 10:44

Lieben Freunde,
ich kann nur jedem ernsthaft Interessierten empfehlen, sich mit den o. a. Überlegungen des Papstes zu beschäftigen. Ich bin noch dabei. Aber so viel kann ich schon jetzt für mich sagen: Benedikt stellt sich und benennt die aktuellen Weltprobleme sachlich, nüchtern, punktgenau und zukunftsorientiert.

Hier wird nicht vordergründig mit Bibelsprüchen hantiert, die alles weitere eigene Nachdenken im Keim ersticken, weil man lieber auf eine zukünftige, bessere Welt verweist. Der Mann überdenkt das Jetzt, Dein und mein Heute und das Morgen derer, die nach uns kommen.

Besonders interessant finde ich seine Ausführungen in Nr. 67 ff. Er schreibt da u.a.:

„Um die Weltwirtschaft zu steuern, die von der Krise betroffenen Wirtschaften zu sanieren, einer Verschlimmerung der Krise und sich daraus ergebenden Ungleichgewichten vorzubeugen, um eine geeignete vollständige Abrüstung zu verwirklichen, die Sicherheit und den Frieden zu nähren, den Umweltschutz zu gewährleisten und die Migrationsströme zu regulieren, ist das Vorhandensein einer echten politischen Weltautorität, wie sie schon von meinem Vorgänger, dem seligen Papst Johannes XXIII., angesprochen wurde, dringend nötig.

Eine solche Autorität muß sich dem Recht unterordnen, sich auf konsequente Weise an die Prinzipien der Subsidiarität und Solidarität halten, auf die Verwirklichung des Gemeinwohls hingeordnet sein, sich für die Verwirklichung einer echten ganzheitlichen menschlichen Entwicklung einsetzen, die sich von den Werten der Liebe in der Wahrheit inspirieren lässt. Darüber hinaus muß diese Autorität von allen anerkannt sein, über wirksame Macht verfügen, um für jeden Sicherheit, Wahrung der Gerechtigkeit und Achtung der Rechte zu gewährleisten.

Offensichtlich muss sie die Befugnis besitzen, gegenüber den Parteien den eigenen Entscheidungen wie auch den in den verschiedenen internationalen Foren getroffenen abgestimmten Maßnahmen Beachtung zu verschaffen. In Ermangelung dessen würde nämlich das internationale Recht trotz der großen Fortschritte, die auf den verschiedenen Gebieten erzielt worden sind, Gefahr laufen, vom Kräftegleichgewicht der Stärkeren bestimmt zu werden.“


Allein über die Frage, wer diese echte politische Weltautorität sein könnte, lohnt es sich m. E. nachzudenken. Auf den ersten Blick schrecke ich davor zurück, weil ich leider viel zu lange eine religiöse Prägung erfahren habe, die sich am allgemeinen Weltgeschehen nicht und wenn, dann nur pessimistisch beteiligt und lieber auf ein erlöstes Jenseits verweist.

Gewiss, Du und ich können die Welt, so wie wir sie jetzt erfahren, nicht ändern. Was wir aber können ist, uns am Prozess des Nachdenkens zu beteiligen. Möglicherweise gehen wir dabei ein Risiko ein. Welches denn?

Nachdenken führt zu Einsichten und Einsichten könnten dazu führen, dass man anfängt sich zu engagieren und sich zu wehren, statt sich mit hängenden Ohren auf alte Eichenbäume zu flüchten, deren Blätter uns schwermütige Musik aus einem Requiem vorsäuseln. Insofern mein lieber Filipp, vielen Dank für Deinen Link.

Brudergrüße vom Micha :wink:

filippo

#38 Beitrag von filippo » 27.09.2009, 23:08

erl.

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#39 Beitrag von evah pirazzi » 28.09.2009, 19:22

filippo hat geschrieben:erl.
filipopo,

du Beitrags-Souverän "stets sehr ausführlicher, dabei überaus ergiebieger und insbesondere allerhöchst fachkompetenter Beiträge" (Zitat),

bitte erkläre mir Unerleuchteten doch mal mit ganz einfachen Worten, wie aus dem obigen Beitrag "ergiebig bereichernde allerbeste Butter" werden kann. Ich komme nicht dahinter!

Bild
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

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