Anmerkungen zu den weihnachtlichen Leitgedanken

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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detlef.streich
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Anmerkungen zu den weihnachtlichen Leitgedanken

#1 Beitrag von detlef.streich » 16.12.2018, 22:12

Anmerkungen zu den weihnachtlichen Leitgedanken (Predigtanweisungen) vom Dezember 2018 – … und immer wieder typisch exklusivistische Neuapostolizismen mit durchgängig vereinnahmenden „WIR“

Herausgeber: Jean-Luc Schneider, Verantwortlicher Redakteur:Reinhard Kiefer

Cindy und Bert müssen es vorausgeahnt haben, als sie bereits 1973 sangen:

Immer wieder sonntags kommt die Erinnerung
Dubdidubdidubdub dub
Und da sind dieselben Lieder


Genau genommen nicht nur sonntags, nein am Mittwochabend wird meistens ebenso die gleiche Leier verkündet, damit ja niemand aus den Augen verliert, was „WIR“ alles so sind und erhalten und in Aussicht gestellt bekommen haben. Alle folgenden Zitate sind aus den Leitgedanken 12/2018

5/6.12.18 Botschaft
Das Bekenntnis, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wird, ist ein Bekenntnis zu Gottes Allmacht. … Jesus Christus ist nicht Teil der sündigen Menschheit, denn er ist ohne Sünde geboren. …
Der Glaube an die Jungfrauengeburt bedeutet für uns: Wir vertrauen (…)
· darauf, dass wir durch die Wiedergeburt aus Wasser und Geist ein neues Sein erhalten haben und dem Wesen Christi – das von Liebe zum Nächsten bestimmt ist – ähnlich werden können.
· darauf, dass wir bei der Wiederkunft Christi einen neuen Leib erhalten und zu ihm entrückt werden.


Ohne den absoluten Glauben an die Jungfrauengeburt, also Marias Schwängerung durch den Heiligen Geist, kein Bekenntnis zu Gottes Allmacht. Dann vertrauen „WIR“ nämlich auch nicht auf die Wiedergeburt durch unsere Apostel und werden bei seiner Wiederkunft keinen entrückten neuen Leib erhalten. Dubdidubdidubdub dub
Die vertiefende Wiederholung dieser Behauptung erfolgt wenige Tage später und wir zudem als „reales Geschehen“ bezeichnet.

9.12.18 Die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus durch jungfräuliche Geburt ist ein reales Geschehen und daher beispiellos. … Um beim Wiederkommen Christi angenommen zu werden, müssen wir
· einen lebendigen Glauben an Gottes Verheißung haben – unser Glaube an die baldige Wiederkunft Christi gründet auf dem Zeugnis der Heiligen Schrift und der Predigt der Apostel.
· das neue Lied singen


Hinzu kommt nun deutlich der lebendige Glaube an die Predigt der Apostel. Dass „WIR“ allerdings jetzt schon das neue Lied singen, war mir nicht bekannt. Kann mir jemand verraten, unter welcher Nummer ich es finden kann, Buch oder Mappe? Und wer sind die Text- und Musikautoren? Apostel Karnick in Personalunion? Würde auch vom zu erwartenden Niveau her passen. Da kann jeder gleich mitsingen! Dubdidubdidubdub dub
Das ist wie immer wunderbar herrlich, was schön überleitet in die nächste Passage:

16.12. Für uns heute wird die Herrlichkeit Gottes beispielsweise in Wort und Sakrament erfahrbar. Je mehr Raum wir Gottes Geist in uns geben, umso mehr zeigt sich auch durch uns und in der Gemeinde diese Herrlichkeit, und zwar voller Gnade (…)
· in der Sendung der Apostel. Sie weisen uns darauf hin, wie man Christus nachfolgt. Wir halten unser Versprechen und bleiben dem Herrn treu, auch wenn Ärgernisse auftreten


„Voller Gnade in der Sendung der Apostel“ erfahren „WIR“ also Gottes Herrlichkeit und was „WIR“ hinieden nun tun müssen, auch wenn es einen ärgert, wenn sie z.B. ohne Gnade gnadenlos Gemeinden zusammenlegen oder ohne jede Vernunft irgendwelche Nachfolge gegenüber irgendwelchen Meinungen einfordern. Wird eigentlich immer noch gesungen „Das ist die höchste Freiheit mir gebunden sein in deinem Sinn?“ Gemeint ist zwar Jesus, aber die Wortverkünder dafür sind die Apostel. Folglich sind „WIR“ gebunden an die Apostel, aber das wurde oben ja schon deutlich erwähnt. Dubdidubdidubdub dub

Wenn wundert es jetzt, dass auch die Predigt zu Weihnachten ein zentrales Thema hat?

25.12.2018 Heute lehrt uns der Heilige Geist, dass der Herr die eine, heilige und universale Kirche für unser Heil errichtet hat. Er sandte seine Apostel und gab ihnen Vollmacht, das Heil zu verkünden, die Sakramente zu spenden und auf seine baldige Wiederkunft vorzubereiten.

Das Jesuskind ist Vergangenheit, heute stehen „WIR“ anbetend vor den Aposteln, weil, sagte ich das schon?, ohne die Apostel weder Heil noch sonst Irgendetwas zu erreichen ist. Dubdidubdidubdub dub
Leider sehen das nicht alle so:

Die erfahrbare Wirklichkeit ist jedoch eine andere. Wir sehen eine unvollkommene Kirche und eine gespaltene Christenheit. Die Mehrzahl der Christen erkennt die heutigen Apostel nicht an.


Letzteres ist natürlich ein Ding! Viel Vergnügen den Predigern, die das am 1. Weihnachtstag verkünden müssen! Dubdidubdidubdub dub
Und noch ein mittlerweile 2000Jahre altes Problem kommt hinzu:

Und das Wiederkommen des Herrn lässt auf sich warten. Lassen wir uns durch solche Überlegungen nicht verunsichern. Erinnern wir uns: Jesus hat seine Apostel vor den Schwierigkeiten gewarnt, die ihnen begegnen würden, und dass er wiederkommen würde, wenn man es nicht meint, beschreibt die Schwierigkeiten in der heutigen Zeit.

Das hatten wir eigentlich schon zur Genüge, aber die unbedingte Apostelnachfolge wird durch die vermutlich auch reale Wirklichkeit bei der Geburt Jesu durch ein besonderes Geschehen wie folgt begründet:

Folgen wir dem Beispiel der Hirten, indem wir der göttlichen Botschaft mehr Bedeutung beimessen als der wahrnehmbaren Wirklichkeit. Konzentrieren wir uns auf die Liebe Gottes: Er stellt uns in der Kirche und durch die Apostel alle notwendigen Mittel zur Verfügung, um Teil der Brautgemeinde zu sein!

Das ist neu: der göttlichen Botschaft, die die Apostel verkünden, mehr Bedeutung beimessen als der wahrnehmbaren Wirklichkeit. Das muss man sich mal wirklich richtig tief reinziehen. Im Gegensatz zur wahrnehmbaren Wirklichkeit stellen „UNS“ die Apostel in der Kirche nämlich alles zur Verfügung, von dem sie sagen, dass „WIR“ es unbedingt brauchen. Damit auch die Jugendlichen das so richtig verstehen, bekommen sie noch eine Extraveranstaltung aufgedrückt:

Dezember Jugendgottesdienst: Zweifel am Wort Gottes
Der Böse versucht, uns am Wort Gottes zweifeln zu lassen … Die Schlange ließ Adam und Eva glauben, dass sie mehr bekommen könnten, als Gott ihnen gab. …
Auflehnung gegen Gott
Der Teufel stachelt den Menschen an, sich gegen Gott aufzulehnen und sich von seinem Willen loszusagen.
Bald erscheint Jesus aufs Neue, um die Erstlinge zu sich zu nehmen. Er wird das Werk des Teufels endgültig zerstören (Röm 16,20). Er wird seine Auserwählten in sein Reich eingehen lassen, wo das Böse und der Tod verbannt sein werden. Damit sind dann alle Werke des Teufels endgültig zerstört (1Kor 15,26)!


Letzteres hatten wir nun schon wirklich reichlich. Also wieder: Dubdidubdidubdub dub
Aber auch die Kinder bekommen einen Doppelpack ab:

Dezember Kindergottesdienst
Ein König ordnet Gesetze an und bestraft die Bösen(denkt an David und Salomo). Jesus vergibt dem Sünder, der Buße tut.
· Ein König zwingt seinen Willen auf.

Jesus regiert in unseren Herzen, wir gehorchen ihm. Wir streben danach, mit ihm in seinem Königreich zu sein. Wir wollen dem Beispiel Jesu folgen:
· Wir leben inmitten unserer Mitmenschen und teilen ihr Leben.
· Wir vergeben denen, die uns verletzt haben.
· Wir befolgen die Gebote Gottes.
· Wir helfen unserem Nächsten – wir können immer etwas für ihn tun, besonders indem wir für ihn beten.
· Wir bleiben Gott treu, um in sein Reich eingehen zu können.


Es klingt weniger schlimm, läuft aber auf das Gleiche hinaus: „Jesus regiert in unseren Herzen, wir gehorchen ihm. Wir streben danach, mit ihm in seinem Königreich zu sein. Wir befolgen die Gebote Gottes.“ Diese nur über die Unterordnung unter die Apostel zu erreichende Erwartung liegt für die Kinder zudem deutlich jenseits ihres jetzigen, wahrnehmbar realen Lebens!

Der Sektencharakter der Neuapostolischen Kirche wird durch diese typischen, auf sich selbst als Gruppe bezogenen Indoktrinationen wieder einmal sehr deutlich erkennbar:
Bleibt am Werk des Herrn und alles ist gut! Wenn nicht, ist alles schlecht! Eine wirklich echt schöne Botschaft für die neuapostolische Advents- und Weihnachtszeit!

Wer sich wirklich dem christlichen Glauben verpflichtet fühlt, müsste Papst Franziskus folgen:

Wenn die Kirche sich selbst verkündet, verliert sie ihren Kompass. Die Kirche verkündet Christus! Sie bringt nicht sich selbst zu den Menschen, sondern Christus! ... Nicht ein anderer, der vielleicht noch kommt, nein – er ist es!“ (rv 15.01.2017)

Und in Schlussfolgerung daraus solchen Lehren und damit der NAK eine deutliche Absage erteilen!
Und wer trotz allem dabei bleibt, dem wünsche ich ein seliges Erleben in der NAK-Weihnachtsverunstaltung!

Frohes NAK-Fest zusammen!

Immer wieder sonntags kommt die Erinnerung
Dubdidubdidubdub dub
Und da sind dieselben Lieder:
Dubdidubdidubdub dub


Bis soweit!


Der Artikel ist zu finden auf meiner HP unter
https://nak-aussteiger2010.beepworld.de ... eihnachten

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Loreley 61
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Re: Anmerkungen zu den weihnachtlichen Leitgedanken

#2 Beitrag von Loreley 61 » 18.12.2018, 19:49

auch hier:
Dezember Jugendgottesdienst: Zweifel am Wort Gottes
Der Böse versucht, uns am Wort Gottes zweifeln zu lassen … Die Schlange ließ Adam und Eva glauben, dass sie mehr bekommen könnten, als Gott ihnen gab.
wie ich schon im anderen Thread schrieb: 2009 erklärte Stap Leber die Schöpfungsgeschichte als symbolisch und metaphorisch (also nicht real)! Es gab sie einfach nicht. Stichwort Evolution...... Es gab keine Schlange und keine Eva und keinen Adam. Aber vielleicht hört man in der NAK gerne solche Märchen, die zumindest von Stap. Leber als solche entlarvt worden sind.

LG, Lory
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Was du tief in dir und oft unbewusst denkst, das zeigt die größte Wirkung in deinem Leben.
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Namaste

Blackcat
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Re: Anmerkungen zu den weihnachtlichen Leitgedanken

#3 Beitrag von Blackcat » 24.12.2018, 10:53

Einer aus dem Weihnachtsgeschehen abgeleiteten Selbstlegitimation der Kirche singe ich heute morgen schon mehrfach "See, the conqu'ring hero comes!" aus Händels Judas Maccabäus entgegen. Darum geht es dieser Tage aus Sicht des Gläubigen, um sonst nichts.
For they are in the struggle and together we shall win.
Our days shall not be sweated from birth until life closes,
Hearts starve as well as bodies, give us bread, but give us roses.

Wolf
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Re: Anmerkungen zu den weihnachtlichen Leitgedanken

#4 Beitrag von Wolf » 24.12.2018, 12:21

Hallo Loreley,
Zum Thema Evolution tiefschürfende Erklärungen, recheriert von Detlef Streich mehr davon hier:

https://nak-aussteiger2010.beepworld.de/aktuelles1.htm

Im Jahr 1972 galt in der NAK die Evolutionslehre noch als Häresie, man hatte das wörtlich zu glauben, was in der Bibel steht! So konnte Apostel Startz AM 10.5.1972  in einem privaten Schreiben auf eine Frage hin die Sache wie folgt erklären:
„Wir geben zu, daß durch Ausgrabungen der Neandertaler Mensch gefunden wurde, der schon vor 100 000 Jahren gelebt haben soll. Steht es aber Gott nicht zu, von dem Menschen, den er schaffen wollte, zuerst ein Modell zu machen? In dem Modell hat er aber nicht gewohnt. Ein kluger Bauherr läßt sich von einem Architekten auch zuerst ein Modell anfertigen. Dieses wird er nie beziehen oder gar darin wohnen. So hat Gott auch nicht in dem Neandertaler-Menschen gewohnt. Er war lediglich das Modell. Dann aber kam die Stunde, in welcher der allmächtige Gott die Worte sprach: "Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei!" In diesem Ebenbild Gottes wohnte der Herr, denn er gab ihm seinen Geist und dadurch wurde der Mensch zu einer lebendigen Seele.“

Auch Stammapostel Fehr hatte 2001 noch nicht so richtig Vertrauen in die Wissenschaft und bemerkte im übertragenen Pfingstgottesdienst an:
„Ich weiß, wir leben in einer Zeit, wo alles angezweifelt wird und die Eckwerte des Evangeliums umgestoßen werden. Ich sagte den Aposteln vor dem Gottesdienst, dass ich kürzlich gehört habe, wieder von jemandem, der sagt: Tot ist tot, und dann ist alles aus, und es gibt keinen Schöpfer aller Dinge. Es ist alles entstanden durch die Moleküle und schließlich durch einen Urknall, und wie die Theorien alle heißen. Dann habe ich gesagt:
Das ist genau gleich, wie wenn man behaupten würde, durch eine Explosion in einer Buchdruckerei ist das Brockhaus-Lexikon entstanden.“

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