Die NAK und Ökumene - zwei Welten?

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42

#31 Beitrag von 42 » 04.07.2008, 22:47

CiD schreibt ueber einen Artikel aus dem Materialdienst der EZW, in dem Michael Utsch zur "Orienterungshilfe" der ACK BaWue Stellung bezieht.

tergram

#32 Beitrag von tergram » 05.07.2008, 07:34

Zitat aus dem CiD-Artikel (Hervorhebung von mir):
Ob die anderen regionalen ACK oder die Bundesebene “den euphorischen Grundton” der Orientierungshilfe aus Süddeutschland teilen, erscheint Michael Utsch daher fraglich. Er glaubt, dass zuerst die “offensichtlichen und bekannten theologischen Unstimmigkeiten” in der NAK geklärt werden müssen. Erst dann könne man entscheiden, ob sich die NAK wirklich den “ökumenischen Grundeinsichten” angenähert hat.

Ja. Wer auf Kirchenleitungsebene zwischen "wir wissen es nicht" und "es gibt aber schöne Hinweise" schwankt, auf dieser unsicheren Basis trotzig weitermacht wie bisher und das schwankende Brett als exklusive und ultimative Lehre verkauft... der muss sich nicht wundern, wenn er in Fachkreisen nicht so recht ernst genommen wird... Die NAKI kann von anderen Kirchen viel lernen - so die Erkenntnis von Herrn Dr. Leber. Wann fängt sie damit an?

Als Alternative zu diesem dringend nötigen Anfang zeigt sich das von Herrn Sepers entwickelte Szenario einer sterbenden Mini-Kirche am erzkonservativen Rand. Was auch eine Botschaft ist.

42

#33 Beitrag von 42 » 05.07.2008, 11:11

Ja. Wer auf Kirchenleitungsebene zwischen "wir wissen es nicht" und "es gibt aber schöne Hinweise" schwankt, auf dieser unsicheren Basis trotzig weitermacht wie bisher und das schwankende Brett als exklusive und ultimative Lehre verkauft... der muss sich nicht wundern, wenn er in Fachkreisen nicht so recht ernst genommen wird... Die NAKI kann von anderen Kirchen viel lernen - so die Erkenntnis von Herrn Dr. Leber. Wann fängt sie damit an?
Musst Du immer die Knackpunkte so klar herausheben, tergram?

Gegenfrage: wie und wo koennte die NAK sich denn die theologische Kompetenz erwerben, damit sie "in Fachkreisen" ernst genommen wuerde? Eine neuapostolische theologische Fakultaet ist doch in unerreichbarer Ferne :mrgreen:

Also bleibt nur "von anderen Kirchen lernen" und dort mehr Theologie studieren. Heureka! Anschliessend loesen unsere evangelisch und katholisch ausgebildeten Theologen (aber moeglichst paritaetisch besetzt) die grossen oekumenischen Fragen zuerst einmal innerkirchlich und veroeffentlichen die Ergebnisse als zumindest Europaweit uebertragene PowerPoint Praesentation (Uster n+1, mit n --> unendlich). Dann kann die NAK endlich "auch die neuapostolische Stimme im Konzert der christlichen Religionen" hoeren lassen - und die anderen koennen von unseren Theologen lernen.

Wenn dann endlich diese gemeinsame Antwort auf alle Fragen (..) vorliegt, muss die Erde eine noch groessere Anstrengung unternehmen, um die inzwischen vergessene Frage wieder zu finden. It's a long way.

tergram

#34 Beitrag von tergram » 05.07.2008, 11:24

Ja. Vollkommen richtig. Wäre das Sepers'sche Alternativmodell besser? (ppt liesse sich bedarfsweise ja nachliefern :mrgreen: )

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tosamasi
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#35 Beitrag von tosamasi » 05.07.2008, 12:54

42 schrieb:
Also bleibt nur "von anderen Kirchen lernen" und dort mehr Theologie studieren. Heureka! Anschliessend loesen unsere evangelisch und katholisch ausgebildeten Theologen (aber moeglichst paritaetisch besetzt) die grossen oekumenischen Fragen
Das wäre das non plus ultra, beide Kirchen eingegangen und aufgegangen in die/der NAK. Wiedervereinigung auf neutralem Boden. :wink:
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#36 Beitrag von shalom » 05.07.2008, 16:48

tosamasi hat geschrieben:...Das wäre das non plus ultra, beide Kirchen eingegangen und aufgegangen in die/der NAK. Wiedervereinigung auf neutralem Boden. :wink:
... "neutraler Boden" wie der vom 4.12.2007 :mrgreen: .

shalom

42

#37 Beitrag von 42 » 05.07.2008, 17:07

tosamasi, ich hatte heute morgen einfach keine wirklich ernsthafte Idee beim Gedanken an die neuapostolische Oekumene (oder was immer die KL sich vorstellen mag). Schon der Begriff kommt mir irgendwie unpassend vor.

Obwohl ich Herrn Utsch inhaltlich weitgehend folgen kann, frage ich mich, wie gut er die NAK eigentlich (schon) kennt. Zumindest die Leitungsebene und die Funktion der einzelnen Personen dort muesste ihm jemand einmal erklaeren.

Die Militaers der verschiedenen Nationen haben so praktische Tafeln mit Abbildungen ihren nationalen Rangabzeichen. Wenn der unkundige auslaendische Gegenueber bei Besprechungen die falsche Anrede waehlt, steckt ihm ggf. ein Adjudant ganz diskret so eine Schautafel seines Landes zu :mrgreen: , damit der "Auslaender" nicht noch einmal einen faux pas begeht. Bei den unterschiedslos gekleideten Schwarzkitteln in der NAK fehlen solche erkennbaren sekundaeren Amtsmerkmale jedoch.

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tosamasi
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#38 Beitrag von tosamasi » 05.07.2008, 17:20

42 schrieb:
Bei den unterschiedslos gekleideten Schwarzkitteln in der NAK fehlen solche erkennbaren sekundaeren Amtsmerkmale jedoch.
Das müsste ja nicht so bleiben. An solchen Äußerlichkeiten sollte nichts scheitern. Man könnte Talare in Amtsstufen-Farben einführen. Das wäre für Auge und Gemüt sowieso angenehmer, als das Beerdigungsschwarz. Die Hoffnung lebt, allein mir fehlt der Glaube. :wink:
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42

#39 Beitrag von 42 » 09.07.2008, 19:58

2008-Jul-07 Pfarrer Andrew Schaefer erwaehnt in einem Artikel in idea.de u.a. auch die Neuapostolische Kirche:
Allerdings gebe es Gruppen, die zu einem wirklichen Dialog nicht fähig seien. Dazu gehörten die Zeugen Jehovas. Die Neuapostolische Kirche wiederum, die früher als Sekte gegolten habe, beginne, sich gegenüber den Kirchen zu öffnen. Es gebe inzwischen hoffnungsvolle Begegnungen, auch wenn der Weg in die Ökumene zeitlich und theologisch noch weit sein dürfte, so Schäfer.
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Warum gilt die neuapostolische Kirche heute nicht mehr als Sekte? Der Artikel geht darauf nicht im Detail ein, aber es gibt schoene Hinweise zum sprachlichen Begriff "Sekte":
Es wird schnell deutlich, dass der Begriff "Sekte" tückisch ist. Besser wäre es, von "Sondergemeinschaft" oder - falls nötig - von "konfliktträchtigen Gruppen" zu reden.
Dr. Andreas Fincke Was ist eine Sekte?
Dr Hansjörg Hemminger in "Was ist eine Sekte?": "In Theologie und Religionswissenschaft wird es eher neutral benutzt: Eine Sekte steht als Minderheit mit abweichender Lehre und/oder Praxis einer Religion gegenüber, von der sie sich getrennt hat. Trotzdem ist "Sekte" eine Fremdbezeichnung, die von außen benutzt wird, und häufig ein Kampfbegriff. Keine Gruppe bezeichnet sich selbst als Sekte. Wissenschaftlich wird das Wort daher nicht selten umgangen, z.B. durch "dissidierende Gruppe" oder "Sondergemeinschaft", juristisch durch "Religionsgesellschaft" u.a."
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Wahrscheinlich verwendet man schon deshalb heute statt "Sekte" lieber "Sondergemeinschaft".

tergram

#40 Beitrag von tergram » 09.07.2008, 21:57

Alles wohl (auch) eine Frage des Standpunkts...

Dr. Leber verkündete bekanntlich, dass es auch in anderen Kirchen Bemühungen gäbe, Gott zu dienen. Diese seien jedoch mangels Apostolat etc. ... zum Scheitern verurteilt. (Nach meiner Erinnerung diese unsägliche Osnabrück-Predigt - ich bin mir aber nicht sicher)

Wer ist aus diesem Blickwinkel betrachtet nun die "Sekte"? :wink: :lol:

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