Was macht eigentlich einen neuapostolischen Christen aus?

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Matula
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#91 Beitrag von Matula » 12.03.2008, 07:25

Peter hat geschrieben:

Lieber Matula,

danke für deine Antwort, besonders der Punkt bzgl. des Leitbildes "Dienen und Führen". Ich denke, eine Antwort, die ich damals erhalten hatte, brauche ich nicht zu wiederholen, sie ist sicher mehr als bekannt (u.a. glaube nur ohne zu fragen....)

Lieber Peter,

genau solche und ähnliche Sprüche kann ich nicht mehr hören und will ich mir nicht mehr anhören müssen.

Das sind Vorangänger und sogenannte Seelsorger, die predigen und predigen und predigen und halten sich selber im Umgang mit ihren Mitgeschwistern und Brüder nicht an die vorgegebenen Richtlinien. Sie halten sich nicht nur nicht daran, sondern sie interessieren sie überhaupt nicht.

Selbstherrlich tun sie das, was sie für richtig halten und wenn man sie damit konfrontiert, erntet man noch einen dümmlichen Spruch und man wird als Querulant und Besserwisser degradiert und behandelt.

Das meine ich auch damit, die Diskrepanz zwischen Aussendarstellung der NAK und der inneren Wirklichkeit.

LG
Matula

Matula
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#92 Beitrag von Matula » 12.03.2008, 08:11

www.glaubenskultur.net/leserbriefe.php

Diesen Leserbrief bei GK habe ich soeben erst gelesen und darin wird vom Schreiber ausführlicher beschrieben, was ich bereits angedeutet habe.

peter

#93 Beitrag von peter » 12.03.2008, 08:12

tvmovie hat geschrieben:
danke für deine Antwort, besonders der Punkt bzgl. des Leitbildes "Dienen und Führen". Ich denke, eine Antwort, die ich damals erhalten hatte, brauche ich nicht zu wiederholen, sie ist sicher mehr als bekannt (u.a. glaube nur ohne zu fragen....)
Jesus spricht ja; glaube nur, Glauben will ich Herr mein Gott...

Solange der Glaube an Jesus, den Erlöser und Mittler in Ihrem Herzen ganz vorne steht, lieber Peter, dürfen Sie gerne mein Seelsorger sein
:wink:
tvmovie
Liebe(r) TV Movie,

ich bin beschämt, denn ich bin so Fehlerbelastet, reagiere sehr emotional und dadurch manchmal auch zu deutlich - nur darauf können sich alle verlassen, ich reagiere ehrlich.

Liebe Grüße

Peter

peter

#94 Beitrag von peter » 12.03.2008, 08:25

Matula hat geschrieben:Peter hat geschrieben:

Lieber Matula,

danke für deine Antwort, besonders der Punkt bzgl. des Leitbildes "Dienen und Führen". Ich denke, eine Antwort, die ich damals erhalten hatte, brauche ich nicht zu wiederholen, sie ist sicher mehr als bekannt (u.a. glaube nur ohne zu fragen....)

Lieber Peter,

genau solche und ähnliche Sprüche kann ich nicht mehr hören und will ich mir nicht mehr anhören müssen.

Das sind Vorangänger und sogenannte Seelsorger, die predigen und predigen und predigen und halten sich selber im Umgang mit ihren Mitgeschwistern und Brüder nicht an die vorgegebenen Richtlinien. Sie halten sich nicht nur nicht daran, sondern sie interessieren sie überhaupt nicht.

Selbstherrlich tun sie das, was sie für richtig halten und wenn man sie damit konfrontiert, erntet man noch einen dümmlichen Spruch und man wird als Querulant und Besserwisser degradiert und behandelt.

Das meine ich auch damit, die Diskrepanz zwischen Aussendarstellung der NAK und der inneren Wirklichkeit.

LG
Matula
Lieber Matula,

tja, leider hast Du damit vollkommen Recht, nur denke ich, handelt es sich dabei um menschliche Fehler und Schwächen - leider auf Kosten der Geschwister und zu Lasten der Kirche.
Was kann man tun?
- auf die Fehler hinweisen! Kämpfen!
Konsequenz: Man wird geschnitten, angefeindet, gemobbt.
Ergebnis: Man ändert nur etwas, wenn man ein "dickes Fell", ansonsten wird man zerstört. Da es bei mir jedoch um das Werk Gottes geht (bitte beachten, ich möchte anderen Gemeinschaften diese Bezeichnung nicht absprechen - bevor es Kritik gibt!!!) bin ich bereit zu kämpfen und diese "kleine Verfolgung" zu erdulden.
- schweigen und mitmachen
Konsequenz: Man wird geliebt, hofiert und in bestimmte Aufträge gepresst.
Ergebnis: Man verliert entweder sein Selbstwertgefühl, der Glaube wird lau und man verflacht in allen Dingen oder aber man fühlt sich ausgenutzt und in allen Aufgaben unwohl - dann bedarf es nur eine Tropfens um das Fass zum Überlaufen zu bringen.
- aufgeben!
Konsequenz: Man gibt seinen noch vorhandenen Glauben auf, tritt aus der Gemeinde aus.
Ergebnis: Findet man nicht schnell eine neue Gemeinde, in der man Verbindung mit Jesus hat, bleibt eine Leere. Im schlimmsten Falle verliert man auch noch die vorhandenen Sozialkontakte und man wird isoliert.

Du siehst, jeder Schritt möchte überlegt werden. Ich gehöre zu den Kämpfern - nur muss ich fairerweise sagen, das ich dabei sehr wohl ein Augenmerk darauf richte, ob es sich um Machtmissbräuche einzelner Vorangänger (Vorsteher ist kein Amt, nur ein Auftrag - manche jedoch denken, sie seien dadurch zu Königen geworden....) handelt oder um Abweichung der Kirche vom Weg.

Hej hej

Peter

Lobo

#95 Beitrag von Lobo » 12.03.2008, 10:00

Matula hat geschrieben:...die Diskrepanz zwischen Außendarstellung der NAK und der inneren Wirklichkeit...
Ich glaube, dass ein Großteil der neuapostolischen Geschwister, einschließlich der KL, sich in einer Parallelgesellschaft bewegen.

Gruß
Lobo

shalom
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#96 Beitrag von shalom » 12.03.2008, 13:38

peter hat geschrieben:… Ihre Einleitung bzgl. beruflicher Kompetenz vermag ich gleichlautend zurück zu geben, ich zähle mich auch keiner dieser Gruppen angehörig, wiewohl ich Seelsorger der neuapostolischen Kirche - genauer unseres Herrn Jesus Christus - bin. Auf den Nachsatz lege ich besonderen Wert, denn Kirche ist für mich lediglich Institution (wiewohl ich an die Sendung glaube).

Mit meiner Aufzählung wollte ich keine "Multi-Kulti-Kirche" propagieren, sondern darauf hinweisen, dass wir alle durch einen mit Nächstenliebe geprägten Wandel viel mehr "Jesus Christus" ehren als durch ein starres Ausrichten nach Schriften - die wir eh nicht einhalten können. Ich denke, Fehler bei uns selber suchen und finden ermöglicht Korrekturen, Fehler bei anderen suchen bringt Ärger und Überheblichkeit mit sich.
Werter peter,

die Geschlechterfrage ist bei Bräuten – die alle Versiegelten ja na-amtlich darstellen – total nebensächlich. Nur NaKi-Apostel reiten noch darauf herum und machen mit glaubenslebenswandlerischer Sicherheit Unterschiede (Mauern) selbst dort, wo gar keine sind. Sie erheben ihr Leben zur Lehre. Und wie schnell so ein Lehrwandel von statten geht, macht das Gottesurteil im Fall der Botschaft deutlich. Schon einen Tag nach dem Gottesurteil galt eine neue NaKi-Lehre, die sich lediglich um 180° gewandelt hatte. Das hatte auch Konsequenzen auf den Lebenswandel der Apostel, die plötzlich eben nicht mehr die Versiegelung von der Botschaft abhängig machten und uniform den Mund hielten (verschwiegen waren).

In diesem Zusammenhang möchte ich Sie fragen, wie Sie sich als Seelsorger in einem Organigramm über die Institution NaKi mit Jesus verknüpft sehen? Welche Rolle spielt da noch „Kirche“?

Insbesondere Ihr letzter Satz: „Ich denke, Fehler bei uns selber suchen und finden ermöglicht Korrekturen, Fehler bei anderen suchen bringt Ärger und Überheblichkeit mit sich“ watscht ja sämtliche NaKi-Apostel als Kirche an und für sich, wie auch die von ihnen ordinierten und beauftragten subalternen Kräfte ganz schön ab. Gerade die neuapostolische „Apg.38-55“ berichtet von Fehlern die der Amtskörper bei anderen suchte und diesen einen Strick daraus drehte. Justizapostel Gap. Dr. Wend teilte mit, dass das gegen Ap. Sepers eingeleitete Amtsrücknahmeverfahren (incl. der Vollstreckung des Urteils) in dessen „Fehlfunktionen“ begründet lag. Ja und Stp. Dr. Leber sah sämtliche seiner andersgläubigen Seelsorgekollegen zum Scheitern verurteilt. Und wenn ich mir die na-amtlichen Argumente für die massiven Schließungen von Standorten in Deutschland anschaue, dann schieben Apostel lokalen Gemeinden Fehler in die Schuhe, die zuvor von Aposteln eingebrockt worden waren.

Und so macht weniger die Fehlerkultur einen neuapostolischen Christen aus, als vielmehr die Konsequenzen, welche Apostel aus Fehlern anderer ableiten (ein Nichtapostel ist da machtlos). Laien – wie jetzt z. B. anlässlich der neuapostolischen Konfirmationen - übernehmen ja jeweils nur die „Bundespflichten“ (siehe NaKi).

Mahlzeit und shalom

peter

#97 Beitrag von peter » 12.03.2008, 14:06

Werte Shalom,
In diesem Zusammenhang möchte ich Sie fragen, wie Sie sich als Seelsorger in einem Organigramm über die Institution NaKi mit Jesus verknüpft sehen? Welche Rolle spielt da noch „Kirche“?
Diese Frage birgt ja geradezu Zündstoff, meine Antwort würde auf jeder AT-Versammlung die Zündung auslösen.

Ich fühle mich ausschließlich Jesus Christus verpflichtet!!!
Ich anerkenne das Apostelamt als ein Amt, welches uns von Gott geschenkt wurde. Ich glaube, das die Apostel Amt und Vollmacht haben Sünden im Auftrag und Namen Jeus Christus zu vergeben (die entsprechende Bereitschaft muss natürlich bei den empfangenden Seelen vorhanden sein), ich glaube, das die Apostel Amt und Vollmacht haben die heilige Versiegelung zu spenden (nichts desto trotz regiert der heilige Geist souverän, also auch anderorst), ich glaube, das die Apostel Amtsgaben im Auftrage spenden dürfen (das schließt jedoch nicht aus, das auch Amtsgaben aus menschlichen Überlegungen heraus gespendet wurden und werden, jedoch hat auch hier der gesetzte AT Möglichkeiten diesen Segen festzumachen, siehe hierzu im AT z.B. Jakob).

Zurück zum Amtsauftrag: Ich prüfe meine Aussagen und meine Seelsorge (soweit ich dieses kann) nach den Vorgaben Jesus Christus, welche ich vornehmlich der heiligen Schrift entnehme und meinem Gewissen. Gehen meine Ergebnisse nicht mit den Aussagen meiner Vorangänger konform, so suche ich zeitnah das klärende Gespräch (also ggf. direkt nach einem Gottesdienst) und bitte um Richtigstellung. Naja, damit mache ich mir zwar keine Freunde unter meinen Amtskollegen, aber wie gesagt, ich bin meinem Gewissen verpflichtet.

Hej hej

Peter

Matula
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#98 Beitrag von Matula » 12.03.2008, 17:26

peter hat geschrieben:Werte Shalom,
In diesem Zusammenhang möchte ich Sie fragen, wie Sie sich als Seelsorger in einem Organigramm über die Institution NaKi mit Jesus verknüpft sehen? Welche Rolle spielt da noch „Kirche“?
Diese Frage birgt ja geradezu Zündstoff, meine Antwort würde auf jeder AT-Versammlung die Zündung auslösen.

Ich fühle mich ausschließlich Jesus Christus verpflichtet!!!

...Als Seelsorger der neuapostolischen Kirche bist Du auch vollumfänglich Deinem Apostel gegenüber mindestens gleichermassen verpflichtet.

In dessen Auftrag hälst Du Gottesdienste, taufst, übst das Sakrament der Sündenvergebung aus, führst Seelsorge- und Krankenbesuche aus...



Ich anerkenne das Apostelamt als ein Amt, welches uns von Gott geschenkt wurde. Ich glaube, das die Apostel Amt und Vollmacht haben Sünden im Auftrag und Namen Jeus Christus zu vergeben (die entsprechende Bereitschaft muss natürlich bei den empfangenden Seelen vorhanden sein), ich glaube, das die Apostel Amt und Vollmacht haben die heilige Versiegelung zu spenden (nichts desto trotz regiert der heilige Geist souverän, also auch anderorst), ich glaube, das die Apostel Amtsgaben im Auftrage spenden dürfen (das schließt jedoch nicht aus, das auch Amtsgaben aus menschlichen Überlegungen heraus gespendet wurden und werden, jedoch hat auch hier der gesetzte AT Möglichkeiten diesen Segen festzumachen, siehe hierzu im AT z.B. Jakob).

Zurück zum Amtsauftrag: Ich prüfe meine Aussagen und meine Seelsorge (soweit ich dieses kann) nach den Vorgaben Jesus Christus, welche ich vornehmlich der heiligen Schrift entnehme und meinem Gewissen. Gehen meine Ergebnisse nicht mit den Aussagen meiner Vorangänger konform, so suche ich zeitnah das klärende Gespräch (also ggf. direkt nach einem Gottesdienst) und bitte um Richtigstellung. Naja, damit mache ich mir zwar keine Freunde unter meinen Amtskollegen, aber wie gesagt, ich bin meinem Gewissen verpflichtet.

Hej hej

Peter

Matula
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#99 Beitrag von Matula » 12.03.2008, 17:28

Lobo hat geschrieben:
Matula hat geschrieben:...die Diskrepanz zwischen Außendarstellung der NAK und der inneren Wirklichkeit...
Ich glaube, dass ein Großteil der neuapostolischen Geschwister, einschließlich der KL, sich in einer Parallelgesellschaft bewegen.

Genau an diesen Begriff - Parallelgesellschaft - habe ich erst gestern ebenso gedacht.

Gruß
Lobo

shalom
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#100 Beitrag von shalom » 13.03.2008, 18:03

peter hat geschrieben:Werte Shalom,
In diesem Zusammenhang möchte ich Sie fragen, wie Sie sich als Seelsorger in einem Organigramm über die Institution NaKi mit Jesus verknüpft sehen? Welche Rolle spielt da noch „Kirche“?
Diese Frage birgt ja geradezu Zündstoff, meine Antwort würde auf jeder AT-Versammlung die Zündung auslösen.

Ich fühle mich ausschließlich Jesus Christus verpflichtet!!!
Ich anerkenne das Apostelamt als ein Amt, welches uns von Gott geschenkt wurde. Ich glaube, das die Apostel Amt und Vollmacht haben Sünden im Auftrag und Namen Jeus Christus zu vergeben (die entsprechende Bereitschaft muss natürlich bei den empfangenden Seelen vorhanden sein), ich glaube, das die Apostel Amt und Vollmacht haben die heilige Versiegelung zu spenden (nichts desto trotz regiert der heilige Geist souverän, also auch anderorst), ich glaube, das die Apostel Amtsgaben im Auftrage spenden dürfen (das schließt jedoch nicht aus, das auch Amtsgaben aus menschlichen Überlegungen heraus gespendet wurden und werden, jedoch hat auch hier der gesetzte AT Möglichkeiten diesen Segen festzumachen, siehe hierzu im AT z.B. Jakob).

Zurück zum Amtsauftrag: Ich prüfe meine Aussagen und meine Seelsorge (soweit ich dieses kann) nach den Vorgaben Jesus Christus, welche ich vornehmlich der heiligen Schrift entnehme und meinem Gewissen. Gehen meine Ergebnisse nicht mit den Aussagen meiner Vorangänger konform, so suche ich zeitnah das klärende Gespräch (also ggf. direkt nach einem Gottesdienst) und bitte um Richtigstellung. Naja, damit mache ich mir zwar keine Freunde unter meinen Amtskollegen, aber wie gesagt, ich bin meinem Gewissen verpflichtet.
Werter peter,

da wollte ich sachlich wissen – etwa in Form eines Organigrams -, wie nun Ihr seelsorgerisches Amt organisatorisch verantwortet wird.

Sie antworten sehr emotional: „Ich fühle mich ausschließlich Jesus Christus verpflichtet!!!“ Dabei existieren ganz schriftgelehrt ausformulierte Menschensatzungen von NaKi und den zig Gebietskirchen, wo die Dienstverhältnisse klar geregelt sind. Die zugehörigen Ausführungsbestimmungen sind in dicken Richtlinienbüchern sowie Gott in die Schuhe geschobenen Hausregeln niedergeschrieben.

Dann wechseln Sie die Ebene und schildern Ihren persönlichen Glauben und Ihre persönlichen Anerkennungen: "Ich anerkenne das Apostelamt als ein Amt, welches uns von Gott geschenkt wurde".

Im ersten Satz des zweiten Absatzes tritt mir ein peter vor Augen, der einen ganz und gar evangelischen Laienprediger abgibt, welcher selbstbewusst auf die orthodoxe Ämtertradition verzichtet und weiß, dass Ämter und Priester erst in einem späteren Zeitalter in Mode kamen, von dem heute amtierende Neuapostolizisten behaupten, dass der Leuchter schon umgestoßenen und noch nicht wiederaufgerichtet gewesen wäre.

Unmittelbar daran tritt ein ganz anderer peter an mich heran, ein peter der total im katholisch-orthodoxen Amtsverständnis befangen zu sein scheint und irgendwie in seinem Credo sogar auch noch das jüdische Amtsverständnis auf das moderne neuapostolische Christentum angewendet wissen will [->vergl. Priester in Wikipedia]

Sie schreiben: „Ich glaube, das die Apostel Amt und Vollmacht haben Sünden im Auftrag und Namen Jesus Christus zu vergeben (die entsprechende Bereitschaft muss natürlich bei den empfangenden Seelen vorhanden sein)…“. Und ganz konkret diese Bereitschaft wird für mich in den Amtsgebungs- und Rücknahmeverfahren nicht transparent. Die Apg.38-55 berichtet von Exkommunikationen und Degradierungen. Ap. Sepers sah sich mit einem Amtsrücknahmeverfahren konfrontiert, wie auch Amtsträger / Beauftragte aus Blankenese, die sich sicher alle auch „Jesus Christus verpflichtet“ sahen.

Meiner bescheidenen Kenntnis nach verlaufen Ordinationen – übrigens eine staatliche römische Erfindung – na-amtlich nicht derart ab, dass eine Stimme vom Himmel hörbar wird: „Dies ist mein lieber Priester (Apostel…), den sollt ihr hören“. Die Ordinationen schenkt nicht Gott, sondern das Amt (der Weltenlenker ist kein Ämterschenker).

Bzgl. des „Amtsauftrages“ im Spannungsfeld von Bibel, Gewissen und Vorangängern möchte ich nur anmerken, dass im überlieferten Gleichnis eben gerade die Ämter versagten, wo der Samariter seelsorgte. In diesem Spannungsfeld sehe ich auch die Jesulehre: „Barmherzigkeit will ich, keine Opfer“, welcher die z.Z. uniform verordnete Apostellehre von Amts wegen signifikant widerstrebt.

In exakt diesem Kontext scheinen neuapostolische Ämter sich mehr ihrem gewissen Gewissen verpflichtet zu fühlen, als überlieferter Jesulehre. Ich kann das respektieren, solange diese Haltung nicht gepredigt wird oder z. B. als verbindlich in Selbstbildern zur Schau gestellt wird.

Peter, Sie fühlen sich ausschließlich Jesus Christus verpflichtet. Dieses Jahr hat der Stammapostel das Jahr des nakinternen Wohlfühlens proklamiert. Im Rahmen der jüngsten Berichte über die na-amtlichen Events und Schwerpunkte, z. B. unterschiedliche Opferinvestitionen in deutsches vs. südamerikanisches Liedgut komme ich mir eher in einer Spaßgesellschaft vor, als in einer Kirche. Ein deutlich egozentrisches Weltbild (Jesus=Apostel in der Mitte) und als "höchstes Gut" professionell arrangierte Glückseligkeit für die Bräute des Herrn zeugen meines Erachtens eher von einem selbstgefälligen Neuhedonismus, als von einer wohl gefühlten Verpflichtung auf Jesus.

Einen neuapostolischen Christen (Naktivisten) macht für mich zum einen dessen „Mitmachen“, dessen „Mitschwimmen auf der Welle“ aus und zum anderen auch das aktive Eingebunden sein in die vielen vertikalen Kommunikationskanäle, wo nahezu ausnahmslos unter dem Siegel der seelsorgerischen Verschwiegenheit Meinung und Kirchenpolitik so effektiv gemacht wird, dass die „Institution“ wie geschmiert funktioniert. Es soll ja alles wieder gut bleiben und dabei kommt es auf jeden einzelnen an!

Nichts für ungut. Ich kann Ihren dargelegten Standpunkt gut nachvollziehen und auch so respektieren. Ich sehe den na-amtlichen Kuddelmuddel von katholischen, orthodoxen, jüdischen und evangelischen Lehrfragmenten in der Glaubenslehre unserer Kulti-Multi-Apostel halt schon als direkte Konsequenz, die sich allein daraus ergibt, dass sich die Apostel abgespalten haben, ohne vor lauter Übermut die Notwendigkeit einer eigenen Theologie für ihre reine Wohlfühlkirche zu erkennen. Und Kirche dürfte früher gerade so beiden Seiten – den Botschaftgebern und den Botschaftnehmern ganz schön Spaß gemacht haben. Beide Seiten fühlten sich besser dran zu sein, als all die anderen Andersgläubigen. Glückseligkeit – Wohlfühlkirche, ein alter Hut!

Mit einem lieben Gruß und shalom

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