Was macht eigentlich einen neuapostolischen Christen aus?

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Matula
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#21 Beitrag von Matula » 29.02.2008, 15:30

Katze hat geschrieben:Der Thread lautet:
"Was macht eigentlich einen neuapostolischen Christen aus"

Hallo liebe Foris,

vielleicht sollte die Frage anders gestellt werden...

"Warum glaubt die Neuapostolische Kirche, dass sie die auserwählte Kirche Christi ist und woran erkennt man dies?"

In dem Selbstbild der Neuapostolischen Kirche steht es sinngemäß so geschrieben.
Bitte versteht mich nicht falsch... ich bin selbst neuapostolisch... aber ich glaube nicht an einen Exklusivanspruch irgendeiner Kirche.

Aber, wer an einen Exklusivanspruch glaubt und erhebt, der, so denke ich, muss sich diese Frage schon gefallen lassen...
Etwas exklusives ist wertvoller und besser als herkömmliches... also müsste doch irgendetwas besser daran sein...

So ist es, daher habe ich das bereits geschrieben, dass ich oft vom Altar den Satz gehört habe....wir sind nicht besser, aber wir sind besser dran....
lg Katze

Tatyana

#22 Beitrag von Tatyana » 29.02.2008, 16:22

@Dieter:
deine Meinung sei dir unbenommen. Aber die Ausgangsfrage dieses Threads war tatsächlich:" Was macht eigentlich einen neuapostolischen Christen aus?

Worin unterscheidet er sich in seinem Wesen von anderen Christen? "

Und allein schon die Fragestellung ist Polemik pur. Da steht tatsächlich DER neuapostolische Christ. Im Unterschied zu anderen Christen. Da geht es nicht um angepaßt oder nicht, nicht um gläubig oder nicht,das ist reine Stimmungsmache. Ich warte noch auf TVs Lieblingssatz, der mir immer mehr zum Halse raushängt von "Wasser predigen und Wein saufen". Das ist für mich das, woraufr dieser Thread-wieder mal- hinauslaufen soll. Die bösen zweigesichtigen NAKIS, blaahhh. Ehrlich: ich kanns nicht mehr hören.
Jedem seine Meinung. Ich habe meine auch. Und ich bin mit Sicherheit keine von denjenigen, die die NAK durch eine rosarote Brille sehen, auch, wenn sie ihr (noch) angehören. Also bin ich nicht (mehr) stromlinienförmig und angepaßt, etc. Bin ich deshalb kein Teil dieser Kirche mehr? Nein, Dieter, diese Unterscheidung magst du für dich persönlich treffen, aber die Fragestellung gibt das nicht her. Die schert ALLE über einen Kamm, da geht es klar NAKI contra Christ. Und allein diese Frage so zu stellen, ist schon eine Unverschämtheit an sich!

Kranich

#23 Beitrag von Kranich » 29.02.2008, 16:40

Ich muß mich doch melden.

Ich sehe den Thread in folgendem Licht:
tvmovie möchte die Erfahrungen von uns aus unserem gelebten Glauben erfahren. Dazu gehört m. E. auch die Bekanntgabe ganz subjektiver Empfindungen.
Wir alle, die einmal den Religions- und Konfirmationsunterricht besucht haben, wurden mehr oder weniger auf die einzige Kirche Christi vorbereitet, um nach der Konfirmation "frei" zu entscheiden, was unser Weg sein wird.

Besonders die heute über 30-jährigen wurden vielmals in den klassischen Strukturen erzogen. Da gab es halt nur:
die eine wahre Kirche,
nur dort gibt es Gotteskinder,
nur dort gibt es den Heiligen Geist,
nur dort gibt es wahre Sündenvergebung,
nur dort gibt es die wahren Apostel,
nur dort kann die Seele zubereitet werden zum Tag des Herrn,
nur dort gibt es die Bereitung der Brautseelen, die am Wiederkommen des Herrn dabei sein können.
Die Liste könnte beliebig fortgeführt werden.

Andere christliche Konfessionen waren ja "nur Menschen", Menschen ja, aber mit welcher Zukunft? Die anderen hatten/haben ja nicht die Vorzüge dieser einzig wahren Kirche.
Ich habe noch einen Satz in den Ohren, wo ein Mitglied der NAK zu einen katholischen Christen gesagt hat: Du bist ein Ungläubiger.
Es wurde und wird hier z. T. heute noch stark unterschieden, wer in den Himmel darf.

Für mich persönlich ist jeder Mensch ein Gottes-Kind, da Gott die Menschheit nach seinem Bild erschaffen hat. Da hat er bestimmt nicht unterschieden nach Rasse, Hautfarbe, Konfession oder sonstigen Äußerlichkeiten.

Die Welt existiert in Ihrer Vielfalt und das ist gut so!

Ein guter Christ, auch in der NAK, sorgt sich um seine Mitmenschen, übt Nächstenliebe, respektiert den "Andersgläubigen", richtet sich nach dem Evangelium Christi und hält die Gebote.
Dieser Anspruch ist hoch, der Ein oder Andere wird jetzt fragen: Tust Du das auch selbst? Ich bin ehrlich, diesen Ansprüchen immer gerecht zu werden ist sehr schwer, das darin Üben auch.
Wenn jeder für sich etwas in seinem Leben in dieser Gesinnung bewerkstelligt, kann er von sich sagen: Ich habe mich bemüht in Sinne Christi zu leben, ob es genug ist/war, mag der Herr in seiner Gnade beurteilen.

In einem Beitrag wurde das Selbstbild der Kirche angesprochen. Mein Vorschlag, lest es genau durch und unterhaltet Euch mal mit den "Vorangängern". Ihr werdet teilweise auf Unverständnis treffen, wenn Ihr dazu Fragen stellt. Im besten Fall bekommt Ihr eine Antwort, mit der was anzufangen ist, positiv wie negativ.

Ich habe es getan. Das Ergebnis war für mich nicht befriedigend.

Meine Frage ging zum Punkt der Stellung der Apostel in der NAK und zu den Aposteln der anderen Apostolischen Gemeinschaften.
Die Antwort: Nur die Apostel der NAK stehen in der Nachfolge zum Stammapostel, die anderen nicht, daher sind sie keine Apostel in eigentlichen (NAK-)Sinn. Also sind Ihre Handlungen ohne Wirkung, sie können daher Ihre Gläubigen auch nicht auf den Tag des Herrn vorbereiten. Sündenvergebung und Spendung des Heiligen Geistes durch diese Apostel gibt es faktisch nicht.
Dieses hat mich geschockt, auch der Umstand, das für andere Kirchen das Gleiche gilt.

Fazit: Der NAK-Christ bewährt sich nur, wenn er ausschließlich nach den NAK-Statuten lebt und sich exklusiv verhält. Daher bin ich mit meiner Einstellung, innerhalb der NAK, kein guter Christ.

LG Kranich
Zuletzt geändert von Kranich am 29.02.2008, 16:46, insgesamt 1-mal geändert.

Tatyana

#24 Beitrag von Tatyana » 29.02.2008, 16:45

TV ist doch selber neuapostolisch, da sollte er die Lehren seiner eigenen Kirche doch kennen und wissen, wie er da zu leben und zu glauben hat oder was er persönlich für sich daraus macht oder eben auch nicht? :roll:

Matula
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#25 Beitrag von Matula » 29.02.2008, 16:56

Kranich hat geschrieben:Ich muß mich doch melden.

Ich sehe den Thread in folgendem Licht:
tvmovie möchte die Erfahrungen von uns aus unserem gelebten Glauben erfahren. Dazu gehört m. E. auch die Bekanntgabe ganz subjektiver Empfindungen.
Wir alle, die einmal den Religions- und Konfirmationsunterricht besucht haben, wurden mehr oder weniger auf die einzige Kirche Christi vorbereitet, um nach der Konfirmation "frei" zu entscheiden, was unser Weg sein wird.

Besonders die heute über 30-jährigen wurden vielmals in den klassischen Strukturen erzogen. Da gab es halt nur:
die eine wahre Kirche,
nur dort gibt es Gotteskinder,
nur dort gibt es den Heiligen Geist,
nur dort gibt es wahre Sündenvergebung,
nur dort gibt es die wahren Apostel,
nur dort kann die Seele zubereitet werden zum Tag des Herrn,
nur dort gibt es die Bereitung der Brautseelen, die am Wiederkommen des Herrn dabei sein können.
Die Liste könnte beliebig fortgeführt werden.

Andere christliche Konfessionen waren ja "nur Menschen", Menschen ja, aber mit welcher Zukunft? Die anderen hatten/haben ja nicht die Vorzüge dieser einzig wahren Kirche.
Ich habe noch einen Satz in den Ohren, wo ein Mitglied der NAK zu einen katholischen Christen gesagt hat: Du bist ein Ungläubiger.
Es wurde und wird hier z. T. heute noch stark unterschieden, wer in den Himmel darf.

Für mich persönlich ist jeder Mensch ein Gottes-Kind, da Gott die Menschheit nach seinem Bild erschaffen hat. Da hat er bestimmt nicht unterschieden nach Rasse, Hautfarbe, Konfession oder sonstigen Äußerlichkeiten.

Die Welt existiert in Ihrer Vielfalt und das ist gut so!

Ein guter Christ, auch in der NAK, sorgt sich um seine Mitmenschen, übt Nächstenliebe, respektiert den "Andersgläubigen", richtet sich nach dem Evangelium Christi und hält die Gebote.
Dieser Anspruch ist hoch, der Ein oder Andere wird jetzt fragen: Tust Du das auch selbst? Ich bin ehrlich, diesen Ansprüchen immer gerecht zu werden ist sehr schwer, das darin Üben auch.
Wenn jeder für sich etwas in seinem Leben in dieser Gesinnung bewerkstelligt, kann er von sich sagen: Ich habe mich bemüht in Sinne Christi zu leben, ob es genug ist/war, mag der Herr in seiner Gnade beurteilen.

In einem Beitrag wurde das Selbstbild der Kirche angesprochen. Mein Vorschlag, lest es genau durch und unterhaltet Euch mal mit den "Vorangängern". Ihr werdet teilweise auf Unverständnis treffen, wenn Ihr dazu Fragen stellt. Im besten Fall bekommt Ihr eine Antwort, mit der was anzufangen ist, positiv wie negativ.

Ich habe es getan. Das Ergebnis war für mich nicht befriedigend.

Meine Frage ging zum Punkt der Stellung der Apostel in der NAK und zu den Aposteln der anderen Apostolischen Gemeinschaften.
Die Antwort: Nur die Apostel der NAK stehen in der Nachfolge zum Stammapostel, die anderen nicht, daher sind sie keine Apostel in eigentlichen (NAK-)Sinn. Also sind Ihre Handlungen ohne Wirkung, sie können daher Ihre Gläubigen auch nicht auf den Tag des Herrn vorbereiten. Sündenvergebung und Spendung des Heiligen Geistes durch diese Apostel gibt es faktisch nicht.
Dieses hat mich geschockt, auch der Umstand, das für andere Kirchen das Gleiche gilt.

Fazit: Der NAK-Christ bewährt sich nur, wenn er ausschließlich nach den NAK-Statuten lebt und sich exklusiv verhält. Daher bin ich mit meiner Einstellung, innerhalb der NAK, kein guter Christ.

ich gestatte mir noch hinzu zufügen....und wenn er schön brav und gehorsam stets in der innigen Nachfolge und im Aufschauen gegenüber seinen Segenträgern steht und möglichst keine unliebsamen Fragen stellt, keine Zweifel und Kritik äussert und das Wörtchen nein nicht kennt....


LG Kranich

scholli

#26 Beitrag von scholli » 29.02.2008, 17:09

Matula,

mich mit dem Tatyana anzuschließen meinte ich eigentlich, das ich dazu nichts schreiben wollte.

Aber davon abgesehen, jede Religionsgemeinschaft hat ihre „Ansprüche“. Leider.
Lies dir mal den Katechismus der Katholiken durch , nur als Vergleich.

FG C.

tergram

#27 Beitrag von tergram » 29.02.2008, 17:13

Zwischenbemerkungen zur bisherigen Diskussion aus Moderatorensicht:

Auch ich teile hier stets nur meine subjektive und durch begrenzte Erfahrungen geprägte Einstellung mit - eine objektive Meinungsbildung ist mir leider nicht möglich. Ich halte es für unangebracht, sich gegenseitig die zwangsläufige Subjektivität der Meinungen vorzuwerfen.

Ebenso halte ich es nicht für angebracht, einem Threaderöffner unlautere Motive zu unterstellen. Niemand muss sich an einer Diskussion beteiligen.

Ich hoffe auf eine angeregte weitere Diskussion. Zurück zum Thema.

Grüße in die Runde,

tergram

Hannes

#28 Beitrag von Hannes » 29.02.2008, 21:54

tvmovie hat geschrieben:Wie verhält sich der neuapostolische Christ in der Praxis gegenüber den "anderen Christen", wenn er überzeugt von seinem Glauben ist?

Wie verhält sich der neuapostolische Christ in der Praxis gegenüber einem neuapostolischen Christen, der die Lehre seiner Kirche sorgenvoll und voller Zweifel betrachtet?
Also ... diese beiden (wie ich meine: wichtigen) Fragen begleiten mich schon durch den ganzen Tag - und ich finde keine so rechte Antwort! Was mache ich denn, wenn ich als überzeugter XY-Gläubiger einem YZ-Gläubigen gegenüberstehe? Wenn wir beide von unserem Glauben als von einem absoluten bzw. heilsnotwendigen erzählen! Da gibt es dann ja kein sowohl - als auch, oder?!

Das sind meiner Meinung nach 2 blitzgescheite Fragen, die weit über die Ökumene hinausgehen!

Chapeau!
Hannes

tergram

#29 Beitrag von tergram » 29.02.2008, 23:27

tvmovie hat geschrieben:Wie verhält sich der neuapostolische Christ in der Praxis gegenüber den "anderen Christen", wenn er überzeugt von seinem Glauben ist?
Wenn er von der Lehre der NAK überzeugt ist, ist ihm bewusst, dass es ausserhalb des Apostelamtes kein Heil gibt. Daher muss er - schon aus liebevoller Fürsoge gegenüber seinem Nächsten - diesen von der Richtigkeit der NAK-Lehre zu überzeugen versuchen. Damit der "andere Christ" nicht am Tag des Herrn zurückbleiben und große Trübsal erleiden muss.
tvmovie hat geschrieben:Wie verhält sich der neuapostolische Christ in der Praxis gegenüber einem neuapostolischen Christen, der die Lehre seiner Kirche sorgenvoll und voller Zweifel betrachtet??
Nach meiner Erfahrung besorgt und warnend. Man wird den "Zweifler" vor den Folgen des Zweifels warnen (lies nicht immer so viel im Internet) und ihm versichern, für ihn und seine Glaubensfestigkeit zu beten (dass du wieder ins Haus des Herrn zurückfindest). Gleichzeitig wird man dem Zweifler deutlich machen, dass Zweifel dazu führen könnte, die rettende Arche zu verlassen, was - da es ausserhalb der NAK kein Heil gibt - den Zweifler zu einer verlorenen Seele macht, der man liebevoll nachzugehen hat (99 Schafe...).

scholli

#30 Beitrag von scholli » 01.03.2008, 09:00

Es gibt nur ein christliches Wesen ,kein neuapostolisches, evangelisches oder katholisches da die Verhaltensregeln und Gebote aus ein und der gleichen Bibel stammen.

Die Unterschiede liegen eigentlich nur in der Glaubenslehre , Sakramente usw. , aus dem Grunde fand ich die Anfangsfrage , gezielt auf subjektive Erfahrungswerte im neuapostolischen Umfeld , etwas provokant.

Und da ist wie überall in unserem Leben „Wie man in den Wald reinruft so schallt es auch wieder zurück“

Aber da hier eine freie Meinungsäußerung zu diesem Thema nicht gefragt ist , verabschiede ich mich jetzt (für tergi :wink: ) aus diesem Thread und wünsche ein schönes Wochenende bei dem bescheidenen Wetter.

Adios C.
Zuletzt geändert von scholli am 01.03.2008, 09:10, insgesamt 1-mal geändert.

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