Gemeindeschliessung in Niedersachsen

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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tergram

#61 Beitrag von tergram » 12.02.2008, 21:26

Interessante Gedanken...

...kluge Köpfe, die sich mit dem Funktionieren von Systemen beschäftigen, gehen davon aus, dass Systeme dazu neigen, einen Gleichgewichtszustand, einen Zustand von Ruhe/Ausgleich, (wieder)herzustellen.

Was wohl in deinem Beispiel dazu führt, dass einem 'sich öffnenden Fenster' mit einer 'zuknallenden Tür' begegnet wird...

Nun ist die Kirche zwar ein System, aber sie wird getragen und bestimmt von denkenden und fühlenden Menschen. Da sollte man meinen, dass man mit gutem Willen, Vernunft, Gesprächen, ... und ... und vor allem: Geduld ... irgendwann dazu kommt, dass Horizonterweiterungen nicht als Gefahr, sondern als Chance gesehen werden.

Auf Basis der Klingler'schen Vision 2010 hatte ich gehofft, dass gerade in diesem Bezirk vielleicht doch...

Wohl eher nicht.

42

#62 Beitrag von 42 » 12.02.2008, 23:17

tergram hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:...Und vielleicht könntest Du .... schon vorlaufend die Gottesdienstberichte des Bezirks- bzw. Stammapostels erstellen, ...
Ja, was glaubst du denn, wie das im real life gemacht wird? :mrgreen: Alles unter dem Motto "Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt." :wink:
Salvatorische Klausel: Es gilt das gesprochene Wort.

KAPLAN

#63 Beitrag von KAPLAN » 13.02.2008, 10:58

Wie man dem Bericht bei CiD entnehmen kann, ist vor der Schließung immerhin mit der Gemeinde gesprochen worden und es gab einen "Mehrheitsbeschluss" der Geschwister.

Es geht auch anders:
Nach dem GD wird auf dem Kirchengrundstück ein unbekannter Mann gesichtet. Dieser schreitet mit nachdenklichem Gesicht und mit einem Zollstock bewaffnet an der Kirche entlang. Der interessierte Fragende bekommt eine klare Antwort: Diese Kirche steht zum Verkauf und ich wollte sie mir einmal ansehen.

Auch so kann man über geplante Schließungen informieren... (übrigens in Niedersachsen passiert)

KAPLAN :wink:

Dieter

#64 Beitrag von Dieter » 13.02.2008, 14:13

also einfühlsam und behutsam ... mit garantiertem Wohlfühleffekt© :lol:

Lobo

#65 Beitrag von Lobo » 13.02.2008, 17:26

Hallo Anne,
Anne hat geschrieben: ...Zunächst meine ich damit die persönliche Erfahrung, dass einige Brüder eine 'Weite' - ein weit gefasstes Verständnis - von bestimmten Themen haben: angefangen vom Selbstverständnis der NAK, über theologische Fragen, der Seelsorge und ihren Schwerpunkten, bis hin zum Umgang mit kircheninternen Vorgängen usw...
Diese Brüder gibt es, ohne Zweifel. Aber was können sie bewirken. Das hierarchische System der Kirche lässt da wenig "Spielraum".
Anne hat geschrieben:
...Es gibt diese Weite, was man ja auch in den Internetforen lesen kann. Und es gibt sie meiner Erfahrung nach auch bei einigen Aposteln...

Diese Weite ist nach meinen Erfahrungen/Beobachtungen in den Foren eher die Ausnahme. Von Aposteln höre und lese ich in dieser Hinsicht nichts.
Anne hat geschrieben:
...Der Versuch, die Kirche selbst - als Ganzes sozusagen - zu 'weiten' (z.B. im Sinne eines Öffnungsprozesses) scheint aber zu scheitern. Auch davon liest man. Und die Ursache dafür wird immer häufiger im System gesehen.
Wie Systeme wirken, wird unterschiedlich definiert. Dass sie eine Eigendynamik haben, ist wohl allgemein bekannt (anerkannt) ... und genau davon wollte ich sprechen: Wenn Veränderungen in einem System als 'Unordung' begriffen werden, stellt 'es' die Ordnung aus sich selbst heraus wieder her; wer - als Person - dafür sorgt, ist dabei fast unerheblich...

Wie sagte unlängst jemand:"Das Konservative wird die Oberhand behalten." Leider. :wink:
Anne hat geschrieben:
...Wenn Apostel/Brüder um Weite bemüht sind, ist der Nächste nicht weit entfernt, der wieder für Enge/Ordnung sorgt. Irgendeiner tut es immer ... und es gehört ungeheuer viel Energie dazu, verändernde Prozesse wirklich zu "installieren"...
Brüder mit Weitblick/Visionen, unterhalb der Apostelebene, habe ich schon kennen gelernt. Apostel in diesem Sinne aber "noch" nicht.
Anne hat geschrieben:
Ist das - auch ohne konkretere Beispiele und Quellenangaben - o.k. soweit? :wink:
Ist schon o.k. :wink:

Gruß
Lobo

Anne

#66 Beitrag von Anne » 13.02.2008, 17:54

Oh - ja - doch, gerade bei einigen Aposteln habe ich das erlebt. Was aber nicht heisst, dass sie sich in allen Kirchenfragen etc. so verhalten, wie man das - z.B. von progressiver Seite - erwartet. Ich meine damit eine geistige Haltung, die...

-> Lobo, an dieser und anderer Stelle fände ich es wichtig, die verschiedenen Ebenen zu klären, über dir wir sprechen und nachdenken. Aber das könnte zu einer Lebensaufgabe werden, deshalb fasse ich mich grundsätzlich lieber kürzer.
Ist schon o.k. :wink:
Danke. :wink:

Anne

shalom
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#67 Beitrag von shalom » 19.02.2008, 16:14

KAPLAN hat geschrieben:Wie man dem Bericht bei CiD entnehmen kann, ist vor der Schließung immerhin mit der Gemeinde gesprochen worden und es gab einen "Mehrheitsbeschluss" der Geschwister.

Es geht auch anders:
Nach dem GD wird auf dem Kirchengrundstück ein unbekannter Mann gesichtet. Dieser schreitet mit nachdenklichem Gesicht und mit einem Zollstock bewaffnet an der Kirche entlang. Der interessierte Fragende bekommt eine klare Antwort: Diese Kirche steht zum Verkauf und ich wollte sie mir einmal ansehen.

Auch so kann man über geplante Schließungen informieren... (übrigens in Niedersachsen passiert)

KAPLAN :wink:
->naktuell hat geschrieben: 14.11.2007
Basisdemokratie in Hessen

Fusion der Bezirke Rüsselsheim und Mainz –
Mitglieder dreier Kirchengemeinden sollen über
Bezirkszugehörigkeit abstimmen
->CID hat geschrieben: Wieso wird dann eine Gemeinde geschlossen?

Auch eine solche Gemeinde kann nur bestehen, wenn sie über genügend Kräfte verfügt, die das Gemeindeleben aufrechterhalten und die sie zugleich eine „lebendige und missionierende Gemeinde“ im Sinne der "Vision 2010" sein lassen; diesem Anspruch konnte die Gemeinde in den letzten Monaten nicht mehr gerecht werden. So wurde in einem abschließenden Gemeindegespräch nur diese eine Lösung gesehen: die Fusion mit der benachbarten Gemeinde Göttingen.
Werter Kaplan,

…den Ansprüchen nicht gerecht werden… - das ist schon ein hartes Urteil. Solche Aussagen erinnern mich an Formulierungen wie sie ansonsten in Arbeitszeugnissen üblich sind. Doch zur Frage, wer nakintern Ansprüche stellen und geltend machen darf, fällt mir immer nur das Apostelamt ein, das auch selbst über die eigenen Ansprüche entscheidet. Die Apostel sind die Basis. Erst recht auch in einer basisdemokratischen Theokratie, wo per „Mehrheitsbeschluss“ Dinge zwar von Geschwistern beschlossen werden mögen, die jedoch dafür gar kein Mandat tragen. Solche Abstimmungen sind Hokuspokus, da Apostel bestimmen wo es lang zu gehen hat.

Wenn ich mir das Naxos-Interview mit Stp. Dr. Leber anschaue und von „Seminaren lese um ein besseres Niveau zu errechen“, von „gefestigten Gemeinden“, von „Bildung“, von Zahlen, Zahlen, Zahlen, von der „Mitte der Gemeinden“, von der „Kostenfrage“, von der „Substanz des neuapostolischen Werkes“, von „sinnvollen Strukturen“ und mir dazu nur einmal die amerikanische Situation am Beispiel einer neuapostolischen Gemeinde in Mexiko anclicke, dann werde ich schon sehr unsicher, wie die globale Hürde des Gemeindestandards Gottes – verkündet und vollstreckt von Aposteln – international wohl aussehen mag.

Welche Gemeinde konnte diesem Anspruch des Stammapostolates in den letzten Monaten voll gerecht werden? Welche Gemeinde ist gefestigt und welche so ungefestigt, dass sie wieder aufzulösen ist?

Verstehen Sie, wenn man Europa mit Amerika vergleicht haben beide Erdteile ähnlich viele Mitglieder, jedoch kommen die Amerikaner mit der Hälfte der Gemeinden und sogar mit einem Drittel der Amtsträger aus!

Welch ein internationaler Benchmark! Gemäß der Apostelnorm V2010 müssen evtl. gar all die amerikanischen Zwerggemeinden sofort geschlossen werden. Ich denke da z. B. insbesondere auch an Gemeinden in Kanada und Alaska.

Und was bitteschön ist „die Substanz“ des neuapostolischen Werkes überhaupt und an und für sich? Ab welcher Kennzahl ist der Breakevenpoint zum Überleben einer Gemeinde 2008 erreicht und wohin wollen ihn die Apostel für 2009 gepusht haben? Leben unsere Apostel nicht gar von der Substanz?

Mit einem lieben Gruß von dem Subtänzer shalom

KAPLAN

#68 Beitrag von KAPLAN » 19.02.2008, 20:44

shalom hat geschrieben: …den Ansprüchen nicht gerecht werden… - das ist schon ein hartes Urteil.
Ja.
Solche Aussagen erinnern mich an Formulierungen wie sie ansonsten in Arbeitszeugnissen üblich sind. Doch zur Frage, wer nakintern Ansprüche stellen und geltend machen darf, fällt mir immer nur das Apostelamt ein, das auch selbst über die eigenen Ansprüche entscheidet.
Die "Ansprüche" sind im direkten Zusammenhang mit der Vision 2010 zu sehen. Dort heißt es u.a.: “…die Gemeinde ist mit allen Gaben und Ressourcen ausgestattet und damit auf Dauer lebensfähig.“
Welche Gemeinde konnte diesem Anspruch des Stammapostolates in den letzten Monaten voll gerecht werden? Welche Gemeinde ist gefestigt und welche so ungefestigt, dass sie wieder aufzulösen ist?
Gute Frage.
Die Apostel sind die Basis. Erst recht auch in einer basisdemokratischen Theokratie, wo per „Mehrheitsbeschluss“ Dinge zwar von Geschwistern beschlossen werden mögen, die jedoch dafür gar kein Mandat tragen. Solche Abstimmungen sind Hokuspokus, da Apostel bestimmen wo es lang zu gehen hat.


In der Tat ist es so, dass wir den "Fusionsprozess" bis heute nicht wirklich nachvollziehen können. Und obwohl die für unseren Bereich zuständigen Apostel die jeweiligen Gemeinden in einem eigenen Prozess lassen wollen, bleibt der oben formulierte „Anspruch“ doch sehr präsent. Ich würde sogar so sagen: Andere formulieren ihn noch deutlicher…
Welch ein internationaler Benchmark! Gemäß der Apostelnorm V2010 müssen evtl. gar all die amerikanischen Zwerggemeinden sofort geschlossen werden. Ich denke da z. B. insbesondere auch an Gemeinden in Kanada und Alaska.
Davon können Sie ausgehen...
Und was bitteschön ist „die Substanz“ des neuapostolischen Werkes überhaupt und an und für sich? Ab welcher Kennzahl ist der Breakevenpoint zum Überleben einer Gemeinde 2008 erreicht und wohin wollen ihn die Apostel für 2009 gepusht haben?
Über Kennzahlen zum Überleben einer Gemeinde sagt die Vision 2010 nichts aus. Ich kenne niedersächsische Gemeinden mit durchschnittlich 30-40 GD-Teilnehmern und würde diese Gemeinden als auf Dauer lebensfähig und „visionskonform“ bezeichnen. Es gibt in Niedersachsen andererseits auch Gemeinden mit mehr als 100 GD-Besuchern – und hier tut sich visionstechnisch gar nichts.Und nun?

Übrigens wurde Ende 2005 eine hannoversche Gemeinde mit rd. 100 GD-Besuchern geschlossen und mit der Nachbargemeinde Hannover-List zusammengeschlossen. Und nun?

Ich zitiere weiter aus der Vision 2010: „Die vielseitigen Gottesgaben in einer Gemeinde werden erkannt, anerkannt und gefördert. Die Gemeinde ist dankbar für diese Gaben und zeigt dieses im Lobpreis Gottes.“
Leben unsere Apostel nicht gar von der Substanz?
Wenn Sie damit die spirituelle Substanz meinen - das war unsere Hoffnung!

Abendgrüße vom
KAPLAN

shalom
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#69 Beitrag von shalom » 20.02.2008, 13:36

KAPLAN hat geschrieben:Ich zitiere weiter aus der Vision 2010: „Die vielseitigen Gottesgaben in einer Gemeinde werden erkannt, anerkannt und gefördert. Die Gemeinde ist dankbar für diese Gaben und zeigt dieses im Lobpreis Gottes.“
Werter KAPLAN,

bitte um Nachsicht zuvor. Der Lobpreis ist mir nicht unbekannt jedoch bin ich davon im neuapostolisch-amtlichen Kontext etwas überrascht.

Selbst -> NAKI von A bis Z kommt nicht bis zu dem neuen neuapostolischen Lobpreis und bricht stattdessen bereits schon beim Leitbild abrupt ab, ohne überhaut richtig angefangen zu haben.

Was passiert mit Gemeinden, denen es am Lobpreis mangelt, resp. die - wie in meiner Gebietskirche generell - gar keinen Lobpreis im Gottesdienst praktizieren?

Gerade neuapostolische Gemeinden sind generell nicht mit "allen Gaben und Ressourcen ausgestattet und damit auf Dauer lebensfähig“, da die wichtigste Gabe und Ressource - das Apostelamt - nur auf abgehobener Leitungsebene installiert ist.

Was ist nun die "Substanz" des Werkes Gottes, welche öffentlich vom Stammapostel in manchen Gemeinden als ungenügend beurteilt wird (vergl. Naxos-Interview)?

Mit einem Mahlzeitgrüßchen

shalom

der reutlinger

#70 Beitrag von der reutlinger » 20.02.2008, 14:38

Was ist nun die "Substanz" des Werkes Gottes, welche öffentlich vom Stammapostel in manchen Gemeinden als ungenügend beurteilt wird (vergl. Naxos-Interview)?

Mit einem Mahlzeitgrüßchen

shalom

Werter Shalom,
wer mag diese Frage beantworten.Solltest Du tatsächlich eine Auskunft erhalten,bitte ich doch um Mitteilung. :wink:
Ps.
Du hast Substanz in "" gesetzt,Werkes Gottes aber nicht,weshalb???? :roll:
einen herzlichen Gruß

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