Gemeindeschliessung in Niedersachsen

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
Nachricht
Autor
Hannes

#131 Beitrag von Hannes » 13.01.2010, 18:02

agape hat geschrieben:Der Raum aus Stein und Glas macht es nicht aus, sonst hätte man sich mit den gleichen Leuten im priv. Wohnzimmer treffen können und anstatt Pantene hätte man ein Tongefäß nehmen können, dazu Wein und Brot.
Aber Hannes, das wollte doch am Ende keiner!
Liebe agape,

warum will das denn "am Ende keiner"? Das erschließt sich mir nicht (ganz). Um was geht es denn, wenn es um Gottesdienst geht?

In my humble opinion geht es doch um Gemeinschaft, die günstigenfalls trägt ... und um ein Erinnern an das was war und was kommt ... und um einen Raum ausserhalb dieser Matrix, in dem schon hier ein Stück weit Himmel geschaffen wird.

Um das alles zu haben, brauche ich ... nichts. Nur lebendige Menschen - und dann gehts los - aber wie.Bild

Ich sage das, weil ich die spirituellsten Erlebnisse ganz gewiss in keiner neurotisch-patriarchalen-schwarz-weiss-Kirche erlebt habe, in der Männer "oben" stehen und "herunterpredigen". Aber ich habe sie erlebt, wo wir irgendwo am Boden gehockt sind und uns nach regem Austausch ausser vielen Fragen nichts mehr eingefallen ist - bis es uns wie Schuppen von den Augen ...

Kirchenräume sind gut fürs Gemüt, ja! Auch die Kunst und Kultur hat da viel viel viel Raum, sich zu entfalten (säuselnde Englischhörner, dröhnende Bach-Orgelchoräle, ikebanageschmückte Prunkaltäre, sterbende junge Männer in Holz gefasst, Silberpokale gefüllt mit diesem nach nichts schmeckenden Weissmehlzeugs und so fort). Aber das schaffe ich mit einer gelungenen Inszenierung von Poulencs "Dialog der Karmeliterinnen" in der Staatsoper auch - aber sowas von!

Verstehst Du das?

LG - Hannes

Benutzeravatar
agape
Beiträge: 1040
Registriert: 30.11.2007, 08:39
Wohnort: Bei Fischen mit Brot und Wein

#132 Beitrag von agape » 13.01.2010, 23:46

Lieber Hannes,

das verstehe ich gut. Ich bin morgen bei den Jesus Freaks mit einer Gast-Predigt der freien ev Gemeinde.
Was da abgeht ist kaum zu beschreiben.
Wirklich.

Was ich hier meinte, war ganz konkret eine Gemeinde, die mit ihren Priestern und Geschwistern in der Bank diesen (pseudo-privaten) Weg nicht gehen wollten.
Und das kann ich verstehen, weil die Leute bis dato eine Kirche im strukturierten Rahmen mit entsprechendem Rahmen (Orgel, etc) gewohnt waren.
Allerdings wenn man manche Gemeinden sieht, wo sich nur wenige versammeln, mit Plüschboden, Stühlchen und Harmonium mit putzigen Gardinen, dann wäre der gefühlte Weg in das private Wohnzimmer sicherlich nicht so weit gewesen...
Aber, wie ich ja nun schon sagen durfte, ;) gibt es unterschiedliche Zugänge zu Gott und zur Spiritualität, jeder hat sein eigenes religiöses Gesicht, dass jedem recht zu machen ist sowieso schwer genug. In einer NAK-Monokultur ging das nun gar nicht mehr.
Mancher braucht Struktur, perfekte Organisten, Theologie-Professoren für die Predigt, absolut durchgestylte Liturgie, zum Kirchenjahr farblich perfekt abgestimmte Requisiten, dazu die entsprechende florale Verkündigung, etc ...

Ein anderer braucht eine Couch im Freaklager mit ´ner mordscoolen Christus-Ansage. ;)

So ist das, und es ist gut, wenn jeder etwas für sich findet. Das muss doch möglich sein, dass man was für sich findet... :- )

Bonne nuit... :- )
agape
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

42

#133 Beitrag von 42 » 14.01.2010, 00:06

agape hat geschrieben:das verstehe ich gut. Ich bin morgen bei den Jesus Freaks mit einer Gast-Predigt der freien ev Gemeinde.
Was da abgeht ist kaum zu beschreiben.
Wirklich.
Vielleicht koennte Dir dann das hier gefallen (ich weiss es ja nicht, aber es gibt schoene Hinweise). Irgendwann einmal vor laengerer Zeit hat das Fernsehen etwas aus dieser Kirche uebertragen.
Ein anderer braucht eine Couch im Freaklager mit ´ner mordscoolen Christus-Ansage. :wink:
Oder wenn der Dienstleitende auf dem Motorrad einfaehrt. Hammer-Show, Hammer- ... Rainer Wahnsinn.

Cemper

#134 Beitrag von Cemper » 14.01.2010, 10:08

agape hat geschrieben: Der Raum aus Stein und Glas macht es nicht aus, sonst hätte man sich mit den gleichen Leuten im priv. Wohnzimmer treffen können und anstatt Pantene hätte man ein Tongefäß nehmen können, dazu Wein und Brot.
Und dann haben Sie sich wohl vorgestellt, dass die Leute Pantoffel anziehen und statt Patene "Pantene" geschrieben.

:wink:

tergram

#135 Beitrag von tergram » 14.01.2010, 10:15

Cemper hat geschrieben:Und dann haben Sie sich wohl vorgestellt, dass die Leute Pantoffel anziehen und statt Patene "Pantene" geschrieben.
Handelt es sich vielleicht um die Pantenne (Kurzform der "NAK-pan-Antenne" für die berühmten satellitengestützen weltumspannenden StAp-GD-Übertragungen)?
agape hat geschrieben:...mit Plüschboden, Stühlchen und Harmonium mit putzigen Gardinen...
Du warst bei den falschen Leuten zu Gast. Echt. *schauder*

Benutzeravatar
agape
Beiträge: 1040
Registriert: 30.11.2007, 08:39
Wohnort: Bei Fischen mit Brot und Wein

#136 Beitrag von agape » 14.01.2010, 11:02

Cemper hat geschrieben:
agape hat geschrieben: Der Raum aus Stein und Glas macht es nicht aus, sonst hätte man sich mit den gleichen Leuten im priv. Wohnzimmer treffen können und anstatt Pantene hätte man ein Tongefäß nehmen können, dazu Wein und Brot.
Und dann haben Sie sich wohl vorgestellt, dass die Leute Pantoffel anziehen und statt Patene "Pantene" geschrieben.

:wink:
Sie folgen mir schon auf heißer Spur, ich dachte nämlich an eine gut sitzende Frisur
und an Campers neue bordeaux-rote Filz-Pantoffeln im wohnzimmerlichen GD-Raum. ;)

Ich verrate Ihnen hoffentlich nicht zuviel, wenn ich sage,
dass der PAPST auch diese roten gemütlichen Pantoffeln trägt. ;)
(Ausnahme in der Blauen Moschee, dort trug der Papst weiße Hausschuhe)

Sie wissen doch: Ein kleines "n" kann man immer mal gebrauche.
;)
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

Benutzeravatar
agape
Beiträge: 1040
Registriert: 30.11.2007, 08:39
Wohnort: Bei Fischen mit Brot und Wein

Klerikale Atmosphäre....

#137 Beitrag von agape » 23.01.2010, 11:35

Der Verkauf http://www.nak-immobilien.de/pageID_7576510.html geht los...

Klerikale Atmosphäre....oder auch nicht.....

shalom
Beiträge: 4295
Registriert: 11.12.2007, 16:41

#138 Beitrag von shalom » 21.02.2010, 23:49

[=>Unselbständige Satellitengebietskirche NaK-Norwegen]
web228.rubens.dsi.net/cms/14912.1.html hat geschrieben:Abriss Kirche Gemeinde Trondheim

…Der letzte Gottesdienst, in dem die Kirche entweiht wurde, fand am 7. Februar 2010 statt. Diese Handlung führte der Bezirksvorsteher aus Schweden, Bezirksältester Jan Segerberg, in Vertretung des erkrankten Bischof Meyenburg durch… .

In der folgenden Woche erfolgte der Umzug in die «Interimskirche», in der die Gemeinde Trondheim für ca 4 Jahre ihr Zuhause hat… . Den Weihegottesdienst hielt Bischof Dirk Schulz, der für den plötzlich erkrankten Apostel Drave von Bezirksapostel Schumacher entsandt wurde.

Werte DiskursteilnehmerInnen, liebe Entsandte und EmpfängerInnen,

ein „Interim (lat. „inzwischen“) ist die Bezeichnung für eine provisorische Regelung kirchlicher oder politischer Zustände…“. (Wikipedia). Der derzeitige neuapostolische Glauben ist z. B. so ein Interim. Er soll alsbald – sobald sich die Bezirksapostel wieder vertragen - vom neuen neuapostolischen Glauben (DNG) der Bezirksapostel abgelöst werden. Bereits schon 2008 war der ausgesprochen (temporär exklusive) Charakter des Apostelamtes durch den Ökumeneapostel selbstbildgerecht vertreten worden.

Wie extrem temporär Stammapostelamtsinhaber wirken können, ist auch durch den Fall der kurzlebigen „Botschaft“ deutlich geworden. Das Strohfeuer – der Wortkirche fehlt eine eigene Theologie – kommt beispielsweise auch durch die Vielzahl der („Mitteldeutschen Abgänge“) zur Geltung. Gerade der Absatz mit der Dynamik der notwendigen Naktualisierungen unterstreicht den Charakter der Interimskirche mit ihren jeweiligen Interimsamtsinhabern besonders gut.

Das (Bild) von dem „Profi-Sorium“ lässt allein von der Gebäudegröße her, einen der nächsten Abwicklungskandidaten vermuten, wo die hehren na-amtlichen Kriterien (Visionen) für die Überlebensfähigkeit von Gemeinden, einfach nicht gegeben sind - und der Bezirksapostel zuschließt dann.

shalom

Benutzeravatar
evah pirazzi
Beiträge: 1076
Registriert: 25.11.2007, 01:01
Wohnort: Niedersachsen

#139 Beitrag von evah pirazzi » 22.02.2010, 23:37

…Der letzte Gottesdienst, in dem die Kirche entweiht wurde...
Seit wann werden in der NAK denn Kirchen entweiht? Und das auch noch im Rahmen eines Gottesdienstes? Entweihen bedeutet für mich so etwas wie beschädigen, entehren, besudeln usw. Wie geht denn "entweihen" im Rahmen eines Gottesdienstes? Das habe ich in dieser Kombination noch nie gehört, ich bin verwöhrt.

Und - was bedeuten schon 4 Jahre "Interim"? Ich lebe schon so lange ich denken kann im Interim - zwischen Vergangenheit und Zukunft sozusagen und - keine Ente ün Sücht.

Bild
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

Dieter

#140 Beitrag von Dieter » 23.02.2010, 07:33

Tja, ich hätte anstelle entweiht auch profanisiert erwartet. Entweihen und Kirche erweckt irgendwie den Eindruck eines Sakrilegs.

Zurück zu „NAK - Neuapostolische Kirche“