Wohlfühlgemeinde, eine Worthülse?

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
Nachricht
Autor
tergram

#31 Beitrag von tergram » 26.02.2008, 10:23

August Prolle hat geschrieben:„Nun, nur in der Neuapostolischen Kirche gibt es das wiederaufgerichtete Apostelamt, das von Jesus Christus bevollmächtigte Amt zur Heilsvermittlung. Apostel sind unerlässlich. Die Spendung der Sakramente und die Vergebung der Sünden sind an das Apostelamt gebunden.“ .... Sehe ich das falsch?
Mein lieber August Prolle *mütterlich kopftätschel*,

ja, das siehst du falsch - oder zumindest... nicht so ganz richtig...

Sieh mal, die meisten, bedauernswerten Namens-Christen und sonstigen Mit- und Nebenmenschen haben noch nie etwas von der NAK gehört - geschweige denn vom wiederaufgerichteten Apostelamt, von geadelten Brautseelen, Glaubensgehorsam, Vorangängern und vom Erlösungswerk mit garantierter Diesseits- und Jenseitsausschliesslichkeitswirkung.

Da ist es doch nur klug, ihnen zunächst einfache Speise zu geben - Exklusivität light und apostelamtsreduziert, sozusagen. In Breiform hört sich das so an: Ökumene wurde bei uns schon immer großgeschrieben! (Klar: ökumene sieht ja auch blöd aus :wink: ).

Wenn man die verirrten Schäflein (Remember: Das sind die mit Fell-Nr. 100 ff) aus anderen Schafställen dann in die Wellness- und Kuschelkirche heimgeholt (!) hat, kann man nach und nach zu gröberer Kost übergehen - von knackigen Predigten bis hin zu den ganz dicken Brocken: Sie werden dann beispielsweise lernen, dass alle apostelamtslosen und unversiegelten Menschen Umsonstgeborene sind, die Trübsal und Verderben anheimfallen müssen, während droben im Hochzeitssaal die himmlische Post abgeht. (Ein Umstand übrigens, an dem nun mal Gott der Herr Schuld trägt - nicht etwa die diesseitigen Wortverkünder.)

Insofern sind die launig-heiteren Sprüchlein der Hilfshirten in der Tagespresse doch nur gutgemeinte Bemühungen, das letzte Schaf mit Hilfe gesüßten Einheitsbreis in den (r)echten Schafstall zu locken.... ähhh... zu führen...

Na, jetzt klarer geworden? *nochmals kopftätschel* Und frag ruhig, wenn du wieder mal etwas nicht verstehst, gell?

In mütterlicher Zuneigung, t.

Tatyana

#32 Beitrag von Tatyana » 26.02.2008, 11:19

Tante Tergram, kannst du mir das mit den armen verirrten Schäfchen genauer erklären? Ich meine, da wird so viel drüber geredet und gesungen und ich verstehs einfach nicht...
Also, wenn die Schafe sich in anderen Ställen befinden, dann gehören sie doch jemand anders, richtig? Und wenn man sie dann...befreit...ist das dann nicht...Diebstahl? Ich meine, da findet das ganze dann auch noch um Mitternacht statt, so im Dunkeln und heimlich. Irgendwie ist mir das suspekt. Haben die Schafsdiebe in Schottland nicht früher genauso gemacht? Wenn mir die Schafe gehören, kann ich sie doch offen und bei Tageslicht fordern und muß nicht nachts in fremden Ställen wühlen???

Bitte, liebe Tante, hilf mir!

Matula
Beiträge: 1574
Registriert: 16.11.2007, 09:48

#33 Beitrag von Matula » 26.02.2008, 11:28

Tergram, warum werde ich beim Lesen Deiner Antwort an AP so sehr an das Märchen vom Rotkäppchen und dem bösen Wolf erinnert !? :wink:

tergram

#34 Beitrag von tergram » 26.02.2008, 11:31

Liebes Kind,

wenn ein böser Mensch dir etwas Wertvolles wegnimmt und du es dir von ihm zurückholst: Ist das Diebstahl oder legitime Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands?

Noch was: Wenn ich die Lehre der NAK vernünftig erklären könnte, wäre ich Mitglied dieser Kirche. :mrgreen:

enanito

#35 Beitrag von enanito » 26.02.2008, 11:48

BGB
§958 (1) Wer eine herrenlose bewegliche Sache in Eigenbesitz nimmt, erwirbt
das Eigentum an der Sache.

§960[Wilde Tiere] (1) Wilde Tiere sind herrenlos, solange sie sich in Freiheit befinden...(3) Ein gezähmtes Tier wird herrenlos, wenn es die Gewohnheit ablegt, an den ihm bestimmten Ort zurückzukehren.

hilft das zur Aufklärung?!?

vieleicht noch
§1006 [Eigentumsvermutung für den Besitzer] (1) Zugunusten des Besitzers einer beweglichen Sache wird vermutet, dass er Eigentümer der Sache sei. Dies gilt jedoch nicht einem früheren Besitzer gegenüber, dem die Sache gestohlen worden, verloren gegangen oder sonst abhanden gekommen ist...


jede Menge schöne Hinweise

liebe Grüße
Carsten

Benutzeravatar
agape
Beiträge: 1040
Registriert: 30.11.2007, 08:39
Wohnort: Bei Fischen mit Brot und Wein

#36 Beitrag von agape » 26.02.2008, 12:32

August Prolle schreibt:
Was ist von dem beredten Schweigen der braven Öffentlichkeitsarbeiter zu halten? Schämen sie sich, den neuapostolischen Exklusivitätsanspruch öffentlich zu artikulieren? Oder glauben sie selbst nicht daran und ignorieren in einem Akt zivilen Ungehorsams die Vorgaben der Kirchenleitung? Offensichtlich ist das Apostelamt ein Tabuthema in der Öffentlichkeitsarbeit.

[...]

Einerseits präsentiert man sich als Wohlfühlkirche - doch andererseits scheint das Bekenntnis zentraler Glaubensinhalte erhebliches Unwohlsein zu verursachen... Irgendwie verstehe ich das nicht. Wenn man schon die Zeitung resp. den Bürgermeister einlädt, dann sollte man auch Farbe bekennen. Wenn man dazu nicht bereit ist, wäre es ehrlicher, auf öffentliche Aktionen dieser Art zu verzichten.
Lieber August Prolle,
das ist genau meine Wahrnehmung bei allen mir bekannten ÖA´s und vielen AT´s. Sie schämen sich, sie fahren kommunikative Vermeidungsstrategien und lächeln sich untereinander christlich an.
Das Herz- Licht- und Salzstück der NAK, nämlich der "lebende Apostel" verkommt zunehemend zur Bedeutungslosigkeit, fährt dafür nur noch als Ökumene-Bremse im Hinterkopf bei allen theol. Diskursen mit. Irre.
Einfach irre, wie hier die Funktionsträger der Kirche unterwegs sind.
Warum sie wohl ausgerechnet neuapostolisch sind?

Lieben Gruß,
agape

PS: Und wer´s immer noch nicht weiß:
"Ja, die Heilige Versiegelung. Stimmt. Die haben wir. Stellen Sie sich das bitte wie eine Konfirmation vor. Mehr nicht. Andere haben ihre Myronsalbung"

Mit lieben Gruß an entsprechende Apostel!
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

shalom
Beiträge: 4295
Registriert: 11.12.2007, 16:41

#37 Beitrag von shalom » 26.02.2008, 13:12

August Prolle hat geschrieben:Werte Wohlfühlende...

Einerseits präsentiert man sich als Wohlfühlkirche - doch andererseits scheint das Bekenntnis zentraler Glaubensinhalte erhebliches Unwohlsein zu verursachen... Irgendwie verstehe ich das nicht. Wenn man schon die Zeitung resp. den Bürgermeister einlädt, dann sollte man auch Farbe bekennen. Wenn man dazu nicht bereit ist, wäre es ehrlicher, auf öffentliche Aktionen dieser Art zu verzichten.

Sehe ich das falsch?
...Ja. Das sehen Sie richtig grundverkehrt. Der gute Hirte - mit dem Zeug zu einem höheren Apostel - erwies sich treu in der Nachfolge. Er war dem Politiker ein Politiker, dem Bürgermeister ein Bürgergottesmeister und dem Redakteur ein störempfindungsbefreiter Wortkirchling.

Und jetzt überlegen Sie einmal, warum die neuapostolische Innendarstellung so ist wie sie ist :wink: … .

shalom
Ps.: Chor bitte: "Mir ist wohl..." und dazu ->„Let´s dance”

der reutlinger

#38 Beitrag von der reutlinger » 26.02.2008, 15:49

oder chiefapostel -superstar

Plötzlich wurde es laut, Jubel brach aus und alle fingen an zu applaudieren. Was war passiert? Stammapostel Wilhelm Leber betrat lachend die Halle und winkte mit seiner schwarzen Kappe in der Hand der Jugend zu. Schon in Deutschland waren auf diversen Jugendtagen tumultartige Zustände zu beobachten, wenn der Stammapostel eine Halle betrat, doch das, was hier im Park passierte, überstieg alles bis jetzt Gesehene. Die Jugend war außer Rand und Band.

:roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll:

Benutzeravatar
tosamasi
Beiträge: 2157
Registriert: 24.11.2007, 15:56
Wohnort: tief unten

#39 Beitrag von tosamasi » 26.02.2008, 16:20

Und ich war wieder nicht dabei, ei, ei, ei :shock:
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

Tatyana

#40 Beitrag von Tatyana » 26.02.2008, 16:51

tergram hat geschrieben:
Noch was: Wenn ich die Lehre der NAK vernünftig erklären könnte, wäre ich Mitglied dieser Kirche. :mrgreen:
Der Umkehrschluß wäre, daß alle Mitglieder dieser Kirche deren Lehre erklären können. Das halte ich doch für ein arges Gerücht :shock:

Zurück zu „NAK - Neuapostolische Kirche“