Herr Cruise und der Wahn ...

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Hannes

Herr Cruise und der Wahn ...

#1 Beitrag von Hannes » 17.01.2008, 10:31

Quelle: http://www.stern.de/lifestyle/leute/608102.html

Tom Cruise als irrer Heils-Prediger
von Jörg Isert

Als ob Tom Cruise nicht schon genug Ärger hätte, ist nach dem Erscheinen der kontroversen Biografie des britischen Autors Andrew Morton nun auch noch ein internes Scientology-Video aufgetaucht. Es zeigt den Superstar als irren Prediger.

Ein Superstar als Unfallhelfer:

"Als Scientologe schaut man jemanden an - und weiß mit Sicherheit, dass man ihm helfen kann. Wenn ein Scientologe an einem Unfallort vorbeifährt, ist es nicht so, als würde irgendwer daran vorbeifahren. Man weiß, dass man etwas machen muss. Weil man weiß, dass man der einzige ist, der wirklich helfen kann."

Große Worte von Tom Cruise. Die Zitate stammen von einer Scientology-Veranstaltung im November 2004, als Cruise für sein Wirken und Werkeln für die umstrittene Organisation ausgezeichnet wurde, und sind jetzt als Video im Internet verbreitet worden. (...)

Tatyana

#2 Beitrag von Tatyana » 17.01.2008, 10:42

Die Aussage klingt nicht mehr ganz so irre, wenn man weiß, daß Scientologen an Prädestination glauben. Fährt also ein solcher an einer Unfallstelle vorbei(oder macht sonstwas in seinem Leben) ist er persönlich von Gott dazu bestimmt, zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort zu sein. Und da Scientologen nun einmal das auserwählte Volk sind, KANN das nur eine positive Bedeutung für das jeweilige Geschehen haben.

Man mag es glauben, man mag es als Wahnsinn abtun, aber wer sind wir, über den persönlichen Glauben eines anderen Menschen zu urteilen...

tergram

Scientology

#3 Beitrag von tergram » 17.01.2008, 11:05

Ein guter, erster Überblick zum Thema Scientology:

http://de.wikipedia.org/wiki/Scientology

Weltmensch

#4 Beitrag von Weltmensch » 17.01.2008, 12:47

Wirres Reden scheint mir eine Spezialität dieses Herrn Cruise zu sein.

Ich habe einen Teil der letztjährigen Bambiverleihung gesehen und staunend seinem Geschwafel gelauscht.

Diesen Menschen (zumindest das, was er sagt) bin ich geneigt, nicht so recht ernst zu nehmen...

Hannes

#5 Beitrag von Hannes » 17.01.2008, 14:17

Tatyana hat geschrieben: Die Aussage klingt nicht mehr ganz so irre, wenn man weiß, daß Scientologen an Prädestination glauben. Fährt also ein solcher an einer Unfallstelle vorbei(oder macht sonstwas in seinem Leben) ist er persönlich von Gott dazu bestimmt, zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort zu sein. Und da Scientologen nun einmal das auserwählte Volk sind, KANN das nur eine positive Bedeutung für das jeweilige Geschehen haben.

Man mag es glauben, man mag es als Wahnsinn abtun, aber wer sind wir, über den persönlichen Glauben eines anderen Menschen zu urteilen...
Hallo Tatyana,

ich persönlich urteile erstmal über alles, was mir begegnet. Das geht als Mensch nach meinem Wissenstand auch garnicht anders. Alles was auf mich zukommt, muss ich in einem Ordner in meinem Gehirn unterbringen. Danach sammle ich Fakten zu diesen Informationen, die ich wiederrum vergleiche und dann im Kontext neu bewerte.

Tom Cruise wirkt in diesem Video auf mich nicht ganz ... und wenn ich mir diesen deutschen TV-Auftritt ansehe (den Weltmensch beschreibt), dann geht es mir nicht anders.

Ich habe einen Freund, der in einem Unternehmen arbeitete (Du kennst den Namen), die von Scientologen geführt wird. Er wusste das nicht! Vor einiger Zeit wurde er zur Geschäftsleitung geholt. Es ging um eine Beförderung. "Herr X, wenn sie aufsteigen möchten - und sie haben das Potential dazu, dann sollten sie in "unseren Club" beitreten und unsere Möglichkeiten nutzen!" Und dann gings um inneres Weiterkommen und um Kurse und Seminare undundund ... am Ende war er völlig geplättet, dass er sich plötzlich real in diesem Umfeld wiederfand - von dem er scheinbar einen grossen Abstand hatte. Er hat ein paar Monate später gekündigt!

Wenn Du wüsstest, was da hinter den Kulissen unserer Gesellschaft und Wirtschaft wirklich passiert ...

Trotzdem freue ich mich über Deine versöhnliche und verbindende Einstellung - nur: hier ist Vorsicht geboten ...

Hannes


ps. Satiremodus on. Ich sehe Herrn Cruise mit seiner gepanzerten Limousine an einem Unfallort vorbeifahren ... oder mit seinem Hubschrauber vorbeifliegen ... "Pilot, gehen sie mal runter, hier werde ICH gebraucht! Dann reicht er der Gattin das Kind, springt aus der fahrenden Stretchlimousine oder hüpft 2 Meter über dem Boden aus dem Heli, streift sich den weissen Scientologen-Overall über und leistet Erstversorgung! Satiremodus off.

Tatyana

#6 Beitrag von Tatyana » 17.01.2008, 16:32

Hallo Hannes,
natürlich hast du Recht, eigentich urteilen wir über alles, sonst wäre die Welt für uns ein Einheitsbrei. Und sicherlich mag man über Scientologen entsetzt sein, oder über die radikale evangelikalische Bewegung, wie sie z.B. in den USA praktiziert wird, oder über Opus Dei oder über den Islam oder über die Nachbarin zwei Häuser weiter, wie sie ihre Kinder erzieht, oder über die allgemeine politische Lage, etc. Die Frage ist: bringt es etwas? Jemanden, der in seiner Einstellung und Handlungsweise festgefahren ist, werde ich nicht ändern können. Dem bringt meine Haltung also nichts. Und mir bringt sie auch nichts, weil ich sowieso nichts ändern kann und dann gefrustet bin, oder mich womöglich noch ärgere oder übergangen und nicht ernstgenommen fühle Außerdem, und hier komme ich zum wichtigen Teil, würde ICH es mir doch genauso verbitten, täte einer die Nase über mich und meine Einstellung oder meine Kindererziehung oder Lebensweise, etc. die Nase rümpfen oder sich gar einmischen. Gestehe ich dieses Recht, über mich dahingehend zu urteilen, also meinem Nächsten nicht zu, habe ich es umgekehrt auch nicht.

Die Gedanken sind frei, ich mag mich dort über andere lustig machen, sie bemitleiden, sie kritisieren, etc. Aber es bringt auf jeden Fall mehr, die Schlachten zu schlagen, die meinen Alltag betreffen und vor meiner eigenen Tür zu kehren. Auch, wenn alles andere zugegebenermaßen mehr Spaß macht :wink:

PS: wie hoch ist denn wohl die Gage, die Herr Cruise für solch einen heldenhaften Einsatz veranschlagt :wink: ?

Hannes

#7 Beitrag von Hannes » 17.01.2008, 17:06

Ja, liebe Tatyana, ich geb Dir in allen Punkten Recht! Splitter und Balken - das habe ich verstanden und versuche (!) es auch zu leben! Wenns mir nicht gelingt, dann schaue ich nach - bei mir! :wink:

Aber diese Scientology-Geschichte ist meiner Meinung nach ein öffentliche und (evtl.) eine gefährliche Angelegenheit! Und da ist Herr Cruise dann für mich keine private Person mehr! Denn er tritt ja als Repräsentant dieser fragwürdigen Vereinigung auf. Von daher erlaube ich mir eine andere Bewertung wie bei Frau Nachbarin ums Eck!

Verstehst Du mich?

:wink:
Hannes (der jetzt wieder Balken suchen geht!)

Brombär
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Registriert: 28.11.2007, 00:15

#8 Beitrag von Brombär » 17.01.2008, 20:12

.

Bei Scientology handelt es sich nicht um eine Religion, sondern um ein Wirtschaftsimperium mit grenzwertigen " Geschäftsgebaren " , um es vorsichtig auszudrücken.



Brombär



Toleranz wird zum Verhängnis, wenn sie dem Bösen gilt. ( Thomas Mann )

werwolf

Scientology

#9 Beitrag von werwolf » 17.01.2008, 22:40

Ihr Lieben,

ich bin vor einigen Jahren, anlässlich eines Urlaubs, in der Zentrale der Scientology in Clearwater/Florida gewesen.

Dort geht es sehr freundlich und umwerbend zu. Man merkt garnicht, wie schnell man in Gespräche verwickelt wird, die nichts anderes zum Ziel haben als eine Art "Gehirnwäsche " vorzubereiten. Nach meiner Meinung ist höchste Vorsicht geboten, wenn man sich auf Gespräche mit Leuten einlässt, die dieser Vereinigung angehören, oder mit ihnen sympathisieren.

LG
werwolf

Weltmensch

#10 Beitrag von Weltmensch » 18.01.2008, 10:51

"MAKE MONEY.
MAKE MORE MONEY.
MAKE OTHER PEOPLE PRODUCE SO AS TO MAKE MONEY.

In Deutsch:

Mach Geld.
Mach mehr Geld.
Mach, daß andere Leute produzieren, um mehr Geld zu machen."
(Ron Hubbard, Gründer von Scientology)


Das sollte doch zumindest schon mal stutzig machen, oder?

Was unter dem Schutz der Religionsfreiheit alles gestattet ist, spottet oftmals jeder Beschreibung!

Würde die Organisation Scientology sich nicht den Deckmantel „Kirche“ geben, sie hätte es wesentlich schwerer, ihr zynisches Geschäftsgebaren mit Erfolg zu krönen.

Religionsfreiheit macht es möglich.

Sie macht es - in den USA - sogar möglich, dass die Bundesrepublik dort (Hilfe, Religionsverfolgung!) bereits dadurch in Misskredit geraten ist, weil hierzulande Scientology z.B. tlw. vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Unglaublich!


Weltmensch

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