Kindertaufe

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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der reutlinger

#11 Beitrag von der reutlinger » 15.01.2008, 18:20

eltern haben in vielen bereichen weitreichende entscheidungen zu treffen.
sie treffen sie auf der grundlage ihrer wertvorstellungen.dadurch werden entscheidende prägungsprozesse in die wege geleitet.
z.b. schulbildung öffentl. oder private schulträger(wenn es an den finanzen nicht scheitert)
führe ich meine kinder an andere gemeinschaften heran z.b. vereine
musikalische ausbildung etc.
entscheidend ist doch welche zwänge mit der wertevermittlung verknüpft sind
und welche toleranz ich den kindern entgegen bringe, wenn sie meine werte in frage stellen odwer gar ablehnen
bin ich in der lage meine kinder auch aufzufordern, zu motivieren sich mit den von mir vermittelten werten kritisch auseinanderzu setzen oder gar gegenmodelle zu entwickeln

als eltern treffen wir diese entscheidungen in allen bereichen
weshalb denn dann nicht auch in religiösen bereichen? die taufe abzulehnen erscheint mir eher eine antwort auf die selbst erfahrene religiöse erziehung zu sein
nur mal so als einwurf
lg

Engelchen

Re: Kindertaufe

#12 Beitrag von Engelchen » 15.01.2008, 18:22

Lobo hat geschrieben:
tosamasi hat geschrieben: ...Dazu gehört in der NAK natürlich auch die heilige Versieglung.
Das bedeutet, dass den Kindern ein Mal aufgedrückt wird, mit dem sie in ihrem Leben, ohne die freie Entscheidung gehabt zu haben, zurecht kommen müssen...
Kinder sollen nach Vorstellung der NAK grundsätzlich schnellstmöglich getauft und versiegelt werden.
Frag mal Eltern, die sich damit Zeit gelassen haben.
Verständnis wird man für individuelle Entscheidungen wenig finden.
Denn bis zu dem Zeitpunkt der Taufe/Versiegelung gilt in der NAK ein neugeborenes Kind nichts.
Befleckt mit der Erbsünde ist nur eine perfide Begründung.
Frag mal verwaiste Eltern, die nie eine Chance hatten, ihre Kinder taufen zu lassen.



Gruß
Lobo




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#13 Beitrag von tosamasi » 15.01.2008, 18:39

die taufe abzulehnen erscheint mir eher eine antwort auf die selbst erfahrene religiöse erziehung zu sein
Lieber reutlinger,
ich lehne die Taufe nicht ab, nur den bei uns üblichen Zeitpunkt dafür. Und ich frage nach einer biblischen Begründung.
Natürlich wurde ich von meinen Eltern streng neuapostolisch erzogen und habe das gleiche (allerdings nicht ganz so streng :wink:) mit meinen Kindern gemacht. Ich glaube nicht, dass ich mich hätte missionieren lassen, wenn ich nicht neuap. (wieder-)geboren worden wäre. Ich wäre ev., kath. evtl. mit dem gleichen Selbstverständnis.

Engelchen, was hast Du nicht verstanden?
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tergram

#14 Beitrag von tergram » 15.01.2008, 19:55

Liebe tosamasi,

vielleicht können wir uns "nähern", wenn die die Frage anders stellen:

Ist die tinitanisch vollzogene Taufe in einer christlichen Kirche für die Entwicklung des Kindes in irgendeiner Weise schädlich?

Hindert die Taufe das Kind daran, als Erwachsener seinen eigenen Weg zu suchen und eventuell auch ausserhalb der christlichen Kirchen oder ausserhalb des Christentums zu finden?

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#15 Beitrag von tosamasi » 15.01.2008, 20:11

tergram hat geschrieben:Liebe tosamasi,

vielleicht können wir uns "nähern", wenn die die Frage anders stellen:

Ist die tinitanisch vollzogene Taufe in einer christlichen Kirche für die Entwicklung des Kindes in irgendeiner Weise schädlich?

Hindert die Taufe das Kind daran, als Erwachsener seinen eigenen Weg zu suchen und eventuell auch ausserhalb der christlichen Kirchen oder ausserhalb des Christentums zu finden?
Nicht unbedingt, denke ich. Es kommt ganz erheblich auf die Erziehung und das kirchliche Umfeld an. Wenn aber von vornherein Freiheit besteht, muss sie nicht erkämpft werden.
Und ist sie notwendig für Kinder? Kann man im christlichen Sinn nicht darauf verzichten? Macht Gott, macht Jesus einen Unterschied zwischen getauften und ungetauften Kindern? Zu Jesu Zeiten wurde nur über Erwachsenen-Taufe berichtet.

Klack
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tergram

#16 Beitrag von tergram » 15.01.2008, 22:17

tosamasi hat geschrieben: Und ist sie notwendig für Kinder? Kann man im christlichen Sinn nicht darauf verzichten? Macht Gott, macht Jesus einen Unterschied zwischen getauften und ungetauften Kindern?
Die Taufe ist für mich ein Akt göttlichen Segens für das Neugeborene und Dank an Gott für dieses Kind.

Ob Gott einen Unterschied macht, weiss ich nicht. Darum geht es aber doch auch nicht, oder?

Ich frage daher zurück: Ist Segen notwendig, kann man auf ihn verzichten?

Wie ist deine Antwort?

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#17 Beitrag von tosamasi » 16.01.2008, 00:48

Hallo tergram,

hier

findest Du etwas über das Taufverständnis der Baptisten. Ich denke die Taufhandlung in den christlichen Kirchen geht über einen Segen, gegen den nichts einzuwenden ist, hinaus. Es ist schließlich ein Sakrament, das man nicht kleinreden sollte.
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Gaby

#18 Beitrag von Gaby » 16.01.2008, 08:26

Liebe tosamasi,

trotzdem denke ich, es schadet nicht sein Kind taufen zu lassen.
Was sollte das für negative Auswirkungen haben?

Apostelgeschichte 16

30Und er führte sie heraus und sprach: Ihr Herren, was muß ich tun, auf daß ich errettet werde? {Apg.2,37}
31Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden, du und dein Haus. 32Und sie redeten das Wort des Herrn zu ihm samt allen, die in seinem Hause waren. 33Und er nahm sie in jener Stunde der Nacht zu sich und wusch ihnen die Striemen ab; und er wurde getauft, er und alle die Seinigen alsbald. 34Und er führte sie hinauf in sein Haus, setzte ihnen einen Tisch vor und frohlockte, an Gott gläubig geworden, mit seinem ganzen Hause.

Sollten hier die Kinder ausgeschlossen gewesen sein?

Außerdem hat der/die Heranwachsende später die Möglichkeit, sich in einer Gemeinde die Erwachsenentaufe praktiziert noch einmal taufen zu lassen, falls ihm/ihr die Kindertaufe nicht ausreicht.
Ich habe einmal einen Bericht über eine Baptisten Gemeinde gesehen, wo der Pastor sagte, sie würden aber nicht auf die Erwachsenentaufe bestehen, wenn jemand bei ihnen Mitglied werden wolle und bereits als Kind getauft wurde. Jeder müsse für sich selbst entscheiden, ob er sich noch mal taufen lassen wolle oder nicht.
Kann mir also nicht vorstellen, dass das Seelenheil davon abhängen soll, ob man sich noch einmal taufen lässt oder nicht.
Mir persönlich reicht die Kindertaufe bei der RKK aus, die später in der NAK noch einmal bestätigt wurde. Zudem die Kommunion in der RKK, die Firmung in der RKK und die Versiegelung in der NAK. Ich hatte in meinem Leben genügend Möglichkeiten mein Leben Gott wirklich zu übergeben.
Übrigens der Priester in der NAK riet mir damals Gott im Gebet darum zu bitten, dass dieser doch in meinem Leben die Führung übernehmen sollte - wenn das nicht ein Rat war, so etwas wie ein "Übergabegebet" zu sprechen :wink:

Liebe Grüße

Gaby

Engelchen

#19 Beitrag von Engelchen » 16.01.2008, 09:43

Als ich Eure Beiträge las, wurde ich an die Taufe unserer Tochter erinnert.
Sie wurde getauft, als sie 6 Wochen alt war.
Zu dieser Taufe habe ich eine Nachbarin eingeladen, die mir damals oft behilflich war.
Sie war eine sehr erfahrene und überaus kompetente Mutter, von der ich viel
lernen konnte.
Ihre Teilnahme an diesem Gottesdienst war ein großes Kompliment, da sie erhebliche Schwierigkeiten mit dem Thema Kirche hatte. (Sie ist evangelisch)
Aus diesem Grunde wurde keines ihrer 3 Kinder getauft.
Nach einigen Tagen haben wir über diesen Gottesdienst noch einmal gesprochen.
Sie hat ihre Bedenken bezüglich der Kindertaufe ganz unbefangen geäußert.
"Weißt Du, meinte sie eigentlich bin ich gegen Kindertaufen. Deine Tochter hat mich aber eines Besseren belehrt. Dieser kleine winzige Wicht hat seine Taufe regelrecht in sich aufgesogen. Sie hat es einfach geliebt. So etwas habe ich noch nie gesehen. Dieser winzige kleine Mensch hat es einfach genießerisch in Empfang genommen."

Ob ich das bemerkt habe? Nein
Dazu war ich zu nervös an diesem Tag.
:lol:

tergram

#20 Beitrag von tergram » 16.01.2008, 11:21

Liebe tosamasi,

ich habe inzwischen verschiedenes zum Thema gelesen.

Interessant fand ich, dass die Apostel in der Urkirche Männer tauften und in die Taufe auch "dessen Haus" einschlossen. Damit war nicht das Gebäude gemeint, sondern dessen Hausstand - Frau, Kinder, Gesinde.
Frauen und Kinder hielt man damals wohl nicht für wertvoll genug, eine individuelle Taufe zu empfangen... Diesen Ausführungen nach wurden also auch damals Kinder getauft.

Ich bin unverändert der Meinung, dass göttlicher Segen in Form der Taufe für ein Kind nur gut und nützlich sein kann. Schädlich hingegen ist eine falsche religiöse Erziehung durch die Eltern. Selbst wenn das Kind später seine eigene Taufe ablehnt, ist ihm aus der Taufe ja kein Schaden entstanden. "Befreien" muss es sich im Zweifel nicht aus dem Taufbündnis, sondern eventuell aus den durch die elterliche Einwirkung entstandenen falschen Gedanken.

Mein Fazit: Ich sehe in der Kindertaufe keinerlei Gefahr oder Einschränkung für das Kind. Ich halte den Taufbund mit dem Segen Gottes für "heilsförderlich" und würde für meine Kinder nicht darauf verzichten.

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