Das Politbüro lässt grüssen!

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Lobo

Das Politbüro lässt grüssen!

#1 Beitrag von Lobo » 11.01.2008, 17:58

http://www.mediasinres.net/geschichte/s ... mentar_930

Das Politbüro läßt grüßen!

Mich als "gelernten" Ostdeutschen erinnert das Verhalten unserer Kirchenleitung auf die Reaktionen zum Infoabend immer eindringlicher an die Vorgänge 1989 in der DDR: Verschweigen, Beschönigen, Leugnen, Rechthaberei und ein übersteigertes Sendungsbewußtsein a la "Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf".

Ich warte nur noch auf einen Kommentar im Zentralorgan der NAK, nein, nicht im "Neuen Deutschland" sondern in "Unsere Familie", mit der Überschrift "Wir weinen ihnen keine Träne nach".

Der Lauf der Geschichte 1989 ist bekannt. Die Bürger der DDR wollten und konnten nicht mehr und riefen: "Wir sind das Volk". Heute sind Politbüro und alles Dazugehörige längst verschwunden, im großen Ozean der Weltgeschichte untergegangen.

Aber - und das stimmt mich traurig -: Das Volk der NAK geht nicht in die Gemeinden und ruft: "Wir sind NAK". Nein, es herrschen Gleichgültigkeit und Desinteresse in weiten Teilen.

Und einem selber kann ein tiefer und schmerzender Pessimismus überfallen über den Zustand meiner und unserer NAK.


Auf den Punkt gebracht!


Gruß
Lobo

scholli

#2 Beitrag von scholli » 11.01.2008, 19:08

Zitat Lobo:
Aber - und das stimmt mich traurig -: Das Volk der NAK geht nicht in die Gemeinden und ruft: "Wir sind NAK". Nein, es herrschen Gleichgültigkeit und Desinteresse in weiten Teilen.


Hallo Lobo,

das würde ich nicht unbedingt sagen.
In meinem Umfeld wird sich schon offen mit dieser "Sache" auseinandergesetzt , viele wünschen sich einen schnelleren Öffnungsprozess.
Vielleicht sind wir auch zu ungeduldig, ich weiß es nicht.

LG C.

Matula
Beiträge: 1574
Registriert: 16.11.2007, 09:48

#3 Beitrag von Matula » 11.01.2008, 20:11

Chris hat geschrieben:Zitat Lobo:
Aber - und das stimmt mich traurig -: Das Volk der NAK geht nicht in die Gemeinden und ruft: "Wir sind NAK". Nein, es herrschen Gleichgültigkeit und Desinteresse in weiten Teilen.


Hallo Lobo,

das würde ich nicht unbedingt sagen.
In meinem Umfeld wird sich schon offen mit dieser "Sache" auseinandergesetzt , viele wünschen sich einen schnelleren Öffnungsprozess.
Vielleicht sind wir auch zu ungeduldig, ich weiß es nicht.

LG C.

Hallo Chris,

das kann ich bestätigen, es sind aber hauptsächlich die Mitglieder und AT die einen schnelleren Öffnungsprozeß wünschen.

Nur wie stellst Du Dir nach einer solchen Veranstaltung vom 04.12.2007 einen schnelleren Öffnungsprozeß noch realistisch vor ?

Ich denke, an diesem Abend hat die Kirchenleitung den Öffnungsprozeß, aus welchen Gründen auch immer, bewusst zurück gefahren und auf Eis gelegt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass andere christliche Kirchen eine kleine NAK für voll und für ernst nehmen, die noch im 21. Jahrhundert behauptet und fest davon überzeugt ist, dass faktisch nur sie alleine eine Kirche im Vollsinn sei, da sie die richtigen Apostel habe. Und nur diese richtigen Apostel können den Heiligen Geist spenden und nur diese können eine Sündenvergebung aussprechen.

Alle anderen Christen haben einfach halt Pesch gehabt und gehen sonntäglich trotz Abendmahl leer aus beziehungsweise wieder mit all ihren Sünden nach Hause.

Dann spricht sie anderen christlichen Kirchen lediglich zu, dass bei ihnen auch Elemente der Wahrheit vorzufinden seien.

Wenn im Geschäftsleben mir jemand mit solchen Aussagen und Vorbehalten gegenüber tritt, den nehme ich zum einen nicht (mehr) für voll und desweiteren werde ich sämtliche Kontakte zu ihm schnellstens abbrechen.

So ähnlich dürften das nunmehr andere Kirchen, insbesondere die VAG, auch tun.

Gruss
Matula

Engelchen

#4 Beitrag von Engelchen » 11.01.2008, 21:33

Lieber Lobo,
könntest Du bitte den Link etwas verkleinern?
Die Texte werden sonst so unleserlich.
Danke
Engelchen

Lobo

#5 Beitrag von Lobo » 14.01.2008, 12:05

Nachtrag!

Zitat:

Das Politbürp läßt grüßen II

...treffender als Sie hat es wohl noch keiner beschrieben: Das Bild, dass die Kirchenleitung derzeit abgibt, ist geradezu kongenial mit der Situation am Vorabend des Untergangs des SED-Staates beschrieben. Wie Sie, habe auch ich die einzelnen Etappen des Sturzes der Diktatur (von außen) erlebt: Erst verschweigen, mit dem „Himmlischen Frieden“ liebäugeln (Peking), Probleme verleugnen, Mahnungen überhören (Gorbatschow), Rechthaben um jeden Preis (Die Partei hat immer recht…), dann Konfusion, Entstehung eines Machtvakuums, die Wahrheit (und das Volk) gewinnen Raum, während die Durchhalte-PR in TV und Printmedien (ND, Aktuelle Kamera) immer noch von „Versäumnissen“ und vom „Sieg des Sozialismus“ stammeln, ähnlich der NS-Propaganda in den letzten Tagen des II Weltkrieges vom „Endsieg“. Dann der Untergang.

Leider nur bis dahin ist dieses Bild so gut vergleichbar. Was unterscheidet die geriatrischen Machthaber des SED-Staates von denen des NAK-Reiches? Äußerlich und geistig wenig. Beide waren und sind uneinsichtig bis zur Selbstverleugnung, autokratisch, selbstherrlich, Kritikresistent, beide dem Prinzip einer einzig wahren, hier göttlichen, dort „wissenschaftlichen“ Lehre verpflichtet, von deren Richtigkeit man bis zum Untergang und darüber hinaus überzeugt und verpflichtet bleibt.

Der Unterschied besteht ganz klar darin, dass die Apologeten des Sozialismus ihr Reich auf dieser Welt sahen, ihr Machtzentrum (in Moskau) schwer angeschlagen war und selbst stürzte. Das Machtzentrum der NAK speist sich indes aus einem spirituell-religiösen Machtzentrum: Gott. Damit wurde in 2000 Jahren Kirchengeschichte noch jede Verfehlung, jede Unterdrückung der Wahrheit, jede Gewalt und jeder Irrtum erklärt, beschönigt oder geschärft.

Das Volk, hier wie dort, ist weitgehend unwissend, gleichgültig und desinteressiert, wie Sie zu Recht schreiben. Die wenigen, die ihren Glauben reflektieren, ihre (neuapostolische) Herkunft mit der Geschichte abgleichen, was ohne globale Informationsfreiheit noch vor einigen Jahren nicht möglich war, erschrecken, stellen Fragen die nicht beantwortet werden, und resignieren unter der Erkenntnis, die Günter Sch. an dieser Stelle ebenso überzeugend darstellt. Nämlich, dass die NAK, dass die Kirchenleitung, dass Herr Leber nicht anders können. Das Prinzip der Macht durch Gehorsam wirkt mehrfach und effektiv.

Auch hier pflichte ich Ihnen bei: einem selber kann ein tiefer und schmerzender Pessimismus überfallen über den Zustand meiner und unserer NAK. Lassen wir es dabei nicht bewenden. Klären wir auf, wo immer sich die Möglichkeit bietet. Fordern wir die Wahrheit ein, die Aufrichtigkeit, die Nächstenliebe, kurz gesagt, die Wahrheit des Evangeliums. Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren...


Gruß
Lobo

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