Dr. Leber und die "Botschaft" - letzte Erkenntnisse

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Re: Dr. Leber und die "Botschaft" - letzte Erkenntnisse

#21 Beitrag von _ » 14.05.2013, 10:19

Wie viele andere hier war ich auch überrascht - zunächst mal darüber, dass die NAK-Kirchenleitung im Sonntagsgottesdienst einen Brief verlesen lässt, am Montag werde etwas im Internet veröffentlicht (ohne mitzuteilen, was der Inhalt ist). Das betreffende Dokument war zu diesem Zeitpunkt bereits finalisiert. Hätte man bei der Ankündigung nicht den Geschwistern wenigstens ein Fazit bieten können? Nein - die "Generation Botschaft" (ohne Internet) wäre düpiert bis verstört worden. Ich gehe darüberhinaus Wetten ein, dass das "Sonderheft UF" zu diesem Thema nicht nur 5 Seiten haben, sondern mit viel Hochglanz-Hurra-Propaganda die Stellungnahme Lebers verwässern wird.

Überhaupt war ich darüber verwundert, dass Leber diese Veröffentlichung quasi als persönliches Schreiben seinerseits (anstatt als offizielle kirchliche Erklärung) gesehen haben möchte, und sie erst jetzt - nachdem er seinen letzten Gottesdienst vor der Amtsübergabe gehalten hat - vornimmt. Da helfen auch alle Beteuerungen nichts, es habe an Zeit gemangelt - letztlich hatte wohl entweder das Aufsetzen dieses Schriftstücks niedrigste Priorität, oder aber Leber wollte Kritik und Nachfragen ausweichen ("nach Diktat verreist"). Anders kann ich mir die seltsame Wahl des Zeitpunkts der Publizierung nicht erklären.

Weiter verwundert natürlich, wie passiv Leber die Kirchenleitung sieht und darstellt. Offenbar hat damals niemand gehandelt - alles ist einfach irgendwie passiert. An diese Tradition knüpft Leber mit seinem Schreiben nahtlos an - es ist ein reines Lippenbekenntnis wie schon vor vier Jahren auf dem EJT. Diese Darstellung einer nichthandelnden Kirchenleitung steht allerdings im krassen Widerspruch zu dem Propagandamaterial, dass uns aus den 1950er Jahren noch umfänglich erhalten ist, bspw. in den Ausgaben der Zeitschrift "Unsere Familie". Ich kann ja durchaus verstehen, dass die Kirchenleitung und speziell Leber die Forschungsergebnisse des Netzwerks Apostolische Geschichte ignoriert (weil sie unbequem und unangefordert sind), aber wenigstens die eigenen Publikationen dieser Jahre hätte man doch berücksichtigen müssen?

Gestört hat mich hingegen, wie Leber trotz der zu begrüßenden Erkenntnis, die "Botschaft" sei unbiblischen Ursprungs gewesen, die damit verbundenen Fehlentwicklungen in seiner "nüchternen" Betrachtung immer wieder theologisch verbrämt. Das gipfelt in dem Satz "Wer aus der Botschaft für sich den Schluss gezogen hat, die Naherwartung der Wiederkunft Christi in den Mittelpunkt seines Lebens zu stellen, hat klug gehandelt," (S.4) der ein Hohn in den Ohren Betroffener sein dürfte - schließlich hat sich die Botschaft nicht erfüllt, die damit verbundene Erwartung Christi zu Lebzeiten Bischoffs wurde enttäuscht, und alle darauf abgestellten Tätigkeiten waren demnach vollkommen nutzlos. Dumm also, wer deswegen seine Versicherungen oder Konten gekündigt oder seine Ausbildung nicht abgeschlossen hat - weil er einem Menschen nur deswegen geglaubt hat, weil dieser ein neuapostolischer Amtsträger war. Dumm diejenigen, die aufgrund verstärkter Aktivität im "Werk des Herrn" neben vermehrtem Stress auch Konflikte mit Partner, Arbeitgeber oder anderen auszuhalten hatten. Ja, dumm selbst die Gläubigen, die sich zu einem Urteil über jene Mitmenschen (und speziell vielleicht Glaubensgeschwister) haben hinreißen lassen, die damals der "Botschaft" skeptisch gegenüber standen und die Naherwartung nicht derart übertrieben haben.

Gestört hat mich auch, wie so häufig bei Gottesdiensten oder Erklärungen Lebers, dieser ewige Wechsel vom "ich" und "wir". Spricht Leber tatsächlich von sich im pluralis majestatis? Oder wen meint er, wenn er etwa schreibt: "Wir können heute nur noch unser Bedauern darüber zum Ausdruck bringen." Ich bspw. meine, da gäbe durchaus noch ganz andere Möglichkeiten - wo doch der in der neuapostolischen Kirche aufgerichtete lebendige Apostelaltar angeblich bis in die Bereiche der Entschlafenen hineinwirkt.

In diesem Sinne hat mich auch gestört, dass Leber es versäumt, aus der Geschichte Schlüsse für den Umgang mit der Verkündigung und den Aussagen von Amtsträgern heutzutage zu ziehen. Ob Weihnachten 1951 in Gießen oder Pfingsten 2013 in Hamburg-Borgfelde, damals wie heute soll das "Wort vom Altar" nicht kritisch hinterfragt, sondern kindlich geglaubt und in die Tat umgesetzt werden. Dabei hätte die NAK spätestens seit Juni 1960 durch Aufgabe dieser Glorifizierung nur gewinnen können. Die Aufrechterhaltung des Nimbus' des "göttlichen Munds" schadet der Glaubwürdigkeit der NAK und ihrer Amtsträger auf lange Sicht mehr, als dass sie kurzfristig nutzt - wie bereits von Bischoff vor mehr als 50 Jahren exemplarisch bewiesen.

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Re: Dr. Leber und die "Botschaft" - letzte Erkenntnisse

#22 Beitrag von Comment » 14.05.2013, 12:40

Tina hat geschrieben:Mich erstaunt das nicht - es gibt nicht mehr viele, die sich für dieses Thema interessieren, die Zahl der Zeitzeugen nimmt ab, für viele kommt diese Stellungnahme in der Tat zu spät. Dennoch begrüße ich die klare Aussage, dass die Dogmatisierung der "Botschaft" falsch war, ohne dass die Grundhaltung derjenigen, die naiv oder "kindlich" an die "Botschaft" geglaubt haben, im Nachhinein als falsch deklariert wird.

Aus dem Ruhrgebiet grüßt
Tina
Werte Tina,

sicher, die Kirche muß nicht im Nachhinein glaubensmäßige (Grund-)Haltungen der Kirchenmitglieder zur 'Botschaft' als falsch (oder auch richtig) deklarieren. Dabei ist nämlich zu bedenken, dass diese Haltungen nicht das Ergebnis eigener Auseinandersetzung der Gläubigen mit dem Evangelium waren, sondern eine Folge unmittelbarer und nachdrücklicher Einwirkungen auf sie durch Dritte darstellten, will sagen eine zwangsläufige Folge entsprechender intensiver 'Seelsorge' durch höchste wie örtliche Amtsträger der Kirche. Nach meiner persönlichen Beobachtung (bin Zeitzeuge) wurde die kirchlich verbreitete Sehensweise auch deshalb für eine angepasste oder gar 1:1 übernommene Glaubenshaltung von vielen Kirchenmitgliedern (intensivste Beteiligung am Gemeindeleben) mitbestimmend, weil Amtsträger und an ihnen besonders treu aufschauende Mitglieder in ihre Gespräche mit anderen Kirchenmitgliedern in vielfältiger Weise Mahnungen und Warnungen einfliessen ließen, wie etwa 'wenn du nicht dem Stammapostel glaubst ... nicht an die Erfüllung der Botschaft glaubst, dann bist du nicht dabei, wenn der Herr heute oder morgen kommt.' Das hatte Wirkungen zur Folge und verwurzelte sich vielfach tief in der Seele und war Antrieb für viele im Glauben. Wir müssen diesbezüglich resümieren: Es ist der Glaube, der von Ängsten begleitet oder gar geprägt ist, der Herr werde an mir vorübergehen, wenn ich nicht dieses oder jenes von der Kirche Gesagte umsetze, nicht der, der die Christen beseelen sollte. Ich finde, dass man das klar sagen sollte, ja muß. Auch die Älteren, die Zeitgenossen des Bischoff, die vielleicht heute noch die sog. Botschaft als etwas Wunderbares in ihrem Leben hochhalten und möglicherweise auch fernerhin hochhalten wollen, müssen sich sagen lassen: Ihr könnt nicht dabei stehen bleiben, die Wahrheit um jenes Ereignis ist auch göttliche Wahrheit.

Aus der Geschichte um die 'Botschaft' (ihre Geburt, ihr Werdegang, ihr Untergang, ihre Behandlung in all den Jahren und ihre jetzige kirchenamtliche 'Entheiligung') kann nur gelernt werden - das gilt für die heutige und künftige Generationen ebenso wie für die ältere Generation! Eine der Lehren ist (für mich): Längst nicht alles, was unter christlicher Überschrift kirchenamtlich gelehrt wird, ob von geringer oder großer Tragweite, ist zwangsläufig reine Lehre aus Christus; das gilt selbstverständlich auch für die NAK. Es heisst daher für alle Kirchenangehörigen: Prüfet alles ... denn nicht alles, was an kirchlicher Lehre verkündet wird, ist biblisch oder gar göttlich, auch dann nicht, wenn es, wie Leber es im Fall der Botschaft-Verkündigung heute noch meint, 'viele' der NAK-ler zur intensiven und angeblich zur beispielhaften Ausrichtung auf die Wiederkunft Christi veranlasst hat.

LG
Com.

tergram

Re: Dr. Leber und die "Botschaft" - letzte Erkenntnisse

#23 Beitrag von tergram » 14.05.2013, 22:32

(Zitat) Leider müssen wir feststellen, dass die wissenschaftliche Forschung zu dem Thema, die bereits seit einigen Jahren zu neuen Ergebnissen führte, von der Kirchenleitung der Neuapostolischen Kirche bisher kaum reflektiert wurde. Es ist inzwischen bekannt, dass die Entwicklung der Botschaft und ihre Verkündigungsgeschichte weitaus komplexer war als hier dargestellt. Dabei spielten auch gesellschaftliche Entwicklungen der Kriegs- und Nachkriegszeit, aber auch Beziehungen innerhalb des Apostelkreises eine wichtige Rolle. (Zitatende) Bitte hier weiterlesen:

http://www.apostolische-geschichte.de/i ... g-bischoff

Brombär
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Re: Dr. Leber und die "Botschaft" - letzte Erkenntnisse

#24 Beitrag von Brombär » 15.05.2013, 07:17

tergram hat geschrieben:(Zitat) Leider müssen wir feststellen, dass die wissenschaftliche Forschung zu dem Thema, die bereits seit einigen Jahren zu neuen Ergebnissen führte, von der Kirchenleitung der Neuapostolischen Kirche bisher kaum reflektiert wurde. Es ist inzwischen bekannt, dass die Entwicklung der Botschaft und ihre Verkündigungsgeschichte weitaus komplexer war als hier dargestellt. Dabei spielten auch gesellschaftliche Entwicklungen der Kriegs- und Nachkriegszeit, aber auch Beziehungen innerhalb des Apostelkreises eine wichtige Rolle. (Zitatende) Bitte hier weiterlesen:

http://www.apostolische-geschichte.de/i ... g-bischoff

In wie weit hat die Kriegs- und Nachkriegszeit die Verkündigungsgeschichte beeinflusst ?

Der Tatsache, dass durch die Kriegsereignisse die Kirchenleitung nicht voll funktionsfähig war, kann keine Berechtigung einer Botschaft solcher Dimension zugesprochen werden.

Bb.
Das ist unsere Berufung, dass einer dem anderen Rast biete, auf dem Weg zum ewigen Haus.

tergram

Re: Dr. Leber und die "Botschaft" - letzte Erkenntnisse

#25 Beitrag von tergram » 15.05.2013, 09:16

Ich denke schon, dass die Nachkriegszeit das Botschaftsthema durchaus befördert hat.

Die kollektive Traumatisierung ganzer Völker durch den 2. Weltkrieg, der in den frühen 50-ern gerade ein paar Jahre zurücklag. Die 50-er Jahre, geprägt vom Kalten Krieg, atomarer Bedrohung, Kuba-Krise, Korea-Ktrieg etc. . Das alles bot reichlich Angstpotenzial. Das eben aus den Wirren des Krieges mühsam Aufgebaute drohte wieder zerstört zu werden. Da bot sich eine Möglichkeit der Errettung aus allen Wirren an und wurde gern gepredigt und mindestens ebenso gern geglaubt.

Die Dinge müssen auch immer in ihrem Gesamtzusammenhang betrachtet werden. Insofern kann ich der Aussage des Netzwerk Apostolische Geschichte gut folgen.

GG001

Re: Dr. Leber und die "Botschaft" - letzte Erkenntnisse

#26 Beitrag von GG001 » 15.05.2013, 11:32

Auch im Nacboard existiert dazu ein Thema: Leber makes excuses, then apologizes for the Botschaft.

Nicht nur Lebers langes Zoegern ist Gegenstand der Kritik.
Chief Apostle Leber finally found the time to write an apology. He finally found time to apologize for an event that wreaked havoc on the NAC church members... that tore congregations and families apart? I would think that if he had any heartfelt sensitivity for the victims that the "apology" wouldn't have ended up at the bottom of his list of "to-dos".
Auch sein Zitat dessen, was den Geschwistern damals mitgeteilt wurde, wird mit einem anderen offiziellen NAC-Zitat korrigiert. Diesen uns Deutschen ebenfalls bekannten Wortlaut hat Dr. Leber verstaendlicherweise nicht angefuehrt.

Ebenso geht Leber nicht auf die damals in der "Waechterstimme" veroeffentlichte Behauptung ein, dass JGB die Offenbarung nicht durch einen Traum, sondern in einer persoenlichen Begegnung mit dem Sohn Gottes erhalten habe. Gemaess Lebers Worten hat JGB nie erklaert, wann und auf welche Weise er diese Botschaft erhalten habe. Eine sehr feine Formulierung, falls JGB tatsaechlich nicht selbst diese Geschichte seiner Begegnung mit dem Sohn Gottes in die Welt gesetzt hat. Offenbar hat er sie aber auch nicht umgehend richtig gestellt.

Dass Leber nun manche Dinge in eine neue Perspektive gesetzt hat, kann ihm Respekt einbringen. Wie er insgesamt in dieser Sache agiert hat und die Wahl des Zeitpunkts bringt ihm von mir keinen Respekt ein. Ich erinnere an die nicht mit der VAG abgesprochene Veroeffentlichung des desastroesen Dokuments vom 4. Dezember 2007 und den Drave-Vortrag, an Lebers und der Kirche anschliessendes Lavieren, um einerseits eine ausgesprochene Entschuldigung zu vermeiden und trotzdem so zu erscheinen, dass man "sich nach der Versoenung strecke".

Und nun hat Herr Leber schlussendlich doch noch einen Moment Zeit gefunden, sich diesem Thema ein wenig zu widmen. Das sogenannte "Amt der Versoehnung" habe ich im Handeln der Kirchenleitung nicht erkennen koennen. Wenn diese Maenner immer wieder predigen, es sei noetig, sich zu versoehnen (siehe Matth. 5, 23-25), dann haetten sie schon jahrzehntelang eigentlich nicht mehr an den Altar treten duerfen, bis sie diese Versoehnung herbeigefuehrt haben. Auch bei dem "Entschlafenenwesen" der neupaostolischen Kirche bildet diese Forderung eine unabdingbare Barriere: alle, auch die vielen inzwischen verstorbenen "Zeitzeugen in der Ewigkeit" muessen nach neuapostolischer Lehre erst einmal vergeben, bevor sie der Gnade am (neuapostolischen) Apostelalatar teilhaftig werden duerfen. Da kann man nur hinweisen: PWYP - Practice What You Preach.

Es wird sowieso der Nachwelt ueberlassen bleiben zu entscheiden, wie sie Lebers Amtszeit beurteilt.

shalom
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Re: Dr. Leber und die "Botschaft" - letzte Erkenntnisse

#27 Beitrag von shalom » 15.05.2013, 12:22

[urlex=http://www.nak.org/de/news/nak-international/article/14002/][ = > NaKi im ideaSpektrum ][/urlex] hat geschrieben:
Stammapostel-Interview in "ideaSpektrum":

"Jeder Apostel ist zuerst ein Diener Gottes!" (20.06.2006)

Hamburg. …Stammapostel Wilhelm Leber stand Anfang April für ein umfangreiches Interview zur Verfügung.

Leber: "Dass sich die Vorhersage von Stammapostel Bischoff nicht erfüllt hat, bleibt für mich eine ungeklärte Frage"
[…]
Leber: "Das Thema ist kein Dogma mehr, jeder kann sich sein eigenes Urteil darüber bilden"
[…]
Leber: "Die Apostel arbeiten als Diener des Herrn - dies ist der Weg, den Jesus so vorgesehen hat! Wobei ich mir auch vorstellen kann, daß es für Christen anderer Kirchen Ausnahmen geben kann. Ich leite das grundsätzlich am Beispiel vom Schächer am Kreuz ab, der ohne Taufe und Versiegelung in den letzten Augenblicken seines Lebens bei Jesus Gnade gefunden hat"

Werte Diener des Herrn, liebe Selbstbildbedienten und all ihr Bedienungslosen 8),

unter Stp. Fehr waren noch Botschaften neuapostolische Sitte wie z. B.:: “So warnte der Apostel Paulus vor süßen Worten und prächtigen Reden, durch die unschuldige Herzen verführt werden (vgl. Römer 16,18); der Prophet Jeremia wies auf solche hin, die falsche Träume weissagen und dieselben erzählen und das Volk mit Lügen und losen Reden verführen (vgl. Jeremia 23,32)…” (anonym aus UF vom 5.5.92).

Dabei kann „Die Nichterfüllung der Botschaft mit dem Verstand letztlich nicht erklärt werden. Der göttliche Charakter der Botschaft wird durch sie nicht in Frage gestellt. Wir halten daran fest, dass der Stammapostel sich nicht geirrt hat. Wenn der Herr wiedergekommen sein wird, wird die Frage, warum die Botschaft sich nicht erfüllt hat, vollends beantwortet werden… (UF vom 20.1.96, S19 / Sequenz siehe auch “waecherterstimme“ ).

Doch dann kam Stp. Dr. Leber. Er nutzte dabei nicht sein Zentralorgan als Sprachrohr, sondern gleich das evangelische „ideaSpektrum“ (Stammapostel-Interview). Seit April 2006 mochte Stp. Dr. Leber „Über die wahren Zusammenhänge kein abschließendes Urteil fällen. Vielleicht hat Stammapostel Bischoff etwas falsch gedeutet, oder es wurden Bedingungen genannt, die wir nicht kennen“ (IdeaSpectrum 25/2006 SEITE – 15 -). So en passant ist damals bekannt geworden, dass „Das Thema kein Dogma mehr ist, jeder kann sich sein eigenes Urteil bilden“.

Den Erntedankopfergottesdienst 2010 nahm „Der internationale Kirchenleiter zum Anlass, die als »Botschaft« bekannt gewordene Aussage seines Vorgängers Stammapostel Johann Gottfried Bischoff († 1960) zur Wiederkunft Christi zu kommentieren (MYBISCHOFF / Nachlese Erntedank 07.10.2010).

Der internaktionale Kirchenleiter meinte jedoch: „Es sei jedoch nicht angemessen, das Wirken von Stammapostel Bischoff allein auf die Botschaft zu reduzieren… . (MYBISCHOFF / „Stammapostel Leber spricht Bischoff-Botschaft an“ (3.10.2010) .

Über jenen Gottesdienst, wo dem Stammapostel am Altar der Lichtkegel versagte und er von oben ausgerechnet bei der Bischoffbeweihräucherung am Altar im Dunkeln stehen gelassen wurde berichtete gf24 (Der Gottesdienst, in dem der Strom ausfiel…) oder auch CID, wo jener Teil aus der Co-Predigt Apostel Volker Kühnles erwähnt wird, wonach dieser und sein Bruder nach dem Gottesurteil im Fall Bischoff vom erziehungsberechtigten Vater gefragt wurden: „Was würdet ihr sagen, wenn Stammapostel Bischoff heimgegangen wäre?“ Volkers Bruder spontan geantwortet hatte: „Dann hat Gott seinen Plan geändert ...“, wird das Ausmaß der Zuspitzung der heute noch akuten na-amtlichen Weiterschreibungen des Wortes Gottes deutlich. Wenn Apostel Volker Kühnle dann zur Botschaftsklitterung auch noch den Feldmarschall Erwin Rommel vor das geistliche Auge des Altars Gottes ruft, dann verstehe ich nicht, was der Ökumeneselbstbildmademan mit seinem Predigtpassus: „Die Kritiker von heute erwarten von den Leuten, dass sie damals das Wissen hätten haben sollen, das sie heute haben“, der „Kirche Jesu Christi“, der Christenheit hatte sagen wollen ( :arrow: CID ) ?

Bezüglich der Fortschreibung des Evangeliums ist aktuell folgendes fortgeschrieben worden: “Darum hüten wir, die Knechte Gottes, uns auch sehr davor, an den Aussagen und Inhalten des Evangeliums, das heute weitergeschrieben wird, dessen Vollendung herbeigesehnt wird, etwas zu verändern. Das Evangelium in seinen Eckwerten muss erhalten bleiben und darf nicht verändert werden! Denn es steht das Wort in der Offenbarung: “So jemand dazusetzt, so wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und so jemand davontut von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott abtun sein Teil vom Holz des Lebens und von der heiligen Stadt, davon in diesem Buch geschrieben ist” (vgl. Offenbarung 22,18,19).”(Stammapostel Fehr in UF vom 20.3.97).

Das aktuelle Leitbild der Knechte Gottes gibt dazu konkrete Ratschläge: „Wichtig sei zunächst immer zwischen Wesen der Person und Handlung in der Sache zu trennen. Es geht darum, den Ursachen nachzugehen, und nicht, nach Schuldigen zu suchen. Allerdings muss auch die Bereitschaft vorhanden sein, in Fällen, in denen Probleme ihre Ursachen im fehlenden Format einzelner Amtsträger und Beauftragter haben, diese anzusprechen oder gegebenenfalls personelle Veränderungen vorzunehmen (“Kritik – in der Praxis“) .

Nachdem der damalige Apostelbund International unfähig war, das Problem „Botschaft“ zu lösen, hatte halt Gott „personelle Veränderungen“ vorgenommen und ist offensichtlich beim NaKi-Verein immer noch dabei (Pensionierungen) :wink: .

Wie soll bei der Botschaft und ihren Botschaftern bis heute zwischen dem Wesen des Amtskörpers und dessen Handlungen in der Sache getrennt werden? Das Nachgehen nach den Ursachen zielt doch auf den sprechenden Mund, auf den Sender und damit gar auf Gott höchstpersönlich? Alle anderen waren ja nach geltendem Amtsselbstbildselbstverständnis immer nur dessen Werkzeuge.

Was hat das für Konsequenzen für jene, die allein der Sache geschuldet sind - weil sie integer dem Wort Gottes gedient hatten - ohne Ansehen der Person?

Bei einem geweihten (ordinierten), also eingeweihten Amtskörper ist die leitbildig empfohlene Trennung zwischen Wesen der Person und Handlung in der Sache ad absurdum geführt. Das Amt ist personifiziert. Personelle Veränderungen greifen immer dann zu kurz, wenn die Ursache beharrlich nicht bereinigt und immer nur an den Symptomen herum kuriert wird. Die Ursachen für Probleme sind mitunter eben gerade nicht „fehlende Formate“, sondern das neuapostolische Einerlei von Person und Sache – das Apostelselbstbild!

Wenn man versucht den Ursachen nachzugehen und nicht nach Schuldigen zu suchen, glaubenserlebe ich entnüchternd beschlipste Schwipsträger unterwegs vom Botschaftstrip zum Botschaftsstrip. Schon dem berüchtigten Alsdorfer (Senioren-Jugend-Kombigottesdienst) vom 24.07.2011 für die Gotteskinder lag das Textwort Gottes mit dem Bibelwort aus dem 4. Buch Mose, Kapitel 22, Vers 38 zugrunde: „Bileam antwortete ihm: Siehe, ich bin zu dir gekommen, aber wie kann ich etwas anderes reden, als was mir Gott in den Mund gibt? Nur das kann ich reden!“. Und so sagt auch 4. Mose 23, 19: „Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Menschenkind, dass ihn etwas gereue. Sollte er etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten"?

Nachdem Stp. Dr. Leber im evangelischen ideaSpektrum bereits im April 2006 das Thema „Botschaft“ quasi von außen ganz offiziell entdogmatisiert hatte und bereits damals jeder Seele zugestand, sich selber sein Urteil zu bilden, entwickelte er als petrusdiensthabender Amtskörper seitdem sein eigenes Urteil bzgl. Sache (Botschaft) und Format (Botschafter) gemäß Leitbild. Das Urteil des Apostolates („Neuapostolische Kirche International, Stammapostel / Kirchenpräsident Zürich / Schweiz, 13. Mai 2013“) – Stp. Dr. Leber urteilte nicht privat, sondern im Namen des Apostelamtskörpers („wir“) - machte er allerdings nicht über ideaSpektrum sondern über eine na-amtliche Stellungnahme auf der Homepage des NaKi-Apostelvereins publik.
Petrusdiensthabender in der Variante vom 15.05.2013 hat geschrieben:

Somit müssen wir feststellen, dass die These, Gott habe seinen Willen geändert, sich an der Heiligen Schrift nicht belegen lässt.

Die Neuapostolische Kirche hält heute nicht mehr daran fest, dass es sich bei der Botschaft von Stammapostel Bischoff um eine göttliche Offenbarung gehandelt hat.

Die Frage der Bewertung der Botschaft bleibt offen; es steht jedem frei, sich sein eigenes Urteil darüber zu bilden.

Die Neuapostolische Kirche wird auch nicht mehr von der Begründung Gebrauch machen, der Herr habe seinen Willen geändert

Der Apostellehre „Botschaft“ folgte ab 10.07.1960 Stp. Walter Schmidt mit der Apostellehre der göttlichen Willensänderung (flankiert von dem Dogma: „Wir schweigen)“. Nachfolger in der Apostellehre war dann Stp. Ernst Streckeisen (23. Februar 1975), gefolgt von Stp. Hans Urwyler (18. November 1978). Am 3. Mai 1988 wurde Stph. Richard Fehr zum Stammapostelamt ausgesondert, welches er dann bis zum 16. Mai 2005 innehatte. Während seiner Regentschaft wurde die Apostellehre von „wir schweigen“ fallen gelassen und von dem Amnesie-Dogma „wir wissen nicht“ ersetzt. Gleichwohl konnte sich unter ihm die „Botschaft“ als Apostellehre mit der Aura „göttlichen Charakters“ schmücken. Und Stp. Dr. Leber entdogmatisierte 2006 das Dogma (mit den zugehörigen pseudodogmatischen Ausreden). Nun hat Stp. Dr. Leber als Haupt des Amtskörpers – dem es seit 2006 gestattet ist, sich sein eigenes Urteil zu bilden -, die Botschaft („These“) auch von dem Deckmantel des „göttlichen Charakters“ entledigt. Endlich ist auch dieses na-amtliche Gebötlein freigegrast.

Allerdings lässt Leber dabei seinen übereifrigen Co-Prediger aus 2010 – Kühnle mit seiner Story von der Willensänderung – ganz schön veraltet aussehen :mrgreen: .

"Lösungen von gestern sind die Probleme von heute" bzw. "der bequemste Ausweg erweist sich zumeist als Drehtür" meint Peter Senge in seinem Buch "Gesetze der fünften Disziplin" über manche Verhältnisse in Organisationen :wink: .

Chor bitte nüchtern: „Apostelwort wie wildes Lau erquickest du die Kehle“ .

s.

GG001

Re: Dr. Leber und die "Botschaft" - letzte Erkenntnisse

#28 Beitrag von GG001 » 15.05.2013, 13:55

Vielleicht haben die Leute bei CiD noch gar nicht gemerkt, dass die Verweise zu den Bischoff-Audio-Dateien ins Nirwana gehen. Echt schade, sehr geehrtes CiD. Aber ein Computer vergisst ja bekanntlich nichts, was einmal im Internet war.

Was ist denn nun die Implikation aus Lebers Umkehr? Wenn Richard Fehr noch nicht bereit war, den goettlichen Charakter der Botschaft in Frage zu stellen und heute klar ist, dass sie eben nicht goettlich war: muesste der damalige Gast in Hoch-Zuerich jetzt nicht ausser beim Bild von JGB auch beim Bild von RF die Frage stellen, warum das dort immer noch in der Galerie haengt? Fehr hatte allerdings eine sehr weise Antwort fuer den Gast gefunden: "Wenn wir den wegnehmen, dann können wir die anderen auch gleich abhängen!" Wo er recht hatte, hatte er recht.

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Re: Dr. Leber und die "Botschaft" - letzte Erkenntnisse

#29 Beitrag von agape » 15.05.2013, 14:05

Ganz "zufällig" hat das Tondokument von CiD jemand
auf youtube gebracht:

http://www.youtube.com/watch?v=sBXAey4sBOc

Voilà
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

tergram

Re: Dr. Leber und die "Botschaft" - letzte Erkenntnisse

#30 Beitrag von tergram » 15.05.2013, 14:19

@agape: Gottes Wege sind unergründlich. :mrgreen:

Dr. Leber scheint weder Zeit noch Lust (noch gute Mitarbeiter) gehabt zu haben, sich mit der Sache intensiv zu befassen. Da kommt dann halt so ein Wischiwaschi-Papierchen heraus. Hätte er (auch) das mal lieber gelassen. Je öfter ich das Werklein lese, desto ärgerlicher macht es. Es ist so grottenschlecht, dass es keiner Kommentierung bedarf. Ich habe mich während der gesamten Amtszeit von Dr. Leber gefragt, ob er es nicht besser kann oder nicht besser will. Verlorene Jahre für die NAK.

Vereinzelte vorsichtig-kritische Stimmen zur Veröffentlichung auf der facebook-Seite der NAK werden unverzüglich durch Herrn Johanning gelöscht. Ansonsten findet sich dort - wie auf nacworld - der übliche Jubelchor.

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