Ungereimtheiten in Hannover

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Schneider

Re: Ungereimtheiten in Hannover

#11 Beitrag von Schneider » 08.04.2013, 16:34

Johannes hat geschrieben:Leider komme ich auch immer mehr zu dem Schluß, dass das der Weg ist, für den sich die Kirchenleitung entschlossen hat...... Nur leider wird diese Kirche dann keinen Platz mehr haben für viele, die auch ihr Herzblut in diese Kirche gesteckt haben

So wirds wohl kommen. Aber was ist oder war dann die Vision 2010/2014? Ein Punkt dieser Vision ist die "offene und missionierende Gemeinde." Was wir aktuell erleben ist wohl eher "Schließung und Demission." :shock: Was hatte der Visionär eigentlich konkret vor Augen?

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Re: Ungereimtheiten in Hannover

#12 Beitrag von Comment » 08.04.2013, 17:03

Und dass die treuen Geschwister aussterben, davon bin ich nicht so überzeugt, denn ich sehe genug "hardcore" Nachwuchs. Jugendliche, die ebenso exklusiv denken, die vom designierten Stammapostel derart begeistert sind, die auf andere Kirchen verächtlich herabsehen, die sich über andere Kirchen lustig machen, die meinen dass sie und nur sie wissen, was Wahrheit ist, etc.
Mag sein, Johannes, dass es diesen Hardcore-Nachwuchs in der NAK gibt bzw. weiterhin geben wird. Doch stelle ich für mich fest: In einer Kirche 'in der Mitglieder auf andere Kirchen verächtlich herabsehen ...' möchte ich wirklich nicht sein! Du etwa?

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fridolin
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Re: Ungereimtheiten in Hannover

#13 Beitrag von fridolin » 08.04.2013, 18:20

Und dass die treuen Geschwister aussterben, davon bin ich nicht so überzeugt, denn ich sehe genug "hardcore" Nachwuchs. Jugendliche, die ebenso exklusiv denken, die vom designierten Stammapostel derart begeistert sind, die auf andere Kirchen verächtlich herabsehen, die sich über andere Kirchen lustig machen, die meinen dass sie und nur sie wissen, was Wahrheit ist, etc. Geist stirbt nicht, leider auch nicht der Exklusivitätsgeist der in der NAK über viele Jahre gepredigt wurde.
Das "hardcore" Nachwuchs heran reift ist unbestritten. Die NAK ist eine sterbende Kirche in Europa und "hardcore" Nachwuchs wird den Sterbeprozess nicht aufhalten, vielleicht ein wenig verzögern

verbindlich

Re: Ungereimtheiten in Hannover

#14 Beitrag von verbindlich » 08.04.2013, 20:19

nun mal langsam; wenn ein Evangelist kein Vorsteher mehr sein möchte,so bleibt er doch ein Evangelist.
Vorsteher ist eine Beauftragung, Evangelist ist ein Amt. So brauch doch ein Evangelist kein Vorsteher sein, dennoch Seelsorger für alle Menschen!! Warten wir ab, wie sich das ganze entwickelt. Es gibt genug Gemeinden, wo das der Fall ist.

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Re: Ungereimtheiten in Hannover

#15 Beitrag von Comment » 09.04.2013, 09:18

verbindlich

Wenn Sie schreiben, dass ein (NAK-)Evangelist Seelsorger für ALLE MENSCHEN sei, dann muß ich sagen, dass das nicht der Realität entspricht. Er ist dies lediglich für NAK-Mitglieder in der Gemeinde, in welcher er das Amt ausübt.

Com.

Johannes
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Re: Ungereimtheiten in Hannover

#16 Beitrag von Johannes » 09.04.2013, 11:29

Comment hat geschrieben:Doch stelle ich für mich fest: In einer Kirche 'in der Mitglieder auf andere Kirchen verächtlich herabsehen ...' möchte ich wirklich nicht sein! Du etwa?
Gefallen tut mir das nicht, aber ich bin eben in dieser Kirche. Und ich weiß nicht, wie es woanders ist. Allerdings denke ich nicht, dass es eine kirchliche Gemeinschaft gibt, wo es keinen Fehler gibt.

Und daher bleibe ich (noch). Könnte viel dazu erzählen, wie nahe ich schon am Aussteigen war. Aber im Moment versuche ich eben, Christus immer mehr in die Kirche hineinzutragen, so gut ich es eben kann.

Wie mir gestern ein sehr hochrangiger Amtsträger geschrieben hat (eine Ausnahme, ich weiß, aber es gibt auch solche): "Wichtig ist, dass wir alles, was wir in der Kirche tun, mit Jesus tun. Dann ist alles gut"

Johannes
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Re: Ungereimtheiten in Hannover

#17 Beitrag von Johannes » 09.04.2013, 11:37

Schneider hat geschrieben:Aber was ist oder war dann die Vision 2010/2014? Ein Punkt dieser Vision ist die "offene und missionierende Gemeinde." Was wir aktuell erleben ist wohl eher "Schließung und Demission." :shock: Was hatte der Visionär eigentlich konkret vor Augen?
Ich kann das nicht beurteilen, was der Visionär vor Augen hatte, ich habe diese Vision nur aus der Ferne betrachtet und war begeistert. Mein persönlicher Eindruck: BAP Klingler wollte das Beste, ist aber am Widerstand gescheitert. Am Widerstand, der ihm wahrscheinlich im Apostelkreis entgegengeschlagen ist, und am Widerstand, der ihm von den einzelnen Amtsträgern entgegengeschlagen ist. Wobei das oft ein Widerstand ist, der gar nicht einmal so oppositionell gedacht ist. Viele verstehen es einfach nicht, verstehen nicht dass etwas geändert werden muss und können den Weg nicht nachvollziehen, wie es geändert werden muss. Da sind dann die alten Denkmuster, die alte Schule kommt immer wieder durch. Und es ist notwendig, dass man sich mit solchen Visionen beschäftigt, um sie zu verstehen und dann umsetzen uzu können. Und die Bereitschaft, sich damit wirklich auseinanderzusetzen, ist eben nur mäßig vorhanden. Da wird dann eben nur umgesetzt oder versucht umzusetzen, ohne Verständnis, und das muss schiefgehen.
Wie gesagt, ich habe Hannover nur aus der Ferne übers Internet beobachtet, aber ich habe ähnliches erlebt, wie gute Ideen, großartige Ansätze, ganz einfach an der mangelhaften Umsetzung gescheitert sind. Gescheitert, weil sie nur umgesetzt wurden, ohne sie verinnerlicht zu haben.
Das ist so traurig, wenn man das miterlebt.

Emil

Re: Ungereimtheiten in Hannover

#18 Beitrag von Emil » 10.04.2013, 14:15

Johannes hat geschrieben:

„(…) BAP Klingler wollte das Beste, ist aber am Widerstand gescheitert. Am Widerstand, der ihm wahrscheinlich im Apostelkreis entgegengeschlagen ist, und am Widerstand, der ihm von den einzelnen Amtsträgern entgegengeschlagen ist. (…)“

Also, nach meiner Kenntnis der „neu-apostolischen“ Geschichte, implizit der 1863-er Ereignisse um Geyer, Rosochacky und Schwarz, hat sich insbesondere unter Niehaus eine na. Glaubens-und Herrschaftssystematik herausgebildet, die man kennen muss, um das Werden und Agieren der NAK zu verstehen. Bis heute ist das System NAK, und infolgedessen seine „Lebensäußerungen“, an folgenden Eckpunkten festzumachen:

1. Christus lebt und wirkt im Apostel (-amt);
2. „Kirche“ (im Vollsinn) konstituieren ausschließlich Apostel, die Statuten-gemäß mit dem NAK-Stammapostel verbunden sind;
3. Stamm- und Bezirksapostel lehren, gestalten und regieren die Kirche (in jedweder Hinsicht)
4. Sie allein entscheiden per Mehrheitsbeschluss, was der NAK-Kirche nützt oder schadet;
5. Alle, die das glauben, verzichten auf jedes genuine Stimm- oder Wahlrecht (entgegen den "urchristlichen" Gemeinden!);
6. Nur sie allein werden mit den Aposteln (als Lebende oder Entschlafene) zu Gott entrückt werden.

Dass Klingler seinerzeit seine „Vision 2010 / 14“ probieren durfte, belegt offenbar einen entsprechenden BAP-Mehrheitsbeschluss, ebenso aber auch, dass ihn die BAP-Mehrheit damit im Alleingang auf den Laufsteg geschickt hat. Dass selbst viele AT und Gläubige in Klinglers NAK damit nicht glücklich waren, ist vielfach bezeugt. Aber - so eben das System: ihre Vorbehalte und Einwände wurden von den „Visionären“ primär als störend empfunden und eben nicht mit christlich-brüderlichem Respekt ernst genommen oder gar integrativ berücksichtigt. - D. h.: Wo Klinglers nominell dialogisch angelegte „christus- und gemeindezentrierte“ Vision nicht funktionierte (aus welchen Gründen auch immer), da zogen und ziehen seine BAP-Kollegen die Augenbrauen hoch.
Nun, wer mag das schon auf Dauer…? - Wenn also nicht Mitglieder und ein Großteil AT visions-kompatible Effizienz zu beweisen vermögen, dann - na, was dann…? - Eben: - zurück zum System-Beginn: Punke 1. bis 3. (hinsichtlich Punkt 4. die defizitäre BAP-Solidarität im Nacken) und für alle, die mit großen Augen auf ihren BAP blicken: die Positionen 5. und 6. - Na, geht doch…!

Johannes
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Re: Ungereimtheiten in Hannover

#19 Beitrag von Johannes » 10.04.2013, 15:47

Hallo Emil,

also ich denke nicht, dass BAP Klingler für seine Vision 2010/2014 die Genehmigung der Bezirksapostelversammlung gebraucht hat. Da denke ich, dass jeder BAP so weit selbständig agieren kann und das in seinem Bereich durchziehen kann.

Zu dem anderen, was du schreibst: Wie gesagt, ich war nicht dabei, und kann nicht beurteilen, wie das abgelaufen ist. Allerdings weiss ich aus Erfahrung, dass es sehr schwer ist, so einer Vision nachhaltige Akkzeptanz zu verschaffen. Die einen nehmen es begierig auf, und verstehen dann nicht, dass die anderen nicht mitziehen, die anderen lehnen es von vornherein ab und arbeiten dagegen, und dann gibt es noch die, die es zwar akzeptieren, aber sich innerlich nicht so stark ändern, dass sie wirklich voll dahinterstehen. Und dadurch entsteht dann eine gewisse Unglaubwürdigkeit, die die Vision in sich zusammenbrechen läßt. Das ist das Problem, wenn etwas von oben her geändert wird, auch wenn die besten Intentionen dahinterstehen. Und dann werden die Verantwortlichen entweder müde, oder sie sind nicht darauf vorbereitet, wie weit manche gehen, die durch die Vision ermuntert werden. Und wenn man dann noch dazu mehr oder weniger isoliert ist damit, dann wird es ebn schwierig.

Emil

Re: Ungereimtheiten in Hannover

#20 Beitrag von Emil » 10.04.2013, 16:50

Werter Johannis,

ich denke, hier bewegen wir uns beide etwas auf spekulativer Fährte. Es ist wohl so, dass die BAP ihre Bereiche weitgehend autonom gestalten können. Aber wer lange genug bewusst NAK gelebt hat weiß, wie „grenzwertig“ die Klinglersche Vision sowohl im eigenen Bezirk wie auch von anderen BAP samt Mitgliedern wahrgenommen und z. T. heftig konträr diskutiert wurde. Offenbar hatten Viele Angst davor, dass in den Gemeinden „demokratische Verhältnisse“ ausbrechen könnten, was für die Älteren „Laodizea“ bedeutete - falls Sie, werter Johannis, nachvollziehen können, was ich damit meine. (Die Reaktion auf einen entsprechenden Verdacht muss man als AT mal am eigenen Leib erlebt haben…!)
Nein, an eine förmliche „Genehmigung“ einer BAP-Versammlung habe ich dabei gar nicht gedacht. Aber die Herren BAP werden die weithin NAK-untypischen Visionen ihres hannöverschen BAP-Genossen genauestens in Augenschein genommen haben. Und wäre die Mehrheit zu dem Ergebnis gekommen, dass sich das Ganze für die Gesamtkirche als schädlich entwickeln könnte, hätte sie das per Beschluss schon unterbunden. Aber Herr Klingler ist natürlich kein Träumer; er kennt schon die Grenzen, die er innerhalb der NAK einzuhalten hat. Und wenn man sich ansieht, wie unvisionär traditionell er in den letzten zwei Jahren mit seinen hausinternen AT-Dissidenten verfahren ist, dann bleibt an der systemischen Kongruenz mit Hamburg oder Stuttgart aber auch nicht der leiseste Zweifel! - Meine ich jedenfalls - längst ohne jede Illusion oder auch nur noch irgendeine Vorstellung (Vision), die diesem anachronistisch-theokratischen System irgendwie auf die Beine helfen könnte.

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