Papa Francesco

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tergram

Re: Papa Francesco

#11 Beitrag von tergram » 18.03.2013, 20:42

Er sieht sich als Diener, nicht als Herr.

Bisher ist alles, was man aus den Medien über den neuen Papst aufnehmen kann, wohltuend. Er wird aber an vielem in der RKK nicht rütteln und weder die FO noch die Abschaffung des Zölibats auf den Weg bringen; er ist konservativ, seine Einstellung zu Abtreibung und Homosexualtät ist bekannt.

Bedenkenträger

Re: Papa Francesco

#12 Beitrag von Bedenkenträger » 20.03.2013, 21:01

Nun, ein Papst ist quasi von Natur aus konservativ, da ist Papst Franziskus ganz sicher keine Ausnahme. Und wie Du ganz treffend feststellst, wird sich an der Dogmatik wohl kaum was ändern, aber der Umgang und der Stil sind anscheinend doch etwas anders, irgendwie normal, und dies ist auf irgendeine Weise recht erfrischend, weil man solches von den meisten Vorgängern nicht gewohnt ist. Er setzt schon jetzt neue Akzente mit seinen Gesten, Worten und Taten. Vielleicht wird hier nun manches doch "normaler" (menschlicher), im Umgang zwischen Amtskirche und den Gläubigen. Damit wäre schon ein ganz schön großer Schritt getan.

Und wir dürfen ja eines bitte nicht vergessen: Zölibat, FO etc. sind ja letztlich auch "nur" mitteleuropäische Themen der saturierten Bürgerschicht, der Großteil der katholischen Gläubigen wohnt jedoch in der sog. Dritten Welt, ist arm und oft in großer Bedrängnis, und hat somit ganz andere Sorgen, auch in Bezug auf Glaubensfragen. Dies führt dann aber wiederum dazu, daß solche Gläubigen in vielen Punkten sehr konservativ eingestellt sind, um einen gewissen Halt zu haben. Nicht umsonst haben gerade auch die Evangelikalen in der Dritten Welt einen sehr enormen Zuspruch.

Wir in Mitteleuropa verlieren da oft den Blick auf das große Ganze hier. Und jetzt haben wir halt einen Papst von einem Kontinent, wo die Lebensräume, die Umstände und der Glauben doch irgendwie von unseren Normen abweichen. Darin liegen aber auch viele Möglichkeiten für gewisse Veränderungen bzw. Normalisierungen. Wenn sich ein Papst Franziskus nun mehr den Verfolgten, Bedrängten und Ausgeschlossenen hinwendet (und dies traue ich ihm zu), dann wird dies letztlich die gesamte RKK ein wenig positiv verändern.

Es ist sehr spannend, oder nicht?

shalom
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Re: Papa Francesco

#13 Beitrag von shalom » 23.03.2013, 13:50

[urlex=http://www.bischoff-verlag.de/public_vfb/pages/de/family/news/130321franziskus.html][ = > UFO ONLINE / MYBISCHOFF ][/urlex] hat geschrieben:
Franziskus, der Jesuit (21. März 2013)

Rom.

Jorge Mario Bergoglio ist einer von gut 17.000 Mitgliedern des Ordens, den der Spanier Ignatius von Loyola im Jahr 1534 gegründet hat. In Deutschland, Österreich und der Schweiz leben derzeit weniger als 550 Ordensbrüder. Der überschaubaren Zahl an Männern steht die unüberschaubare Macht des Ordens im Hintergrund der katholischen Kirche gegenüber. Sie fußt auf der sehr guten Ausbildung der Brüder, etliche von ihnen gelten als Intellektuelle und gehören in dieser Eigenschaft zur Elite der katholischen Kirche. Dazu gesellt sich eine außergewöhnliche Disziplin der Ordensmitglieder. Kein anderer Orden kennt neben dem Gelübde auf Armut, Keuschheit und Gehorsam die zusätzliche Verpflichtung zum Gehorsam gegenüber dem Papst in dieser Form.

Auch leben die Jesuiten nicht in geschlossenen Klöstern, sondern kümmern sich um Missionsaufgaben, die Versorgung von Armen und natürlich der Ausbildung an den Hochschulen. Sie arbeiten an wissenschaftlichen Instituten, schreiben Bücher und geben Zeitschriften heraus.

Werte Jesuiten, liebe Nakisuiten und all ihr ohne Meriten 8),

Der VFB berichtet aus Rom! Quasi vom Vatikan an den Nakikan (Nakiclan). Die Vorstellung an eine VFB-Überschrift:

Wilhelminus, der Nakisuit“ macht mich schmunzeln :wink: .

Geradeso wie Jorge Mario Bergoglio einer von gut 17.000 Mitgliedern seines Ordens ist, den der Spanier Ignatius von Loyola im Jahr 1534 gegründet hat, ist seine Stammapostolischkeit, NaKi-Präsident Dr. Wilhelm Leber eines der Mitglieder des Apostelvereins deutlich jüngeren Gründungsdatums. Die NaK-Hamburg proklamiert zwar ausgerechnet 2013 ihr 150jähriges Jubiläum zu haben, was jedoch nicht für den davon losgelösten Züricher Apostelverein gilt, der erst viel später erfunden wurde. Ich wüsste gar nicht, wann der Verein „Apostelbund internakional“ gegründet – und wieder aufgelöst worden war und seit wann dann vom Management anschließend der elitäre Männer-Orden der NaKi-Apostel gegründet wurde.

In der Schweiz firmieren derzeit weniger als 550 NaKi-Brüder. Lt. Selbstbildstatuten gehören dem Verein nur die aktiven Apostelamtskörper an (pensionierte Apostel nicht). Der daher überschaubaren Zahl an Männern steht die unüberschaubare Macht des Vereins im Hintergrund des nakolischen Gebietskirchenflickenteppichs gegenüber. Diese Macht fußt auf der sehr schlechten Ausbildung der Brüder, etliche von ihnen gelten als Unintellektuelle und gehören in dieser Eigenschaft zur Elite der nakolischen Kirche. Dazu gesellt sich eine außergewöhnliche Disziplin der NaKi-Vereinsmitglieder.

Kein anderer ordentlicher Verein kennt so ein Gelübde auf Gehorsam gegenüber dem Stammapostelamtsinhaber in dieser Form. Nur der Stammapostel ist sich selbst (seinem Selbstbild) verpflichtet, an dem er sich selber ergötzen kann. Wie Bezirksapostolizist Krause von NaK-HH seinen Neoapostolizismus praktiziert, braucht er allein nur Gott am jüngsten Gerücht Rechenschaft über den weltlichen Teil seiner Macht abzulegen (Finanzen / Immobilien etc.) (gf24). Was für ein leicht zypriotisch angehauchtes Glaubensgeschäftsmodell.

Die Reihenfolge bei der Verbeamtung gemäß Statuten §4.4 als Apostel auf Glaubenslebenszeit – und als ordentliches NaKi-Vereinsmitglied nur während der aktiven Amtszeit – wirft ein bezeichnendes Licht auf das Treiben der NaKi-Vereinsmeier. Erst nach Abgabe des Gelübdes und der eigenhändigen Unterzeichnung der Vereins-Statuten sowie der Mitunterzeichnung durch den Stammapostel und den zuständigen Bezirksapostel kann überhaupt eine Ordination (Subordination) arrangiert werden. Pfingsten einmal livehaftig im Apostelverein.

Ausbildungszentrum für NaKi-Apostel ist die Nakademie im Degerloch am Dagenbach. Schon zu Pfingsten in Berlin 2008 predigte Brinkmann: "Weisheit ist nicht Intelligenz und Erkenntnis ist nicht Wissen". In das gleiche Horn tutet Koberstein: Um bessere Gottesdienste zu halten sei Grundwissen in christlicher Theologie „nicht Sinn und Zweck (eine eigene neuapostolische Theologie gibt es nicht). „Sicherlich kann aber ein gewisses Fachwissen nicht schaden, ist aber nicht Grundvoraussetzung, um ein Amt zu begleiten. Jesus hat sich auch einfache Männer auserwählt…“. Allerdings ist für Koberstein das richtige Geschlecht Grundvoraussetzung (kombiniert mit einer ordentlichen Ordination). Allerdings erkennt sogar selbst schon Klingler mittlerweile einen („Immensen Bedarf an höherer Predigtwirkung“) . Die Botschaften der Wortschaumschläger des Herrn sollten sich schon erfüllen (Du bist Weinberg II).
[urlex=http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/Statuten_NAKI_2010/NAKI-Statuten_2010_D_WWW-Version_29._September_2010.pdf][ = > NAKI / Statuten in der Variante vom 29.09.2010 - Seite 5 - ][/urlex] hat geschrieben:
§4.3 Neu zu ordinierende Bezirksapostel (bei erster Ordination ins Apostelamt) und Apostel
legen vor ihrer Amtseinsetzung folgendes Gelübde vor dem Stammapostel oder seinem Vertreter ab:


Ich anerkenne den Stammapostel als obersten Geistlichen und sichere ihm meine volle Unterstützung zu.
Ich bekenne mich zur Einheit mit dem Stammapostel und den mit ihm verbundenen Bezirksaposteln und
Aposteln der Neuapostolischen Kirche, deren höchste Pflicht der Glaubensgehorsam, deren höchste Ehre
die Treue zu Gottes Werk, deren höchstes Ziel die Vollendung in Christus ist.

Als leitendes Amt der Neuapostolischen Kirche will ich für dieses Bekenntnis
stets unmissverständlich einstehen und entsprechend dem Evangelium als Apostel
der Neuapostolischen Kirche leben".

Innerhalb des NaKi-Ordens steht dem Gehorsam, der fehlenden Ausbildung und der hohen Selbstbilddisziplin eine, für nakolische Glaubensgeschäftsmodelle nicht ungewöhnliche Freiheit des Wirtschaftens gegenüber. Weil Kommerz und der Stammapostelgehorsam an der Seite der Bibel traditionell eine große Rolle in der Geschichte der Nakisuiten spielen, gelten sämtliche NaKi-Apostel als geistig abhängig, uniform, politisch total jenachdem und bei aller Disziplin und mittelerhalterlichen Opferpraxis als doppelkornbauernschlau. Ein IQ (Immobilien Quotient) von >200% ist keine Seltenheit.

Auch leben die NaKi-Apostel nicht in geschlossenen Klöstern, sondern kümmern sich um Missionsaufgaben, die Bereitstellung von Wellblechdächern nach 5-Jahresplänen, die Versorgung ihrer Zweit- und Drittfirmen und natürlich den Nakramenten in den zahlreichen Festgottesdiensten. Sie arbeiten z. T. als weltliche Geschäftsführer, schreiben Bücher und geben Zeitschriften heraus. Ihre Aposteldevise: »Auch in Zukunft werden die Reserven wachsen«.

»Es ist doch ein Skandal, dass eine Minderheit unermesslichen Reichtum anhäuft, während die Caritas, die Diakonie und all die anderen sozialen Einrichtungen um jeden Euro kämpfen müssen. Die Reichen dieser Erde müssen nahezu nichts zur sozialen Sicherheit der Menschen beitragen. Das müssten die Kirchen skandalisieren, deswegen lautstark Streit anfangen«, fordert Geißler als Temporär-Jesuit nicht nur von der katholischen Kirche.

Der Reichtum der Religionen – Rechenschaft nur gegenüber Gott – ist auch andernorts zu finden. Während überlieferte Jesulehre sagt: „Barmherzigkeit will ich, keine Opfer“ macht der NaKi-Verein den umgekehrten Schuh draus: „Gib mir zuerst – der Rest geht euch nichts an“ (Leber sinngemäß 2007 im CentrO).

Und das Stapi- / NaKi-Zentralorgan UFO bringt mehrere nakexterne links bzgl. seines Männer-Orden-Themas. Eigene Apostel haben offensichtlich gehorsame Sendepause und von Theologie / Barmherzigkeit ohnehin keine Ahnung. Diese Sparten sind kein nakolisches Kerngeschäft sondern sind outgesourct (Visionswerk etc.) mit z. T. üppigen Salären (Steuererklärung NAC-Canada). Da kann Charity wie z. B. eine NaK-NRW-Seniorenresidenz oder Hilfswerke wie Kids2Kids (firmiert neuerdings unter Kids4Africa) das neueschatolllogische Selbstbildimage richtig aufpeppen.

s.

Bedenkenträger

Re: Papa Francesco

#14 Beitrag von Bedenkenträger » 23.03.2013, 17:03

Shalömchen, lieber "shalom", :)

fast jede christliche Glaubensgemeinschaft hat sich doch irgendwo ein Stück weit von der "Jesulehre" entfernt. Dies liegt aber sicherlich auch und zu einem recht großen Teil an den Gläubigen, nicht so sehr an den Kirchen resp. den jeweiligen Institutionen und ihren Vertretern. Wie sieht doch die Realität heutzutage aus, mhm? Unser bürgerliches Leben ist so schön bequem, wir haben es uns entsprechend eingerichtet und wollen bloß keine störenden Faktoren. Nächstenliebe ist okay, Wahrheitsliebe auch, die Achtung vor dem Leben, ja natürlich, sooo, und der Schutz des ungeborenen Lebens ... ähm, nun jaaa ... Und Liebe, Treue, dahinter stehen wir doch absolut, als gute brave Christen, aber Zurückhaltung, Keuschheit ... was soll dies nun, bitte schön?

Wir vergessen leider viel zu oft und immer wieder: Jesus und sein Programm zielt auf die Gegenwelt. Es ist der Punk, und der findet sich nicht mehr so ohne weiteres in den heutigen Kirchen. Es gibt aber zumindest immer mal wieder so gewisse Momente wie nun anläßlich der aktuellen Papstwahl, da scheint sich doch etwas zu bewegen, wenn auch nur ein klein wenig und an Stellen, die jetzt für die Avantgarde-Gläubigen nicht sehr interessant sind, und große Würfe insgesamt sind auch nicht zu erwarten, aber wie war es denn zu Anbeginn, in Galiläa? Manche Dinge entwickeln sich unscheinbar, und mit der Zeit, durch kleine Handlungen, Gesten, Geschehnisse usw.

Es ist im Augenblick wieder mal so einiges sehr interessant geworden, oder nicht?

Punkige Grüße von Ihrem Mitbruder :D

shalom
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Re: Papa Francesco

#15 Beitrag von shalom » 25.03.2013, 20:06

Bedenkenträger hat geschrieben:Shalömchen, lieber "shalom", :)

fast jede christliche Glaubensgemeinschaft hat sich doch irgendwo ein Stück weit von der "Jesulehre" entfernt. Dies liegt aber sicherlich auch und vor allem an den Gläubigen, nicht so sehr an den Kirchen resp. den jeweiligen Institutionen und ihren Vertretern. Wie sieht doch die Realität heutzutage aus, mhm? Unser bürgerliches Leben ist so schön bequem, wir haben es uns entsprechend eingerichtet und wollen bloß keine störenden Faktoren. Nächstenliebe ist okay, Wahrheitsliebe auch, die Achtung vor dem Leben, ja natürlich, sooo, und der Schutz des ungeborenen Lebens ... nun jaaa ... Und Liebe, Treue, dahinter stehen wir doch absolut, als gute brave Christen, aber Zurückhaltung, Keuschheit ... was soll dies nun, bitte schön?

Wir vergessen leider viel zu oft und immer wieder: Jesus und sein Programm zielt auf die Gegenwelt. Es ist der Punk, und der findet sich nicht mehr so ohne weiteres in den heutigen Kirchen. Es gibt aber zumindest immer mal wieder so gewisse Momente wie nun anläßlich der aktuellen Papstwahl, da scheint sich doch etwas zu bewegen, wenn auch nur ein klein wenig und an Stellen, die jetzt für die Avantgarde-Gläubigen nicht sehr interessant sind, und große Würfe insgesamt sind auch nicht zu erwarten, aber wie war es denn zu Anbeginn, in Galiläa? Manche Dinge entwickeln sich unscheinbar, und mit der Zeit, durch kleine Handlungen, Gesten, Geschehnisse usw.

Es ist im Augenblick wieder mal so einiges sehr interessant geworden, oder nicht?

Punkige Grüße von Ihrem Mitbruder :D
Werte Punketten, liebe Punker und all ihr Mainstreamkulturellen 8),

Bedenkenträger und Punk :wink: . Lieber B-Träger, zunächst machte ich mir Sorgen um die Funktionstüchtigkeit des „t“’s auf Ihrer Tastatur. Doch dann nahm ich Sie beim Text. Und das ohne Textwort.

In Ihrem ersten Absatz thematisieren Sie den Wertewandel. Bereits am 10.11.1999 hatten Pater Johanning und sein Quittenbaum in Halle (Saale) auf einem Vortrag konstatiert: „Was noch vor Jahren fast ehernes [NaK]-Gesetz war, ist heute oft nicht mehr als eine Reminiszenz an vergangene Zeiten“. Was für ein Werteverfall des Mehrwertes. Ich denke beispielsweise an den dramatischen Werteverfall der Botschaft, an all die anderen über Glaubensbord geworfenen Gebötlein der Amtsträgerlein oder aktuell an die grassierende Gemeindefusionitis. Wenigstens der Wertewandel der Wertewandler scheint als Glaubensgeschäftsmodell zu florieren.

In meiner Jugend kursierte der Witz: (beachten Sie den Doppelpunk :wink: )
Wie begrüßen sich zwei Fischer, wenn sie sich begegnen? – Mit Petri Heil.
Wie begrüßen sich zwei Jäger wenn sie sich begegnen (nicht treffen) - mit Waidmanns Heil.
Wie begrüßen sich zwei Päpste wenn sie sich begegnen…

...doch selbst das ist nun möglich geworden.

Was im Nakolizismus schon Usus geworden ist - emeritierter Stp. trifft amtierenden Stp. – ist nun auch dem Katholizismus ermöglicht. Und bald wird auch Leber aus dem Schneider sein, sofern denn drei Stammapostels zusammen Skat spielen (reizen und mauern können sie ja).

Vielleicht legt sich der Nachfolger im Stp-Amt auch so ein Pseudonym zu, wie es beim Papst-Amt Mode ist. Nach Stp. Dr. Wilhelm I könnte ich mir bei den Nakoliken einen Stp. Luc Schneider sehr gut als „Lucius Lucullus“ vorstellen, der vor allem wegen seines Reichtums (Reserven) und seiner grandiosen Gastmähler (Brunchs) berüchtigt wurde (Lucullus).

Viele Neuapostolismen im Anbaggern ihrer Zielgruppierungen erinnern mich eher an Banker als an Punker. Nicht umsonst erscheint bei MYBISCHOFF bei dem Suchwort: „Wertewandel“ zuerst das Unternehmerforum des Glaubensweltwirtschaftsindustriellen Brinkmann in der Trefferliste ganz obenauf ( UF-Treffen am 25. Oktober 2008 im Hotel Hilton / Dortmund). Welcher Punker verzockt schon mal locker 10 Millionen – das ist eher die heile Welt der Banker.

Den zweiten Platz auf der UFO-Suchworttrefferliste nimmt der NaK-NRW-Elternbrief ein, der bzgl. Wertwandel (Kirche in Handel und Wandel schreibt): „Die speziell neuapostolische Note des vermittelten Glaubensprofils kommt in diesem Ratgeber für Eltern, Seelsorger und Erzieher gleichermaßen nicht zu kurz“. Dabei handelt es sich um den neuapostolischen Mehrwert, den alle anderen christlichen Denominationen halt nun mal nicht haben.

Und schließlich verweist MYBISCHOFF schlussendlich auf ihre „Werterevue“ in Spirit 03/12. Ein neuapostolisches Potpourri. So wie Jesus als Pate für eine „erste große Werteumwälzung“ hingestellt wird, wirft sich die zweite große Werteumwälzung in Pose, die von ihren nakolisch-vollsinnigen Selbstbildern selbstbildgerecht auf Anno 1863 datiert wird. Als Angebotsgebietskirchen in Glaubensreinkultur ist deren Entfernung von Jesus per Definition Null. Dies liegt aber sicherlich auch und vor allem nicht an den einfachen Nakoliken, als vielmehr an den ordinierten Amtskörpern. Mittlerweile zielen diese auch auf die „Gegenwelt“, indem sie Diskos veranstalten (Bezirksapostolizist Krause auf dem HH-Jugendtag) oder „Piraten der Karibik“ im Musik-Sortiment anbieten und sogar den „Highway to hell“ drauf haben (Kühnle). In Afrika – auch so eine Gegenwelt - muss allerdings 5 Jahre auf Wellblechdächer für Glaubensstationen gewartet werden.

Wenn ich das „Barmherzigkeit will ich, keine Opfer“ einmal das Glaubensgeschäftsmodell Jesus nennen darf und auf der anderen Seite die Glaubensgeschäftsmodelle der damaligen Jerusalemer Priesteraristokratie mit den Wechslern im Tempel sehe, dann wird der enorme Spannungsbogen zwischen Pro-Opferkult und dessen Gegenwelten, von damals bis heute deutlich.

Und das ist beileibe nicht uninteressant.

Wird jetzt die Vatikanbank verkauft und der Erlös den Armen gegeben? Was machen andere Kornbauern mit ihren angehäuften Reserven? Liegt die Entfernung der verordneten Glaubenspraxis von überlieferter Jesulehre tatsächlich auch und vor allem an den Gläubigen (kirchenrechtlich unselbständigen, von Rechenschaft ausgeklammerten) und nicht so sehr an den Machthabern und deren jeweiligen Institutionen, Fonds, Aktiengesellschaften, stillen Beteiligungen, Vereinen mit all deren Statthaltern?

Und da verbleiben den kleinen Leuten häufig nur unscheinbare Entwicklungen, kleine Handlungen, Gesten, Brosamen von den reich gedeckten Tischen der Mächtigen und evtl. auch die Wahl zwischen überlieferter Jesulehre oder heilsgarantierten (heilsgarnierten) Sakramentskonsum.

Mit lieben Grüßen - Ihnen Ihr shalömchen

fridolin
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Re: Papa Francesco

#16 Beitrag von fridolin » 25.03.2013, 20:20

Durch nichts zu überbieten. Shalom herzlichen Dank. :idea:

GG001

Re: Papa Francesco

#17 Beitrag von GG001 » 25.03.2013, 20:43

shalom hat geschrieben:Ihnen Ihr shalömchen
Schaloemsche, des [mit der hessische Grammadik] hasste foi gemacht. Auf Wiedersehen bis zur naechste Kampanje!

shalom
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Re: Papa Francesco

#18 Beitrag von shalom » 26.03.2013, 21:03

GG001 hat geschrieben: Schaloemsche, des [mit der hessische Grammadik] hasste foi gemacht. Auf Wiedersehen bis zur naechste Kampanje!
Das ist ja Foie gras eeh!

Doch was heißt hier „Kampanje“? Als Geschwist gehöre ich zur Mannschaft und nicht nach achtern zu de Offiziere.

Die laufende Kampagne des Zwölferrats heißt „Apostelendzeit“ mit den drei Etappenzielen 2012:„DNG“, 2013:„Nakt-NRW“ und 2014:„Inakt-München“...Reserve hat Ruh... .

Die naechste Kampagne wäre allerdings: („Die Wiederkunft Christi als Gericht“ in UF2013).

Apropos Papst und Hessen: Speziell für Hessen mit seinem Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst bin ich über den neuen Papst nicht unbedingt unglücklich. Für den jetzigen Bischof aus Benedicts XVI Gnaden (er folgte dem legendären Bischof Franz Kamphaus) dürfte nun hoffentlich Schluss mit lustig sein. „Im August 2012 wurde durch das Nachrichtenmagazin Der Spiegel bekannt, dass der Bischof im Januar 2012 First-Class zu einem Besuch der Slums im indischen Bangalore geflogen war (Wikipedia).

Sicher ist es kathintern mit dem neuen Papst um einiges interessanter geworden.

Vor Ostern noch den Schal om zu haben, kann als ganz angenehm empfunden werden :wink: .

s.

Gaby

Re: Papa Francesco

#19 Beitrag von Gaby » 27.03.2013, 10:13

ist zwar "off topic" ... aber der "Schal" inspiriert mich ... (wir hier im Harz werden ihn Ostern ganz sicher noch brauchen, den Schal meine ich) ;-)

http://sphotos-g.ak.fbcdn.net/hphotos-a ... 2359_n.jpg

http://sphotos-e.ak.fbcdn.net/hphotos-a ... 1685_n.jpg

Bedenkenträger

Re: Papa Francesco

#20 Beitrag von Bedenkenträger » 27.03.2013, 20:40

shalom hat geschrieben:[...] Liegt die Entfernung der verordneten Glaubenspraxis von überlieferter Jesulehre tatsächlich auch und vor allem an den Gläubigen (kirchenrechtlich unselbständigen, von Rechenschaft ausgeklammerten) und nicht so sehr an den Machthabern und deren jeweiligen Institutionen, Fonds, Aktiengesellschaften, stillen Beteiligungen, Vereinen mit all deren Statthaltern?

[...]
Mit lieben Grüßen - Ihnen Ihr shalömchen
Nun, lieber Bruder, der Sachverhalt stellt sich naturgemäß ein klein wenig vielschichtiger und komplexer dar als man zunächst annimmt. Und ich gebe zu: Ich habe mich bei diesem Punkt doch etwas pauschal ausgedrückt. Es sind nicht die Gläubigen alleine bzw. in der Hauptsache, die für die "Programmabweichungen" verantwortlich sind, es sind letztlich alle daran beteiligt, irgendwie, also selbstverständlich auch "die da Oben". Aber die aktiven Gläubigen haben doch einiges in der Hand, schon bei ihrem Engagement in ihren Gemeinden, aber auch und vor allem wenn man jetzt mal nur die Frage betrachtet, wie sie mit der Heiligen Schrift umgehen oder mit dem Wort Gottes (um mal im neuapostolischen Duktus zu bleiben). Das Lesen oder Hören, das Interpretieren und die daraus resultierenden Handlungen ergeben letztlich die Glaubenspraxis, und da wird es recht interessant.

Da Sie ihn erwähnt haben - schon vor einem Vierteljahrhundert stellte der inzwischen emeritierte und wirklich legendäre Limburger Bischof Kamphaus fest: »Das Evangelium ist alternativ zu vielem, was sich heute christlich nennt.« Die Frohe Botschaft kommt heute häufig so limonadensüß und rundgelutscht daher, so aufgeklärt und hohl, daß man hier wahrlich nicht mehr von der Jesulehre sprechen mag.

Wie sagte es mal Theodor W. Adorno: »Denn wahr ist nur, was nicht in diese Welt paßt.« (Ästhetische Theorie). Jesus und seine Jünger eckten damals an, mit ihrem Glauben, ihren Worten und Taten - sie waren punkig! Wo - bitte schön - ecken Christen heute noch an? Die Katholiken vielleicht noch am meisten, mit ihren kontroversen Inhalten wie z.B. dem Zölibat, und anstößig sind bspw. auch noch die Neuapostolen. Wo ist der Punk geblieben?

Ganz nüchtern ist festzuhalten: Was wir heutzutage für das Urgestein, für die Fundamente unseres christlichen Glaubens halten, hat bei genauerer Betrachtung kaum noch etwas mit dem zu tun, wofür der Zimmermann aus Nazareth vor 2.000 Jahren ans Kreuz geschlagen wurde. Vielerorts dudelt nur seichte Fahrstuhlmusik. Traurig, aber leider wahr.

Ostern ist eine schöne Zeit, um mal über solche Fragen wieder ein wenig nachzudenken, nicht?

Ein gesegnetes und besinnliches Osterfest Ihnen! :D

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