NAK-NRW: Finanzen 2011, Broschüre aufgelegt

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Re: NAK-NRW: Finanzen 2011, Broschüre aufgelegt

#21 Beitrag von Comment » 27.08.2012, 21:35

Nö, die Frage ist nicht wirklich berechtigt. Man darf sehr wohl erwarten, dass eine Kirche, die ihre Existenz expressis verbis aus der Bibel ableitet, sich auch auf dieser Grundlage entfaltet. :wink:

tergram

Re: NAK-NRW: Finanzen 2011, Broschüre aufgelegt

#22 Beitrag von tergram » 27.08.2012, 21:58

Ja. Richtig, keine Frage.

Aber Kirche - egal welche - findet doch ebenso wie unser Leben hier und jetzt statt, unter Bedingungen, die zu biblischen Zeiten unbekannt waren. Wenn Kirche den Menschen in seinem Alltag abholen, ihn verstehen und begleiten soll, muss sie doch in der Lebenswirklichkeit bestehen können.

Wenn Kirche wirtschaftlich erfolgreich ist, kann sie damit wiederum Gutes tun - ich wüsste nicht, inwiefern das der Bibel widersprechen sollte. Es gibt doch das Gleichnis mit dem Geldbetrag, den ein Herr seinen Knechten zur Verwaltung während seiner Abwesenheit überliess. Soweit ich weiss, wurde der Knecht, der den größten Gewinn erzielt hatte, ausdrücklich gelobt.

Was sollte Kirche mit Überschüssen tun? Ins "Schweisstuch
wickeln und vergraben"? Gegen moralisch vertretbare Anlageformen spricht aus meiner Sicht nichts. Oder habe ich in der Bibel was überlesen?

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Loreley 61
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Re: NAK-NRW: Finanzen 2011, Broschüre aufgelegt

#23 Beitrag von Loreley 61 » 28.08.2012, 05:10

Es steht auch geschrieben:

Matthäus 13,12:Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluß haben; wer aber nicht hat, von dem wird selbst, was er hat, genommen werden.

Heute sagt man dazu oft: Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. :roll:

Ich habe dieses Bibelwort nie verstanden und fand es auch ungerecht. Doch einer meiner Lieblingsautoren (Joseph Murphy) schrieb dazu, dass alles eine Sache der inneren Einstellung ist. "Wie innen so außen" Denke und fühle ich positiv, so ziehe ich positives in mein Leben und erlebe Fülle auf allen Gebieten. Leider haben wir fast alle (ich auch) sehr negative Einstellungen, besonders uns selbst gegenüber. Zuviel Selbstkritik, statt Selbstbewußtsein. Henry Ford sagte einmal:"Ganz gleich, ob Sie denken Sie können etwas, oder Sie können es nicht, Sie haben Recht." Unsere Überzeugungen erfüllen sich - positiv und auch negativ - je nach Einstellung.

So gesehen macht die NAK alles richtig. Sie ist von sich positiv überzeugt, ihre Oberen erst recht, keinerlei Selbstzweifel - und so fliessen auch die Millionen. Machen wir es ihnen nach. :mrgreen:

LG, Lory
Unsere Gedanken und Gefühle werden durch unsere Überzeugungen geformt.
Was du tief in dir und oft unbewusst denkst, das zeigt die größte Wirkung in deinem Leben.
Brauche nichts ... wünsche alles ... und wähle, was sich zeigt!
______
Namaste

Gaby

Re: NAK-NRW: Finanzen 2011, Broschüre aufgelegt

#24 Beitrag von Gaby » 28.08.2012, 08:10

Ich glaube letztes (oder vorletztes?) Jahr hatte ich eine ähnliche Diskussion im Nachbarforum ... dort erntete ich etwas Unverständnis, als ich in Bezug auf kirchliche Organisationen bemerkte, dass diese zumindest für mich mittlerweile einem Wirtschaftsunternehmen gleich sind ... es ging wohl darum, dass insbesondere die RKK (und die EKD?) eine Firma anheuerte, um eine Werbkampagne für die entsprechende Organisation zu starten. Mein Beitrag dazu verschwand dann im www. Nirwana, warum auch immer ;-)

Die Kirchen (insbesondere die RKK) sind größter Grundbesitzer in der westlichen Welt. Das Vermögen der Kirchen wird auf eine halbe Billion Euro geschätzt. Das Goldvermögen des Vatikans folgt gleich hinter dem der USA. Kirchen sind an allen möglichen Wirtschaftsunternehmen beteiligt, sind Aktionäre. In Deutschland ist die Kirche zudem zweitgrößter Arbeitgeber.

Das wird mittlerweile sogar offen zugegeben:

http://wien.orf.at/news/stories/2527284/

Angesprochen auf diese Krise der Kirche griff Schönborn auf einen Vergleich aus der Wirtschaft zurück: „Die Kirche ist ein Unternehmen - ein sehr viel komplexer aufgestelltes als man im Allgemeinen annimmt - mit den Klöstern, den Orden und 660 Pfarren. Das ist nicht der Konzern wie IBM, wo es einen an der Spitze gibt und dann eine ganz steile Hierarchie. Die Kirche ist sehr viel flacher in der Hierarchie als man im allgemeinen annimmt. Wobei ich weiß nicht wie IBM aufgestellt ist“.

"Kirche" (die ja letztlich aus Menschen besteht) befindet sich also immer in einem Zwiespalt ...

"Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird einem anhangen und den anderen verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon" (Mt 6,24)

Letztlich kommt es wohl darauf an, was dem einzelnen Menschen in der Kirche wichtiger ist ... das Evangelium zu verkünden (also Gott und den Menschen zu dienen), oder den Reichtum zu vermehren. Letztlich aber die Organisation Kirche in Bausch und Bogen zu verdammen, weil es einige (oder von mir aus auch etliche) Menschen in ihr gibt, denen der "Mammon" wichtiger ist halte ich für falsch. Es gibt mindestens ebenso viele Menschen in ihr, denen Gott wichtiger ist als der "Mammon" ... die es absolut ehrlich meinen ... deshalb stimme ich tergrams sachlichem Beitrag zu.
Gäbe es eine bessere Transparenz in diesen Dingen, die Mißbrauch verhindern würde, ist m.E. nichts dagegen einzuwenden, wenn "Kirche" versucht Geld in sichere Anlagen zu investieren, um mit dem erwirtschafteten Geld letztlich Gutes tun zu können ... der Vorteil in der NAK, niemand wird gezwungen zu "opfern" ... bei der Kirchensteuer sieht das anders aus ...

Adler

Re: NAK-NRW: Finanzen 2011, Broschüre aufgelegt

#25 Beitrag von Adler » 28.08.2012, 08:33

Geld regiert die Welt; und macht die Menschen zu seinen Sklaven . . .

LG Adler

tergram

Re: NAK-NRW: Finanzen 2011, Broschüre aufgelegt

#26 Beitrag von tergram » 28.08.2012, 08:34

Wenn man "Kirche" nicht als "Werk Gottes" versteht, sondern als Zusammenschluss von Menschen gleichen Glaubens, nimmt man ihr auch die Aura des "heiligen" und stellt sie mitten ins Leben, wo sie nach meiner Auffassung hingehört.

Damit unterliegt sie den normalen Anforderungen: Kirche muss wirtschaftlich sein, sie muss eine 100%-ige Eigenfinanzierungskraft haben, sonst wird sie insolvent. Wenn Kirche darüber hinaus Erträge erwirtschaftet, sollte sie diese vernünftig und unter Berücksichtigung ethischer Werte anlegen. Aus Überschüssen und Finanzerträgen kann sie Gutes tun, Bedürftige unterstützen etc. Wohltätigkeit braucht eine stabile finanzielle Basis. Den Armen helfen muss man sich nämlich erst mal leisten können.

Kritikwürdig ist nicht, dass Kirche Geld verdient. Kritikwürdig ist, wenn sie intransparent handelt oder bei ihren Anlageentscheidungen ausschliesslich gewinnorientiert entscheidet. Die Waage zu halten zwischen der Organisations-Kirche und der Glaubens-Kirche - das ist die Kunst.

Ich denke, dass viele Mitglieder der NAK genau diese Problematik sehen: Im gleichen Maß, wie sie das Glaubensgerüst der NAK als schwankend empfinden, erleben sie ihre bisher für das alleinige Werk Gottes gehaltene Kirche als Wirtschaftsfaktor. Das verunsichert, das macht Angst. Und leider ist auf Seiten der Kirchenleitung niemand da, der das ernst nimmt.

Gaby

Re: NAK-NRW: Finanzen 2011, Broschüre aufgelegt

#27 Beitrag von Gaby » 28.08.2012, 08:49

Wenn man "Kirche" nicht als "Werk Gottes" versteht, sondern als Zusammenschluss von Menschen gleichen Glaubens, nimmt man ihr auch die Aura des "heiligen" und stellt sie mitten ins Leben, wo sie nach meiner Auffassung hingehört.

Sehe ich genauso tergram ... "Kirche" ist ein Zusammenschluss von Menschen, die durchweg nicht "heilig" sind ... was immer man darunter auch verstehen mag ;-)
Deshalb bedarf die Organisation Kirche einer Kontrolle ... wenn die Basis darauf verzichtet, ist sie m.E. selbst schuld ... sie muss die Hierarchie nicht dulden ... erst wenn sie selbst der Organisation die finanziellen Mittel entzieht (und sei es bei der erzwungenen Kirchensteuer durch Austritt derselben, wenn diese nicht transparent genug wirtschaftet) ... wird sich etwas ändern ... in der NAK bleibt das Mittel des Opfer-Boykotts um Druck auszuüben. Wenn kein frisches Geld mehr kommt (Kirchenaustritte bedeuten nun mal weniger Einnahmen), MUSS die Organisation Kirche sich bewegen ... hätte Kirche es früher nötig gehabt eine Werbekampagne zu starten?

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Re: NAK-NRW: Finanzen 2011, Broschüre aufgelegt

#28 Beitrag von Comment » 28.08.2012, 17:28

Was sollte Kirche mit Überschüssen tun? Ins "Schweisstuch
wickeln und vergraben"?
Natürlich nicht, tergram. Ich sehe die Kirche in der Pflicht, innerhalb ihres Kircheseins sachgemäß Mittel einzusetzen. Beispielsweise könnte ich bei der NAK etliche Kirchlein anführen, die es bitter nötig hätten, renoviert oder besser ausgestattet zu werden. Außerdem kenne ich etlichen Gemeinden Familien mit Kindern oder Alte in ausserordentlich verarmten Verhältnissen lebend.
Ich sage mir so: hätten sie zeitlebens ihr Geld in ihre eigene Zukunft investiert, ginge es heute so manchen alten Menschen besser. Aber nein, sie gaben das Geld der Kirche. Nun könnten sie eigentlich im Alter auch mal eine Unterstützung erwarten von der 'gesponserten' Kirche. Oder etwa nicht?

Com.

Adler

Re: NAK-NRW: Finanzen 2011, Broschüre aufgelegt

#29 Beitrag von Adler » 28.08.2012, 18:55

Comment,

Kirchen sind aber keine Rentenkassen. Auch die NAK nicht.

Sicher hast du Recht, wenn du sagst, dass geopferte Geld wäre besser angelegt in eine Vorsorgekasse, aber wie sagt schon ein Sprichwort: "Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied."

LG Adler

Doryssa

Re: NAK-NRW: Finanzen 2011, Broschüre aufgelegt

#30 Beitrag von Doryssa » 28.08.2012, 21:48

tergram hat geschrieben:Mir fehlen entweder Sachverstand oder Augensalbe. Ich vermute Letzteres.
Die Augensalbe sollte man lieber auf die Glaubensknie schmieren. Da trübt sie den Blick nicht so sehr.

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