Der Kardinalirrtum Jesu

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tosamasi
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Re: Der Kardinalirrtum Jesu

#51 Beitrag von tosamasi » 14.08.2012, 22:44

Was mich betrifft, trifft das Wort INSPIRATION den Nagel auf den Kopf. Die Bibel ist ein Buch der Inspiration. Und nun...?

Comment, da ist nichts mit Verdrängung...Und auch nichts mit für oder wider.
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tosamasi

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Re: Der Kardinalirrtum Jesu

#52 Beitrag von Comment » 15.08.2012, 10:42

Werte tosamasi,

'Buch der Inspiraton' - gefällt mir! Wenn wir Diskutanten es so sehen und respektvoll miteinander umgehen, sachbezogen diskutieren - herrlich! :D
Da soll doch niemand ( :!: ) ausgeschlossen sein. :wink: :wink:

Schönen Tag noch,
Com.

Gaby

Re: Der Kardinalirrtum Jesu

#53 Beitrag von Gaby » 15.08.2012, 10:50

... stellt sich für mich die Frage, ob dieses Verständnis vom Christentum noch "Christentum in Reinkultur" ist, oder eine Art "universeller Patchworkglaube". (Ich bitte, diesen Begriff nicht negativ zu verstehen - mir fällt kein passenderer ein.) Haltet ihr das in eurem persönlichen religiösen Werdegang für eine Weiterentwicklung? Ist diese ggfs. noch nicht abgeschlossen? Kann man mit diesem Verständnis weiterhin problemlos neuapostolisch, protestantisch, ..., ... sein oder stößt man bedingt durch die Kirchenlehren an Grenzen?

tergram, ich glaube seine christliche Prägung kann man nicht einfach so abstreifen.
Ich glaube daran, das Jesus Christus uns mit seinem Leben etwas wichtiges vermittelt hat.
Ich glaube daran, dass wir versuchen sollten seinen Spuren zu folgen. Die Bergpredigt als "Gebrauchsanweisung", die Bibel als von Gott inspiriertes Buch in dem ich nach wie vor gerne lese, mehr braucht es für mich nicht.
Die unterschiedlichen Konfessionen respektiere ich, jeder muß für sich den Weg suchen, von dem er meint es wäre für ihn der richtige. Ich habe auch kein Problem damit an irgendwelchen Gottesdiensten teilzunehmen, Gottes Geist wirkt überall. Brauche es aber nicht unbedingt. Wie war das noch? Prüfet alles, das Gute behaltet.
Ich muss auch niemandem sein Glaubensgerüst nehmen, der zufrieden ist, so wie er glaubt.
In den Foren ist es Sinn der Sache, dass man mit unterschiedlichen Weltbildern konfrontiert wird, darüber diskutiert. Ist das ein Problem für jemanden, sollte man sich aus solchen Diskussionen heraushalten.
Welcher Lehre, welcher christlichen Denomination soll man denn letztlich folgen? Teilweise liegen Welten dazwischen. Wo ist nun der Unterschied, ob ich mir bei den christlichen Lehren das heraussuche was mir kein Magendrücken verursacht, oder auch den andern Religionen durchaus offen gegenüberstehe? Nach meiner Überzeugung ist jede Religion eine Teilwahrheit ... zusammengenommen ergeben sie dann das große Ganze.
Deshalb habe ich auch mit dem Wort "Patchworkglaube" überhaupt kein Problem. Ich lebe meinen Glauben mittlerweile ohne irgendeiner Konfession anzugehören und habe meinen Frieden mit Gott geschlossen.
Zum Thema Weiterentwicklung ... ein Glaube der sich nicht weiterentwickelt oder von dem man glaubt er brauche sich nicht weiterentwickeln verkümmert m.E. mit der Zeit.
Auch die Organisation Kirche wird mit der Zeit verkümmern, wenn sie sich nicht weiterentwickelt. Wir leben hier und jetzt ... nicht in der Vergangenheit, haben andere Rahmenbedingungen.
Es geht doch nicht darum die Vergangenheit nachzuahmen, an Dogmen die die Kirche irgendwann mal festgelegt hat festzuhalten ... es geht darum eine lebendige Beziehung mit Gott zu haben, sich von ihm inspirieren zu lassen.
Nun, der Atheist sagt nun sicherlich "Selbstgespräche führe ich auch" ;-) ... wer sagt, dass es wirklich nur Selbstgespräche sind? Woher kommen unsere Gedanken, wenn wir uns mit etwas beschäftigen, darüber nachdenken wie unser Weg weitergehen soll? Woher bekommen wir Inspiration? Woher kommen unsere Emotionen?
Ohne das (Ur-)Vertrauen, dass Gott Teil von mir ist wird es natürlich schwierig mit dem Glauben können.
Ich hatte folgende Geschichte schon einmal eingestellt ... letztlich geht es darum loslassen zu können ...
http://www.glaubeundkirche.de/viewtopic ... &start=210
03 Mai 2005 11:33
"Der Fluss und der Wüstensand" (In Anlehnung an eine Geschichte von Idris Shah)
Sämtliche Bücher über Religion und Glauben der Welt, alle Diskussionen nützen überhaupt nichts, wenn wir IHM nicht vertrauen und letztlich unsere Zweifel loslassen können ...

Noch ein Nachtrag.
Gott ist nicht fern, sondern nah, nicht abwesend, sondern anwesend, nicht außerhalb von uns, sondern in uns. Wenn wir das nicht glauben (das Christentum, das Judentum und auch der Islam betonen eher die Transzendenz (die Jenseitigkeit, die Andersartigkeit Gottes) als die Immanenz (die Einheit Gottes mit der Welt), wird der Glaube immer etwas sein, dass sich mehr außerhalb von uns abspielt. Traditionen und Regeln bestimmen dann den Glauben.
Die christlichen Mystyker dagegen betonten immer die Immanenz ... Gott ist in uns, Teil von uns, in der Welt, Teil der Welt.
Der Panentheismus (nicht der Pantheismus) verstanden als Brücke zwischen den westlichen und östlichen Religionen.

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Loreley 61
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Re: Der Kardinalirrtum Jesu

#54 Beitrag von Loreley 61 » 15.08.2012, 15:18

tergram, ich kann Gaby nur zustimmen. Mein pers. Glaube ist kirchen - und religionsunabhängig. Wer sich kirchl. Dogmen beugen möchte, kann es gerne tun. "Das Himmelreich (Gott) ist in euch", sagte sinngemäß Jesus. Das glaube ich fest. Für mich existieren geistige Gesetze, die nicht einfach aus dem Nichts entstanden sind. So sehe ich mich als Mitschöpfer meiner Realität - kraft meiner Gedanken, bezw. meines Unterbewußtseins. Gerade eben fange ich ein neues Buch an: Kraftzentrale Unterbewußtsein....von Erhard Freitag. Ich denke, das UB ist unser göttlicher Funken, der "Sitz Gottes" in uns, unsere Schöpferkraft - hier sind Wunder möglich. Von daher gibt es für mich auch keine Trennung von Gott, keine Erbsünde usw. Gott erfährt sich durch uns, verurteilt uns nicht - auch wenn wir fehlen. Allerdings heißt das in aller Konsequenz auch, dass ich jegliches Opferdasein ablege, was nicht immer leicht fällt. Erlebe ich Mist in meinem Leben und bin aber überzeugt, meine Realität selbst zu erschaffen, dann kann ich keinen anderen dafür verantwortlich machen. Wie gesagt - echt nicht einfach. Das was sich mir zeigt ist nur ein Spiegel, er zeigt, dass alles was mir widerfährt mit mir selbst irgendwie zu tun hat:

http://www.standenat.at/artikel/spiegelgesetz.htm

http://www.zeitzuleben.de/10932-das-resonanzprinzip/

http://www.fliege.de/talkshow/?mode=sea ... 0&id=32181

letzter link ist eine Talkshow mit Pfarrer Fliege über das Spiegelgesetz - sehr interessant, es geht dabei auch um Mißbrauch. In allen geistigen Gesetzen sehe ich etwas, dass uns Gott gegeben hat.

LG, Lory
Unsere Gedanken und Gefühle werden durch unsere Überzeugungen geformt.
Was du tief in dir und oft unbewusst denkst, das zeigt die größte Wirkung in deinem Leben.
Brauche nichts ... wünsche alles ... und wähle, was sich zeigt!
______
Namaste

Maximin

Re: Der Kardinalirrtum Jesu

#55 Beitrag von Maximin » 15.08.2012, 16:11

:) Meine liebe Gaby,
vielen Dank für Deinen Beitrag vom 15. August 12, 10.50 Uhr. Wie immer, besticht Dein Beitrag durch seine in sich ruhende Sachlichkeit und Du verstehst es, wie nur wenige hier, Deine Beiträge mit sorgfältigen Recherchen zu untermauern. Hut ab…!

Ich erkenne bei Dir jedoch auch noch andere Seiten. Du gibst nie auf und Du versuchst, auch oft, nur für wenige erkennbare Weise, zwischen widerstreitenden Teilnehmern zu vermitteln und Verletzungen zu verbinden. Du bist, so gesehen, eine starke Brückenbauerin. Wer Brücken baut, der will Kluften überbrücken, gangbare Wege schaffen. Unser Gott wird es Dir eines Tages gewiss reichlich lohnen.

Nun schreibst Du u. a.: „In den Foren ist es Sinn der Sache, dass man mit unterschiedlichen Weltbildern konfrontiert wird, darüber diskutiert. Ist das ein Problem für jemanden, sollte man sich aus solchen Diskussionen heraushalten.“

Recht hast Du damit! Denn ein Brückenbau scheitert immer dann, wenn er von einer der beiden Seiten nicht gewollt, sondern abgelehnt wird.

Die Überschrift dieser Rubrik lautet: „Der Kardinalirrtum Jesu“. Meine Auffassung zu dieser Aussage habe ich hier bereits hinterlegt. Und ich füge ein Jesuswort dazu:

42 Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift (Psalm 118, 22-23): »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist das geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen«?“ (Ev. Math. 21, 42)

Ich weiß, solche Bibelstellen sind den "fanatischen Gottesleugnern" lächerlich, geradezu ein Gräuel. Soll ich diese Bibelstellen aber deshalb nicht anführen dürfen, nur weil sie anderen lächerlich sind? Gaby, wer keine Brücke will, der will keine Brücke, sondern fühlt sich wohl hinter seiner unüberbrückbaren Kluft.

Auch ich versuche, auf meine Weise, Brücken zu bauen. Und darauf lege ich grüßten Wert: "ich tue das nicht mit missionarischem Eifer. Ich will niemandem seinen Glauben nehmen und auch niemandem mit meinem christlichen Glauben Gewalt antun."

Nur das muss man mir schon zugestehen: „Ich möchte meine Sicht der Dinge ernst genommen wissen und werde elektrisch, wenn man meine christlichen Überzeugungen lächerlich macht und sie auf bösartig versteckte Weise zu bedrecken versucht."i]

Wie sagst Du so zutreffend: „In den Foren ist es Sinn der Sache, dass man mit unterschiedlichen Weltbildern konfrontiert wird, darüber diskutiert. Ist das ein Problem für jemanden, sollte man sich aus solchen Diskussionen heraushalten.“

Dessen eingedenk erlaube ich mir jetzt einmal eine längere Besinnungspause um herauszufinden, ob auch ich mich unter "Gabys" Empfehlung beugen muss.

Liebe Grüße vom Micha :wink:

P.S.: Anbei ein musikalisches Bachwerk, das mir immer wieder unter die Haut geht. Insbesondere dann, wenn ich sehr kritisch meine eigene Glaubwürdigkeit überprüfe. Hier ist es:

http://www.youtube.com/watch?v=dRAPZzd9B9k

Gaby

Re: Der Kardinalirrtum Jesu

#56 Beitrag von Gaby » 16.08.2012, 08:18

Lieber Michael,

nun habe ich diesmal wohl etwas losgetreten was eigentlich nicht in meiner Absicht lag ;-)

Michael, religiöse Begegnungen sind immer eine Herausforderung, meistens auch noch sehr emotional behaftet.

Weißt Du, der Unterschied zwischen uns ist, dass ich mehr das religiöse Gespräch suche, Du aber doch in gewisser Weise als Verteidiger des christlichen Glaubens in diesem Forum auftrittst.
Du sagst zwar, Du willst nicht missionieren, aber wenn Du Deinen Glauben verteidigst, weil Du der Überzeugung bist nur der christliche Glaube ist der EINZIGE Weg zu Gott zu finden, dann gibt es nur zwei Wege ... entweder man erkennt Deinen, den christlichen Weg an, oder man entscheidet sich gegen ihn und lehnt damit Gottes Angebot ab. Schwarz oder weiß eben ... Du baust zwar eine Brücke, aber nur eine einzige und diese Brücke führt NUR zum christlichen Glauben, bietet keinerlei Alternative für denjenigen, der ehrliche Zweifel diesbezüglich hegt.
Die Brücke die ich versuche zu bauen ist die Brücke zu Gott direkt, unabhängig von den Konfessionen, Religionen ... wie schon oft geschrieben sehe ich es so, dass alle Religionen letztlich zu dieser letzten Brücke hinführen die uns dann zu Gott bringt. Auf welchem Weg wir zu dieser Brücke hingelangen ist unwichtig ...
Nähert sich ein Christ oder ein anderer Gläubiger einem Andersgläubigen in der vorgefassten Absicht, seine Religion mit allen aufrichtig und ehrlich gemeinten Mitteln zu verteidigen, kann man zwar Zeuge einer wertvollen Verteidigung dieser Religion werden und vielleicht einer anschließend anregenden Diskussion, nicht aber eines religiösen Gespräches, einer echten Begegnung zwischen diesen Menschen. Bei einem religiösen Gespräch muss man seinen Standpunkt nicht zwingend aufgeben, aber die Bereitschaft haben, den Standpunkt des Anderen wirklich vorurteilsfrei ergreifen zu wollen. Auch auf die Gefahr hin, dass das eigene Weltbild vielleicht doch leichte Dellen bekommen könnte, man ins Grübeln gerät.
Du schriebst ziemlich zum Anfang dieser Diskussion bei dem Begriff "durchwurschteln" Du hättest das Empfinden, damit wolle man den christlichen Glauben lächerlich machen, sogar "beschmutzen".
Ich habe eine ganz andere Sicht darauf.
Da ist ein Mensch, der viel in seinem Leben erlebt hat (auch in seiner eigenen Geschichte als Christ), den christlichen Glauben inzwischen ernstlich anzweifelt und verwundert den Kopf schüttelt, wie man bei all den Widersprüchen die in der Bibel auftauchen immer noch unerschütterlich an seinem Glauben festhalten kann, diese Widersprüche ausblendet, lieber uminterpretiert damit sein Glaubensgerüst nur ja nicht ins Wanken gerät.
Es geht nicht darum, den anderen Glaubensstandpunkt lächerlich machen zu wollen, sondern darum, dass man es einfach nicht versteht ... PUNKT. Nicht mehr und nicht weniger ... es geht nicht um Angriff .... oder um "Krieg" ... in einem Forum geht es darum Wege zu finden, einander zu tolerieren, miteinander "zu arbeiten" und dann letztlich zu versuchen einander zu verstehen ... ein dorniger Weg, den man nur gehen kann, wenn man einander in seiner Andersartigkeit respektiert.
Natürlich ist es schwierig zu erklären warum man DENNOCH an Gott glaubt ... aber es hilft m.E. auch nichts eine "fromme" Front zu bilden, die sich gegen den Säkularismus und die Gottlosigkeit richtet und in Form eines Kreuzzugs dagegen angeht. Umgekehrt gilt natürlich das Gleiche ... auch ein Atheist sollte davon absehen einen Kreuzzug gegen den Glauben an Gott zu mobilisieren und akzeptieren, dass es immer Menschen geben wird die DENNOCH trotz aller Zweifel, trotz aller Widersprüche an Gott festhalten werden ;-)
Im Übrigen: Besinnungspausen und auch Stille tun dem Menschen gut, aber einem Forum nicht unbedingt ;-)

In diesem Sinne

regnerische Grüße aus dem Oberharz

Gaby

Gaby

Re: Der Kardinalirrtum Jesu

#57 Beitrag von Gaby » 16.08.2012, 08:54

Gerade gefunden ;-)

Klick

tergram

Re: Der Kardinalirrtum Jesu

#58 Beitrag von tergram » 16.08.2012, 10:02

Gaby, du bist für mich immer eine Quelle der Inspiration und deine treffende und klare Wortwahl kann ich nur bewundern.

Musste jetzt mal gesagt werden. Bild

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Re: Der Kardinalirrtum Jesu

#59 Beitrag von Comment » 16.08.2012, 10:30

Werte Gaby,

danke für Ihre durchdachte und sehr sachliche Darstellung oben.

LG
Com.

abendstern_
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Re: Der Kardinalirrtum Jesu

#60 Beitrag von abendstern_ » 16.08.2012, 10:55

tergram hat geschrieben:Gaby, du bist für mich immer eine Quelle der Inspiration und deine treffende und klare Wortwahl kann ich nur bewundern.

Musste jetzt mal gesagt werden. Bild
dem schließe ich mich gerne an, ich finde mich auch oft in Gabys Worten wieder..

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