Die Bilder der Grausamkeiten dringen täglich in unsere heimeligen Wohnzimmer: Wir gehen schweigend unseren Weg weiter...

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Brombär
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Die Bilder der Grausamkeiten dringen täglich in unsere heimeligen Wohnzimmer: Wir gehen schweigend unseren Weg weiter...

#1 Beitrag von Brombär » 23.07.2012, 15:13

[Der nachfolgende Beitrag von "Maximin" war durch ein technisches Problem nicht mehr sichtbar. Ich stelle ihn daher ersatzweise im Original hier, vor der Antwort von "Brombär", wieder ein. 25.06.2012, 14.55 h sonador]
Maximin hat geschrieben:
Lieben Freunde,
nach der finalen NAK-Katastrophe im Juli 1960 wurde die Parole „Der Herr kommt zu meiner Lebenszeit“ durch die Parole ersetzt: „Wir schweigen und gehen unseren Weg unbeirrt weiter“. Die Ergebnisse dieser obskuren neuapostolischen Neujustierung sind sattsam bekannt und zu beklagen.

Während wir mittlerweile, hier in unseren Breiten, sicher und warm vor uns hin diskutieren, geschehen in der uns umgebenden Umwelt unsägliche Dinge:

Niedergang von Nationen, Armut, Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Hunger, Durst, Mord und Totaschlag. Die Bilder dieser Grausamkeiten dringen täglich in unsere heimeligen Wohnzimmer.
Und was machen wir…? Chips in uns reistopfen, Bier- oder teure Weinflaschen leeren, um schließlich ermüdet schlafen zu gehen?

Es hat sich nichts geändert: „Wir schweigen und gehen unbeirrt unseren Weg weiter“. Stellt sich mir die Frage: „Was wird uns am Ende dieses Schweigemarsches erwarten…?“

Der ehemalige französische Widerstandskämpfer, der greise Stéphan Hessel, (*1917), veröffentlichte 2012 ein kleines bescheidenes Büchlein mit der Überschrift:„Empört euch!“ Es wurde im Oktober 2010 veröffentlicht; bis Februar 2011 wurden mehr als eine Million Exemplare verkauft. Auch in Deutschland gelangte das Buch schnell in die Bestsellerlisten. Hessel verzichtete auf sein Autorenhonorar…!

Unsere Welt ist geradezu vollgestopft mit Ungerechtigkeiten und hasserfüllter Gewalt. Was tun wir, Du und ich dagegen…? Die sogenannte Weltgemeinschaft schweigt betreten und verschanzt sich hinter finanziellen Engpässen.

Die UN und ihr sogenannter „Welt-Sicherheitsrat“ diskutieren hart, aber wirklich bewirken können sie wegen selbst auferlegten Regeln nichts. Was tun wir, Du und ich…?

Rd. 20 Jahre nach dem Ende des II. Weltkrieges, so um 1968, fingen die jungen Mensch an, ihren Großvätern und Vätern Fragen zu stellen: „Was habt ihr gegen den Wahnsinn unternommen? Warum seid ihr, gehorsamst schweigend mit marschiert?“

Die so Fragenden bekamen lange Zeit keine Antworten, sondern Gummiknüppelhiebe auf ihre Birne.
Damals ging es um die Aufarbeitung einer unsäglichen Schuld des gesamten deutschen Volkes gegen der Rest der Welt, der schweigend vor sich hin trottenden Masse, einer Mehrheit der Volksgenossen, die glaubten die Hacken zusammen zu schlagen und auf des Führers Wort zu vertrauen er wird zum Endsieg führen.

Worum es heute geht…? Wenn ich heute mein Ohr an die Stimmung in unserem Lande lege, dann höre ich: „Wir schweigen und gehen unseren Weg unbeirrt weiter“. Fehlt ja bloß noch der Nebensatz: „So lange die Aldi-Regale nicht leer sind, ist doch alles gut.“

Nein! Nichts ist gut und unser feiges Schweigen ist unsäglich, ja unmenschlich, jedenfalls unchristlich.

Leute, empört Euch! Macht das Maul auf und macht denen, die meinen Macht über uns zu haben, den Hintern heiß! Ansonsten werden uns unsere Kinder und Kindeskinder berechtigterweise die Frage stellen: „Was habt ihr gegen diesen organisierten Wahnsinn unternommen?“ Was werden wir dann ehrlichen Herzens antworten können…?

Liebe Grüße, landauf und landab, vom alten Maximin aus Berlin :wink:
Maxi,

was schlägst du vor ?
Zuletzt geändert von Andreas Ponto am 08.06.2019, 17:52, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt um: "Die Bilder der Grausamkeiten dringen täglich in unsere heimeligen Wohnzimmer: "

Maximin

Re: Wir gehen schweigend unseren Weg weiter...

#2 Beitrag von Maximin » 24.07.2012, 10:58

:) Mein lieber Brombär,
wer sich zu Recht über etwas empört, der muss seinen ganzen Mut zusammen nehmen und den Grund für seine Empörung öffentlich benennen. Wer das nicht tut, der wird irgendwann krank.

Natürlich bewirkt ein einsamer Rufer in der Wüste nichts. Ungünstigtenfalls wird er jämmerlich verdursten.

Im Internet-Zeitalter bleibt man jedoch nicht lange ein einsamer Rufer…!

LG vom Maxi :wink:

Löwe

Re: Wir gehen schweigend unseren Weg weiter...

#3 Beitrag von Löwe » 24.07.2012, 21:35

Maximin hat geschrieben::) Mein lieber Brombär,
wer sich zu Recht über etwas empört, der muss seinen ganzen Mut zusammen nehmen und den Grund für seine Empörung öffentlich benennen. Wer das nicht tut, der wird irgendwann krank.

Natürlich bewirkt ein einsamer Rufer in der Wüste nichts. Ungünstigtenfalls wird er jämmerlich verdursten.

Im Internet-Zeitalter bleibt man jedoch nicht lange ein einsamer Rufer…!

LG vom Maxi :wink:
Lieber Maxi,
wie oft... wie oft habe ich schon gerufen... und wurde von 99% der Forenschaft belächelt, ja sogar vera..

Nö!
Ich mache das ohne Internet und lieber mit mir selbst aus.

Gruß
Löwe

Querdenkermicha

Re: Wir gehen schweigend unseren Weg weiter...

#4 Beitrag von Querdenkermicha » 25.07.2012, 22:12

Maxi, dein flammender Appell spricht mir aus der Seele.
Glaube mir, wenn ich könnte, würde ich augenblicklich dafür sorgen, dass Massenmörder wie Assad und seine Sympathisanten wie unser "lupenreine Demokrat" Putin und Konsorten sofort vor ein neues "Nürnberger Tribunal" gestellt werden, ebenso wie diverse Millardenzocker-Investmentbanker und sonstiges Gekröse.
Es ist nun einmal so: Wir leben in einer Welt des Irrsinns, in der sich viele Menschen im saturierten Westen leider nur mit den nächsten Schnäppchen, ihren aufgemotzten Karren oder den Pamperspreisen für klein Lisa beschäftigen - sorry, klingt jetzt sehr kinderfeindlich, was ich nicht bin, aber mich nerven die seltsamen Prioritätensetzungen vieler Leute!
Andererseits kann man sich auch nicht 24 Stunden am Tag ununterbrochen über das Elend dieser Welt aufregen. Siehst du: Und genau hier setzt der Mechanismus an, weshalb so veiel Menschen weltweit sich in vermeintliche religiöse Heilsgewissheiten flüchten, ohne seltsamerweise zu sehen, dass der angeblich so allmächtige und allgütige Gott Tag für Tag jede Menge unterlassene Hilfeleistung begeht!
Aber egal: "Die armen Folter- und Kriegsopfer werden ja sicher im Jenseits um so mehr entschädigt!" höre ich unsere frommen Mitbürger jetzt sagen.
Von wegen: Die Torturen eines einmal zu Tode Gefolterten lassen sich *nie wieder* rückgängig machen: Ein Gott, der solches alles geschehen lässt, kann mir gestohlen bleiben!
Wenn er denn wollte, "dass allen Menschen geholfen wird" (NAK-Floskel, wie ihr wisst), warum dann dieser perverse Umweg über das Schlachtfeld Diesseits?
Es beißt die Maus keinen Faden ab: Die einzige Entschuldigung für diesen Gott (und seine vermeintlich aufgrund von Lappalien wie mangelnder Rechtgläubigkeit verhängter ewiger Höllenstrafen) ist, dass es ihn nicht gibt!
Darwin hatte schon recht: "Es ist, als wenn man einen Mord gesteht!" meinte er einmal zu den Konsequenzen seiner Forschungen...

Adler

Re: Wir gehen schweigend unseren Weg weiter...

#5 Beitrag von Adler » 26.07.2012, 07:38

Querdenkermicha, du scheinst ja sehr mit Weisheit gesegnet zu sein.
Allerdings, wenn das Weisheit ist, einem „Etwas“, das es nach deiner Meinung nicht gibt, jegliche Verantwortung für alles Leid und Elend der Menschheit, anzulasten - scheint es mit der Weisheit nicht sehr weit her zu sein.
Anstatt einem imaginären „Etwas“ die Schuld zuzuweisen, sollte man sich erst einmal überlegen, ob die Menschheit nicht selber für ihr Verhalten die Verantwortung trägt.
Leider geht aber der Trend in heutiger Zeit eher dahin, sich jeglicher Verantwortung zu entledigen.
LG Adler

Brombär
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Re: Wir gehen schweigend unseren Weg weiter...

#6 Beitrag von Brombär » 26.07.2012, 07:48

Querdenkermicha schrieb :


Die einzige Entschuldigung für diesen Gott (und seine vermeintlich aufgrund von Lappalien wie mangelnder Rechtgläubigkeit verhängter ewiger Höllenstrafen) ist, dass es ihn nicht gibt!

Da antworte ich doch mal so :

Weiß Gott eigentlich, dass es ihn gar nicht gibt ? :wink:


Liebe Grüße in die sommerliche Runde vom Bb.


.
Das ist unsere Berufung, dass einer dem anderen Rast biete, auf dem Weg zum ewigen Haus.

tergram

Re: Wir gehen schweigend unseren Weg weiter...

#7 Beitrag von tergram » 26.07.2012, 08:50

Adler hat geschrieben:Anstatt einem imaginären „Etwas“ die Schuld zuzuweisen, sollte man sich erst einmal überlegen, ob die Menschheit nicht selber für ihr Verhalten die Verantwortung trägt.
@ Adler,
ich glaube, das ist ein Missverständnis. Querdenkermicha hat "Gott" nicht zur Ursache des Elends gemacht, sondern festgestellt, dass er angesichts des Elends das Eingreifen Gottes für die, die es existenziell nötig hätten, vermisst. Sozusagen unterlassene Hilfeleistung. Das ist ein Unterschied. Wie sähe denn deine Antwort auf Querdenkermichis Fragen aus?

@brombär,
hast Du eine konkrete, alltagstaugliche Antwort auf Querdenkermichis Fragen (statt kryptisch-philosophischer Anmerkungen)?

@all,
wie ich Maximin verstanden habe, geht es ihm nicht um eine religöse Debatte, sondern um politisches Handeln aus Verantwortung, aus Empörung, aus Unrechtsbewusstsein, aus dem tiefsitzenden und gelegentlich undefinierbaren Eindruck, dass unsere Welt auf verschiedene Weise gleichzeitig vor die Hunde geht. Aus dem Gefühl heraus, dass uns die Dinge wirtschaftlich, politisch, ökonomisch, ökologisch, ... aus der Hand gleiten und dass unsere naive Hoffnung, die Führungskader der Welt würden uns schon irgendie hindurchlavieren, täglich mehr an den Klippen der Gegebenheiten zerschellt.

Da wird uns kein "Gott" heraushelfen.

Adler

Re: Wir gehen schweigend unseren Weg weiter...

#8 Beitrag von Adler » 26.07.2012, 12:51

tergram,

Schuld kann auch als solche, im Sinne einer "unterlassenen Hilfeleistung" verstanden werden. So hatte ich das auch verstanden und entspr. geantwortet.

Der denkende Mensch ist nicht nur für sein Verhalten und sein Handeln, sondern auch und im Besonderen, für die damit verbundenen/dadurch entstehenden Folgen selber verantwortlich.

Um es mit einem Beispiel zu verdeutlichen: Wenn ich meinen Bruder erschlagen habe, kann ich die Verantwortung dafür nicht auf Gott abwelzen, in dem ich sage: "Gott hätte es ja verhindern können, somit trägt er, im Sinne der unterlassenen Hilfeleistung, die Schuld daran".

Es es so etwas deutlicher geworden?

LG Adler

Maximin

Re: Wir gehen schweigend unseren Weg weiter...

#9 Beitrag von Maximin » 26.07.2012, 13:04

...doch tergram! ER wird uns nicht nur aus unserer Misere heraushelfen, sondern er damit schon längst angefangen.
Maxi

Maximin

Re: Wir gehen schweigend unseren Weg weiter...

#10 Beitrag von Maximin » 26.07.2012, 13:13

:) Lieben Freunde,
wer als irrender und sterblicher Mensch den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs sowie den Vater des Gottessohnes, Jesus Christus, auf die Anklagebank zwingen will, der glaubt, dass dieser Gott sei. Wer an diesen Gott nicht (mehr) glauben kann oder das nicht (mehr) will, der sollte sich ernsthaft fragen, warum er/sie sich an einem christlichen Forum beteiligt.

Erhebt sich für die erste Gruppe, zu der ich gehöre, die Frage, ob ich als Mensch mit diesem Gott hadern, streiten oder kämpfen und ihn sogar besiegen kann. Nach meinem Erkenntnisstand kann man mit Gott hadern, mit ihm streiten, gegen ihn kämpfen und ihn auch besiegen. Unglaublich das…?

In der jüdischen Bibel wird folgendes Berichtet:

„23 Und Jakob stand auf in der Nacht und nahm seine beiden Frauen und die beiden Mägde und seine elf Söhne und zog an die Furt des Jabbok, 24 nahm sie und führte sie über das Wasser, sodass hinüberkam, was er hatte, 25 und blieb allein zurück. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach.26 Und als er sah, dass er ihn nicht übermochte, schlug er ihn auf das Gelenk seiner Hüfte, und das Gelenk der Hüfte Jakobs wurde über dem Ringen mit ihm verrenkt. 27 Und er sprach: Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber Jakob antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. 28 Er sprach: Wie heißt du? Er antwortete: Jakob. 29 Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen. 30 Und Jakob fragte ihn und sprach: Sage doch, wie heißt du? Er aber sprach: Warum fragst du, wie ich heiße? Und er segnete ihn daselbst.“ (1. Mose 32, 23-30 / Luther 1912)

Olle Kamellen? Biblische Märchen aus grauer Vorzeit? Leute wie ich, lebendige Christenmenschen, glaube all das was do so in den hl. Schriften steht. Das sind Bauelemente meines lebendigen christlichen Glaubens. Wer an Gott glaubt, der kann und darf diesen Gott auch herausfordern. Nur ist das keine Einbahnstraße. Denn dieser Gott fordert uns seinerseits ebenfalls heraus.

Einige von Euch haben die alles entscheidenden Kernfragen gestellt:

-„Wie kann Gott alles zulassen?“
-„Warum schweigt Gott?“
-„Weshalb greift Gott nicht ein?“


Wenn ich mein Ohr an die Bibel lege, dann höre ich wie er mir die 10 Gebote vorliest. Und wenn ich mein anderes Ohr an die Bibel lege, dann höre ich das Nächsten-Liebesgebot des Jesus von Nazareth: [b]„Du sollst Gott, deinen HERRN lieben von ganzem Herzen und von ganzem Gemüte und deinen Nächsten wie dich selbst.“[/b] Und dann ging dieser Jesus von Nazareth freiwillig zum Schafott...!

Liebe Grüße, landauf und landab, vom Maximin :wink:

Der Ev. Pfarrer, Wilhelm Busch (Essen) hatte zu seiner Zeit auch etwas wichtiges zu sagen. Hier seine Bibelstunde zu diesen entscheidenden Fragen:

http://www.youtube.com/watch?v=_NpKlVB4S6U

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