Ich weiß nicht wie der Weg Gottes für mich aussieht

Für Zweifler und andere gute Christen
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Ljisa

Ich weiß nicht wie der Weg Gottes für mich aussieht

#1 Beitrag von Ljisa » 19.07.2012, 11:54

Hallo,
die Monatslosung man solle dem Herrn seinen Weg befehlen, er würde es gut machen, ist mir in meiner Situation so unverständlich.Ich weiß nicht ,wie der Weg aussieht: Ich habe gesundheitliche Beschwerden, eine Papilomavirusinfektion, die ich schon überstanden glaubte und die sich mit voller Wucht wieder ausgebreitet hat als ich (ich bin von Frankfurt zurück in meine Heimat Berlin gezogen) nochmal in die alte Wohnung mußte, wo ich alte verkeimte Sachen wegschmiß. Warum hat Gott mich nicht gewarnt, wenn ich selbst an die Gefahr nicht dachte?Gibt es eine Botschaft?
Will Gott mir durch Leid etwas sagen?
Danke, Ljisa

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maranathnix
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Re: Ich weiß nicht wie der Weg Gottes für mich aussieht

#2 Beitrag von maranathnix » 19.07.2012, 13:02

Hallo und auf´s herzlichste willkommen hier im Forum der auf´s heftigste vom Leid geprüften Leidgenossinnen und Leidgenossen.

Getröstet haben mich immer die vom großen Südapostel Schall so herrlich geprägten Leidsätze:

Wenn wir wüßten wie Leid unsere Seele veredelt würden wir den Herrn Tag und Nacht auf Knien um Leid anflehen.

Soweit meine Erinnerung, die Leidprofis hier im Forum können bestimmt den genauen Wortlaut aus der Biographie (hab mich vor längerer Zeit getrennt von ihr) herauswortfischen und Dir nachzitatieren.

Hin und wieder dürfen uns Gottes Wege auch zu guten Ärzten führen. Lass Dich auch dorthin leiten.

Es möge Dir immer ein Licht auf Deinem Wege leuchten.

m.
Sagtz mit X - mit Maranatha wird´s wohl nix

tergram

Re: Ich weiß nicht wie der Weg Gottes für mich aussieht

#3 Beitrag von tergram » 19.07.2012, 13:30

Hallo Ljisa,

Dein Beitrag bleibt für mich in Teilen unklar. Was mich nicht hindert, Dir aus meiner begrenzten und fehlerbehafteten Sicht zu antworten. :wink:

Wenn es Gott im Sinne eines Schöpfergottes gibt, wenn Gott für jedes seiner Geschöpfe seinen individuellen Weg bestimmt hat und wenn Gott will, dass "am Ende alles gut" sein soll, dann hat er uns wunderbare Mittel gegeben, den Weg zu einem guten Ende zu erkennen: Unseren Verstand, unser Gefühl, unsere Erfahrung. Wenn wir darauf vertrauen, dürfen wir darauf vertrauen, dass unsere Entscheidungen gut und richtig sind.

Ich wünsche Dir alles Gute und gute Entscheidungen.

Glaubensbruder
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Re: Ich weiß nicht wie der Weg Gottes für mich aussieht

#4 Beitrag von Glaubensbruder » 19.07.2012, 21:20

Liebe Ljisa, tue also:

Befiehl deine Monatslosung einem Arzt an, der seine Sache gut macht. Folge seinem Rat und genese. Und wenn Du wissen willst, ob Gott Dir etwas zu sagen hat, dann frage IHN - und besprich Dich nicht mit Fleisch und Blut. In diesem sog. "Glaubensforum" wirst Du jedenfalls kaum Antworten finden. Hier lautet die Botschaft allenfalls: "Herr (falls es dich gibt), schmeiß Hirn runter". - Lass Dir von Deinem Glauben helfen. Glaube, dass Gott es gut mit Dir meint. Er kann nicht anders. Wenn Du IHM vertraust, wird ER da sein. Wisse, dass sich die Aktivität von Viren durch zensurbehaftetes Kindergartengequatsche im Allgemeinen nicht beeinflussen lässt.

Das wäre alles. Und nun nimm Dein Bett und wandle. Und sündige hinfort nicht mehr. :wink:

Ich betete für Dich.

Dein Glaubensbruder

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Andreas Ponto
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Re: Ich weiß nicht wie der Weg Gottes für mich aussieht

#5 Beitrag von Andreas Ponto » 19.07.2012, 22:43

Liebe Ljisa,

ich persönlich glaube nicht, dass Gott dir dadurch etwas sagen wollte und dich dazu quasi "ins Messer laufen" hat lassen.
Der Virus ist wieder ausgebrochen? Durch verkeimte Sachen oder durch Hautkontakt, wie eigentlich üblich?

Unabhängig davon und von deinem Fall ist es doch eher so, dass wir uns oder anderen oder uns durch andere Schaden zufügen/zugefügt wird. Unachtsamkeit, Gedankenlosigkeit, Zufall, Absicht - was auch immer?!

Nun kommt es doch darauf an, dass wir auch in diesen allzu menschlichen, trostlosen, hoffnungslosen und alltäglichen Situationen Zuspruch und Kraft aus unserem Glauben ziehen können. Dass Gott uns nahe ist, dass wir aus eigenen Fehlern lernen oder akzeptieren, dass vieles nicht so läuft, wie wir uns das ausdenken und erhoffen.

Ich für mich würde nicht behauten, dass Gott mir mit unangenehmen Situationen etwas sagen wollte. Vielmehr, dass er mir in Situationen die ich oder andere herbeigeführt haben, beigestanden ist und mir die Kraft gegeben hat diese zu durchstehen, wo möglich zum Positiven zu ändern und daraus zu lernen. Was sagt mir diese Situation oder was sagt er dazu in dieser und zu dieser Situation, ist vielleicht die Frage.

Meine Ansicht ist es, dass man im Vertrauen auf Gott seiner eigenen Verantwortung bewusst werden sollte und akzeptieren sollte, dass man nicht alles aber doch eine ganze Menge selbst in der Hand hat. Es wird immer Leid geben, nur wie gehen wir damit um und was tun wir aktiv gegen Leid.

Auf Gott warten und ihn verantwortlich zu machen für sein vermeintliches Handeln oder Nicht-Handeln ist mir da zu kurz gegriffen.

Zum Arzt gehen und alles dafür tun, dass man wieder gesund wird, ist nach meiner persönlichen Einsicht angesagt. Danach kann man sich vielleicht unbeschwerter über allgemeinere Fragen und der eigenen Ziele und Wünsche klar werden.

Ich wünsche dir alles Gute, Gottes Segen und baldige Genesung

centaurea

Adler

Re: Ich weiß nicht wie der Weg Gottes für mich aussieht

#6 Beitrag von Adler » 20.07.2012, 09:15

Gott gibt dem Menschen Kraft zu seiner Arbeit - aber er erledigt die Arbeit nicht für den Menschen . . .

LG Adler

Maximin

Re: Ich weiß nicht wie der Weg Gottes für mich aussieht

#7 Beitrag von Maximin » 20.07.2012, 17:26

:) Lieben Freude,
lerne zu unterscheiden...!

Überrascht es , wenn jemand, offensichtlich ein treugoldenes Gotteskind u. a. schreibt: “Warum hat Gott mich nicht gewarnt, wenn ich selbst an die Gefahr nicht dachte? Gibt es eine Botschaft?“

Sofern dieser Hilferuf „echt“ ist, gab es dazu ja schon einige vernünftige Antworten.

Mir geht es in diesem Zusammenhang um etwas ganz anderes. Um was denn? Nun, Tergram und Andreas haben, mehr oder weniger direkt oder indirekt, auf unsere zu übernehmende und auszuhaltende Eigenvertantwortung hingewiesen.

Völlig zu Recht wie ich meine! Die Muslime erleben ihren Glauben völlig anders als wir aufgeklärten Christenmenschen. Die sagen gläubig: „In Salah“! So Gotte es so will.

Was weist Du denn, ob und was Gotte mit dir planend vorhat? Bist Du einem Abraham, einem Isaak, einem Jakob oder einem David, einem Jesaja, einem Jeremia, einem Daniel, einem Täuferjohannes, einem Jesus von Nazareth auch nur annähernd vergleichbar?

Also ich kann mich mit diesen hl. biblischen Persönlichkeiten nicht auf eine Stufe stellen. Ich lebe in meinem Heute und Jetzt und bin gezwungen, mich mit dem auseinander zu setzen, was mir die von Menschen geleiteten Kirchenbetriebe von Gott und seinem Heils- und Erlösungsplan so alles aufoktroyieren.

Überschrift: „Glaube uns, sonst bist Du für das Reich Gottes auf ewig verloren.“ Hat etwas Erpresserisches – oder…?

Der ehemalige Jesuitenschüler und CDU-Politiker, Heiner Geisler, sprach kürzlich im FS über den klerikalen Absolutismus. Er ermutigte die Leute stattdessen zum selber Denken, dazu, selber unterscheiden zu lernen, der lähmenden Trägheit abzusagen und selber aktiv zu werden.

Als der Schweizer StAp., Hans Urwyler, in der NAK das Ruder anvertraut bekam, war es einer seiner ersten Amtshandlungen den Leuten in den Reihen Mut zur Übernahme einer gewissen Eigenverantwortung zu fassen.

Leider ist sein aufrechter Versuch in diesem verirrten Glaubensystem kläglich gescheitert. Am Ende seines Lebens war er sprachlos und schließlich, viel zu früh, mausetot.

Nein! Ich habe 2004 beschlossen, meine Eigenverantwortung selber in die Hand zu nehmen und sie nicht länger Leuten anzuvertrauen, die sich anmaßend und vorgeblich von Gottes Gnaden dazu berufen sein wollen, als Richter über meine persönliche Gottesnähe zu urteilen.

Die Sache zwischen meinem Gott und mir ist eine sehr intime Zweisamkeit. Da darf sich grundsätzlich kein Mensch einmischen dem ich, nach sorgfältiger Prüfung, nicht über den Weg trauen kann. Punkt.

Herzlichst Maximin kann :wink:

http://www.youtube.com/watch?v=bVW-Te3w ... re=related

Querdenkermicha

Re: Ich weiß nicht wie der Weg Gottes für mich aussieht

#8 Beitrag von Querdenkermicha » 21.07.2012, 17:09

Hallo Ljisa,

du klingst sehr verzweifelt, wenn du fragst, warum Gott dich nicht gewarnt hätte.
Leider kann auch ich dir deine Unsicherheit nicht mildern, da ich mittlerweile zu der Anischt gekommen bin, dass der christliche Glaube an sich je wörtlicher in seiner Auslegung desto potentiell krankmachender ist.
Wenn du erst einmal anfängst zu fragen, warum Gott dich nicht gewarnt hat, kannst du diese Frage doch nur auf all die sinnlos dahingeschlachteten Menschen sämtlicher Kriege, all die an Gendefekten leidenden unschuldigen Kleinkinder, aber auch auf all die Opfer von Naturkatastrophen ausweiten. Schließlich hätte Gott - gedacht als allmächtige und allgütige Wesenheit - auch eine Welt ohne Erdbeben und Tsunamis kreieren können, oder?
Wenn du dann noch gesicherte Fakten aus Evolutionsbiologie und Kosmologie hinzuziehst und dir bewusst machst, dass wir Menschen erst lächerliche 200.000 Jahre in unserer heutigen Form als Homo sapiens existieren (andere Arten wie etwa Krokodile bringen es auf x Millionen Jahre Existenz), und das auch nur auf einem Staubkorn im Universum, in einer von mehr als 100 Milliarden (!!!) Galaxien, von denen jede über mehr als 100 Miliiarden Sonnen verfügt, dann sollte jeder Mensch zu einer neuen Bescheidenheit finden und den Gedanken an eine Existenz als "Krone der Schöpfung" oder gar eine kleine "auserwählte Schar", die zum Großteil aus zufällig in ausgerechnet diese eine Konfession Hineingeborenen besteht, über Bord werfen.
Falls du weiter zulassen möchtest, in diese Richtung zudenken, empfehle ich dir die Website www.giordano-bruno-stiftung.

Und natürlich wünsche ich dir einen fähigen und dir zugewandten Arzt sowie Menschen in deinem Umfeld, die dir Geborgenheit geben können,

Adler

Re: Ich weiß nicht wie der Weg Gottes für mich aussieht

#9 Beitrag von Adler » 21.07.2012, 19:02

Auf unserem Lebensweg liegen immer wieder große, schwere Steine.
Wir können nicht erwarten, dass Gott sie für uns aus dem Weg räumt, aber das er uns Kraft gibt, dies selber zu tun . . .

LG Adler

Philippus

Re: Ich weiß nicht wie der Weg Gottes für mich aussieht

#10 Beitrag von Philippus » 22.07.2012, 12:23

Um was für eine Infektion handelt es sich dabei eigentlich?
Was ist daran so beängstigend?

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