NAK: Auf der anderen Seite des Grossen Teichs II - kommentiert von Shalom

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Ruhrgebiet

Re: Auf der anderen Seite des Grossen Teichs II

#31 Beitrag von Ruhrgebiet » 03.04.2013, 12:14

Tja, warum? Ich habe mich ja lange zurück gehalten. Aber die aus meiner Sicht theologische Inkonsequenz macht mich krank. Da ich noch viele neuap. Mitglieder zu meinem Freundeskreis zähle, muss ich ständig Diskurse führen, die mich dazu nötigen mich mit dem Gedankengut zu beschäftigen.

shalom
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Re: Auf der anderen Seite des Grossen Teichs II

#32 Beitrag von shalom » 06.04.2013, 07:40

[urlex=http://www.nak.org/de/glaube-kirche/wort-zum-monat/article/18015/][ = > Aus einem Stammapostelhelfergottesdienstbericht ][/urlex] hat geschrieben:
April 2013: Heiliges Abendmahl – Mitte der Gemeinde

Da werden manche Christen einwenden: „Abendmahl brauche ich zwei Mal im Jahr oder vielleicht – wenn es hoch kommt – einmal im Monat!“ Sind wir noch glaubwürdig

Wenn die Gemeinden leer sind, glaubt man auch nicht mehr so recht an den Sieg des Herrn.

Werte Glaubwürdenträger, liebe Glaubwürdige und all ihr Unglaubwürdigen 8),

auf gut nakolisch heißt es 2013: „Heiliges Abendmahl – Mitte der Gemeinde“. Bereits 2005 erschien katholischerseits: Joseph Ratzinger: Eucharistie – Mitte der Kirche. Vier Predigten. 2. Auflage. Wewel, Donauwörth 2005, ISBN 3-87904-070-2 :wink: .

Da fragen sich die katholischen und die nakolischen Brüder und Geschwister schon: „Hat das Heilige Abendmahl in anderen Kirchen die gleiche Wirkung wie in der Nakolischen Kirche?“ - „Das Abendmahl ist vom Herrn selbst in den Kreis seiner Apostel hinein gestiftet und ihnen anvertraut worden. Das weist darauf hin, dass die Vollmacht zur Verwaltung dieses Sakraments im Apostelamt liegt. Insofern ist nach unserer Glaubensauffassung die Wirkung des Abendmahles in anderen christlichen Kirchen eingeschränkt. Es wird wohl als Gedächtnis-, Gemeinschafts- und Dankesmahl begangen, die wahre Vergegenwärtigung von Leib und Blut Christi ist nach unserem Glauben jedoch nur dort möglich, wo das bevollmächtigte Amt wirkt (7. Glaubensartikel in FuA auf nak.org).

Die in den Herzen brennende Frage: "Wird das Abendmahl anderer Kirchen abgewertet durch die Aussage, dass dieses Sakrament durch einen vom Apostel bevollmächtigten Amtsträger ausgesondert und gespendet werden muss?" beantwortet sich quasi selbstvorbildlich von selbst. Das Heilige Abendmahl verstehen die Nakoliken u. v. a. als ihr Bekenntnismahl, zu dem der Glaube an die "wiederkommende Brautheimholung" ebenso gehört wie der Glaube an die Wirksamkeit unser gegenwärtigen Amtskörper der Apostelendzeit.

Im Fehlen dieser abendmahlsessentiellen Glaubensinhalte liegt nach nakolischer Apostellehre die Ursache dafür, dass die Wirkung der Heiligen Abendmähler in allen anderen christlichen Kirchen uneingeschränkt eingeschränkt sein muss.

Diese nakolischerseist apostulierte Beschränktheit trifft eben gerade deshalb nicht auf den us-amerikanischen NaC-Hostienversand zu, da dieser mit seinen Glaubenspackungsinhalten selbstbildgerecht organisiert ist (siehe auch "contents of the packages"):
    • Questions may arise regarding the validity of sending consecrated
      Holy Communion wafers via the mail. Our new catechism sheds
      light on this subject and explains our understanding that the
      consecration remains valid until it is received by the soul for which
      it was intended. Therefore each month Apostle Orlofski visits the
      Chicago office and in a solemn ceremony in the Chicago Northside
      church, consecrates the Holy Communion wafers to be mailed.
      For these linked members the consecration remains valid for the
      entire month as intended. However, in our congregations, the
      consecration is repeated in each divine service because there is
      an intention to celebrate the offer of Christ according to our liturgy.
      (NaC USA Vision spring 2013 Page 5).
Thema ist die na-amtliche Konsekration. Eine vollkirchgültige nakolische Kon- rsp. Transsubstantiation bleibt rechtskräftig, bis sie von dem Mensch konsumierend inkorporiert wird für den sie bestimmt war. Und das geht so: NaC-US-Apostle Orlofski besucht das NaC-Chicago-Office und konsekriert monatlich die obligatorischen Oblaten für den Weiterversand (die Nac bezieht ihre Oblaten entweder aus Brinkmanns Hostienbäckerei oder aus afrikanischer Produktion der Wafer Bakerys in Lusaka bzw. Kapstadt). Die Frage nach dem Verfallsdatum der konsektierten Oblaten wird durch den Spring-Artikel „Connecting our isolated members“ allerdings nicht beantwortet.

Auch ein möglicher stellvertretender Konsum von konsektierten Wafern durch die zahlreichen Amtskrippen – wie an Verstorbenen durch Apostelamtskörper praktiziert -, ist zur Versorgung der "Isolated Members" nicht vorgesehen. Da hat die Amtskrippe gegenüber dem Mail-Versand das Nachsehen.

Die mustervollkirchgültige na-amtliche Konsektnaktion ist das eine – der Konsum dieses ewig vollgültigen Opfers das andere („Ultimately, we recognize that the eternally valid sacrifice of Jesus Christ as offered within the sacrament of Holy Communion is only really valid to the degree it is believed by the recipient)”. Die ewig vollgültige Gültigkeit ist nakintern nur insoweit wirklich gültig, wie sie vom Konsumenten (Recipienten) geglaubt wird (nakintern jenachdem be- oder eingeschränkte Vollgültigkeit Jesu).

Nakinterne Amtskrippen gelten per selbstbildgerechter = nakechismuskonformer Definition als 100%ig uneingeschränkt!

Und so ist es Kolbs Wunsch, dass sein kurzer „Wafer-mail-Prozess“ (Marke „Lucullus“?) – gekoppelt mit der Möglichkeit des Konsums von NaC-TV / Chief-Apostle-DVD-Konserven / Service-Essenzen (Gottesdienstkonzentrate) – die angeposteten Gotteskinder in die geistliche NaC-Nachfolge bringt, um so deren Beziehung zu Jesus zu fördern und die NaC-Konsumenten in der angebrochenen Apostelendzeit für das brautheimholende Wiederkommen Christus fit zu machen ("It is our sincere wish that this process, coupled with the possibility of connecting to live divine services through NACtv, will bring our linked members into our spiritual fellowship, further their relationship with Jesus Christ and prepare them for His return").

Wie Kolb seine „Isolated Members“ mit seinem „Wafer-mail-process“ connected und collected, dürfte nakintern für Kornbauern als mustervollkirchgültig heimwegweisend gelten.

s.

GG001

Re: Auf der anderen Seite des Grossen Teichs II

#33 Beitrag von GG001 » 06.04.2013, 17:07

PREDIGT DES STAMMAPOSTELS NIEHAUS ZUM ABENDMAHL IN DER NEUAPOSTOLISCHEN KIRCHE
Quelle: Neuapostolische Rundschau, 23. Jahrgang Nr. 19, Sonntag, 6. Mai 1917, Seite 81f., Neuapostolische Rundschau,
23. Jahrgang Nr. 20, Sonntag, 13. Mai 1917, Seite 85f.

Es handelt sich hier um einen Auszug aus einem frueheren Beitrag im anderen Forum.

Nun haben wir heute, wie bereits in der Rundschau vom 25. März zu lesen ist, eine Veränderung in dem Genießen des heiligen Abendmahles. In unserer Zeit ist schon mancherlei geschrieben und angedeutet, auch die Frage laut geworden, wie einst bei der Hochzeit zu Kana: sie haben keinen Wein. Wo dieser zur Neige geht und unerschwingliche Preise sind, wie mir geschrieben, dass bald keine Flasche mehr unter 4 bis 5 Mark zu haben ist. Bei dem großen Bedürfnis, das die Apostolischen im Bezug des Genusses vom heiligen Abendmahl haben, können wir nicht mehr genügend bekommen. Wir haben auch schon Zuflucht bis zur Hälfte von Wasser genommen, auch da würden wir nicht auskommen und müssten schließlich Wasser nehmen, aber es soll doch Wein sein.

Zurzeit, als Apostel Oosbree hier war, machte er mich schon aufmerksam, dass in Holland von Sanitätern und Ärzten immer hingewiesen wird auf die Gefahr der ansteckenden Krankheiten und Seuchen, die in Holland schon viel eingeschleppt wurden. Wir haben dem auch schon früher in Hinsicht der Schwerkranken Rechnung getragen. So bei Tuberkulose, Mundfäulnis, Gesichtskrebst u. dgl. Diese mussten wir vom gemeinschaftlichen Genießen des heiligen Mahles ausschließen und brachten diesen das Mahl ins Haus. Wir haben auch so allerlei Vorkehrungen getroffen, der Kelch wurde mit einem Tuch beim jedesmaligen Trinken abgewischt und von dem Dienenden gedreht. Es sollte dadurch verhindert werden, nicht mit Anstoß des Gewissens das heilige Mahl zu genießen. Auch ist bemerkt worden, dass der Kelch sogar von dem Trinkenden gedreht wurde. Also ein Zeichen des Gewissens. Alle Vorkehrungen haben sich nicht bewährt und sind bisher nur eine Aushilfe gewesen. Ich habe schon zu den dienenden Brüdern gesagt, wir, die wir als erste aus dem Kelch trinken, können das nicht so beurteilen, als wie die, wo schon Hunderte von dem einen Kelche getrunken haben. Von Jesu steht zwar geschrieben, so ihr etwas Tödliches trinken werdet, wird es euch nicht schaden. Auf dies Wort hin würde ich es aber noch niemand empfehlen. Ich würde nicht sagen: trinkt nur was Tödliches, es schadet euch nichts, denn so und so hat der Herr gesagt.

Auch ist der Übelstand bemerkt worden, dass ja manche nur an dem Kelch nippen, kaum denselben mit den Lippen berühren. Bei Damen mit großen Hüten kann überhaupt der Diener nicht sehen, ob dieselben aus dem Kelch bekommen oder nicht. Angesichts dieser Übelstände und was die Zeit so mit sich bringt, wurde zunächst die Frage aufgeworfen: was nun machen? Der liebe Gott hat uns durch die Erkenntnis dahin geführt, woran früher nicht zu denken war, dass die Möglichkeit sei, die Taten Jesu auf brieflichem Wege den Verlangenden zu übermitteln. Wo so viele Schreiende waren, namentlich in anderen Ländern, wo überhaupt kein Priester hinkam, um ihnen den geistigen Hunger zu stillen.

Der Krieg hat nun diese Frage gelöst und Gott hat die Erkenntnis dazu gegeben. Tausende loben und danken, dass sie nun auf brieflichem Wege die Taten des Herrn zugesandt bekommen. Viele haben mir schon geschrieben, wenn es heißt, auf in den Kampf, den Tod vor Augen, hatte sie dann noch ein Stückchen geheiligtes Brot, was sie noch zuvor hinnehmen konnten, so waren sie beruhigt, getröstet und hatten sich gesagt, ich habe die Taten Jesu genossen, die Versöhnung ist da, nun komme es, wie es will. Dies Zeugnis bringen Tausende. So ist es aber doch nicht, als wenn es in der Gemeinschaft genossen wird. Vergleichsweise will ich erwähnen, wir wollten ohne Gesang, ohne Gebet, ohne Predigt, sofort, wenn wir in die Kirche kommen, das heilige Mahl austeilen, dann wäre die Befriedigung, das Seligkeitsgefühl auch nicht so. So geht's auch denen im Felde. Erst muss die Zubereitung stattfinden.

Der liebe Apostel Bischoff schrieb mir aus dem Felde, in seinem ganzen Leben, solange er apostolisch sei, hätte er das heilige Abendmahl nicht in dem Werte genossen, wie jetzt in Anbetracht der Kriegsgefahren. Jetzt könne er selbst davon Zeugnis geben, dass es eine Gotteskraft in sich trage, die selig macht. Er schrieb mir von der weitergehenden Erkenntnis Gottes unter anderm auch, dass ihm der eingeschlagene Weg ein Gotteswunder sei. Nach großen Kriegen sind auch stets Seuchen aller Art aufgetreten, und jetzt schon klopfen diese Finger an die Türen. Es wird ja alles getan, um den Würgengel unter der Gewalt zu behalten. Wir wissen aber, nicht an allen Türen geht er vorbei. Ich schrieb den lieben Aposteln, dass wir doch nicht voraussehen können, ob Krankheiten und Seuchen ausbrechen und dadurch schließlich die Gottesdienste geschlossen werden müssen. Wenn wirklich noch eine Zusammenkunft stattfinden darf, aber der gemeinschaftliche Genuss des heiligen Abendmahls würde wegfallen müssen. Dann auch, wer kann sagen, was die Zukunft mit sich bringt, gedenkend an das Wort, dass die Zeugen nicht mehr Berechtigung haben, Gottesdienste zu halten. Auf welche Weise sollten da die Kinder Gottes das Brot des Lebens empfangen? Auf diesem eingeschlagenen Wege gegenüber den vielen Tausenden im Felde wäre es noch möglich, da könnten die Gläubigen noch so unter der Hand das Brot erhalten.

Ich habe mich dann mit der Frage an die Apostel gewandt, ob die Taten von uns ausgesondert für die vielen im Felde denselben Wert hätten. Nun, wer wollte das in Abrede stellen, wo es so viele bezeugen? Da habe ich gesagt, ist das heilig für die vielen Tausenden im Felde, dann ist es auch heilig für uns, die wir hier sind. Dann kommt weiter die Frage, wie soll es nun sein? Es sind verschiedene Apostelbezirke, die haben noch für ein Jahr Wein. Da habe ich gesagt im Vergleich zur heiligen Taufe, es sind da Gemeinschaften, die stecken oder tauchen ganz unter Wasser, uns genügt die Besprengung. Jene aber sagen, es sei keine Taufe, es muss ein Untertauchen stattfinden. Dazu erwähne ich die Worte Luthers: Wasser tut es nicht, sondern das Wort, so mit und bei dem Wasser ist. Aber das Wasser muss da sein, ob nun viel oder wenig, darüber machen wir uns kein Gewissen. Denn das Wasser ist nicht die Hauptsache, sondern die hineingelegte Tat Jesu. Wir führen aber auch keinen Streit über das viel oder wenig Wasser.

So habe ich gesagt: wer viel Brot resp. Wein hat, der bereite ein Essen, darum werde ich nicht zankend offenbar, denn hier in der Nacht haben sie sicher mehr Brot gegessen und Wein getrunken, als wir jetzt beim heiligen Mahl. Man hat ja schon allerlei Versuche gemacht in den Kirchen, um dem Gewissen keinen Anstoß zu geben beim Genießen des heiligen Abendmahls. So wollte man, dass jeder einen kleinen Kelch für sich hatte. Da kommt dann wieder der Standesunterschied. Der eine hat einen silbernen, der andere einen goldenen oder gläsernen, dazu der Unterschied in der Größe. Ob sie dieses durchgeführt haben, weiß ich nicht. Solange sich keiner ein Gewissen macht, geht alles. Ist aber erst das Gewissen geweckt, besonders durch die jetzigen Verhältnisse in bezug der Krankheitsgefahren, dann wird das heilige Abendmahl mit Anstoß des Gewissens genossen und der Segen ist dahin. Auch sind mitunter Personen, die sehr stark übelriechenden Mundgeruch haben. Trinken die nun aus dem Kelche, so bekommt der Nächstfolgende noch den Hauch davon. Da regt sich auch das Gewissen. Es ist sogar vorgekommen, dass dem Nächstfolgenden dadurch übel geworden ist. Sollten solche Kranke vom gemeinschaftlichen Genuss ausgeschlossen werden, so ist es für diese peinlich.

Der liebe Apostel Oosbree teilte mir noch mit, dass sie das Brot einzeln in den Wein getaucht hätten und den Gliedern dargereicht.

Ich aber sage, dazu ist das Brot zu dünn, weicht auf und klebt an der Hand, dann muss dieses aus der Hand geleckt werden. Dabei habe ich auch wieder meine Nebengedanken. Vor dem Diente das viele Händereichen, das Geländerabwischen u. dgl., dann soll ich meine Hand ablecken. Wenn ich auch nicht ganz peinlich bin, doch das möchte ich auch nicht. Nach allen diesem Hin- und Hererwähnten habe ich gesagt, sind da die vielen Tausenden mit der Betröpfelung zufrieden, sind wir es auch. Das Brot wird mit drei Tropfen Rotwein getränkt, so dass es zu sehen ist. Die Form unseres Brotes bleibt, denn die entspricht dem Wesen. Das Bild hat ja keine Bedeutung und doch auch wieder, denn das Auge will auch etwas haben. Haben die lieben Apostel nun Brot, mögen sie ein Essen bereiten, haben sie die Fülle des Weins, mögen sie aus dem Kelche trinken. Ich aber habe gesagt, wir in unserm Bezirk machen mit dem heutigen Tage den Anfang, und wohl so: wir genießen den Leib und das Blut in einem vereint. Der Prozentsatz des Leibes ist ja doch der größere. Nun, es ist in der Form nach auch so. Es findet ein Beträufeln des Brotes statt. Somit kann nun von jedem das heilige Abendmahl genossen werden, ohne Anstoß des Gewissens und der Segen bleibt.

Nun könnte es ja wieder heißen, die Diener fassen das Brot auch mit den Fingern an. Da ist leicht Abhilfe zu schaffen. In dem kleinen Zimmer, die ja überall sind, kann ein Waschbecken stehen, die dienenden Brüder reinigen sich zuvor die Hände. Das mit drei Tropfen getränkte Brot, welches zuvor geheiligt und gesegnet wird, reichen die dienenden Brüder dar mit den Worten: Nehmet hin den Leib und das Blut des Herrn, denn in dem Stück Brot ist also beides hineingelegt, die Taten Jesu und das vergossene Blut. Auf solche Weise genießt der eine wie der andere, durch die Überzeugung und durch den Glauben, die hineingelegten Taten Jesu. Auf das Viele kommt es nicht an. Wie ich auch erwähnt habe von der Taufe.
Nach der Erkenntnis, die der liebe Gott gegeben hat, kann das heilige Mahl nun genossen werden ohne Anstoß des Gewissens. Wem es nun nicht heilig ist, der lasse es. Ich habe gesagt, wir müssen uns in die Zeit schicken. Ist kein Wein mehr zu haben, dann muss das Brot beträufelt werden mit Wasser. Das ist ja auch Natürliches. Solange soviel Rotwein zu haben ist, soll damit die Beträufelung stattfinden. Wenn es nun noch heißt von dem Segnen des Kelches, dann muss ich auch den Teller segnen, worauf das Brot liegt. Es handelt sich aber weder um Teller, noch um Kelch, sondern um das, was darin ist. Nun wollen wir damit den Anfang machen und ich sage für mich, es befriedigt voll und ganz ohne Anstoß des Gewissens, und dazu noch diese Einfachheit. Komme ich in eine Versammlung, wo achthundert oder tausend Personen und noch mehr darüber sind, wieviel Zeit nimmt da das heilige Abendmahl in Anspruch nach der bisherigen Weise. Jetzt aber, welche Einfachheit.

Ich für meine Person begrüße diese Einrichtung durch Gottes Erkenntnis gegeben. Ich genieße durch das Brot beides. Die dienenden Brüder sagen jetzt beim Reichen des Brotes: Nehmet hin den Leib und das Blut des Herrn, für euch vergeben und vergossen. Wer es nun glauben mag, der glaube es, und wem es nicht heilig ist, der lasse es. Wir wollen noch den letzten Vers singen von dem Liede Nr. 80 und dann wollen wir uns beugen.

Auszug aus einem Beitrag bei http://forum.glaubenskultur.de/viewtopi ... 214#249214 vom 2007-11-07

Ausgesonderte Hostien mit den Weintropfen nicht nur darzureichen, sondern sie auch zu versenden war 1917 aus der Not geboren.

GG001

Re: Auf der anderen Seite des Grossen Teichs II

#34 Beitrag von GG001 » 15.05.2013, 16:20

Kierkegaard: Einuebung im Christentum. Zwei kurze ethische religioese Abhandlungen.

Anscheinend hat die "Our Family" Bezug genommen auf einen Artikel Kirekegaards "Ueber den Unterschied zwischen einem Genie und einem Apostel". Waehrend schon der Titel Anlass zum Nachdenken geben koennte, blieben dem amerikanischen Leser auch nach dem Lesen des OF-Artikels noch Fragen offen.
Kierkegaard and the Apostle ministry
Kierkegaard once wrote an interesting treatise on the subject of genius and apostleship, in which he described the Apostle ministry as follows: "An Apostle is not born. An Apostle is a man who has been called and appointed by God and sent out with a commission from him. ...He does not become any smarter as a result of this calling. He does not receiver greater imagination or mental acumen. ...An Apostle is what he is because he has received divine authority" (free translation from Uber den Unterschied zwischen einem Genie und einem Apostel {"On the difference between a genius and an Apostle"} in: Soren Kierkegaard: Einubung im Christentum. Zwei kurze ethische religiouse Abhandlungen. {Practice in Christianity. Two minor ethical-religious essays.} Das Buch uber Adler, Municgh 1977, pp. 301-315).
Mehr im Nacboard.

shalom
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Re: Auf der anderen Seite des Grossen Teichs II

#35 Beitrag von shalom » 06.07.2013, 10:23

[urlex=http://www.bischoff-verlag.de/public_vfb/pages/de/family/news/130704flaggschiffe.html][ = > MYBISCHOFF ][/urlex] hat geschrieben:
Strukturreform USA: Flaggschiff-Kirchen statt Streugemeinden (4. Juli 2013)

Chicago. …Dazu wird es Flaggschiff-Gemeinden geben, die über 100 aktive Mitglieder zählen. Kleine Nachbargemeinden werden integriert, mittlere und kleinste Gemeinden in der Ferne assoziiert.

Innerhalb von acht Jahren sollen rund 50 Flaggschiff-Gemeinden gegründet werden mit dem Ergebnis, dass eine optimale Versorgung alle Gemeindegruppen, ob in großen oder kleinen Kirchen, mit der gesamten kulturellen und geistlichen Bandbreite bei optimaler Ausschöpfung der begrenzten Ressourcen gewährleistet wird.

Werte Flaggschiffneuapostolische, liebe Assoziierungstreuapostolischen und all ihr Strukturreformneuapostolischen 8),

unterhalb des Apostolates sollen also Kompetenzteams etabliert werden :mrgreen: .

In diesen Kolbschen-Kompetenz-Teams hat künftig jeder bevorzugt das zu tun, was er [oder auch sie :wink: ] am besten tun kann und will. Dieses Kolbsche-Kompetenz-Konzept „soll zu deutlich höherer Kompetenz im Rahmen von Seelsorge und Gottesdienst führen und den Amtsbrüdern das sichere Gefühl verleihen, dass sie nicht mit einer ungeliebten Aufgabe überfordert werden“.

Das betrifft sowohl den geistlichen Aspekt gemäß § 12 (Gottesdienst / Seelsorge) als auch den organisatorischen Teil der Strukturreform gemäß § 6.5 (NaK’s als Institutionen).

Gleich unterhalb eines der Letztentscheiders (Baps / Daps als Admirale) würde demnach ein Flottenverband aus lauter Flaggschiffen – im alten Denken glaubensvulgär noch als Bezirke bezeichnet? -, kirchenrechtlich unselbständig als statische "Leuchttürme" (gestrandete Flaggschiffe?) dem neuen leonardinischen Gedanken folgen („Leidenschaftlich und wortgewaltig wirbt der Bezirksapostel in der neuen Vision-Ausgabe, das alte Denken hinter sich zu lassen und dem paulinischen Gedanken zu folgen, das Neue zu ergreifen zum Wohl und Heil nicht nur derer, die betroffen sind von Gemeindeauflösungen und -zusammenführungen, sondern auch als künftiger Leuchtturm für alle Sinn- und Heilssuchenden“).

Dabei gilt zu bedenken: „Als Flaggschiff wird das Führungsschiff eines Kriegsschiffsverbandes bezeichnet. Von diesem Schiff aus führt der Flaggoffizier (marinetypische Bezeichnung eines Admirals) mit seinem Stab den Verband. Das Flaggschiff führt im Regelfall die Flagge des Befehlshabers bei Tag und Nacht(Wikipedia). Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, das Dap Leonard 50 Flaggschiffe mit 50 Admirälen meint, sondern dass es sich bei seinen geplanten 50 "Flaggschiffen" lediglich um ferngesteuerte "Drohnen" handelt, wo halt ein paar Leutchen an Bord Dienst haben und ein Befehlsempfänger im mittleren Management die Kommandos an Bord weitergibt und die Beute seiner Streifzüge in der Zentrale abzuliefern hat.

Die Flagge der HMS NaKi sieht in etwa so aus: (NaKi-Wimpel). Musikalisch werden die Admiräle von „Piraten der Karibik“ untermalt (was glaubenskulturell mittlerweile zum apostelamtlichen Standard gehört).

Inhaltlich scheint Dap. Leonards Werk der Abklatsch der Visionen zu sein, die weiland von Dap. Klingler in die alte neuapostolische Glaubenswelt gesetzt worden waren (Wohlfühlflaggschiffe, Wiederfindungsleuchttürme, Musik, Gottesdienst, Technologie und die ganze Bandbreite kultureller Vielfalt…). Allerdings geht Kolb in unbiblischer Manier von einem 8-Jahresplan aus.

Anders als bei der Marine – auch da gibt es spezielle Formen der Kommunikation – sollen in der neuapostolischen Apostelflottille die bisherigen vertikalen Verwaltungs- und Kommandostrukturen neu geordnet werden. Allerdings darf weiterhin nach oben zu Gott gebetet werden. „War bislang jede Gemeinde von unten nach oben über die Amtshierarchie mit der Kirchenleitung verbunden, so tritt an die Seite dieses alten Kommunikationsmodells die horizontale Vernetzung der Geschwister, Gemeinden, Amtsträger“. Amtsprache soll weiterhin das bewährte neubabylonisch sein.

Bezirksapostel sollen sich – ihr altes denken über Glaubensbord werfend – neuerdings also horizontal vernetzen :mrgreen: .

Und wenn man sich betrachtet, was im Netz Dap. Leonards bis heute hängen geblieben ist, dann scheinen es 50 Flaggschiffe mit je 100 Kandidaten (Leichtmatrosen) zu sein. 5.000 Naktivistinnen in ganz Nordamerika! Und der Stapellauf der 50 Flaggschiffe besiegelt das Ende einer ganzen Menge an "Gemeindebooten". Erst abrackern - dann abwracken.

Wie ausgerechnet dieses Konzept es schaffen soll, die: „geistliche Bandbreite bei optimaler Ausschöpfung der begrenzten Ressourcen“ gewährleisten zu können bleibt diffus. Ist für Dap. Leonard der Gott seines Apostolates nur eine „begrenzte Ressource“ ähnlich wie ein Versorgungsschiff, das fernab von Häfen die Logistik der Flaggschiffe sicherzustellen hat? Gibt sein Selbstbild nicht mehr her? Und ausgerechnet die Assoziation mit "Flaggschiffen" mag zwar schmeicheln, jedoch wären für mich unter dem Aspekt der "Kirche Jesu Christi" eher Gedanken an eine "Arche Noah", an einen Seenotrettungskreuzer oder an ein Lazaretschiff in den Sinn gekommen.

Flaggschiffe - Vollsinnigkeit der neuapostolischen Admiralität.

Der neuapostolische Glaube ist per se eine begrenzte Ressource, wie die Verpuffung der Botschaft deutlich machte und auch sonst suchen sich die herrschenden Letztentscheider hauptsächlich die Rosinen aus der Bibel als Mehr- und Nährwert heraus, um die Überflüsse in ihren Kornkammern zu bunkern.

Dap. Kolb spricht aber auch die „geistliche Bandbreite“ des Neoapostolizismus an. Diese Bandbreite ist doch bitteschön seit 1896 – dem Jahr der Erfindung des Stammapostelamtes - das Resultat deren Personalpolitik (Ordinationsstrategie). Und da sind die na-amtlichen Scheuklappen schon bandbreitenverschmälernd, um das Rauskegeln von Seelsorgern wie Kuhlen oder Sepers einmal zu bezeichnen. Und in dem allerneuestem Nakechismus – auf den sich Dap. Leonard ausdrücklich beruft – erkenne ich auch keine Bandbreitenverbreiterung, sondern eher eine Bandbreitenbetonierung zur Aufrechterhaltung des Opferkultes für die Nutznießer.

Bei soviel Selbstbildsegen kann doch alles nur wieder gut bleiben und man kann beruhigt sagen: „Im Westen nichts Neues“.

s.

GG001

Re: Auf der anderen Seite des Grossen Teichs II

#36 Beitrag von GG001 » 10.07.2013, 08:59

Aus dem Nacboard:
150 yrs of steaming piles of BS

I got the July issue of Our Family in the mail yesterday. I read with great interest the article written by “so called” District Apostle Rüdiger Krause entitled “Our Roots.”

One line in particular caught my attention. Krause opines “In January 1863, the congregation under the leadership of Bishop Friedrich Wilhelm Schwartz accepted the calling of Apostle Rudolf Rosochacky. The rest of the story is known.”

Is that right? NAC congregations can and do accept the calling of apostles, even when the College of Apostles does not? Since when? The NAC continues to further the perpetuation this lie over and again. If Rosochacky really was a NAC “apostle” why did he recant this position and return [in disgrace] to the CAC? By what authority were the subsequent “apostles” called?

Later Krause editorializes:

“For both the CAC and the NAC, the reoccupation of the Apostle ministry was the foundation for all further developments. Intensive Bible study and the search for truth borne out of the divine Spirit caused the Lord to once again personally occupy this ministry.”

There are numerous problems with this faulty logic:

1.) The Apostolate of the CAC flatly rejected the calling of Rudolf Rosochacky as an “Apostle.” The congregation did not and never did have the authority to accept this calling, when the Apostolate did not.

2.) Rosochacky was the only NAC apostle active when he recanted [his bogus calling] and returned to the fellowship of the CAC. Therefore, the Hamburg congregation, if they really believed Rosochaky to be an “apostle” should have followed him and returned to the CAC.

3.) According to every NAC doctrine and dogma I have been exposed to, the Lord causes mankind to accept in faith, His will for them. Since when does the action of men cause the Lord to do as mankind – however well intentioned they may be – to act as they expect Him to act?

Bottom line, this was never taught accurately in Religious Instruction or Confirmation. Furthermore, revisionist history – which is so prevalent in the NAC – continues to perpetuate inaccurately the events of its beginnings. I, for one, ask why?

IM4GZUS
http://nacboard.yuku.com/sreply/90475/1 ... ty-Poopers
Glossar:
BS = bullshit

GG001

Re: Auf der anderen Seite des Grossen Teichs II

#37 Beitrag von GG001 » 11.07.2013, 15:13

Fundstueck aus der "Our Family" vom Juni 2013:
BatP hat geschrieben:
deaconess wrote:

From the June 2013 Our Family, "Central to the divine service", p.33

"Since Jesus is thus also present in the congregation as the crucified, resurrected, and returning Lord, His sacrifice is commemorated in special fashion in Holy Communion. This does not mean, however, that the presence of Christ alone results in forgiveness of sins. This requires the absolution which precedes the sacrament."



According to the New Apostolic Church, one's sins cannot be forgiven unless a man recites the absolution.
Fascinating. So, Christs sacrifice is not living, but "memorialized" "in special fashion". And is activated by the vocalization of the absolution by a band of self-appointed holy men. Hoo-boy. The (red-faced) Holy Trinity out in front of the Angel Hordes has got to be close behind.
Aus dem Nacboard

Findet sich das so auch in der deutschen Ausgabe? Die lesen vielleicht auch die Weltanschauungsbeauftragten der Kirchen.

_

Re: Auf der anderen Seite des Grossen Teichs II

#38 Beitrag von _ » 11.07.2013, 17:20

This does not mean, however, that the presence of Christ alone results in forgiveness of sins. This requires the absolution which precedes the sacrament."
Uh? Isn't it taught nowadays in Germany that the Holy Communion has nothing to do with forgiving of sins, and is solely invoked by the recital of the absolution? This is a major pet peeve of mine - since in my point of view, forgiving sins was decided once and for all by Jesus' sacrifice and depends thus on the atonement of the sinner only.

GG001

Re: Auf der anderen Seite des Grossen Teichs II

#39 Beitrag von GG001 » 11.07.2013, 22:04

_ hat geschrieben:
OF hat geschrieben:This does not mean, however, that the presence of Christ alone results in forgiveness of sins. This requires the absolution which precedes the sacrament."
Uh? Isn't it taught nowadays in Germany that the Holy Communion has nothing to do with forgiving of sins, ...
Es gab zwar schon sehr abenteuerliche Verbindungen zwischen Suendenvergebung (Freisprache) und Abendmahl (Quittung). Um die heutige Lesart zu w i s s e n , muesste ich aber den erst neuapostolischen Katechismus studieren. Muss ich? Nein.

"Taught in Germany" ... das war gut. Die Frage sei trotzdem noch einmal gestattet: steht eine entsprechende Erklaerung auch in der "Unsere Familie"? Das waere schliesslich zu erwarten.
.. and [Holy Communion] is solely invoked by the recital of the absolution?
Mir ist nicht klar, ob Sie mit "invoked" eine Verknuepfung zwischen Absolution und Abendmahl herstellen wollen oder nicht.
This is a major pet peeve of mine - since in my point of view, forgiving sins was decided once and for all by Jesus' sacrifice and depends thus on the atonement of the sinner only.
Ja. Yes.

Die Aussage in der Our Family widerspricht dieser christlichen Lehre (vielleicht sollte ich noch eine Betonung auf 'lutherisch' legen). Wir sind wieder bei dem, was schon die Schreiberin im Nacboard in Frage stellte und was die Christenheit anders kennt: die laut NAK zwingende Notwendigkeit der Freisprache und somit die unmittelbare oder mittelbare Einbeziehung des neuapostolischen Apostels, damit dem Menschen seine Suenden vergeben werden koennen. Sprich: das Opfer Christi "funktioniert" nur ueber ganz bestimmtes autorisiertes Bodenpersonal und auch dann nur in Form einer ganz genau definierten Liturgie. Da liegt der Hase im Glaubenspfeffer.
DAp. Freund 2003:

You can't walk up to a guest and say, Do you know you've never had your sins forgiven? Do you know you haven't been sealed with the Holy Spirit? Now, surely those things are true, but that isn't any way to draw souls. That's going to make them think we think we're better than we are. And that's not getting the foot in the door. The foot has to go in the door quietly and nicely and then win their hearts and then comes the time to talk about how it should be and how it is and what we believe.
Aus dem Nacboard

R/S
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Re: Auf der anderen Seite des Grossen Teichs II

#40 Beitrag von R/S » 12.07.2013, 10:15

Sprich: das Opfer Christi "funktioniert" nur ueber ganz bestimmtes autorisiertes Bodenpersonal und auch dann nur in Form einer ganz genau definierten Liturgie. Da liegt der Hase im Glaubenspfeffer.
Das Problem ist, dass das NAK-Bodenpersonal dies aus dem sog. Vollmachtsbefehl Jesu (Joh 20,23) übernehmen zu können glaubt. Tatsächlich steht dies auch so in der Bibel.

Erst wenn man/frau hinter die biblischen Kulissen blickt und dabei merkt, dass der biblische Sündenvergebungszusammenhang in zahllosen Varianten - sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament - auftaucht, wird man ob dieses Vollmachtsbefehls ein wenig argwöhnisch. Dann kommt man so langsam in die innere Disposition, um den johanneischen Vollmachtsbefehl vor dem Hintergrund von Zeit, Kultur und Gemeindesituation besser zu exegetisieren und man stellt zunehmend fest: Es ging nicht um eine spezifisch mittlerschaftliche Sündenvergebung, sondern primär wohl um die Frage nach der Legitimation von Gemeindeleitern in Fragen der Sündenvergebung, die allesamt keine zeugenschaftliche Legitimation ausweisen konnten (die Jünger Jesu waren längst gestorben). Offensichtlich waren im ausgehenden ersten Jh. bereits Gemeindepraktiken entstanden, welche sich mittels einer mittlerschaftlich gespendeten Sündenvergebung mehr Zulauf oder höheren Status versprachen, vielleicht sogar eine geglaubte Jesutradition missverstanden oder missinterpretierten.
Es gibt zahlreiche Gründe für diesen Schwenk hin zu einer mittlerschaftlichen Amtsgewohnheit, nur beißen sie sich allesamt mit den jüdischen Vorstellungen der Sündenvergebung, die erstens alleine Gott zusteht und zweitens eigene Vorleistungen voraussetzt, aber keine menschlichen Mittler.
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich…; und irgendwann – wenn sich die Wahrheit nicht mehr leugnen lässt – imitieren sie dich. (In Anlehnung an M. Gandhi)

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