Cemper,Cemper und nochmals Cemper

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Kristallklar
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Re: Cemper,Cemper und nochmals Cemper

#191 Beitrag von Kristallklar » 10.05.2012, 10:14

Cemper hat geschrieben: Auf jeden Fall sind diese ehemaligen Mitglieder und nun Kritiker der NAK - nach allem, was ich gelesen habe - weit von dem Qualitätsniveau konfessionskundlicher Arbeiten entfernt.
Sehr interessant.
Muss ich vielleicht Theologie studiert haben oder Akademiker werden, um Ihnen eine "konfessionskundliche Arbeit", die für Sie akzeptabel ist, vorlegen zu können?
Es schmerzt mich nicht im Geringsten, dass Ihnen die Vortragsart der Forumsmitgleider hier qualitativ niveualos scheint.

Nur, was Ihren Ansichten nahe kommt, scheint ihrem Beurteilsvermögen standhalten zu können,
doch so funktioniert die Welt nicht, auch Ihre nicht, Herr Cemper. Ich sehe eine absolute Null-Toleranz-Bereitschaft bei Ihnen.

Kristallklar

Cemper

Re: Cemper,Cemper und nochmals Cemper

#192 Beitrag von Cemper » 10.05.2012, 10:21

Werter Kristallklar - nein, das müssen Sie nicht. Es wäre aber hilfreich, wenn Argumentationen so klar sind, dass man weiß, wovon die Rede ist. Was mich und meine Toleranz betrifft - irren Sie sich. Sie verstehen teilweise nicht, was ich hier schreibe. Es geht mir darum, dass die Religionsfreiheit ernst genommen wird. Und zwar auch dann, wenn einem eine Kirche nicht gefällt. Und genau das gehört auch zur Toleranz. Diese Toleranz erwarte ich und zeige ich.

Cemper

Re: Cemper,Cemper und nochmals Cemper

#193 Beitrag von Cemper » 10.05.2012, 10:24

centaurea hat geschrieben:1.
Ich freue mich still und leise, dass Cemper aus der Reserve kam.

2.
Ich würde es sehr begrüssen, wenn Dr. Hempelmann, Dr. Fincke oder Dr. Utsch von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen sich auch regelmässig die Kritiker anhören und mit Ihnen auseinandersetzen würden. Selbstverständlich mit der notwendigen Neutralität. Aber darin sind diese doch sicher Profis!?

3.
Moderierte Runden zwischen NAK, deren Kritikern und ACK wären doch nett.

4.
Cemper hat geschrieben:... Vielleicht sollten wir ... einmal in Ruhe "von Angesicht zu Angesicht" sprechen. ....
Es ist nicht an mich gerichtet, aber ich gebe unumwunden zu, an so einem Gespräch in entspannter Atmosphäre hätte ich ausserordentliches Interesse. 8)


Allgemein:
Insgesamt habe ich den Eindruck, dass es der ACK nicht passt, dass die NAK-Kritiker so aktiv sind.

Dieser Umstand verhindert, dass man von Seiten der ACK über so einige Dinge bei der NAK hinwegsehen und eine "Zweck"-Aufnahme der NAK in die ACK vornehmen könnte. So nach dem Motto: "Die Zeit wird es schon richten" und "So schlimm wird es schon nicht sein".

Aber an allen Ecken und Enden verliert die Evangelische Kirche ihre Gläubigen an evangelikale, pfingstlerische und freikirchliche Gruppierungen/Gemeinschaften. Es ist ein starker Drang der Gläubigen nach einfachen Antworten und klaren Regeln, kurz Orientierung, vorhanden, was die Evangelische Kirche in Form von Schwarz-Weiss-Malerei so nicht bietet.

Umgekehrt gewinnen diese hoch aktiven Gruppierungen immer mehr an Einfluss auf die Evangelische Kirche.

In vielen Dingen sind diese Gruppierungen nicht sehr weit von der NAK entfernt. Und haben die gleiche Kritik verdient wie die NAK.
Nur das wird nicht thematisiert, das bleibt schön unter der Decke.

Die Evangelische Kirche hält das, warum auch immer, aus und läuft dabei Gefahr sich selbst zu verlieren. Vielleicht denken viele aus der ACK: "Das was die NAK ausmacht, finden wir doch auch in unseren Reihen zuhauf".

Was will ich sagen?

Die NAK-Kritiker sind wahrscheinlich von keiner Seite geliebt und werden eher als Störenfriede auf dem angestrebten Kuschelkurs unter dem Motto "Wir Christen müssen doch gegen die säkularisierte Welt zusammenstehen" empfunden.
Und, was auch unbedingt zutrifft, die NAK-Mitglieder vor Ort sind allesamt überwiegend ordentliche und schätzenswerte Zeitgenossen und Bürger. Da beisst die Maus keinen Faden ab. Man blickt wahrschenilich in Zeiten von zu reduzierenden Pfarrplänen etc. etwas bewundernd auf das vorhandene Gemeindeleben und die ehrenamtlichen Strukturen. Freilich ohne die Struktur dahinter zu durchschauen.

Das sind so ein paar Gedankensplitter, die mir in diesem sehr interessanten Thema hier gekommen sind.

Aber ich muss weiter und meinen Schreibtisch beackern...
Werter Centaurea -

tergram hat bedauert, dass ich Ihnen nicht geantwortet habe. Ich habe es nicht getan, weil mir nicht klar ist, was Sie eigentlich wollen und weil ich den Eindruck habe, dass Sie die Wahrnehmung der NAK wie die Wahrnehmung der Kritiker überschätzen und weil ich den Eindruck habe, dass Sie die Entwicklungen im Protestantismus eher "aus dem Bauch" (also ohne empirische Basis) beurteilen.

Die NAK ist für ACK-Vertreter, die für interkonfessionelle Kontakte zuständig sind, oder etwa für die Fachreferenten in der EZW selbstverständlich ein Thema. Das ist klar. Die NAK kann sogar ein interessantes Thema sein. Die über die NAK entstandenen konfessionskundlichen Monographien sind ja nicht geschrieben worden, weil "das Thema NAK nichts bringt". Theologen wie der derzeitige Jenaer Oberbürgermeister Dr. Schröter oder der inzwischen emeritierte Helmut Obst befassen sich doch nicht Jahre ohne ernsthafte Gründe mit dieser Kirche; sie nehmen diese Kirche auch nicht ohne ernsthafte Gründe ernst und gehen jedenfalls vernünftig mit ihr um. Aber außerhalb des Kreises derjenigen, die berufliche Zuständigkeiten haben, interessiert die NAK eher wenig. Ich habe hier schon einige Male zwei kleine Erlebnisse berichtet: Ich saß bei einer Pastorin beim Tee. Das Telefon klingelt. Die Frau telefoniert einige Zeit, kommt zurück und sagt mir: "Weißt Du, was die Neuap. Kirche für eine Kirche ist?" - Ich: "Ja, warum fragst Du?" - Sie: "Da war eben eine ältere Frau am Telefon, die in dieser Kirche ist und mich gefragt hat, ob sie mal mit mir reden kann - in einer Sprechstunde oder so." Ein anderes Beispiel: Ein Pastor ist bei mir. Ich zeige ihm einen ins Internet gestellten Filmbeitrag über die Amtseinführung des neuen Stammapostels der NAK. Der Mann hat sich das einen Moment angeschaut und gesagt: "Was es alles gibt ..." Und dann: "Lass uns nach nebenan gehen. Da sitzt man besser." Nebenan habe ich diesem Pastor, der in seiner Heimatstadt ACK-Kontakte hat, dann erzählt, dass die NAK in die ACK will. Um es abzukürzen: Der Gesprächsversuch blieb ergebnislos. Der Pastor sagte: "ACK - das ist auch so eine Art Kirchenkabarett."

So - damit hat es sich vorläufig "ausgecempert". Ich muss auch noch meinen Schreibtisch beackern ...

Cemper
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Matula
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Re: Cemper,Cemper und nochmals Cemper

#194 Beitrag von Matula » 10.05.2012, 10:32

Cemper, weniger ist oftmals mehr. Sie schreiben und schreiben und schreiben und sagen dem Grunde nach nichts Neues.

Fakt ist und bleibt, dass sich in der NAK, insbesondere in der Vergangenheit, sich nicht nur in Erziehungsfragen eingemischt worden ist und man den Eltern die göttlichen Ratschläge gab, wovon die Würdigkeit abhängig war, am Tag des Herrn dabei zu sein, wenn der Herr seine Braut zu sich nimmt.

Somit blieb Eltern denjenigen Eltern, die im gläubigen Aufschauen und in der treuen Nachfolge zu ihren Vorangängern standen faktisch nichts anderes übrig, als solche Ratschläge Gottes zu befolgen.

Man könnte auch einfach sagen, sie saßen in einer Zwickmühle.

Aber wie hier schon vielfach erwähnt, kann dieses nur jemand nachempfinden, der das selber er- und durchlebt hat.

Cemper

Re: Cemper,Cemper und nochmals Cemper

#195 Beitrag von Cemper » 10.05.2012, 10:46

Werter Matula - Fakt ist und bleibt, dass die NAK nicht auf dem Papier besteht, sondern in der Wirklichkeit mit je konkreten Menschen, und dass zu allem, was zwischen Menschen passiert, mindestens zwei gehören: einer, der etwas macht, und einer, der etwas an sich machen lässt oder der sich etwas gefallen lässt. Ich bin nicht so lebensunpraktisch, dass ich nicht sehe, dass es in diesen Zusammenhängen Schwierigkeiten als Folge von Beeinflussungen geben kann und gibt - und zwar bis hin zu psychischen Störungen. Ich bin aber auch nicht so lebensunpraktisch, dass ich die Individuen immer jenseits eigener Verantwortlichkeit sehe. Das ist mir zu bequem. Da braucht es auch kein "selber er- und durchleben".

Recht haben Sie, wenn Sie meinen, dass ich zu viel schreibe. Aber ich habe ja angedeutet, dass es sich - jedenfalls vorläufig - bald "ausgecempert" hat. Ich habe wirklich etwas anderes zu tun, als hier zu schreiben. Es ist ja auch - da haben Sie ebenfalls Recht - kaum noch etwas Neues zu sagen.

Adler

Re: Cemper,Cemper und nochmals Cemper

#196 Beitrag von Adler » 10.05.2012, 10:54

Liebe Fories,

es wurde ja hier schon mehrfach der Hinweis auf die Sinnlosigkeit hingewiesen, Herrn Cemper zu erklären wie ein von seiner Gemeinschaft "zerstörtes" NAK-Mitglied fühlt und empfindet.

Damit stellt sich Herr Cemper auf eine Stufe mit dem ehemaligen Leiter der NAK-Sekte, Herr Richard Fehr.
Auch Herr Fehr bestreitet es in seinem Buch "Betrachtungen eines Ruheständlers" dass es in der NAK Vorgänge gegeben habe, wie sie hier von vielen Usern dargestellt wurden.

Beide (Cemper und Fehr) betonen immer wieder, es habe sich lediglich um Einzelfälle gehandelt. Diese Behauptung wird immer wieder, nicht nur von der NAK (zB. auch von der RKK i.V. mit den Missbrauchsfällen) gebraucht. Leider wird aber dabei übersehen, dass sowohl das System in welchem diese sog. "Einzelfälle" auftreten, als auch die verbreitete Lehre, eine nicht unerhebliche Mitschuld und Mitverantwortung für derartige "Einzelfälle" trägt.

Alleine durch die permanent in der NAK gepredigten Drohbotschaften, wurde es möglich, dass einzelne AT derartige, übersteigerte und von einer Art Religionswahn zeugenden Eingriffe in das Privatleben der Mitglieder, in Form von Aussagen und Empfehlungen wie hier geschildert, vornehmen konnten. Somit waren zwar einzelne AT die Täter, aber das, was sie taten, taten sie aufgrund der Lehre bzw. der Aussagen von hohen AT dieser Gemeinschaft.

Wenn nun, selbst ein ehem. Leiter dieser Gemeinschaft, derartige Vorkommnisse leugnet, wie viel mehr sind da diese Dinge für einen nicht unmittelbar Betroffenen unbegreiflich.

LG Adler

Cemper

Re: Cemper,Cemper und nochmals Cemper

#197 Beitrag von Cemper » 10.05.2012, 11:04

Werter Adler -

erklären Sie mir bitte mal, ob Sie es für möglich halten, dass ein "von seiner Gemeinschaft 'zerstörtes NAK-Mitglied'" zu dieser Zerstörung selber beigetragen hat.

Und erklären Sie mir auch, wieso es in dieser einerseits kleinen Kirche, die andererseits aber (in Deutschland) immerhin so viele Mitglieder hat wie eine mittlere Großstadt Einwohner, so viele Menschen gibt, die nicht zerstört sind.

Und schließlich hätte ich auch gern eine Erklärung der Kritik an dem Begriff Einzelfall. Betrachten Sie mal eine Kirchengemeinde oder einen Kirchenbezirk oder die ganze NAK in Deutschland. Ab welcher Größenordnung würden Sie nicht mehr von "Einzelfällen" sprechen?
Zuletzt geändert von Cemper am 10.05.2012, 11:23, insgesamt 2-mal geändert.

tergram

Re: Cemper,Cemper und nochmals Cemper

#198 Beitrag von tergram » 10.05.2012, 11:06

Interessierten seien folgende Werke empfohlen - nicht von geistig unterbelichteten, lebensuntüchtigen und emotional verstörten Aussteigern geschrieben, sondern von Sozialpädagogen und Psychologen.

Kindheit in religiösen Gruppierungen - zwischen Abgrenzung und Ausgrenzung: Eine qualitative Studie
Stefanie Rauchfleisch (Autor), Franziska Weibel Rüf (Autor)

Die Sozialisation von Kindern und Jugendlichen in totalitären Sekten aus entwicklungspsychologischer Sicht, am Beispiel der Neuapostolischen Kirche und der Zeugen Jehovas.
Torsten Graef (Autor)

Der Weg ins Ungewisse: Der Einfluss des Aufwachsens in einer Sekte auf das Leben nach dem Austritt aus der Bewegung
Florence Ledermann (Autor), Rea Zwicky (Autor)

Die Kinder Gottes. Psycho-spirituelle Analyse der Entstehung, Lehre und religiösen Praxis einer Sekte
Georg Hirsch (Autor)

Sekten - Darstellung der psychologischen Manipulation
Petra Schweitzer (Autor)

Cemper kennt die Werke wahrscheinlich schon - sie liegen vermutlich in seinem berühmten Pappkarton.

Cemper

Re: Cemper,Cemper und nochmals Cemper

#199 Beitrag von Cemper » 10.05.2012, 11:11

Nein - kenne ich nicht (mit einer Ausnahme). Ich meine, dass solche Untersuchungen wichtig sind. Zugleich meine ich aber, dass man - wie bei allen Büchern - genau hinschauen muss. Manchmal haben auch größere Untersuchungen nicht mehr Inhalt als die Bitte an den lieben Gott, den Regen von oben nach unten fallen zu lassen.

In diesem Zusammenhang: Erklären SIE mir mal, warum die NAK hier praktisch nicht vorkommt:

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/13/109/1310950.pdf

Und außerdem interessieren mich auch nur kurze Hinweise dazu: Was haben die von Ihnen genannten Bücher mit der NAK zu tun? Ist die NAK dort ein Thema?

Matula
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Re: Cemper,Cemper und nochmals Cemper

#200 Beitrag von Matula » 10.05.2012, 11:12

Cemper, ich will ihnen eine Begebenheit schildern, etwa aus dem Jahre 1998.

In einem Jugendgottesdienst bei der auch Eltern eingeladen worden sind um den Jugendlichen mal aus ihrer Jugendzeit zu berichten, unser ältester Sohn der gerade konfirmiert worden war, war auch zugegen, erzählte der dortige Vorsteher und Priester folgendes.

Er berichtete von einer Jugendlichen im Alter von 16 Jahren, die von ihrer Mutter verboten bekommen hat, an einem Abend die örtliche Jugendstunde aufzusuchen.

Dann sagte er, als die Zeit näher rückte, habe diese Jugendliche so starke Sehnsucht verspürt, dass sie klammheimlich das Fenster ihres Zimmers geöffnet habe und aus dem Zimmer gesprungen sei und habe die Jugendstunde besucht. Nach der Jugendstunde wäre sie dann glücklich wieder auf gleichem Wege in ihr Zimmer gelangt und die Mutter habe nichts davon bemerkt.

Er stellte dieses Verhalten gegenüber den anwesenden Jugendlichen und auch den Eltern als vorbildliches Verhalten dar.

Es dürfte klar sein, dass auch ich dazu das eine und andere gesagt habe, was dazu führte, dass dieser Vo im Abschlussgebet unter anderem sagte, lieber Gott und alles was heute Abend menschliches offenbar geworden ist, decke mit deiner großen Gnade und Liebe zu.

Ich war nicht nur sprachlos, sondern fassungslos und wütend und habe mir abends eine Flasche Weißwein reingezogen, sass ganz alleine bei uns im Wohnzimmer und habe geweint.

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