Konfirmationsgelübde = alter christlichen Taufritus?

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Heinrich

Konfirmationsgelübde = alter christlichen Taufritus?

#1 Beitrag von Heinrich » 03.05.2012, 08:30

Am 22. April dieses Jahres habe ich an einem Konfirmationsgottesdienst in meiner alten Heimat teilgenommen.

Für die Gottesdienstteilnehmer war ein Faltblatt vorbereitet, in dem u.a. der Ablauf des Konfirmationsgottesdienstes erklärt wurde.

Auch die Konfirmation als solche wurde in diesem Blättchen erläutert. In dieser Erläuterung fand sich dann ein Satz, der mich stutzig machte: „Mit dem Konfirmationsgelübde, das auf einen alten christlichen Taufritus zurückgeht, bestätigen sie (= die Konfirmanden) ihre Entscheidung…… usw. usw.

Meine Frage in die Runde: Wer kennt diesen alten christlichen Taufritus bzw. wo kann man etwas dazu nachlesen ?

Gruss aus dem derzeit sonnigen Süden,
Heinrich

abendstern_
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Re: Konfirmationsgelübde = alter christlichen Taufritus?

#2 Beitrag von abendstern_ » 03.05.2012, 08:34

Der Taufbund

Ich entsage dem Teufel und allen seinen Werken und allem seinem Wesen und ergebe mich dir, du dreieiniger Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist, im Glauben und Gehorsam Dir treu zu sein bis an mein letztes Ende.

aus Luther Der Kleine Katechismus

z.B. hier nachzulesen:
Klick

Kristallklar
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Re: Konfirmationsgelübde = alter christlichen Taufritus?

#3 Beitrag von Kristallklar » 03.05.2012, 09:30

Frage am Rande:
war da nicht noch der relativierende Zusatz...

"Ich entsage dem Teufel und all seinem Werk und Wesen und übergebe mich Dir o dreieiniger Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist;
im Glauben, Gehorsam und ernstlichem Vorsatz: Dir treu zu sein bis an mein Ende. Amen."

Also ich bin Mitte der 1970er (NAK)konfirmiert worden und meine, mich da recht genau erinnern zu können, dieses Verslein so von meinen Mitkonfirmanden gehört, es aber selbst nicht mitgesprochen zu haben.
Ja ich hätte mich verweigern müssen, da ich damals bereits wusste, die NAK ist nicht "Gottes Werk auf Erden". Mich hatte nur die berechtigte Angst vor den Folgen einer Verweigerung daran gehindert.

War mir bis heut nicht bewusst, dass die NAK auch darin ihren eigenen exclusiven Extrahintertürchenoffenhalt-"Bonus" einfügen musste. :mrgreen:

Kristallklar

tergram

Re: Konfirmationsgelübde = alter christlichen Taufritus?

#4 Beitrag von tergram » 03.05.2012, 09:52

Das Konfirmationsgelübde der NAK lautet verbindlich:

"Ich entsage dem Teufel und all seinem Werk und Wesen und übergebe mich Dir, o dreieiniger Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist im Glauben, Gehorsam und ernstlichem Vorsatz: Dir treu zu sein bis an mein Ende. Amen."

Weiteres zum Thema aus Sicht der NAK hier:
http://www.nak.org/de/glaube-kirche/kir ... firmation/

Dass übrigens im Gelübde "der Teufel" (als wäre er eine reale Person) eine so herausragende Rolle spielt, was uns heute befremdlich erscheint, hängt mit der mittelalterlichen Gedankenwelt von Martin Luther zusammen.

Dass die Religionsmündigkeit in Deutschland auf das 14. Lebenjahr festgesetzt wurde, hat seinen Ursprung in der Kleinstaaterei, verbunden mit der 8-jährigen Schulpflicht. Die Kinder wurden mit 14 Jahren aus der "Volksschule" entlassen und mussten für eine Lehr-/Arbeitsstelle oftmals ihre Dörfer verlassen. Schon im Nachbardorf konnte ein anderer Landesfürst regieren, der ausgerichtet an seinem religiösen Bekenntnis das Bekenntnis seiner Untertanen festlegen konnte. Daher war es nötig, dass die Berufsanfänger ihren Glauben nötigenfalls wechseln konnten. Die Konfirmation hat letztlich eine historische, (macht)politische Ursache.

Bild

Adler

Re: Konfirmationsgelübde = alter christlichen Taufritus?

#5 Beitrag von Adler » 03.05.2012, 10:06

Auch wenn es im NAK-Gelübde, Abweichungen von einem "Urtext" gibt, so übergibt sich der Konfirmand/die Konfirmandin NICHT der NAK(auch wenn es so dargestellt wird).

Es ist doch vielmehr eine ganz persönliche Angelegenheit zwischen dem Menschen und Gott. Es ist ein ganz persönliches Gelübde, welches der Mensch seinem Gott gibt in dem er sich dem Teufel entsagt (es zumindest versuchen wird) und dem dreieinigen Gott übergibt, mit dem Vorsatz ihm die Treue zu halten.

Diese Hingabe zu dem dreieinigen Gott kann auch außerhalb der Mitgliedschaft in einer christlichen Gemeinschaft erfolgen!

LG Adler

tergram

Re: Konfirmationsgelübde = alter christlichen Taufritus?

#6 Beitrag von tergram » 03.05.2012, 10:12

Na ja... bei allen hehren Absichten.... ich bin sicher, dass für die meisten 14-jährigen die "Konfi" irgendwie dazugehört, als erster Schrit tin die Erwachsenenwelt angesehen wird und außerdem mit einem großen Fest und reichlich Geschenken verbunden ist.

Ich kenne keinen 14-jährigen, der sich bewusst und mit reiflicher Überlegung Gott übergibt. (Ich fand damals Überlegungen zum Thema "Was ziehe ich an" auch viel wichtiger.)

Adler

Re: Konfirmationsgelübde = alter christlichen Taufritus?

#7 Beitrag von Adler » 03.05.2012, 10:23

Aus meiner Zeit als Konfilehrer in der NAK kann ich zumindest von mir sagen, dass ich bemüht war, das Verständnis und das Bewustsein für den Sinn und Zweck der Konfi, losgelöst von der NAK-Dogmatik, zu vermitteln.

In wie weit dies gelungen ist, wer weiss . . .

LG Adler

Matula
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Re: Konfirmationsgelübde = alter christlichen Taufritus?

#8 Beitrag von Matula » 03.05.2012, 10:32

Adler hat geschrieben:Auch wenn es im NAK-Gelübde, Abweichungen von einem "Urtext" gibt, so übergibt sich der Konfirmand/die Konfirmandin NICHT der NAK(auch wenn es so dargestellt wird).

Es ist doch vielmehr eine ganz persönliche Angelegenheit zwischen dem Menschen und Gott. Es ist ein ganz persönliches Gelübde, welches der Mensch seinem Gott gibt in dem er sich dem Teufel entsagt (es zumindest versuchen wird) und dem dreieinigen Gott übergibt, mit dem Vorsatz ihm die Treue zu halten.

Diese Hingabe zu dem dreieinigen Gott kann auch außerhalb der Mitgliedschaft in einer christlichen Gemeinschaft erfolgen!

LG Adler

Wer sich dem dreieinigen Gott übergibt, der übergibt sich nach Glaubens- und Lehrmeinung der NAK selbstverständlich auch dem Gnaden- und Erlösungswerk Gottes.

Natürlich kann man sich auch dem dreieinigen Gott in anderen christlichen Gemeinschaften hingeben, nur dann hat man aber das Problem, dass es dort nur die sogenannten " Schrumpfsakramente " gibt. :wink:

Adler

Re: Konfirmationsgelübde = alter christlichen Taufritus?

#9 Beitrag von Adler » 03.05.2012, 10:56

Diese "Schrumpfsakramente" gibt es nur bei den "Schrumpfköpfen" mit ihrem "Schrumpfglauben", in schrumpfenden Gemeinden :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

LG Adler

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